In Meinem Himmel [The Lovely Bones]

 

In Meinem Himmel [The Lovely Bones]

Daten

In Meinem Himmel [The Lovely Bones]

135 min., NZ/USA/GB 2009

Wurde von der FBW Jury mit dem Prädikat 'Wertvoll' ausgezeichnet

REGIE: Peter Jackson
DREHBUCH: Peter Jackson, Fran Walsh, Philippa Boyens, Alice Sebold (Roman)
KAMERA: Andrew Lesnie
SCHNITT: Jabez Olssen
MUSIK: Brian Eno

DARSTELLER: Saoirse Ronan, Mark Wahlberg, Rachel Weisz, Susan Sarandon, Stanley Tucci, Michael Imperioli

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Regie: Peter Jackson Kinostart: 18. Februar 2010 Nach pompösen Kinospektakeln wie der Herr der Ringe-Trilogie und King Kong präsentiert uns Peter Jackson nun mal wieder eine relativ kleine Geschichte, die aber leider nichtsdestotrotz mit sehr viel Tamtam erzählt wird. Sein, wie er selbst sagt, emotionaler Thriller IN MEINEM HIMMEL ist die Adaption des Bestsellers "The Lovely Bones" der amerikanischen Schriftstellerin Alice Sebold, der im Jahr 2002 erschien, und sowohl Literaturkritiker als auch unzählige Leser begeisterte. Inwieweit sich allerdings der Film an die Romanvorlage hält, ist diesem Redakteur leider nicht bekannt, da er das Buch nicht gelesen hat. Der Film erzählt die Geschichte von Susie Salmon, einem jungen Mädchen, das mit ihren Eltern und ihren zwei Geschwistern in einem kleinen Vorort von Pennsylvania lebt. Im Alter von 14 Jahren wird Susie ermordet. Sie fällt ihrem Nachbarn, dem unscheinbaren Mr. Harvey zum Opfer, einem freundlichen, älteren Herrn, der gerne Puppenhäuser baut und eigentlich niemals in irgendeiner Art und Weise Aufmerksamkeit auf sich zieht. Doch hinter der Fassade des ruhigen, immer höflichen Junggesellens, verbirgt sich der gestörte Geist eines Serienmörders, dem längst nicht nur Susie zum Opfer gefallen ist. Doch nach dem grausamen Mord ist die Geschichte längst nicht vorbei, sie fängt erst richtig an. Allerdings erwartet einen hier kein klassischer Thriller, bei dem man die Polizei auf der Jagd nach dem Täter beobachtet, oder Susies Vater auf einem persönlichen Rachefeldzug begleiten darf. Susie selbst erzählt ihre Geschichte weiter. Denn nach ihrem Tod landet sie in einer Welt zwischen Himmel und Erde, in der all ihre Träume und Phantasien wahr werden können. Doch plagt sie stets der Gedanke an ihre Familie und an ihren Mörder, der allem Anschein nach ungeschoren davonkommt. Sie kann ihr altes Leben noch nicht loslassen, sie will Gerechtigkeit und versucht ihrer Familie Botschaften aus der Zwischenwelt zu senden. Ihr Vater empfängt diese Botschaften und fängt daraufhin an auf eigene Faust zu ermitteln. Er landet auch tatsächlich bald vor der Haustür von Mr. Harvey und auch Susies Schwester hat den undurchsichtigen Nachbarn seit einiger Zeit im Visier. Schließlich wird auch noch die Polizei auf Mr. Harvey aufmerksam und die Schlinge zieht sich langsam zu. Susie scheint doch noch ihre Gerechtigkeit zu bekommen, aber der Wahn ihres Vaters den Mörder seiner Tochter zu schnappen, zerstört die Familie zusehends und letztendlich scheint alles nur noch schlimmer zu werden als es vorher war. Hin und hergerissen zwischen dem Verlangen den Mörder bloßzustellen und der Einsicht, dass sie ihre altes Leben und ihre Liebsten endlich loslassen muss, fechtet Susie einen zermürbenden Kampf mit sich selbst aus. Soll sie den Mörder davonkommen lassen und riskieren, dass noch mehr Mädchen sterben, oder soll sie ihre eigene Familie, zugunsten der Gerechtigkeit, noch tiefer ins Unglück stürzen? Jackson's neuestes Werk ist eine interessante Mischung aus verschiedenen, beinahe eigenständigen Geschichten. Der Zuschauer erlebt zum einen die übernatürliche Zwischenwelt in einer sowohl grellbunten und fröhlichen Variante, in der Susie ihre verrücktesten Ideen Wirklichkeit werden lässt und in einer düsteren und bizarren Variante, die Susies extreme Erfahrungen mit der Grausamkeit der Welt widerspiegelt. Außerdem begleitet man auch noch die Familie Salmon, die versucht den Tod ihrer Tochter zu verarbeiten und in tiefe emotionale Abgründe zu stürzen droht. Und zu guter Letzt werfen wir noch einen Blick in die dunkle und für uns völlig unbegreifliche Welt des Mr. Harvey, der genüsslich in der Erinnerung an seinen Mord schwelgt. Eine, wie schon gesagt, interessante Mixtur verschiedener Geschichten, die jedoch stellenweise so gegensätzlich sind, dass man hie und da durchaus Probleme haben kann, zwischen Susies bunter Phantasiewelt und der Düsternis des realen Lebens einfach so hin und her zu schalten. Auch wenn diese teilweise krassen Sprünge vielleicht gewollt waren und dem Zuschauer einfach einen Einblick in die verschiedenen Welten der Figuren geben soll, verhindern sie leider auch eine dichte Atmosphäre und einen guten Fluss in der ganzen Geschichte. Doch davon abgesehen ist der Film durchaus spannend und mitreißend erzählt. Eigentlich sogar etwas zu mitreißend. So versucht der Regisseur in manchen Szenen zu stark und zu offensichtlich auf die Tränendrüse des Zuschauers zu drücken, oder ihm eine tiefere Botschaft hinter allem zu verkaufen. Besonders gegen Ende wird bei jeglichen emotionalen Szenen immer dicker aufgetragen, was das Ganze teilweise leider völlig überzogen wirken lässt. Hier wäre, wie so oft, etwas weniger besser gewesen. Doch zumindest können die Schauspieler in ihren einzelnen Rollen wirklich überzeugen, allen voran natürlich Saoirse Ronan, in ihrer ersten Hauptrolle als Susie Salmon und Stanley Tucci, der mit seiner Verkörperung von Mr. Harvey eine der bislang überzeugendsten Darstellungen eines Serienmörders im Film abliefert.

 

Gesehen von Mark Zaschka

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