Tonaufnahme

  • Analog O-Ton

    Nagra TonbandgerätDie Töne der allermeisten Filme der Filmgeschichte bis zum Jahrtausendwechsel wurden analog aufgenommen. Die Einflüsse sind bis heute spürbar

  • Digitalisierung

    Die reale Welt, wie wir sie sehen und hören kennt kontinuierliche Wellen. Um diese irgendwann verlustfrei speichern und bearbeiten zu können, müssen wir sie in ein digitales System umwandeln.

  • Direktton

     

    Akustische Wellen

    Ton von unten geangelt

    Manchmal, wenn das Bild es nicht anders zulässt, muss man von unten angeln. Unschöne Reflektionen von der Raumdecke sind bei Innendrehs die Folge

    Wie das Licht wird auch der Ton von Wänden und Objekten reflektiert. Da sich der Schall aber nur relativ langsam ausbreitet, entstehen durch Reflexionen Verzögerungen, Hall und Echo (siehe auch Tonphysik), die nicht immer erwünscht sind.

     

    Direkter Ton und Reflexion

    Der Direktton entstammt der Tonquelle, die wir im Bild auch sehen, z. B. einer Autotür oder dem Mund des Schauspielers. Reflexionen entstehen, weil der Schall sich in alle Richtungen ausbreitet und feste Flächen Schalldruckwellen zurückwerfen. Wir alle machen tagtäglich diese Erfahrungen, wie unsere eigene Stimme sich im gekachelten Bad, im Treppenhaus, im Aufzug, in der Eingangshalle der Bank, bei der Besichtigung einer leeren Wohnung etc. verändert. Glatte Flächen, Stein, Glas, Metall reflektieren aktiv.

     

    Stoff, Polstermöbel oder etwa Kork schlucken den Schall und sind eher passiv. Wenn erst einmal viele Reflektionen (Hall, Echo) in der Aufnahme sind, lassen sich diese nachträglich praktisch nicht mehr entfernen. Genau deshalb ist es wichtig, die Stimmen der Schauspieler oder sonstige wichtige Tonsignale möglichst direkt aufzunehmen.

     

    Schallreflexionen

    Schallreflexionen

     

    Der Tonassistent (Angler/Boommann) versucht deshalb, so nahe wie möglich an den Mund des Schauspielers zu gelangen, ohne, dass das Mikro im Bild zu sehen ist (Angeln). So bekommt er den Ton möglichst direkt (roter Pfeil); die Reflektionen haben einen geringen Anteil am Signal.

     

    Wünscht man sich bewusst Hall, kann man das in der Mischung jederzeit nachträglich hinzufügen. Aufnahmen mit hohem Hallanteil (hallig) kann man technisch dagegen nicht trocken (ohne Hall) rechnen.

     

    In diesem Kontext sollte auch das immer wieder auftauchende Wort des Hallradius kurz erwähnt werden: Diese Angabe bezeichnet, in welchen Abstand zur Tonquelle (in einem spezifischen Raum) die Anteil der Direkttons genauso hoch (laut) ist, wie der Anteil des indirekten/reflektierten Tons. Keine Frage, dass man dort mit dem Mikrofon bereits viel zu weit weg ist, denn Sprache versteht man hier nur noch schlecht. Kann man trotzdem auch mit Tricks (Mike versteckt „im Bild“) nicht näher an die Tonquelle, so helfen Richtmikros (siehe auch: Richtcharakteristik).

     

    Frequenzanteile

    Wenn wir den Schauspieler dicht vor uns haben, so hören wir von seiner Stimme in der Regel tiefe Frequenzanteile relativ laut, denn sein Brustkorb, der Resonanzboden des Menschen quasi, befindet sich unmittelbar vor uns. Wenn der selbe Schauspieler sich weiter von uns entfernt befindet, so hören wir die unteren Frequenzen kaum mehr, die Stimme wirkt schwächer.

     

  • Hinterband

    In der analogen Tonaufnahme gab es eine geniale Möglichkeit, der sofortigen Qualitätskontrolle von Tonaufnahmen, die digitale Geräte meist vermissen lassen

  • Location-Mixer

    Eine Reihe von Anbietern bieten inzwischen Kleinmischpulte mit vielen Features an.

  • Ton-Kontinuität

    Als Tonmeister hat man auf eine Menge Dinge zu achten: Dabei darf man einige für jede Einstellung essentielle Faktoren nicht außer Acht lassen: Der Lautstärkepegel, Schallreflexionen, Hintergrundgeräusche und die Toncharakteristik...

  • Tonaufnahme

     Filmton ist unendlich wichtig. Wer starke Filme herstellen möchte, braucht auch einen starken, qualitätsvollen Ton. Wie man den herstellt, erfahren Sie im Ton-Bereich des Movie-College

  • Tongeschichte 1

    Alte Träume

    Tonwalze

    Edisons Phonograph mit Tonwalze

     

    Ganz gleich, ob wir Töne digital oder analog aufzeichnen, unser Wissen über die Erkenntnisse der Technik-Pioniere und ihre Erfindungen ist für die professionelle Anwendung modernster Verfahren auch heute wichtig.

