Zombieland

 

Zombieland

Daten

Zombieland

88 min., Horrorkomödie, USA 2009

REGIE: Ruben Fleischer
DREHBUCH: Rhett Reese, Paul Wernick
KAMERA: Michael Bonvillain
SCHNITT: Allan Baumgarten
MUSIK: David Srady

DARSTELLER: Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Emma Stone, Abigail Breslin, Amber Heard, Bill Murray

 Links zum Film

Offizielle Website

Das Movie-College haftet nicht für den Inhalt externer Seiten.

 

Regie: Ruben Fleischer

Kinostart: 10. Dezember 2009

 

Auch letztes Jahr durften sich Freunde blutiger Horrorkost kurz vor Weihnachten wieder einmal an einem echten Splatter-Highlight erfreuen. Und zur Abwechslung fand sogar mal der ein oder Andere Kritiker gefallen daran. Zombieland die bitterböse Horrorkomödie aus Malboro-Country war ein echter Erfolg und brach alle bisherigen 'Zombiefilmrekorde'. Nach nur 17 Tagen spielte der Film in den USA schon über 60 Millionen Dollar ein, womit er Zack Snyders Remake von "Dawn Of The Dead" (2004) als erfolgreichster Zombiefilm aller Zeiten ablöste.

Der Plot ist einfach und altbewährt. In den USA ist, wie schon so oft, eine schreckliche Seuche ausgebrochen, die ihre Opfer in bluttriefende Zombies verwandelt. Diese sind allerdings keine torkelnden, stöhnenden Leichen, sondern rennende, fauchende Monster, aus deren Mündern ein unaufhörlicher Schwall von Blut und Speichel fließt. Columbus (Jesse Eisenberg), der schüchterne und ziemlich exzentrische Protagonist dieser Zombiehatz, der sein bisheriges Leben fast nur vor seinem PC in "World Of Warcraft" verbracht hat, hat es als einer von wenigen Menschen in den USA geschafft zu überleben. Dies gelang ihm vor allem durch seine Überlebensregeln, die er ständig erweitert und an die er sich mit aller Strenge hält. So versucht er sich zum Beispiel stets fit zu halten, um vor den Untoten besser fliehen zu können, schaut jedes Mal auf dem Rücksitz nach, wenn er in ein Auto einsteigt, oder schießt jedem vermeintlich totem Untoten ein weiteres Mal in den Kopf um ganz sicher zu gehen, dass er auch wirklich nicht mehr aufsteht. Auf der Suche nach seinen Eltern, begegnet er zunächst dem etwas schrägen Vogel Tallahassee (Woody Harrelson), der im Zombies töten endlich etwas gefunden zu haben scheint, worin er wirklich gut ist. Die beiden reisen zusammen weiter und werden alsbald von Wichita (Emma Stone) und ihrer kleinen Schwester Little Rock (Abigail Breslin) ausgeraubt und kurzerhand ohne Waffen und Auto zurücklassen. Allerdings kreuzen sich die Wege der vier schon bald wieder und trotz immerwährender Zankereien reist man doch zusammen weiter. Auf ihrem Weg durch das zerstörte Amerika begegnen sie in Hollywood Bill Murray in dessen pompöser Villa sie sich eine kurze Zeit einnisten. Murray, ein weiterer Überlebender der Seuche, wird allerdings durch ein fatales Missverständnis von Columbus erschossen, der ihn für einen Zombie hält. Als Wichita und Little Rock schließlich wieder mit dem Auto abhauen, um nach Pacific Playland zu fahren, beschließen Tallahasse und Columbus, der sich offensichtlich in Wichita verliebt hat, die beiden zu suchen. Was den zwei Schwestern nur recht sein kann, denn schon kurz nach ihrer Ankunft in dem Vergnügungspark, werden sie von einer schier endlosen Horde von Untoten umzingelt.

Zombieland folgt dem Komödientrend des Horror- und Splattergenres der letzten Jahre und lässt seine Zuschauer bei all dem "Grauen" das auf der Leinwand zu sehen ist nur herzhaft lachen. Obwohl es eigentlich wieder einmal nur eine humorvolle Variante der endlosen Of-The-Dead-Filme darstellt, die ja schon des Öfteren parodiert wurden [z.B. "Shaun of the Dead" (2004), "Return of the Living Dead I+II" (1985, 1988)] ist er doch in gewisser Weise etwas Besonderes und zudem auch größtenteils wirklich gelungen. Seine Charaktere sind keine jammernden Stereotypen, sondern exzentrische, emotionale Wracks, die im Grunde nur auf ihren eigenen Vorteil aus sind. Wer will kann darin auch eine gewisse Kritik an unserer modernen Gesellschaft erkennen. Jeder kümmert sich zuerst einmal nur um sich selbst und misstraut allem und jeden. Und auch wenn die ganze Welt vor die Hunde geht, nutzt man zuerst einmal jede Gelegenheit um den anderen eins auszuwischen. Im Zentrum des Films steht allerdings kein tiefgründiger Gedanke, oder gar eine irgendeine Philosophie, sondern einfach nur die Komik und die wirklich schrägen Charaktere von Zombieland. Tallahassee, der sympathische Raufbold, dem sein neues Dasein als Zombiekiller des Jahres mehr als zusagt und Columbus der mit seinen Überlebensregeln gleich mal alle Klischees vergangener Horrorfilme zusammen auf die Schippe nimmt. Die Gags sind gelungen, oft ziemlich blutig und hin und wieder auch herrlich respektlos. So heißt es zum Beispiel zu Anfang des Films, dass die 'Fettsäcke' zuerst dran waren als die Seuche ausbrach, daher sollte man sich immer fit halten, um schnell weglaufen zu können. Die Gewalt des Films ist meist völlig überzogen oder lächerlich dargestellt, was auch der Grund sein dürfte, weshalb der Film schon ab 16 Jahren freigegeben wurde.

Einzig der etwas klischeehafte, Helden- und Romantiktouch, gegen Ende des Films lässt einen kurzzeitig genervt mit den Augen rollen. Ein unerwartetes, oder zumindest einigermaßen originelles Ende, hätte das Ganze wunderbar abgerundet. Aber alles in allem kann sich Zombieland durchaus sehen lassen und ist jedem, dem schon "Shaun Of The Dead" gefallen hat, zu empfehlen. Slapstick gepaart mit ein wenig (aber auch wirklich nur wenig) tiefgründigem Humor, völlig verrückte Charaktere, jeder Menge Blut und Eingeweide und ein herrlich schräger Gastauftritt von Bill Murray machen Zombieland zu einem gelungenen Horrorspaß.

 

Gesehen von Mark Zaschka

 

Spitzenleistungen aktueller Fotografie zeigt das Festival vom 6. Juni bis zum 16. Oktober in Baden bei Wien

Nach zwei schwierigen Corona-Jahren will das Münchner Filmfest wieder in gewohnter Form begeistern...

Der renommierte Drehbuchautor Tony Grisoni hat bei einem Creative Europe Desk Event über Drehbuchschreiben berichtet.

Bei dem Begriff kommen gleich Kinogefühle in einem auf,- wie kommt man zum klassischen Cinemascope-Look?

Auf dem Münchner Filmfest hat der neue Film von Marcelo Gomes, "Paloma" Weltpremiere