Hautnah

 

Hautnah

Daten

Hautnah

105 min., USA 2004

REGIE: Mike Nichols
DREHBUCH: Patrick Marber
KAMERA: Stephen Goldblatt
SCHNITT: John Bloom, Antonia van Drimmelen
MUSIK: Damien Rice

DARSTELLER: Jude Law, Julia Roberts, Natalie Portman, Clive Owen

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Regie: Mike Nichols Kinostart: 13. Januar 2005 London. Zwei Männer. Zwei Frauen. Dan (Jude Law), erfolgloser Schriftsteller, der sein Geld damit verdient Todesanzeigen zu formulieren und Beziehungen eher unentschlossen gegenüber steht. Alice (Natalie Portman), Stripperin aus New York, jung und wohlwissend, was sie will. Anna (Julia Roberts), Fotografin, kurz vor der großen Karriere, geschieden. Larry (Clive Owen), Arzt, ehrgeizig und sexbesessen. Vier Menschen, die alle Möglichkeiten nutzen sich gegenseitig glücklich oder unglücklich zu machen, aber eines stets sind: ehrlich, wobei dies das ganze Problem zu sein scheint. Dan trifft Alice auf der Straße und verliebt sich in sie. Ein Jahr später trifft er Anna und verliebt sich in sie, obwohl er mit Alice zusammen ist. Anna interessiert sich aber nicht für ihn. Aus Rache gibt sich Dan in einem Sexchat gegenüber Larry als Anna aus und schlägt ein Treffen vor. Zufällig treffen sich die beiden tatsächlich. Ein Jahr später sind sie verheiratet, gleichzeitig aber unterhält Anna nun doch eine Affäre mit Dan und Larry vögelt gern mal mit einer Prostituierten. Anna und Dan gestehen ihre Affäre gegenüber ihren Partnern und verlassen sie. Während sie scheinbar glücklich sind, trifft Larry in einem Striplokal auf Alice. Plötzlich geht es gar nicht mehr darum mit der Frau seines Lebens zusammen zu sein, vielmehr entbrennt ein Kampf zwischen den beiden Männern um die Frauen und um den Triumph des einen über den anderen. Im Grunde stellt der Film nur eine Frage: Gibt es Liebe noch, oder dreht sich alles nur noch um Sex und Machtspielchen? Und dabei spielt er alle Variationen der Liebe von der ersten Begegnung bis zum letzten Streit durch: Wut, Enttäuschung, Schmetterlinge im Bauch, Gleichgültigkeit, verletzte Gefühle und Herzen. Mike Nichols, der große Regisseur der Sechziger und Siebziger Jahre ("Die Reifeprüfung") bringt mit seinem neuen Film "Closer" ein Theaterstück von Patrick Marber ins Kino. Auf die Dialoge und das Spiel der vier Hauptdarsteller konzentriert und gemessen an der Vielzahl der Situationen, erinnert es tatsächlich sehr an ein Theaterstück. Nichols legt sehr viel Wert auf die Wiedergabe der Emotionen in Gestik und Mimik und führt seine Darsteller so zu Höchstleistungen. Keinerlei Special Effects oder sonstige Ablenkungen werden neben der Geschichte und den Charakteren geduldet. Es ist anstrengend mit anzusehen, was alles zwischen zwei Paaren, wobei egal ist wer gerade mit wem zusammen ist, passieren kann. Unwirklich, überzogen, in manchen Momenten einfach zu viel. Aber auch interessant. Man überlegt sich, ob es nicht doch so ist oder sein könnte. Und endlich bekommt man mal kein herkömmliches ‚und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende' - Happy End präsentiert.

 

Gesehen von Kathrin Metzner

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