Produktionskosten

  • 24p

    HDTV

    24p wurde ursprünglich als das Kürzel für ein in diversen Irrungen und Wirrungen als HDTV gehandeltes Format. Die Absicht, in den USA das frühere NTSC-Fernsehsystem flächendeckend durch ein digitales System zu ersetzen hatte seinerzeit (wen wundert’s?) die Geräteindustrie auf den Plan gerufen, Kameras zu erdenken, mit denen man für diese künftigen Standards produzieren kann.

     

    Heute meint 24p nur noch, dass 24 Vollbilder aufgezeichnet werden, ursprünglich meinte die Industrie ein eigenes Format. Damals neues Merkmal dieser Kameras war die Aufzeichnung von 24 Vollbildern (progressive) gegenüber den bei Video sonst üblichen 2x25 Halbbildern (interlaced) für Kinozwecke. Also im Grunde genommen ein Vorläufer von HD, 2K und 4K. Auch die erhöhte Zeilenzahn 1080 gegenüber etwa den 625 Zeilen des SD-PAL-Systems oder in Pixeln ausgedrückt 1920x1080 erhöhte spürbar die Bildqualität. Daraus aber eine Ablösung des Films als Aufnahmemedium ableiten zu wollen, gehörten damals eher in die Abteilung „Werbesprüche“. Zu viele Qualitätsfaktoren waren noch sehr weit vom Film entfernt.

     

    Qualitätsmerkmale

    Die rein rechnerische Auflösung war gerade halb so hoch wie bei 35 mm. Der Kontrastumfang war verglichen mit modernen Negativmaterialien bescheiden. Vielleicht noch am ehesten vergleichbar mit frühen Umkehrmaterialien. Fehlbelichtungen führten zu unverzeihlichen Ausbrennern. Auch die Schärfentiefe (abhängig von der Größe der Aufnahmechips in der Kamera) war mit 35 mm nicht vergleichbar. Die Bilder neigten zu Flächigkeit, räumliche Tiefe wurde schlechter wiedergegeben als bei Film. Mit 8 Bit war die Farbtiefe weit von Film entfernt. Zudem wurde auch diese Informationsdichte nur komprimiert auf Band aufgezeichnet. Die Auflösung von schnellen Bewegungen war bei 24p noch unbefriedigend.

     

    Auch von der Konstruktion der Kamera selbst her war der Abstand zu einer professionellen analogen Filmkamera gewaltig. Statt eines hellen optischen Sucherbildes gab es nur den elektronischen Schwarzweiß-Sucher. Die Toleranzen beim Auflagemaß der Objektivfassung waren höher als bei Filmkameras, das konnte zu Schärfeproblemen führen. Die Störsicherheit insbesondere bei Feuchtigkeit oder Kälte war bei einer Filmkamera ungleich höher.

     

    Finanzielle Argumente

    Gerne wurde auch das Argument der Kostenreduktion in die Waagschale geworfen. Für TV mochte 24p gegenüber der Produktion auf Film vielleicht eine Perspektive sein. Abgesehen davon wurden natürlich die tatsächlichen Kosten durch Demo-Projekte, gesponsert von der Industrie, etwas verfälscht. Aber wie sah es denn konkret aus, wenn man Ende der Neunziger Jahre mit den Vorläufern der HD Kameras mit 24p für die Leinwand produzierte?

     

    Eine Kassette mit 50 Minuten Aufzeichnungslänge für 100 Euro, das klang wirklich günstig, verglichen mit Rohfilm und Kopierwerkskosten. Rechnete man aber die damaligen Mietpreise für Kamera und Schnittplätze mit ein, und zudem die damals in Vor-DCP-Zeiten notwendige Ausbelichtung auf Film (Film Recording) 2 bis 3 Euro pro Einzelbild, dann war 35 mm bei einem üblichen Drehverhältnis von ca 1:10, ja selbst 1:15 noch deutlich günstiger und Super 16 geradezu billig. Deshalb war 24p eher der Beginn einer Entwicklung in Bezug auf Kino und natürlich ein neues HDTV-Fernsehmedium. 24p war auf jeden Fall ein Fortschritt für die Videotechnik.

     

    Die postulierte Ablösung des Films als Aufnahmeformat für das Kino sollte noch fast ein Jahrzehnt auf sich warten lassen. In der Zwischenzeit haben zahlreiche Pilotprojekte vom „Werk“, Wim Wenders u. a. uns die wachsenden Möglichkeiten mit 24p auf die Leinwand zu gehen, aufgezeigt und der Industrie die Schwachstellen aufgezeigt. Ohne diese erste Generation der höher auflösenden Videokameras mit hohem Anspruch wären die heutigen HD Kameras undenkbar gewesen.

     

  • Beispiel Kalkulation

    Beispiel eines Summenblatts

    So sieht ein gebräuchliches Summenblatt für einen Low-Budget-Spielfilm aus, auf dem die Zwischensummen der verschiedenen Positionen Ihrer Kalkulation zusammengefasst sind. Es entstammt dem Kalkulationsprogramm CineCalc. Wie sich einzelne Posten zusammensetzten, sehen Sie bei den Details.

