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Foyer

Im Foyer des Münchner Traditionskinos

Eigentlich ist es eher unüblich, erste Übungsfilme öffentlich zu zeigen, doch die Professoren der mhmk vertrauen der Qualität in den Filmen ihrer Filmstudenten und verlangen zugleich auch, dass Jeder sich mit seiner Arbeit einer Kinoprojektion und einem Kinopublikum stellt.

Am 18. Juli war es wieder so weit, diesmal kamen sowohl Zweitsemesterfilme als auch Drittsemesterfilme zur Uraufführung.

Das Münchner "Gabriel" war gut gefüllt und so waren alle inklusive der Professoren aufgeregt, wie die Filme ankommen werden.

 

Anspruchsvolle Mischung

Die Studierenden hatten sich eine Menge vorgenommen bei ihren Projekten, die Themen waren durchweg sehr anspruchsvoll und es hätte viele Möglichkeiten gegeben, etwas falsch zu machen. Doch die Studierenden und ihre hervorragenden Darsteller haben es geschafft, ihre Geschichten überzeugend umzusetzen.

In "Augenblick" etwa wird die sensible Liebesgeschichte zwischen einer blinden Musikerin (Martina Schölzhorn) und einem Fotografen (Norman Sonnleitner) erzählt.

In "Wie Tomaten vom Himmel fielen“ steht ein Ehepaar (Ursula B. Kannegießer und Hacky Rumpel) im Mittelpunkt, welches mit dem Verlust ihres Sohnes nicht zurecht kommt.

Martina Schölzhorn

Martina Schölzhorn in "Augenblick"

Und im dritten Zweitsemester-Film, "Nächstenliebe" geht es gar um Sterbehilfe eines Ehemannes (Erdal Merdan) und seinen schweren Entscheidungsweg um seine an Apparatemedizin gefesselte Frau (Elisabeth Englmüller) zu erlösen.

Bei den Drittsemesterfilmen handelte es sich längere, aufwendigere Filme, die wegen der Definition als Fernsehstudioprojekt zumindest teilweise auch im mhmk Studio gedreht wurden. Betreut wurden die Studioprojekte inhaltlich von Peter Fuchs, der schon seit einigen Jahren mit den Filmstudenten schräge Formate entwickelt und umsetzt.

Bei "Rise of the Duck" wird eine Invasion von Außerirdischen mit Hilfe von gelben Quietschenten eingeleitet, von der der Hauptdarsteller (David Zieglmaier) und seine Freundin (Annina Barbara Braunmiller) auf schräge, witzige Weise betroffen werden.

In "Amateure" nimmt sich der Tod eine Auszeit und beauftragt einen Sterblichen damit, einen auserwählten Erdenbürger rechtzeitig vor Ablauf des Jahres unter die Erde zu bringen. Doch mangels Talent sterben dauernd die Falschen durch die Hand des Stellvertreters (Sebastian Fräsdorf).

Tomaten

Das Team von Wie Tomaten vom Himmel fielen auf der Bühne des Gabriel-Kinos

Nicht unerwähnt sollen auch zwei weitere Programmpunkte bleiben, "Pipeburst of the Dead", eine bayerische Zombiefilm-Persiflage sowie ein Trailer zum German Economic Forum 2009, den die Studierenden als Projektarbeit im Modul "Imagefilm" produziert haben.

 

Technik

Für die Studierenden des zweiten Semesters war es vermutlich das erste Mal, dass sie ihre Filme nicht nur auf großer Leinwand gesehen, sonder vor allem auch gehört haben. Denn Der Höreindruck einer Kino-Abhöre ist doch gänzlich anders als an einem der zahlreichen Schnittplätze der mhmk.

Nicht ohne Grund werden große Kinofilme in Studios abgemischt, die akustisch ähnlich groß und ähnlich gedämmt sind wie Kinos. Selbstverständlich wurde die Projektion schon einen Tag vor der Premiere getestet, aber nicht für alle Streifen.

Selbst der tricktechnisch sehr aufwendige "Rise of the Duck" in welchem das Innenleben von quietschgelben Gummienten im Computer generiert und mit Realaufnahmen verknüpft werden musste, wurde, rechtzeitig fertig, eine Glanzleistung des Postproduktions-Teams.

Moderation

Kamera-Professor Leuthner (mhmk) moderierte die Gespräche vor dem Kinovorhang, hier mit Tobias Gruber

Wie so oft sind einige Werke noch in der Nacht und am frühen Morgen fertig gestellt worden, doch der Einsatz hat sich total gelohnt. Spannend für Alle war es, die mit den Hochschuleigenen HVX 200 Kameras hochauflösend gedrehten Filme endlich in Großprojektion begutachten zu können.

Das Publikum hat an den richtigen Stellen gebangt oder gelacht und belohnte die Filmteams und Darsteller reichlich mit Applaus.

 

Ausklang

Im Foyer wurde schließlich bei Sekt und Orangensaft noch eifrig über die gesehenen Filme diskutiert, man konnte spüren, wie sich die Aufregung und Nervosität aller an den Filmen Beteiligten gelegt hatte und einer gelassenen, entspannten Zufriedenheit gewichen ist.

Eine rundum gelungene Veranstaltung, die im Spätherbst eine weitere Ausgabe erleben wird, denn dann werden all die dritten Übungsfilme sowie die Abschlussfilme, die gerade oder in den nächsten zwei Monaten an der mhmk gedreht werden, zu sehen sein. Und am Kölner Standort der mhmk finden parallel dazu ebenfalls sehr spannende Kinopremieren der Studentenfilme statt.  Man darf also gespannt sein, was das Jahr noch so hervorbringt.

 

Team 3 (Fortsetzung)

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