The International

 

The International

Daten

The International

118 Min., USA 2008

REGIE: Tom Tykwer
DREHBUCH: Eric Singer
KAMERA: Frank Griebe
SCHNITT: Mathilde Bonnefoy
MUSIK: Tom Tykwer, JohnnyKlimek, Reinhold Heil
KOSTÜME: Ngila Dickson

DARSTELLER: Clive Owen, Naomi Watts, Armin Müller-Stahl, Ulrich Thomsen

 

Regie: Tom Tykwer Kinostart: 12. Februar Filmemacher werden vor Neid erblassen. Tom Tykwer scheint für seinen neusten Film jeden Wunsch erfüllt bekommen zu haben. Das Budget war groß. Dies ist in jeder Einstellung zu sehen. Und die Locations? Die architektonischen Schmuckstücke Europas und der USA. Auch Genehmigungen scheinen kein Problem gewesen zu sein. Der Film beginnt am neuen Berliner Hauptbahnhof. Ein Agent verhandelt mit einem Zeugen über die Bedingungen seiner Aussage gegen eine der mächtigsten Banken. Einige Minuten darauf bekommt er einen Herzinfarkt und stirbt vor den Augen seines Partners Salinger. Dieser eilt ihm zur Hilfe wird jedoch von einem Auto erwischt. Salinger, gespielt von Clive Owen, weiß, dass dies kein natürlicher Todesfall gewesen ist und versucht den Mord mit Staatsanwältin Eleanor Whitman, gespielt von Naomi Watts, aufzuklären. Doch das System ist gegen Sie. Mögliche Zeugen verschwinden, Informanten sterben. Salinger lässt sich nicht einschüchtern und sucht weiter nach der Wahrheit. „The International" ist ein Thriller der sich mit den Verwicklungen der Banken mit der Wirtschaft und Politik beschäftigt. Ein globales Problem, das auch so behandelt wird. Tom Tykwer betonte, dass der Film nicht die Bankkrise zum Thema habe. Es ginge darum, dass den Banken und auch den Ermittlungen keine nationalen Grenzen gesetzt werden. So fliegt Salinger von Luxembourg, nach Berlin, nach New York, Istanbul und Milan. Die internationale Besetzung ermöglichte Gespräche in verschiedenen Sprachen, was die Internationalität noch einmal unterstreicht. Es gibt durchaus Momente in diesem Film denen Tykwers und seinem Stammkameramann Frank Griebes besondere Bildsprache innewohnt. Der Shoot-Out in dem Guggenheimmuseum, das extra in Babelsberg nachgebaut wurde, wird für Actionfans ein wahrer Genuss sein. Leider lässt die Dramaturgie zu wünschen übrig. Vieles ist unklar. Die Charaktere sind flach. Clive Owen spielt den verletzlichen aber starken Helden gut, zeigt aber keine Flexibilität. Man folgt ihm trotzdem gerne. Seine Ideale und sein ihn treibenden Wunsch, für die Wahrheit zu kämpfen machen ihn zum perfekten Helden mit Indentifikationsmöglichkeiten. Naomi Watts, die sich in anderen Filmen schon als eine großartige Schauspielerin bewiesen hat, wird kein Raum für eine interessante Darstellung gelassen. Sie ist Salingers platonische Partnerin und hat Verständnis für Salinger aber tiefere Charakterzüge werden nicht deutlich. Die einsilbigen Dialoge bringen auch nicht mehr Tiefe.
Der Bösewicht wird interessanter Weise von dem Dänen Ulrich Thomsen gespielt. Dies war eine gute Wahl denn sein Charakter wird durch ihn zum wenig clichéhaften Bösewicht. Er sitzt mit seinem Sohn am Kaminfeuer und spielt Schach. Er ist gebildet, er ist kein Monster, ihm fehlt lediglich ein Gewissen. Action gibt es genügend. Leider ist die geschaffene Spannung eher bedrückend als energisch. "The International" scheint ein Versuch zu einem einfühlsamen Actionthriller zu sein. Der Stil ist glatt: kalt, grau, steril. Zu glatt. Tykwer scheint sich von einem Architekten beraten lassen zu haben. So eine große Rolle spielen die Gebäude, Einrichtungen und Plätze. Fazit: Wenig überzeugende Story, schwache Dialoge aber Spannung und sehenswerte Kameraeinstellungen.

 

Gesehen von Mareike Dobewall

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