     

    Das Seminar Produktion 1 beinhaltet auch die Arbeit mit dem Kalkulationsprogramm CineCalc Lite.

     

     

     

     

     

  • Budgetierung

    Budgets - Vorbild aus den USA

    US Fahne mit Rechnern

    Zahlenspiele

    Auch wenn hierzulande in den Kalkulationen im Grunde genommen die gleichen Kostengruppen berechnet werden wie in den USA, so macht man jenseits des Atlantiks dennoch einen ganz wesentlichen Unterschied. Dort teilt man die Kalkulation in zwei grundsätzliche Kategorien auf, auch "above the line" und "below the line" genannt.

     

    Obwohl die erwähnte Trennlinie (the line) nicht immer so klar abzugrenzen ist, erfasst man die Kosten, die mit dem Kreativen zu tun haben – wie Darsteller, Drehbuch, Musik und Regie aber auch Produzentenkosten – als "above the line". Jene Kosten, die mit der handwerklich-praktischen Dreharbeit zu tun haben – wie Drehorte, Ausstattung, Kostüme, Fahrzeuge, Filmgeräte, Studiomieten, Schneideräume etc. sowie der Stab (Beleuchter, Tonleute, etc.) – werden als "below the line" eingestuft.

     

    Above the Line

    • >Drehbuch (Script)

    • >Produzentenstab (Producers Unit)

    • >Regie (Direction)

    • >Besetzung (Cast)

    • >Reisekosten und Casting (Travel and Cast Expenses)

    • >Development

    • >Summe (Total Above-the-Line)

     

    Solange es sich nicht um große Produktionen mit Staraufgebot handelt, wird der Bereich etwa 25 bis 30 % des Gesamtbudgets ausmachen. Kommen Stars ins Spiel, deren Gagen inzwischen die 20-Mio-Dollar-Grenze überschreiten, kann sich das prozentuale Verhältnis gänzlich verschieben.

     

    Below the Line

    Produktionskosten (Production)

    • >Produktionsstab (Production Staff)

    • >Extra Talent (Komparsen)

    • >Ausstattung (Art)

    • >Bühnenbau (Set Construction)

    • >(Set Operations)

    • >(Set Dressing)

    • >Requisiten (Property)

    • >Kostüm (Wardrobe)

    • >Maske (Make-up and Hair)

    • >Licht (Lighting)

    • >Kamera (Camera)

    • >Ton (Sound)

    • >Transporte (Transportation)

    • >Drehorte (Locations)

    • >Material und Bearbeitung (Film and Lab)

    • >Sonstige Produktionskosten (General)

    • >Summe (Total Production)

     

    In diesem Bereich entstehen (ohne Stargagen!) etwa 40 bis 45 % der Gesamtkosten.

     

    Postproduktion (Post Production)

    • >Schnitt (Film Editing)

    • >Musik (Music)

    • >Vertonung (Post Prod Sound)

    • >Negativschnitt und Kopie (Film and Lab)

    • >Trick und Titel (Opticals and Titles)

    • >Summe Total Post Production

     

    Die Postproduktion macht etwa 10 bis 15 % des Gesamtbudgets (keine Stargagen!) aus. Zu beiden Bereichen (above und below the line) werden dann noch folgende Positionen addiert:

     

    Zusätzliche Kosten

    • >Versicherungen (Insurance)

    • >Fertigstellungs-Garantie (Completion Bond)

    • >Überschreitungs-Reserve (Contingency), in der Regel 10%

    • >Finanzierungskosten (Financing Fees)

     

    Summen

    Im untersten Abschnitt der Kalkulation werden die oberen Positionen nochmals zusammengefasst und unter „Grand Total“ gemeinsam mit Versicherungen, Fertigstellungsgarantie, Überschreitungsreserve und Finanzierungskosten summiert.

    • >Total Above-the-Line

    • >Total Below-the-Line

    • >Total Above and Below-the-Line

    • >Grand Total

     

    Eine wesentliche, die Kostenkontrolle enorm erleichternde Besonderheit besteht darin, dass, anders als in Deutschland, sämtliche Telefon-, Fax-, Büro- und Vervielfältigungskosten zusammengefasst, sondern für jedes Department getrennt kalkuliert und abgerechnet werden.

     

  • CineCalc

    Das Kalkulationsprogramm

    So manche Produktionsfirma wurde von einem einzigen Film in einen bodenlosen Abgrund hineingestürzt, ohne dass etwa ein überhöhtes Drehverhältnis, ein unfähiger Regisseur oder eine längere Drehzeit die Ursache waren.

    Ursache war vielmehr eine fehlerhafte Kalkulation. Und das kann, da der Produzent für alle Überziehungen haftet, eine ganze Firma vernichten.

    Computer sind aus Filmproduktionen heute nicht mehr wegzudenken, sodass diverse Programme, die leider oftmals nicht aus der Produktionspraxis sondern aus Programmierschmieden stammen, sich anschicken, dem Produzenten unter die Arme zu greifen.

