Es ist nicht das erste Mal, dass Codecs zunächst einmal den Usern zur Verfügung gestellt wurden, um dann im Nachgang Lizenzgebühren einfordern zu können.

 

Wir erinnern uns, schon in der Einführungsphase von H.264 war dieser Codec in einer "first term of the License" für alle Anwender kostenlos. Danach wurde er kostenpflichtig. Kamerahersteller haben es sich sehr leicht gemacht und in Ihre Handbücher kleingedruckte Zusätze integriert, dass die Aufnahmen nur für private Zwecke verwendbar seien. Und das bei ausgewiesenen Profikameras!

 

Nun also wurden für HEVC/H.265 die Begehrlichkeiten veröffentlicht. Nicht nur, dass Gerätehersteller künftig zu zahlen haben, auch Inhalte-Anbieter sollen das Konsortium mit 5% an den Einnahmen beteiligen. Für Big Player am Videohimmel wie Youtube oder Netflix können das jährlich dreistellige Millionenbeträge werden.

 

Doch auch die Nachwuchsfilmer, die mal eben ihre Kurzfilme online stellen wollen, machen sich theoretisch strafbar, wenn sie keine Lizenz an dem Codec erwerben. Ob sich das die Nutzer gefallen lassen werden, ist fraglich, möglicherweise schlägt nur die Stunde der freien Codecs, wie beispielsweise Google VP9/10. Und wie genau sich jedes existierende Video im Web kontrollieren lässt, steht noch einmal auf einem ganz anderen Blatt.

 

Auf jeden Fall fürchten Branchenkenner, dass diese Policy eine deutliche Bremse für 4K werden könnte.

 

Mehr zum Thema im Movie-College                  Lizenzprogramm der MPEGLA

HEVC/H.265

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