Zimmer 1408

 

Zimmer 1408

Daten

Zimmer 1408

94 Min., Horror, USA

REGIE: Mikael Hafstrom
DREHBUCH: Matt Greenberg, Scott Alexander

DARSTELLER: John Cusack, Samuel L. Jackson, MaryMcCormack

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Regie: Mikael Hafstrom

 

Erst einmal möchte ich an dieser Stelle einen relativ wichtigen Gruß loswerden, und zwar an den Herren Pressekollegen, welcher sich (mit zwei Mädels im Schlepptau... ahja) unmittelbar vor Filmbeginn in meine gerade als gemütlich eingefühlte, bis auf mich leere Sitzreihe niederließ. Das allein muss einem natürlich nicht den Film versauen, aber wenn diesjeniger die äußerst unprofessionelle Eigenart besitzt, bei jeder (also: jeder) Spitzfindigkeit bzw. bei jeder Kindergarten-Pointe sein Verständnis diesselbiger in Form einer kurzen, aber prägnanten nasalen Ausatmung der Umwelt mitzuteilen, dann kann man als Leidtragender bereits nach fünf Minuten schier wahnsinnig werden. Praktisch schon vor einem Film, der einem genau das irgendwo vermitteln will....
Hm...
Wenn ich nun genauer drüber nachdenke, könnte der Typ auch bezahlt worden sein.. um einem dem Film tatsächlich mitzufühlen zu lassen. "Ladys and Gentleman, wir haben das Method-Watching für Sie erfunden!".

Im Falle dieser neuesten wiederum "besten Stephen King-Verfilmung die es je gab", ging der Schuss allerdings etwas nach hinten los: Ich wusste schon vorher, wie ich aus dem Film rausgehen würde. Mit einem ziemlich schalen Nachgeschmack

Mit King-Verfilmungen ist es ja eh so ne Sache. Das Markenzeichen von King ist, die Handlungen bzw. Handlungsstränge des Hauptprotagonisten den Endkonsumenten tatsächlich nachvollziehen - und nachfühlen - zu lassen, und dies, hört hört!,  nunmal in Buchform - das ist einfach sein Medium. Insofern muss man die Verfilmung immer differenziert betrachten.

Story:

Mike Enslin (John Cusack), seines Zeichens mäßig erfolgreicher Schriftsteller vermeintlich realer Geistergeschichten, ist für seine Recherchen ständig auf der Suche nach Hotels, Häusern, Schlössern und dergleichen, um sich dem jeweiligen Spuk in Form von Übernachtungen in den jeweiligen Geisterzimmern selbst zu stellen. Der auf Authentizität bedachte Autor stand in seiner Karriere jedoch niemals einem tatsächlichen Spuk bzw. einem Geist gegenüber; daher kommt Enslin eine rätselhafte "Einladung" in das Zimmer 1408 des New Yorker "Dolphin"-Hotels sehr gelegen.
Während die Eigentümer der bisherigen Geister-Etablissements den Schriftsteller mit Kusshand empfingen, versucht der Dolphin-Manager Olin (Samuel L. Jackson, der anscheinend nichts besseres vorhatte) die nun anstehende Übernachtung mit allen Mitteln zu verhindern; mitunter deswegen, weil es ihm Leid ist hinterher "immer den Dreck wegzuräumen". Die mittlerweile 56 - mitunter bizarren - Todesfälle sollten ohnehin eine eindeutige Sprache sprechen.
Gut, der Film wäre vorbei, würde Mike Enslin nicht doch seinen Weg ins besagte Zimmer finden; und nach anfänglicher Ernüchterung wird er nur allzu schnell mit der tatsächlich grausamen Vergangenheit des Zimmers, jedoch auch mit seiner eigenen, konfrontiert.

Und wir, die Zuschauer, mit einem absolut ausgelutschten Horror-Szenario, welches ein Stephen King wohl in seiner Mittagspause hinklatscht. Und durch den besonderen Umstand,dass es sich bei der Vorlage  um eine Kurzgeschichte handelt,  ist es zugegebenermaßen recht schwierig, aus diesem Ausgangsmaterial einen tiefgehenden Horror-Klassiker à la "Shining" zu stricken.
Da allerdings John Cusack's Darstellung des Mike Enslin ohnehin zu wenig für eine ernstzunehmende Identifikation bietet, die Regie absolut keine Bäume ausreißt und der Rest des Films eher durch altbekannte Schock-Effekte als durch innovative - oder zumindest erfrischende - Suspense-Techniken besticht, muss man den Film einfach so nehmen wie er ist:  Ein kurzweiliges Schauermärchen ohne filmisch/künstlerischem Mehrwert, dafür mit dem schalen Nachgeschmack einer weiteren Hollywood Fließband-Produktion mit dem einfachen Ziel, lechzende King-Fans zu melken.

 

Gesehen von Andreas Schmidt

 

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