    Aus der Produktionspraxis entstammt CineCalc, eine Mustervorlage für Microsoft Excel, die einfach zu bedienen ist und den Richtlinien des FFA-Kalkulationsschemas entspricht. Die Bedien-Grundlagen geben zugleich wichtige Informationen zur Filmkalkulation allgemein.

     

     

     

    Professionelles Kalkulieren

    Jahrelange Entwicklung und Optimierung an professionellen Produktionen haben CineCalc seine große Praxisnähe verschafft. Bis zu drei zu getrennte Ländereffekte lassen sich gleichzeitig ausweisen; für Vorbereitungs- und Drehphase lassen sich unterschiedlich hohe Gagen kalkulieren. Zudem vermittelt die professionelle Oberfläche bei Institutionen, Kunden, Förderungen und Fernsehanstalten das nötige Maß an Seriosität.

    Ganz gleich, ob bei erfolgreichen Einreichungen für Förderungen, Koproduktionen mit Fernsehanstalten oder Abschlussprüfungen durch Treuhandunternehmen, die Kalkulation hat sich stets bewährt. Neue planerische Erfordernisse aus konkreten Projekten haben direkten Eingang in das Programm gefunden.

    Durch eine möglichst vorausschauende und intuitive Abfrage der wichtigsten Kostenfaktoren eines Filmes, der Erfahrungen zahlloser Projekte zugrunde liegen, wird mit CineCalc eine realistische und damit professionelle Kostenplanung möglich.

    Aus Basisinformationen wie Programmlänge, Drehverhältnis und Format generiert das Programm automatisch die für die Kostenrechnung erforderlichen Werte.

    Der bewährte Aufbau ist zugleich wertvolle Prüfliste für die unzähligen Kostenpositionen, die bei einem Film auftreten können. Voraussetzung bleibt Ihre präzise Analyse und Einschätzung von Drehbuch, Gestaltungsabsicht und Aufwand.

     

    FFA

    Grundlage für CineCalc ist das so genannte FFA-Formular, allerdings um unzählige Differenzierungen und Anlagen erweitert, die alle nach dem Übersichtsblatt „Zusammenfassung“ folgen.

    Auf diese Weise bleibt es Ihnen überlassen, ob Sie lediglich die Standard-Formularseiten an Fördergremien, Fernsehanstalten oder Auftraggeber weitergeben oder einzelne bzw. sämtliche Anlagen hinzufügen wollen.

    Einige Bereiche werden sinnvollerweise pauschaliert. Niemand erwartet von Ihnen, dass jedes Stück Obst ihrer Setdekoration oder jede Schraube in der Kalkulation einzeln aufgeführt wird. Aber man erwartet von Ihnen realistische Werte, die sowohl der Prüfung als auch der späteren Kostenwirklichkeit standhalten.

    Drop-down-Zellen bieten automatisch sinnvolle Werte zur Auswahl an, was nicht nur praktisch ist sondern auch Fehler vermeiden hilft.

    Ganz nebenbei bietet Ihnen CineCalc auch die Möglichkeit, von einem vorgegebenen Budgetrahmen aus das Geld auf die einzelnen Positionen zu verteilen, um planen zu können, wie viel Sie den einzelnen Bereichen an Etat zugestehen können.

    Es soll auch schon Produzenten gegeben haben, die über ein zu großes Budget verfügt haben, und mit dieser Methode durch gezielte Eingaben hier und da die Kosten so lange hochgerechnet haben, bis das überhöhte Budget erreicht war. Auch munkelt man, dass manche Produktionen bemüht sind, ihre Budgets geringfügig auszuweiten, um auf diese Weise die H.U.s, die prozentual vom Gesamtbudget abhängen, entsprechend stattlich zu gestalten.

    Die Förderungen haben dagegen, zumindest bei den höheren Etats, in Form von Sonderregeln gewisse Schranken gegen Missbrauch vorgesehen. Außerdem lassen sich Auftraggeber wie Fernsehsender etc. auch nicht so einfach überhöhte Budgets abknöpfen.

    Aber eigentlich soll CineCalc Ihnen helfen, realistische Kalkulationen als Grundlage für eine Produktion zu erstellen und keine Mogelpackungen...

  • Controlling

    Ver-Teile und herrsche

    In Amerika werden die Kosten für jedes Department (Kostüm, Technik, Ausstattung etc.) jeweils zu Summen zusammengefasst. Während bei uns etwa Kosten wie Telefon, Transporte etc. meist nur als Gesamtkosten für das ganze Projekt kalkuliert werden, erfasst man diese in den USA für jedes Department getrennt. Da finden sich auf der Seite der Kosten für Requisite eben nicht nur Kauf, Leih und Materialkosten, sondern auch Positionen wie Personal, Transporte, zusätzliche Kosten und Verschiedenes. Auf diese Weise entwickelt sich in allen Abteilungen ein höheres Bewusstsein für die eigenen Budgets.

     

    Zudem erlaubt diese Vorgehensweise einen Überblick über die kalkulierten und die tatsächlichen Kosten der einzelnen Abteilungen. Controlling bedeutet dabei nicht nur die Kontrolle über die Kosten zu behalten, sondern vor allem, die Abteilungen an Vorgaben zu binden und sie dafür auch zur Rechenschaft zu ziehen.

