La Fleur du Mal

 

(Claude Chabrol / Wettbewerb / 11.02.2003)

Die Familie Charpin-Vasseur scheint verflucht: seit Generationen geschehen immer wieder unheimliche Dinge, wie tödliche Autounfälle, Morde und Inzest. Und jetzt verbreitet jemand auch noch unschöne Halbwahrheiten via Flugzettel quer durch die Stadt, obwohl, oder besser weil, gerade der Wahlkampf von Anne Vasseur um den Stadtratsposten läuft. Genau an diesem Tag kehrt François, nach 4 Jahren in Amerika, nach Hause zurück. Es scheint alles wie früher: Seine Stiefmutter kandidiert wieder, Tante Line sorgt für Heiterkeit im Haus, sein Vater ist ihm immer noch ein unangenehmer Zeitgenosse und die Liebe zu seiner Halbschwester Michèle ist genauso stark wie vor seiner Abreise. Er beginnt eine Liebschaft mit Michèle, nachdem sich herausstellt, dass sie nicht mit ihm verwandt ist. Sein Vater Gérard betrügt Anne mit mehreren Frauen, und wird außerdem von Michèle als Urheber des Flugblattes verdächtigt, die daraus schwerwiegende Konsequenzen zieht. Die Lage spitzt sich zu.

Claude Chabrol nimmt sich auch in diesem Film sein Lieblingsthema vor: Das verkorkste französische Bürgertum. Im Vordergrund steht dabei  die Heuchelei, mit der sich alle gegenseitig voreinander schützen, ohne sich zu vertrauen. Gewissen- und konsequenzlos wird in konventionellsten Kreisen gegen alle Konventionen verstoßen. Auf spannende Weise tragen die nüchtern gezeichneten Charaktere die Geschichte voran. Die Auswahl der Motive und der feinfühlige Umgang mit Musik geben dem Ganzen den passenden Rahmen, zeigen die enorme Routine mit der Chabrol seinen Film inszeniert. Vor allem die Auftritte der Tante Line, gespielt von Suzanne Flon, sind köstlich amüsant. Ein überaus sehenswerter Film!

 

Gesehen von Jochen Miksch u. Daniel Vogelmann

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