Rund um die Berlinale, ihren Leiter Dieter Kosslick und seine mögliche Nachfolge gibt es Zoff. 79 Regisseure und Regisseurinnen haben eine Erklärung veröffentlicht. Dass die Berlinale über die Jahre immer mehr an Bedeutung verloren hat, ist unübersehbar, zu bunt gewürfelt die Filme im Wettbewerb, zu sehr daran ausgerichtet, internationale Promis zu ködern. Auch die vielen Nebenreihen machten das Programm nich spannender oder übersichtlicher.

 

Die Regisseure und Regisseurinnen, welche die Erklärung unterschrieben haben, wünschen sich radikale Veränderungen der Berlinale und vor allem, dass die Nachfolge nicht wieder unter Ausschluss der Öffentlichkeit und unter Berücksichtigung von Filmfunktionären, zu denen auch Dieter Kosslick gehörte, von der Politik bestimmt wird.

 

Aktuell ist nämlich die Kulturstaatsministerin Monika Grütters angeblich schon wieder dabei, genau dies zu tun und eine Filmfunktionärin, Kirsten Niehuus, welche die Filmförderung beim Medienboard Berlin-Brandenburg leitet, ins Auge zu fassen. Doch genau dies wollen die Unterzeichner-innen der Erklärung verhindern. Sie fordern ein offenes, internationales Ausschreibungsverfahren sowie sowie die Einsetzung einer mit Expertinnen und Experten besetzten Findungskommission und nicht schon wieder Filmfunktionäre.

 

Dieter Kosslick hält sich weitgehend bedeckt. Seine Presseerklärung dazu lautet wie folgt:

 

„Ich kann den Wunsch der Regisseur*innen nach einem transparenten Prozess der Neugestaltung der Berlinale verstehen. Die Zukunft der Berlinale ist uns allen ein Anliegen. Das Berufungsverfahren liegt in Händen der Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters.

 

Mein Vertrag endet am 31. Mai 2019. Der Aufsichtsrat hatte mich aufgefordert, einen Vorschlag zu einer möglichen Neustrukturierung der Berlinale zu unterbreiten. Diesen Vorschlag werde ich – völlig unabhängig von meiner Person – dem Aufsichtsrat vorlegen.“

 

Gerade in Berlin hat die Politik bei der Besetzung wichtiger Stellen, wie beispielsweise der Leitung der DFFB etc. schon in der Vergangenheit bewiesen, dass Transparenz nicht ihre Sache ist. Es bleibt zu hoffen, dass die Erklärung der Regisseure ernst genommen wird...

 

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