     

     

     

     

    Umsetzungen und Tücken

    Die „Heads of Department“ (Kostümbildner, Ausstatter, Requisiteur etc.) kümmern sich in den USA selbst darum, dass diese auch eingehalten und nicht überschritten werden. Manchmal müssen sie sogar bei Überschreitungen persönlich haften.

    In Europa ist das nicht so, da liegt es bei Filmgeschäftsführer, Produktionsleiter und Produzent das Budget zu überwachen und einzuhalten. Dies ist ein enorm verantwortungsvoller Aufgabenbereich, denn speziell während der Dreharbeiten treten so viele unterschiedliche Kosten und ständige Veränderungen auf, dass es darauf ankommt, hier eine klare Übersicht zu haben.

     

    Speziell in Deutschland kann ein Einzelner in solch einer Schlüsselposition eine ganze Produktionsfirma in den Ruin stürzen, wenn er/sie seine Arbeit schlecht macht. Diese Mitarbeiter haften hierzulande nicht für ihre Fehler, da die meisten Mitarbeiter bei einem Film aus steuerrechtlichen Gründen angestellt, also weisungsgebunden sind. Ein angestellter Filmgeschäftsführer, der unfähig ist, und der Produktionsfirma Mehrkosten von 50.000 Euro verursacht, kann bestenfalls gekündigt werden, muss aber für seine Verfehlungen nicht haften. Es gibt einige Produktionsfirmen die ihren Untergang Leuten verdanken, die während einer laufenden Produktion falsche oder gar keine Kostenstände (Infos über den Stand an Ausgaben im Verhältnis zu kalkulierten Kosten) erstellt haben.

     

    Immer wach bleiben

    Oft bemerken die Produzenten erst zu spät, dass irgend etwas bei der Filmbuchhaltung nicht stimmt. Der weitverbreitete Computerfetisch erleichtert es, den Eindruck professionellem Umgangs mit Zahlen und Belegen zu vermitteln. Da springen Statistiken, Übersichten und Formulare per Mausklick auf den Bildschirm und tun das, wofür sie da sind: Sie beeindrucken. Dass aber all diese netten Programme die Sorgfalt und das nötige Fachwissen des Anwenders nicht ersetzen können, wird gerne verschwiegen. Eine Buchhaltung die nur mit dem Tischrechner und handschriftlicher Kontierung etc. gemacht wurde ist, wenn dies ordentlich und mit Sachverstand geschah, absolut  ausreichend.

     

    Was kann der Produzent tun, um sich vor derartigem zu schützen? Nicht viel. Allein die sorgfältige Auswahl des Personals, das Hinterfragen aller Lebensläufe und sogar Kontrollanrufe bei den vorherigen Arbeitgebern sind in Zweifelsfällen sinnvoll. Wenn man dann jemand gefunden hat, der seinen Job beherrscht, steht einer sorgfältigen Kontrolle der Ausgaben nichts mehr im Wege.

  • KFZ

    Mobilität am Set

    Vor, bei und nach Dreharbeiten werden in der Regel viele Fahrzeuge benötigt, weit mehr, als der oder die regulären Firmenwagen einer Filmproduktion. Diese müssen selbstverständlich kalkuliert und auch von den Versicherungen und vom Benzin,- oder Dieselverbrauch her möglichst genau vorab eingeschätzt werden.

     

    Diese Beispielseite des Kalkulationsprogramms Cinecalc ist eine aus der Vielzahl von Anlagen und Unterseiten zum Bereich Technik. Abgesehen von Fahrzeugen im Bild entstehen allein für Transportmittel einige Kosten:

     

     

  • Kosten im Detail

    Die Praxis besteht aus einer Sammlung an Details

    Kostüme

    Die Bandbreite, was ein Kostüm so kosten kann ist gigantisch

     

    Wer in einer konkreten Produktion steckt, spürt ganz unmittelbar die Nahtstelle zwischen Theorie und Praxis. Wurde an alles gedacht und waren die kalkulierten Beträge realistisch? Jedes Department bekommt ein gewisses Budget zugewiesen, welches sich aus der Vorkalkulation, die die Produktion erstellt, ergibt. Dabei hilft die Erfahrung sehr, grobe Einschätzungen vorzunehmen. Besonders schwierig wird es natürlich, wenn ungewohnte Prozesse wie historische Kostüme, Uniformen oder auch künstlerisch bearbeitete Materialien ins Spiel kommen. In diesem Fall muss man besonders genau recherchieren.

     

     

    Ein gutes Kalkulationsprogramm ist zugleich auch eine Checkliste der wichtigsten Positionen innerhalb der Herstellungskosten. Es erlaubt zudem, den Effekt von Umschichtungen kalkulierter Beträge, unmittelbar abzulesen.

     

    Beispiel: Kostüme

    Kostümkauf

    Anlage 186 erfasst die Kosten für jene Kostüme, die gekauft werden müssen. In den blauen Eingabefeldern wird angegeben, wie viele Darsteller jeweils mit gekauften Kostümen zu welchem geschätzen Pauschalwert eingekleidet werden sollen. Die Summen finden sich in der rechten Spalte.

