Im Rennstall ist das Zebra los!

 

Im Rennstall ist das Zebra los!

Daten

Im Rennstall ist das Zebra los!

102 min., USA 2004

REGIE: Frederik Du Chau
DREHBUCH: David F. Schmidt
KAMERA: David Eggsby A.C.S
SCHNITT: Tom Finan
MUSIK: Mark Isham
STIMMEN: Günther Jauch, Mario Adorf, Iris Berben, Oliver Pocher, Jeanette Biedermann, Christian Tramitz, Moritz Bleibtreu, Heiner Lauterbach, Ottfried Fischer

DARSTELLER: Bruce Greenwood, Hayden Panettiere, M. Emmet Walsh, Wendie Malick

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Regie: Frederik Du Chau Kinostart: 10. März 2005 Ziemlich genau zehn Jahre ist es her, dass das Schweinchen Babe weltweit einschlug- ein Realfilm mit sprechenden Tieren, das war in dieser Form etwas gänzlich Neues. Nach Teil 2 mit dem rosa Schäferschwein kommt jetzt ein weiterer Film mit ähnlichem Konzept in die Kinos. Sympathieträger ist diesmal ein Zebra, das in dem Glauben aufwächst, ein Rennpferd zu sein. Das Zebra Stripes wird bei einer Autopanne vom durchfahrenden Zirkus vergessen und findet auf der Farm von Nolan Walsh (Bruche Greenwood) und seiner Tochter Channing (Hayden Panettiere) ein neues Zuhause und Freunde unter den anderen Tieren. Da sich in direkter Nachbarschaft eine Pferderennbahn befindet, wächst Stripes in dem Glauben auf, er sei zum Rennen bestimmt. Übung erhält er durch die Wettrennen mit dem Briefträger, und Motivation kommt nicht zuletzt durch die Stute "Sandy". Natürlich sind trotz oder wegen seiner Freunde jede Menge Hindernisse zu überwinden, bevor er den arroganten Rennpferden zeigen kann, dass auch ein Außenseiter alles gewinnen kann, wenn er nur an sich glaubt- in diesem Fall den ersten Platz beim "Kentucky Crown"-Rennen. Dass das Zebra schließlich doch bei dem Rennen teilnehmen darf, liegt nicht zuletzt an dem Teenager Channing. Sie beginnt sich gegen ihren verbitterten Vater aufzulehnen und schafft es schließlich, den ehemaligen Pferdetrainer für das Unternehmen zu gewinnen. Leider wirkt die Geschichte auf Dauer etwas klischeehaft und arg pädagogisch. Für die Stute "Sandy" zählen nur die inneren Werte, der Vater will ja nur das Beste für die Tochter, und die letzten Hürden auf dem Weg zum Rennen darf der etwas eklig verlotterte, aber natürlich grundsympathische Wettexperte aus dem Weg räumen. Dass die auf Emotionen angelegten Szenen zwischen Vater und Tochter nicht besonders in die Tiefe gehen, kann man den Darstellern nicht zum Vorwurf machen - sie geben im Gegensatz zur Story ihr Bestes, die Dialoge glaubwürdig wirken zu lassen. Dass bereits das Konzept der Geschichte einige Mängel hat, zeigt sich vor allem in der wichtigsten Schlüsselszene, in der die Weichen sowohl für die Rennteilnahme des Zebras als auch den Konflikt zwischen Farmer und Tochter gestellt werden: da das Mofa kaputt ist und sie sonst zu spät kommen würde, will Channing ausnahmsweise auf dem Zebra zur Arbeit reiten. Um die Erlaubnis zu geben, muss sich der Farmer mit seinem Trauma, dem Tod seiner Frau durch einen Pferdesturz, auseinandersetzen. Schweren Herzens gibt er letztlich sein OK. Dumm nur, dass Channing bei der Pferderennbahn arbeitet, die nur einen kleinen Kameraschwenk weiter in direkter Nachbarschaft zur Farm liegt und bequem zu Fuß in zwei Minuten zu erreichen gewesen wäre. Die kleinen Zuschauer werden sich an solchen Unstimmigkeiten nicht stoßen, und sonst gibt sich der Film auch jede Mühe. Beeindruckend liest sich die Liste der Tiere, die trainiert werden mussten: acht Zebras, sechs Ziegen und Ponys sowie neunzig Pferde mussten in monatelanger Arbeit auf ihre Rolle vorbereitet werden. Das Ergebnis sind rasante gefilmte Pferderennen und liebenswerte Tiercharaktere (besonders der Mafiapelikan "Goose" sorgt für Lacher), die dafür sorgen, dass der Film nicht langweilig wird, wobei die animierten Lippenbewegungen teilweise arg übertrieben wirken. Beinahe durch die Bank gut besetzt sind die deutschen Synchronstimmen: Mario Adorf als brummiges Pony "Tucker", Iris Berben als Ziege "Franny", Jeanette Biedermann als Stute "Sandy" und Moritz Bleibtreu als "Goose" passen zu den Charakteren wie die Faust aufs Auge. Die Idee, Günther Jauch als Sprecher für "Stripes" zu engagieren, muss wohl damit zusammenhängen, dass der familienkompatible Fernsehliebling für komplette Generationen in den Kinosälen sorgen wird. Ein guter Synchronsprecher ist er damit allerdings noch lange nicht, und die mit schlechtem Timing übertrieben naiv-treuherzig deklamierten Zeilen wie "Ja, ich werde das Rennen gewinnen" lassen sich auf Dauer nur schwer ertragen. Ein netter Film für kleine Kinder und Mädchen im Pferdefieber. Insgesamt fehlt aber der Pfiff, um die Geschichte über das Niveau eines Fernsehfilmes hinauszuheben.

 

Gesehen von Johannes Prokop

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