Natarang

 

Natarang

 

Regie: Ravi Jadhav

Wenn ich beginne, diesen Film mit den Worten: Indien, Musik und Tanz zu umschreiben, werden Sie nun denken; „Aha! Das muss wieder so ein kitschiger Bollywoodfilm sein". Verständlich wäre diese Vermutung, ist doch Indien für seine schrillen Tanzfilme bekannt.

Doch „Natarang" ist ein anderer Film. Die übertriebenen und schrillen Tanzfilme gehen mittlerweile auch den Indern auf die Nerven, so dass sich ein neuer „Typus" [Filmfest München] von indischen Filmen bildet. Was unter anderem auch daran liegt, dass sich in Indien ein neues, zahlkräftiges Publikum formiert.

Doch nun zum Film:

,,Natarang" handelt von Guna Kagalkar (Atul Kulkarni), einem indischen Landarbeiter aus der Regien Maharashtra (einer Region in Indien, die fast so groß ist wie Deutschland). Guna ist ein großer Fan von Theater- und Tanzvorstellungen. Soweit sein Gehalt es zulässt, sitzt er am Abend im Theater schaut einem traditionellen indischen Volkstheater, Damasha genannt, zu. Er träumt davon selbst einmal eine Theatergruppe zu leiten.

Eines Tages bietet sich ihm diese Möglichkeit, die er gerne ergreift. Doch für seinen Traum muss Guna Opfer bringen, die ihn und seine Familie in der traditionellen Kastengesellschaft diskreditieren werden.

Wie ich einleitend bereits schrieb, ist ,,Natarang" kein Bollywoodfilm. Dieser Film thematisiert das traditionelle Theater aus der Region Maharashtra und ist laut den Darstellern, auch ein Tribut an die Männer, die für ihren Traum vom Theater von der Gesellschaft verstoßen wurden.

,,Natarang" beginnt sehr unterhaltsam und humorvoll und steigert sich zum Ende hin in eine einwenig übertriebene Dramatik hinein, was der Geschichte jedoch nicht schadet.

Die indischen Schauspieler spielen mit einer unglaublichen Präsenz, was nicht nur für die Protagonisten wie Atul Kulkarni gilt, der im Übrigen mit einer unglaublichen Wandlungsfähigkeit brilliert und dies nicht nur im schauspielerischen Sinne. Atul Kulkarni hatte extra für den ersten Teil des Films ca. 50 Pfund zugenommen und dann während einer Drehunterbrechung von 2-3 Monaten dieses Gewicht wieder „abtrainiert". Was nun wirklich eine beeindruckende Leistung darstellt.

Dieser Film ist durchaus etwas für Fans des alten Bollywoodfilms, viel mehr ist Natarang jedoch ein Film für von Indien Begeisterte und Menschen, die sich von der großartigen Musik und den traditionellen Tänzen beeindrucken lassen wollen.

 

Gesehen von Michael Stadnik

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