     

    Anlage 187 erfasst in gleicher Weise die Kosten für Kostümverleih. Hier werden entsprechend Tagesmietpreise oder Pauschalen kalkuliert.

     

    Ausstattung und Technik

    So sehen die Zusammenfassungen für ein paar Kalkulationsposten im Bereich Ausstattung und Technik aus. Insgesamt gibt es etwa 40 A4-Seiten mit Einzelpositionen, die für einen Spielfilm komplett kalkuliert werden müssen. Sie sind weitgehend standardisiert und können von Produzenten, Fördergremien oder Redakteuren gleichermaßen gelesen und verstanden werden.

     

    Auch die folgenden Seiten entstammen dem Kalkulationsprogramm CineCalc.

     

     

  • Personalkosten

    Chaos sortieren

    Dreh Moneyfix

    Dreh für Moneyfix mit kleinem Team

    Die Gagen sind Verhandlungssache. Eine Richtlinie stellen die Tarife der Gewerkschaft Verdi (Gewerkschaft) dar, die diese mit den beteiligten Produzentenverbänden ausgehandelt haben. Doch man sollte nicht unterschätzen, welche Zusatzkosten die so genannten Personal-Nebenkosten darstellen.

     

    Haben Sie schon mal versucht, ausgerüstet mit Listen, Richtlinien, Taschenrechner und Buntstift, die Sozialabgaben, Zuschläge etc. für einen einzelnen Mitarbeiter zu berechnen. Ganz schön heftig, nicht wahr. Aber keine Sorge, CineCalc (Vollversion) nimmt ihnen das ab und zwar für sämtliche Mitarbeiter ihrer Produktion. In der Lite-Version von CineCalc können die Personalnebenkosten als Prozentsatz aus den Summen der Gagen berechnet und als Pauschalen eingegeben werden. Für die Zuschläge (Überstunden, Feiertage etc.) kann man mit Pauschalen arbeiten.

     

    Neue Spielregeln

    Ein schwieriges Kapitel. Alle paar Jahre setzen die Gewerkschaften oder der Gesetzgeber oder wer auch immer, alle verfügbare Energie daran, die Abrechnungsmodalitäten noch komplizierter zu gestalten, als sie bisher schon waren. Viele innere Widersprüche werden bei dieser Gelegenheit ebenfalls eingebaut und gelegentlich durch vorsichtige Rundschreiben etwa an die Mitglieder der Gewerkschaft für einen Irrtum erklärt.

     

    Da Sie mit CineCalc  im Lauf der Jahre viele Kalkulationen erstellen werden, haben wir Ihnen die Möglichkeit geschaffen, die Veränderungen der Sätze selbst einzugeben. Zu diesem Zweck befinden sich über dem Bereich der Nebenkosten diverse Eingabefelder für die Höhe der Krankenkassenkosten, der Zuschläge auf Nachtarbeit, Feiertage etc.

    Bemessungsgrenze

    Dies sind die jeweiligen Beitragsbemessungsgrenzen (Höchstgrenzen) der Krankenkassen, und wie die Dinge in der Welt so stehen, werden sich diese gewiß auch bei Gelegenheit wieder mal erhöhen. Basis für uns sind die Sätze der AOK. Hier erhalten Sie im Zweifelsfall die aktuellen Werte. Natürlich gibt es immer auch Ksssen die teurer und andere die etwas günstiger sind, doch als Mittelwert für die Vorkalkulation funktionieren die Werte der AOK bestens.

     

    Also wenn die Anschaffung oder Ihr letztes Update von CineCalc  bereits länger zurückliegen, dann überprüfen Sie bitte, ob die wichtigsten Werte der Personalnebenkosten noch stimmen.  Die farbig markierten Felder können von Ihnen jederzeit aktualisiert werden.

    Grundsätzlich gilt: Der Bereich Personalnebenkosten geht von der Annahme aus, dass die Einheit der Abrechnung in der ersten drei Blöcken grundsätzlich in Wochen ausgewertet wird, die sonstigen Kräfte im vierten Block (Sonstiger Stab) nach Tagen!

     

    Kommen Sie bitte nicht auf die Idee, den Beleuchtern Wochenpauschalen aufs Auge drücken zu wollen. Dies widerspricht nicht nur der Praxis, sondern es bringt die programmierten Sätze von CineCalc derart durcheinander, dass die berechneten Überstundensätze oder Zuschläge etc. nicht mehr den tatsächlichen Sätzen entsprechen.

     

    Also belassen Sie es bitte bei den Tagessätzen im vierten Block. Und umgekehrt bitte in den oberen Blöcken die allgemein üblichen Wochengagen belassen, und nicht plötzlich Tagesgagen einsetzen wollen. Wenn Ihr Dreh nur 3 Tage dauert, dann geben sie bitte 1,7 in der betreffenden Spalte ein.

     

    Urlaub

    Schublade, aus der Zeitungsauschnitte quillen

    Damit Sie jedoch auch entscheiden können, ob und wer Anrecht etwa auf Urlaubsabgeltung hat, oder wer sozialversicherungspflichtig ist, gibt es ganz links am Anfang der Felder für Sozialabgaben zwei Spalten in denen Sie jeweils Ja oder Nein eingeben können.

