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L.A.Crash

Daten

109 Min., Norwegen/Frankreich/Dänemark 2015

REGIE: Joachim Trier
DREHBUCH: Joachim Trier, Eskil Vogt
KAMERA: Jakob Ihre
SCHNITT: Olivier Bugge Coutté
KOSTÜME: Emma Potter

DARSTELLER: Isabelle Huppert, Gabriel Bryne, Jesse Eisenberg, Devin Druid

Foto: FilmPressKit

 

Regie: Joachim Trier

Kinostart: 7. Januar 2016

Inhalt: „Lauter als Bomben“ – ein Titel, der Aufmerksamkeit erregt. Warum Bomben? Die Hauptperson des Films ist eine Kriegsfotografin. Beziehungsweise sie war es, sie ist bei einem Autounfall gestorben. Sie heißt Isabelle Reed, gespielt wird sie von der noch immer gut aussehenden Isabelle Huppert.

 

Demnächst findet eine Retrospektive von ihren Werken in New York statt. Daher kommt es zu einem Treffen zwischen ihren Söhnen Jonah (Jesse Eisenberg) und Conrad (Devin Druid), und ihrem Ehemann Gene (Gabriel Bryne). Die drei haben sich seit dem Tod von Isabelle, der mittlerweile drei Jahre her ist, etwas aus den Augen verloren. Jonah, der ältere Sohn, ist ausgezogen und soeben Vater geworden. Conrad, der jüngere Sohn, hat keine richtigen Freunde in der Schule und spielt andauernd Computerspiele. Gene ist mit der Erziehung von Conrad überfordert und führt eine heimliche Affäre mit seiner Lehrerin. Die Vorbereitung der Ausstellung lässt alte Erinnerungen wieder hochkommen und es wird klar, dass der Tod von Isabelle noch nicht richtig bewältigt wurde.

 

Kritik:„Louder Than Bombs“ ist nach „Auf Anfang“ und „Oslo, August 31st“ der dritte Film des dänischen Regisseurs Joachim Trier. Zum ersten Mal arbeitet er mit einem internationalen Cast und dreht auf Englisch. „Louder Than Bombs“ lief im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes 2015.

 

Das Schöne an dem Film ist, dass die 3 Protagonisten sehr authentisch wirken. Sie sind sympathisch, haben aber auch ihre Macken. Dem Zuschauer wird überlassen, ob er sie mag oder nicht. Diese Freiheit ist interessant. In den ersten Minuten des Films wird im Gegensatz zum klassischen Hollywood Film keine Katze gerettet, keiner alten Frau die Einkaufstüten getragen und keinem Obdachlosen eine Münze in Becher geworfen. Was auch sehr gut zum Vorschein kommt, ist, wie unterschiedlich die drei Männer mit dem Tod von Isabelle umgehen. Jeder fühlt, trauert oder verdrängt anders. Das entfernt sie voneinander.

 

Was sehr stört, ist die Erzählstruktur. Der Film ist ein Wirrwarr aus unterschiedlichen Zeitebenen, Erinnerungen, Träumen und Phantasien. Man versteht die Geschichte zwar, sie wirkt aber unnötig kompliziert. Es fühlt sich an, als hätte Regisseur Joachim Trier den fiktionalen, den experimentalen und den dokumentarischen Stil in einen Mixer gesteckt und so in hundert Stückchen zerfetzt. Außerdem versucht der Regisseur Joachim Trier alle drei Männer auf einmal in das Zentrum des Plots zu ziehen. Er scheint sich nicht richtig festlegen zu können. So scheint es als bleibe man stets an der Oberfläche. Fazit: Der Film ist leider nicht richtig stimmig. Er ist von einem Übermaß an Schichten und Perspektiven gebrandmarkt und wird somit schnell anstrengend.

 

Gesehen von Luis Schubert

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