The Thing

 

The Thing

Daten

 

The Thing

USA 2011, 104 Min

REGIE: Matthijs van Heijningen
DREHBUCH: Eric Heisserer
MUSIK: Marco Beltrami
DARSTELLER: Mary Elizabeth Winstead, Ulrich Thomsen, Eric Christian Olsen

 

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Regie: Matthijs van Heijningen

 

Kinostart: 17. November 2011

 

In der Antarktis macht ein kleines norwegisches Forscherteam eine bemerkenswerte Entdeckung. In mitten des ewigen Eises finden sie ein riesiges Raumschiff. Paläontologin Dr. Kate Lloyd (Mary Elizabeth Winstead) bekommt die Chance ein Teil einer einzigartigen Expedition zu werden. Gemeinsam mit Dr. Sander Halvorsen (Ulrich Thomsen) und Adam (Eric Christian Olsen) entdecken sie an der Stelle des Wracks ein Lebewesen, scheinbar leblos in seinem Eis-Sarg eingefroren. Die Crew birgt es und nimmt es mit zur norwegischen Station Thule Station. Durch den eifrigen Forschungswillen des Doktors und die damit verbundene „Gewebeprobe" erweist sich im Nachhinein als großer Fehler. Das totgeglaubte Lebewesen ist lebendiger als je zuvor und besitzt außerdem die Eigenschaft sein „Futter" auf exakte Art und Weise zu kopieren und imitieren. Abgeschirmt von jeglicher Zivilisation geht es nun für die Crew und Dr. Kate Lloyd um das blanke überleben. Nicht nur die Angst vor dem Ungeheuer aus dem All bereitet sich aus, auch die Angst wem man noch trauen kann...

Schon 2004 kam die Idee auf, Carpenters „The Thing" erneut auf die Leinwand zu bringen. Doch war auch klar, dass kein Remake folgen sollte. Die Produzenten waren sich einig, dass der bis dahin schon Kultstatus erreichte Film unmöglich noch zu toppen war. Zum Glück waren die beteiligten des neuen Projekts alle sehr begeisterte Fans des 1982 entstandenen Werkes und beschlossen daher, lieber die Geschichte der Norweger zu erzählen, die zu Beginn von John Carpenters Film verzweifelt einen Hund jagen.  Produzent des Originals (mit Original ist natürlich John Carpenters Verfilmung der Erzählung von John W. Campbell Jr. gemeint und nicht die 1951 erschienene Version von Christian Nyby)und ausführender Produzent des Prequels David Foster sagte selbst „Es ist wirklich wichtig, dass die Fans von „The Thing" wissen, dass sie nicht wieder und wieder die gleiche Story zu sehen bekommen werden."

Insgesamt ging man mit sehr viel Detailtreue an das Prequel heran. Die Dreharbeiten fanden nur unweit dem Ort statt, an dem John Carpenter selbst 1982 sein Ding aus einer anderen Welt auf das Forschungscamp los lies. Des Öfteren bekommt man auch Szenen zu sehen, die sich dann im Original wiederfinden (Man denke z.B. an das Rote Feuerwehrbeil in der Wand, sowie den toten auf dem Stuhl der sich selbst umgebracht hat, die man bei dem ersten Besuch Kurt Russels in dem norwegischen Camp zu sehen bekommt). Sogar den Original-Filmscore von Ennio Morricone brachte man mit ins Spiel.

Gut gefiel auch das Regisseur Matthijs van Heijningen, der zuvor Werbespots drehte und hiermit sein Filmspieldebüt abliefert, darauf bestand die Norwegische Crew im Film auch komplett mit Norwegischen Schauspielern zu besetzen. Was durchaus am Set zu Kommunikationsschwierigkeiten führte aber enorm dafür der Authentizität des Filmes half.

Nun denn, trotz der großen detailtreue und dem Enthusiasmus für das Original sowie dem Prequel den die beteiligten am Set aufbrachten, gelang es ihnen leider nicht an den Film von 1982 anzuschließen.