     

    In der Regel werden Sie in der Spalte Vers. Pflicht? ein „Ja“ eingeben, denn wie allgemein bekannt ist, duldet der Gesetzgeber nur für ganz wenige, handverlesene Berufe die Rechnungstellung. Das sind etwa der Filmarchitekt, der Autor oder der Regisseur. Manche Teammitglieder behaupten zwar vehement das Gegenteil, aber es sollte bei wenigen Ausnahmen wie “Produktionsberatung“, “Look-Design“ oder “Licht-Design“ bleiben.

     

    Urlaubsanspruch

    Wenn ihr Mitarbeiter mehr als 7 Arbeitstage zusammenhängend bei Ihnen beschäftigt ist, erwächst daraus ein Urlaubsanspruch. CineCalc wertet ihre Eingaben aus, und berechnet die Zahl der Urlaubstage, und den Betrag, den es kostet, diese Urlaubstage auszuzahlen. Das Programm erkennt übrigens auch, wenn Sie versehentlich jemand Urlaub verschreiben wollen, der weniger als 7 zusammenhängende Arbeitstage bei Ihnen beschäftigt ist. In dem Fall wird einfach automatisch kein Urlaub berechnet. Sie können aber auch, und das ist im Low- Budget-Bereich durchaus üblich mit dem Team vereinbaren (Vertragsbestandteil), dass keine Urlaubsgelder gezahlt werden.

     

    Nachtzuschläge

    Nachtzuschläge

    Die Nachtzuschläge werden in Stunden berechnet. Geben sie also bitte ein, wie viele Stunden Nachtdreh sie beabsichtigen. Die Zuschläge für Sonntage oder Feiertage hingegen berechnen sich nach Tagen. Hier also bitte einzelne Tage eingeben!

     

    Überstunden

    Übrstunden

    Die Anzahl der Überstunden bezieht sich auf die gesamte Drehzeit und errechnet, verteilt auf die Wochen eine durchschnittliche Überstundenzahl pro Woche, die wiederum dafür ausschlaggebend ist, wie hoch der prozentuale Zuschlag pro Stunde ausfällt. Der unterscheidet sich nämlich in Abhängigkeit davon, ob 2, 6 oder mehr als 10 Stunden pro Woche Überstunden sind. Wie schon gesagt, man hat sich viel Mühe gegeben, es kompliziert zu gestalten. Aber keine Sorge, CineCalc berechnet die voraussichtlichen Kosten so genau wie möglich.

     

    Spesen

    Inzwischen differenziert man 3 unterschiedliche Abwesenheiten vom Firmensitz. 8, 14 und 24 Stunden. Bitte geben sie ein, wie viele Tage der jeweiligen Dauer der betreffende Mitarbeiter vom Firmensitz abwesend sein wird. Übrigens: Sollten Sie versehentlich in der Spalte mehr Tage eingegeben haben, als der Mitarbeiter überhaupt Arbeitstage in ihrem Projekt hat (Kann ja mal vorkommen, in der Eile...) warnt Sie das Programm indem es die Zahl der verbleibenden Drehtage (rechts neben den Eingabefeldern) rot einfärbt. In diesem Fall bitte korrigieren!

     

    Sozialnebenkosten

    Bei den Kosten der Krankenkasse, der Rentenversicherung und Pflegeversicherung wurde im Prinzip die AOK-Liste verwendet, die im oberen Durchschnitt angesiedelt ist. Gewiß wird es im Team auch Mitarbeiter geben, die in günstigeren Kassen (Technikerkrankenkasse etc.) versichert sind, aber eben auch andere, die teurer versichert sind, oder gar privat und dafür einen Arbeitgeberanteil erwarten. So ergibt sich am Ende ein Durchschnittswert, der relativ nahe am Durchschnittswert liegt, den CineCalc für Sie ermittelt hat.

     

    Erschrecken Sie nicht über die hohen Beiträge zur Krankenkasse. Das ist realistisch. Die Kassen hängen nämlich der umstrittenen Meinung an, dass Filmschaffende 12 Monate im Jahr arbeiten und durchgehend hohe Monatsgehälter bekommen.

     

    So kann es Ihnen passieren, wenn Sie etwa als Regisseur für einen Film, an dem Sie 1 Jahr arbeiten, Ihr Honorar in einem einzigen Monat ausgezahlt bekommen, dass die Krankenkasse in der Annahme einen Spitzenverdiener vor sich zu haben, den Höchstsatz kassiert. Bei 7500,- Euro,- Regiegage (Nachwuchsreihe ZDF oder SWF) zieht Ihnen die Kasse an Sozialnebenkosten 1700,- Euro,- ab. Für das Finanzamt bleiben Sie glücklicherweise unter der Besteuerungsgrenze. Bleiben für den Lebensunterhalt und die Minimum-Sozialnebenkosten während des restlichen Jahres noch 5800,- Euro. Glückwunsch!