    Schall, (aber auch das Licht,) welchen wir Menschen wahrnehmen, basiert auf Wellenformen. Unser Ohr ist so aufgebaut, dass es Unterschiede im Luftdruck der Atmosphäre als Schall empfangen kann. Schall ist stets auf ein Medium angewiesen, um transportiert zu werden. Wasser, feste Körper und natürlich die Luft fallen einem da als erstes ein. Wenn die Luft Schall transportiert, so wird der Luftdruck verdichtet oder entspannt je nach Wellenform.

     

    Die Versuche der ganzer Erfindergenerationen konzentrierten sich folgerichtig darauf, diese Wellenformen in irgendeiner Weise mechanisch oder elektrisch zu konservieren, sie aufzuzeichnen. Ende des 19ten Jahrhunderts arbeiteten Techniker und Erfinder intensiv daran, das Abbild und die Äußerungen der Menschen und ihrer Umwelt aufzuzeichnen. Vor allem der Gedanke, legendäre Musiker über deren Tod hinaus hören zu können, beflügelte die Entwickler. Experimente, etwa mit einer Stimmgabel, an deren Zinken man eine Nadel befestigte, und die man schwingend auf eine mit Ruß geschwärzte Glasplatte hielt, zeigten deutlich Schwingungslinien auf der Glasplatte.

     

    Die ersten Tonaufnahmen der Welt

    Eines der ersten funktionsfähigen Geräte zur Tonaufzeichnung war 1877 Edisons Phonograph. Ein Gerät zum Aufzeichnen und Abspielen von Tönen auf Tonwalzen mit einer Spieldauer bis zwei Minuten. Das Prinzip bestand aus einem Tontrichter um Schallwellen zu bündeln und zu verstärken, an dessen unteren Ende eine Membran befestigt war, auf der ein Metallstift saß. Im Prinzip ein Vorläufer des Mikrofons. An dem Stift vorbei bewegte sich während der Aufnahme eine mit Wachs (später Schellack) beschichtete, rotierende Walze. Je nach Amplitude (Größe der Schallwelle) ritzte der Stift unterschiedlich tiefe, fortlaufende Rillen in die Walze. (Tiefenschrift) Bei der Wiedergabe lief der Stift in der Rille entlang, versetzte die Membran in Schwingung, welche wiederum von dem Trichter verstärkt wurde. Edisons Phonograph war im Prinzip ein rein mechanisches Gerät, mit dem die Luftdruckunterschiede (also der Schallwellen) mechanisch in unterschiedliche Vertiefungen in der durch eine Nadel eingeritzten Aufnahmerille übersetzt wurden.

     

    Bis heute basieren alle Aufnahmesysteme auf der Umwandlung einer Wellenform in eine andere. Wichtige Grundlage dafür war auch das Telefon, erfunden 1875 durch Bell. Dieses System übersetze erstmals Schallwellen in elektrische Wellen und nach der Übertragung beim Telefonpartner wieder in Schallwellen. Größter Schwachpunkt in der Anfangszeit des Telefons war, dass die Leistung mit der Kabellänge zwischen den Telefonen rasch abnahm. Konsequenterweise konzentrierte sich die Forschung auf Möglichkeiten der Verstärkung, die Verstärkerröhre wurde Anfang des 20ten Jahrhunderts erfunden. Bis Ende der 40er Jahre wurden alle elektrischen Verstärker mit Röhrenschaltungen realisiert, bis 1948 John Bardeen, W. Brattain und William Shockley den Transistor erfanden.

     

    Das Bessere ist des Guten Feind

    Grammophon

    Grammophon

    Interessanterweise war Edisons Antrieb, später den Cinematographen (den Film) zu entwickeln, vor allem als Ergänzung seines Phonographen gedacht. Besonders die kurze Spielzeit, aber auch technische Schwächen, etwa die fehlende Reproduzierbarkeit (jede Walze war ein Original), führten rasch zur Entwicklung des Grammphons und der Schallplatte. Deren Erfindung wird dem in Hannover geborenen Emile Berliner zugeschrieben.

     

    Während Edisons Nadel unterschiedlich tiefe Rillen erzeugte, und dadurch die Modulation aufzeichnete, erfand Berliner die waagerechte Schwingung, die sogenannte "Seitenschrift". Sie erzeugte Wellenlinien mit unterschiedlicher Amplitude und Frequenz.

     

    1902 nahm Enrico Caruso in Mailand seine erste Schallplatte auf, die sich sensationell verkaufte. Berliners Firma war es auch, die das Markenlabel "His Master´s Voice" mit dem Hund vor dem Grammophontrichter kreierte, welches man noch heute auf den CDs der EMI sehen kann. Die Platten liefen mit 78 Umdrehungen pro Minute, klangen kratzig und dauerten nur drei bis vier Minuten. Erst als nach dem zweiten Weltkrieg statt Schellack Plastik verwendet wurde, konnte die Geschwindigkeit mit 33 Umdrehungen mehr als halbiert und die Spieldauer erhöht werden.

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    Alte Schellack-Schallplatte

     

  • VHS Abschied

    Kein Scherz, in diesen Tagen und nicht schon vor mehr als einem Jahrzehnt, wird der Abschied von VHS akut.

  • Windschutz

    WindschutzEin Windschutz ist zwingend, um bei Außenaufnahmen den Ton frei von störenden Windgeräuschen zu halten. Was muss man beachten?

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    Der Firmenname ist fast ein Synonym für kleine Audiorekorder, nun kommt die Neuauflage des kleinen H1 mit besseren Daten