Die Charaktere an sich sind relativ oberflächlich gehalten. Zwar kann man ihnen die Rollen durchaus abnehmen, Glanzleistungen bzw. herausstechende Schauspielerische Leistungen gibt es aber keine zu bestaunen. Eine Änderung zu dem sehr Männerlastigen Original, findet sich nun in 2 weiblichen Schauspielerinnen. Eine durfte sogar die Hauptrolle übernehmen. Man verzichtete glücklicherweise auf eine Klischeehafte Liebesbeziehung mit einem der männlichen Crewmitglieder. Stattdessen verkörpert Mary Elizabeth Winstead alias Dr. Kate das emanzipierte  Pendant zu Kurt Russels Rolle, die mit Laborutensilien genauso umgehen kann wie mit Flammenwerfer und Handgranate. Im Laufe des Filmes kristallisiert sich ihre Position in der Crew heraus, als sie öfters den Ton angibt. Das alles gipfelt im Finale, das doch sehr an 1979 als sich Sigourney Weaver nicht nur mit fiesen Aliens sondern auch mit der Rolle als weiblicher Actionheld rumschlagen musste. Insgesamt spielt sie die Rolle als einfache Forscherin, die in der Antarktis ihre wahren Stärken zeigt, durchaus so das man ihr die Rolle abkauft, sticht aber insgesamt nicht aus den restlichen Schauspielerischen Leistungen heraus und bleibt weit abgeschlagen im direkten Vergleich zu Weaver.

Der Film beginnt mit beeindruckenden Aufnahmen der weiten der Antarktis, verläuft aber zumindest in der kompletten ersten hälfe eher spannungsarm. Eingebaute Schreckmomente wirken vorhersehbar und verfehlen so ihre Wirkung komplett, da hilft auch nicht mehr der laute Sound der aus den Boxen dröhnt. Gerade als das Alien dann in der Station sein Unwesen treibt, verpasste man die Chance, die auftretenden zwischenmenschlichen Konflikte auszubauen. So gibt es nur vereinzelt Szenen die das gegenseitige Misstrauen andeuten. Obwohl gerade das, Vertrauen und Misstrauen in seinen Gegenüber, einen Kernaspekt des Filmes bilden sollte.

Einen größeren Auftritt bekam das Wesen selbst, das nun weitaus häufiger vor der Kamera zu sehen ist. Das Monster und die Spezialeffekte an sich sind mit ein paar Ausnahmen gelungen und können sich durchaus sehen lassen. Auch die Altersbeschränkung ist mit 16 Jahren auf jeden Fall angebracht. Goreeffekte sind ausreichend und relativ explizit vorhanden und auch der bekannte Flammenwerfer findet wieder oft seinen Einsatz. Für die Effekte entschied man sich zwar nicht komplett gegen den Einsatz von modernen CGI-Effekten, doch wollte man auch unbedingt „Old-School" Puppen und Prothesen einsetzen. Was auch meiner Meinung, das mindeste war. Da gerade John Carpenters Version durch die Arbeit des Pioniers Rob Bottin ein deutliches Plus einsacken konnte und dessen Spezialeffekte auch maßgeblich am Kultstatus des Filmes eine Rolle gespielt haben, wäre ein kompletter Verzicht von Computereffekten vorteilhafter für das Prequel, um an die Atmosphäre des Originals anzuknüpfen und deren Verbindung miteinander zu verstärken.

Ingesamt bleibt zu sagen, dass man hier erwartungsgemäß hinter dem Carpenter-Original zurückbleibt. Einzig das vorletzte Viertel des Filmes kann mit Spannung, die einen kurzzeitig auch fesselt Punkten. Die Chance mehr auf die schwierigen Beziehungen der Personen untereinander einzugehen, als das Alien schon Crewmitglieder imitiert, verpasste man größtenteils. So bleibt nur noch ein nettes aber recht oberflächliches Monsterfilmchen mit tollen Effekten übrig. Für Fans Außerirdischer Monster-Filme könnte man durchaus noch ein Kinogang empfehlen, ist aber kein Muss.

6,5/10

 

Gesehen von Bastian Schwab

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