     

    Verpflegung

    Bitte kreuzen Sie in der Spalte für Catering ein X an, wenn Sie für die betreffenden Teammitglieder oder Darsteller ein solches vorgesehen haben. Einerseits berechnet CineCalc hierfür die Kosten, andererseits nimmt es die vom Gesetzgeber vorgesehene Verrechnung mit Spesen etc. vor. Essen am Drehort wird nämlich als Einnahme (genauer geldwerter Vorteil) betrachtet!

     

    Bei der Zusammenfassung von Personalnebenkosten findet sich auch eine Position LST auf Catering. Diese Position berücksichtigt, dass der Gesetzgeber beschlossen hat, Tagessätze für Verpflegung steuerpflichtig zu machen. Diese werden schlicht als Einnahme gewertet, auch wenn die Ausbeute lediglich mit dem Mund erfolgt, und nicht per Scheck oder  Banküberweisung. Das sind diese so genannten Geldwerten Vorteile etc. Nun ja, also das müssen Sie auch kalkulieren und bedauerlicherweise auch zahlen. Allerdings gibt es auch inzwischen Urteile und Fälle, wo davon ausgegangen wird, dass diese Beträge wegen der Schwere der Arbeit nicht als Geldwerter Vorteil gewertet werden können. Wenn Sie das Risiko eingehen wollen, können Sie die Steuersätze auch nullen. Das reduziert die Produktionskosten.

     

    Vergessen Sie bitte nicht, auch bei den Darstellern und den Komparsen die betreffenden Eingaben zu machen. Auch für Komparsen müssen sie, allerdings nur pauschal Sozialabgaben leisten! Die linke Spalte listet die Gesamtzahl der Komparsen und Tage auf. Rechts bitte die Kreuzchen für das Catering nicht vergessen! Damit die Damen und Herren nicht hungern oder dürsten müssen...

     

    Sonstige Kassen

    Dann gibt es da noch die Zusatzversorgungskassen der Rundfunkanstalten. Wenn sie dort Mitglied sind, müssen Sie Beiträge für Ihre Mitarbeiter, die ebenfalls Mitglied sind, abführen.

     

    Berufsgenossenschaft

    Produzenten sind in der Regel Mitglied bei der Berufsgenossenschaft, über die ihre Mitarbeiter dann auch gegen Berufunfälle versichert sind. Dafür muss der Produzent einen Prozentsatz von den Sozialnebenkosten an die Berufsgenossenschaft abführen, in der Regel erfolgt dies jährlich. Ganz oben (U68) können Sie CineCalc  mitteilen, ob Sie Mitglied sind. Die für den Filmbereich zuständige Berufsgenossenschaft ist die BGFE, die Berufsgenossenschaft für Feinmechanik und Elektrotechnik.

     

  • Producer-Tätigkeit

    Die Wächter des Geldes

    Filmklappe

     

    Das Klischee trifft zu: Der Produzent denkt ständig an sein Budget. Aber bei weitem nicht nur daran. Bevor die erste Klappe geschlagen wird, müssen Producer schon vieles geregelt haben.

     

    Als der finanziell Verantwortliche und für Überziehungen Haftende, muss der Produzent logischerweise über das Budget wachen. So gut wie jede kreative Entscheidung ist irgendwie auch mit Kosten verbunden: Die Besetzung (Cast), ob an Originalmotiven (on location) oder im Studio gedreht wird, der Aufwand der Ausstattung, das gewünschte Equipment, die Drehzeit etc. sind Faktoren, die der Produzent sehr genau im Auge behalten muss.

     

    Dass der Produzent nicht zwangsläufig wohlleibig, reich und zigarrerauchend (wie in den jahrzehntealten Klischees „Marke Hollywood“ zelebriert) sein muss, erfährt man spätestens, wenn man in einer realen Produktion steckt. Da wird ganz schnell klar, welche verbindende, lenkende und auch gestaltende Aufgabe dem Produzenten zukommt. Feingefühl und psychologische Fähigkeiten zur Führung eines großen Mitarbeiterteams, aber auch die Bereitschaft, schnelle, und richtige Entscheidungen zu treffen, sind Minimalvoraussetzungen.

     

    Vielfältige Aufgaben

    Das genaue Augenmaß, zu erkennen, welche Forderungen (alle im Team fordern etwas, je kreativer, desto fordernder?!) dem Film und welche dem Ego des Fordernden dienen (dicker Kran, doller Regisseur!), erlangt man vor allem durch Erfahrung. Überhaupt sind die Eigenheiten, Eitelkeiten, Charakterzüge aller Beteiligten, besonders häufig aber jene der Darsteller und der Regie, Faktoren, die der Produzent vermittelnd und vorsichtig steuernd berücksichtigen sollte. Versteckte Ängste und Unsicherheiten, unausgesprochene Animositäten.

