Die Konkurrenten – Russlands Wunderkinder 2

 

Die Konkurrenten – Russlands Wunderkinder 2

Daten

Die Konkurrenten – Russlands Wunderkinder 2

98 min., Dokumentarfilm, Deutschland, Estland 2010

REGIE: Irene Langemann
DREHBUCH: Irene Langemann
KAMERA: Maxim Tarasjugin, Dieter Stürmer
SCHNITT: Kawe Vakil

PROTAGONISTEN: Irina Tschistjakowa, Nikita Mndoyants, Dmitri Krutoglovy, Elena Kolesnitschenko

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Regie: Irene Langemann Kinostart: 29.04.2010 Nach dem vielfach preisgekrönten Dokumentarfilm „Russlands Wunderkinder" aus dem Jahre 2000, in dem Irene Langemann vier begabte Pianistenschüler an der Zentralen Musikschule in Moskau begleitete, präsentiert sie uns nun den zweiten Teil ihrer Dokumentation: „Die Konkurrenten – Russlands Wunderkinder 2". Nach nun 10 Jahren begleitet Langemann die vier Protagonisten des ersten Films noch einmal, wir erleben nun wie aus den vier vormals hochgelobten und begabten „kleinen" Pianisten nun „Konkurrenten" auf dem internationalen Klassikmarkt geworden sind und wie schwer es für so manche ist,  auf eben diesem Fuß zu fassen, trotz des großen Renommees aus den Kinderjahren. Irina Tschistjakowa, heute 18, hat ihre Ausbildung, genauso wie Nikita Mndoyants, 19, und Dmitri Krutoglovy, 20,  an der Zentralen Musikschule Moskau noch nicht abgeschlossen. Jedoch schafft sie es, einen Dirigenten von ihrem Spiel zu begeistern und kann auf einem Musikfestival in seinem Orchester spielen. Nikita spielt ein Konzert im Kreml und zieht seine Inspiration aus seiner Spiritualität. Dmitri, ein guter Freund Nikitas seit Kindsbeinen, feilt an eigenen Kompositionen und besucht Wettbewerbe. Elena Kolesnitschenko, mit 26 die Älteste, lebt mit ihrer Familie in Hannover, wo sie zuletzt studierte. Sie hat als Kind international erfolgreiche Konzerttourneen mitgemacht und sogar vor dem Papst gespielt. Doch heute scheint es ungleich schwerer die Karriere „zum Laufen" zu bringen. Als sie noch Kinder waren begeisterte die vermeintliche Divergenz zwischen kindlichem Aussehen und unglaublichem Können - dem Wunder - am Klavier. Heute sind die Protagonisten Erwachsen, das vermeintliche ,,Wunder", hinter dem tatsächlich tägliches und stundenlanges Üben steht, ist verflogen.
Die Vermarkter klassischer Musik fahnden nun nach anderen Qualitätsmerkmalen, wie z.B. gewonnenen Wettbewerben, wenn sie einen neuen Pianisten unter Vertrag nehmen, und auf Wettbewerben gilt nur Können und perfekte Leistung – oder eben gute Freunde in der Jury. So erzählt „Die Konkurrenten" die Geschichte von Erfolg und Scheitern auf dem Weg zur internationalen Karriere. In Rückblenden mit Filmausschnitten aus dem ersten Film offenbart sich uns die Entwicklung der vier Protagonisten, die Interviews von damals werden gegen die Gespräche von heute gehalten. "Geschichten, die das Leben schreibt." „Die Konkurrenten" bedient sich einem einfachen beobachtenden Stil. Filmisch wird nichts Neues geboten, was auch nicht die Absicht ist. Im Vordergrund stehen die vier Protagonisten, ihre Lebenswege und rührenden Schicksale. Der Zuschauer wird zum Beobachter von, von der Öffentlichkeit meist unbeachteten, Vorgängen in der Welt der Klassischen Musik. Wir erhalten Einblick in die Wünsche und Träume der Protagonisten, Vetternwirtschaft und den schwierigen Weg zum Erfolg. Es ist erfrischend zusehen, dass jenseits der medial inszenierten „Wunderkinder" von heute, wie dem chinesischen Pianisten Lang-Lang, noch eine Generation steht, die spielerisch begeistern kann und deren Konzerte nicht zur Präsentation von clownesken Gesichtsmuskeldehnungen verkommen. Für Kenner, aber auch für Nichtkenner, des ersten Dokumentarfilmes und vor allem auch für Liebhaber von Klaviermusik ein sehr interessanter und empfehlenswerter Film.

 

Gesehen von Michael Stadnik

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