     

    Der Produzent muss auf ständige Überraschungen, Veränderungen im Ablauf und zusätzliche Belastungen gefasst sein und bereit, diese auch zu lösen. In einem großen Team von 60 bis 100 Mitarbeitern sind automatisch auch 60 bis 100 Schicksale eingebunden. Menschen können erkranken, Angehörige sterben – alle Schicksalsschläge des Lebens können ein Team während der Dreharbeiten treffen. Übermüdete Teammitglieder verursachen mit großer Wahrscheinlichkeit Unfälle mit den Fahrzeugen, die sie steuern. Die Einhaltung der Arbeitszeiten gehört ebenfalls zu den Schwerpunkten, die im Auftrag der Produzenten durch den Produktionsleiter und den Set-Aufnahmeleiter durchgesetzt werden müssen. Schon an diesen wenigen Beispielen zeigt sich, dass Produzenten verantwortungsvoll handeln müssen und Geschick im Umgang mit Menschen haben sollten.

     

     

     

  • Vorkosten

    Vorbereitungen

    Kalkulationen folgen stets einer klaren Systematik, bei der zunächst Kosten, die vor dem eigentlichen Drehbeginn liegen, erfasst werden.

    Diese Kosten fallen in den so genannten „Development-Bereich“, das heißt der Produzent oder eine TV- Redaktion hat in Vorbereitung eines Filmes gewisse Investitionen im Voraus getätigt.

     

    Soll etwa ein Roman verfilmt werden, so müssen die Filmrechte an dem Stoff erworben werden, wird ein Drehbuch in Auftrag gegeben, muss der Autor/die Autorin bezahlt werden. Reisekosten zu evtl. Koproduzenten, für die Besetzung oder zu Verhandlungspartnern müssen ebenso übernommen werden, wie der Erwerb von Archivmaterial (bei historischen Dokumentationen) etc.

     

    Welche Positionen sind damit im Einzelnen gemeint?

     

    1. Vorkosten/Development

    An dieser Stelle können Sie Kosten, die vor dem Zeitpunkt der Kalkulation direkt projektbezogen angefallen sind, pauschal angeben. Reisekosten zum Beispiel, oder die Herstellung von Broschüren (Outlines) um das Projekt zu pitchen (vorzustellen). Auch die Präsenz auf Filmmessen oder bei Coproduktionstreffen fällt in diesen Bereich. Reisekosten für Casting können ebenfalls zu den Vorkosten gehören. In der Regel sollte dieser Wert aber nicht zu hoch ausfallen, und nicht mit den H.U. (Handlungskosten) verwechselt werden.

     

    2. Rechte und Manuskript

    An dieser Stelle werden etwa die Drehbuchrechte, die Kosten für Exposé und Treatment (die in der Regel auf den Gesamtpreis des Drehbuchs angerechnet werden), evtl. Kosten für dramaturgische Überarbeitungen oder neue Überarbeitungen des Buches (third, fourth draft..) kalkuliert. Auch ein Script Doctor fällt in diesen Bereich.
    Auch die Rechte für Musikkompositionen oder Archive werden hier berücksichtigt.

     

    3. Lizenzgebühren.

    Unterschätzen Sie nie die Lizenzgebühren. Wenn Sie beabsichtigen, Archivmaterial oder Musiktitel von Schallplatten zu verwenden, klären Sie vorab, welche Rechte Sie für welche Verwertung (TV, Kino, Kabel, Satellit, regional, weltweit etc.) benötigen, und welche Preise dafür verlangt werden. Historisches Bildarchivmaterial kann leicht Minutenpreise von 10-20.000 DM kosten, und selbst Fotos werden mit 500-1.000 DM pro Stück berechnet.

     

    4. Musikrechte.

    Ein Betrag von 30.000,- und mehr kann leicht für einen einzelnen Musiktitel draufgehen. Eine wunderbare Möglichkeit, aus Unwissenheit oder zu später Abklärung der Rechtesituation Lehrgeld zahlen zu müssen. Also: Vorsicht!

     

    Auch die Textrechte oder Komposition eines Musiktitels können teuer werden. Schon zahllose Produzenten sind da in die „Volkslieder“ – Falle getappt. Haben mal eben in einer Szene die Schauspieler ein altbekanntes Lied trällern lassen, was dann später das Budget mit nicht geplanten 20.000 Dollar belastet hat. Glauben Sie nicht? – Dann lassen Sie doch in ihrem nächsten Werk in einer Geburtstagsszene  “Happy birthday to you singen“!  Hinterher werden Sie´s glauben.

     

    Also: Sie sollten immer wissen, was Sie tun, oder besser nicht tun. Mit Rechten ist nicht zu spaßen! Sie sollten sich immer sicher sein, dass Sie die Rechte,  die Sie später verkaufen wollen, auch besitzen. Wenn nämlich nur ein einziges Bausteinchen Ihres Filmes nicht rechtlich abgeklärt ist, kann das Ihr Projekt ganz schön ins schleudern bringen.
    Mit Plattenverlagen etwa, kann man viel entspannter im Vorfeld verhandeln, wenn die betreffende Musik noch nicht fester Bestandteil der Endmischung ihres Films geworden ist.

     

    5. Umsetzung

    In CineCalc werden diese Positionen gleich zu Anfang der Kalkulation erfasst, schließlich fallen sie in der Regel auch früher als andere Kostenbereiche an, nämlich in der Entwicklungsphase des Projekts. Die entsprechende Übersicht sieht so aus: