Der Mond und andere Liebhaber

 

Der Mond und andere Liebhaber

Daten

Der Mond und andere Liebhaber

101 Min., Tragikomödie, Deutschland 2007

REGIE: Bernd Böhlich
DREHBUCH: Bernd Böhlich

KAMERA: Florian Foest

SCHNITT: Esther Bartz

MUSIK: Uwe Haßbecker & Ritchie Barton
DARSTELLER: Katharina Thalbach, Fritzi Haberlandt, Birol Ünel, Andreas Schmidt u.v.a.

 

Regie: Bernd Böhlich Kinostart: 24. Juni 2008 Eine Suche nach dem großen Glück. Das alte Sprichwort „ Wer suchet, der findet" ist nicht immer und überall zutreffend. So auch bei Hanna. Sie lebt alleine und ist arbeitslos. Von ihrer letzten Arbeitsstelle bleiben ihr nicht mehr als 7 Pappkartons gefüllt mit Parfumflaschen von Silverlady. Und dennoch glaubt sie fest daran, dass es immer irgendwie weiter geht. Ihre Freundin Dani ist da anders: Ein Arbeitsstellenwechsel setzt ihr schwer zu, ist für sie beinahe unvorstellbar. Sie liebte die traditionelle Kartoffelsuppe mit Bockwurst. Kantinenessen ist ihr zehnmal lieber als italienische oder indische Köstlichkeiten, die sie in einem neuen Bürojob vermutet. Hanna und Dani sind engste Vertraute und Nachbarinnen. Als Hanna eine neue Stelle als Tankwartin bekommt, teilt sie ihren neuen Job uneigennützig mit ihrer Freundin. Und dann ist da noch Knuti. Für ihn ist Hanna die Frau seines Lebens. Er belagert die Tankstelle und wird es nicht leid Hanna zu fragen, ob er sie nach Hause fahren darf. Wird er irgendwann Erfolg haben? Hanna gewinnt eine Reise in die Türkei, die sie zusammen mit ihrer 19-jährigen Tochter Karla unternimmt. Karla ist jung, hübsch und attraktiv. Als die Tochter die Nacht über das Hotelzimmer beansprucht, wendet sich Hanna, im Freien auf einer Liege übernachtend, an ihren guten alten Vertrauten den Mond. Hoch am Himmel kann er alles beobachten, vielleicht auch das Schicksal beeinflussen? Wieder zu Hause begegnet sie Gansar, in den sie sich verliebt. Hat der Mond ihre Bitten letzendlich doch noch erhöhrt? Der Regisseur Bernd Böhlich schafft einen einfühlsamen Kinofilm. Er erzählt die Geschichte von Hanna, die trotzt schwerer Schicksalsschläge nicht aufgibt, sich immer wieder aufrafft, ihr Glück zu verfolgen. Katharina Thalbach als Hanna verkörpert ausdrucksstark eine Frau, der klar ist, dass die Vernunft nicht immer die oberste Prorität haben soll. Auf der Suche nach Leidenschaft und Liebe stellt sie fest, dass ihr Leben noch nicht abgeschlossen ist. An den schweigsamen Mond  wendet sie sich verzweifelt mit den Worten: „Das kann doch nicht alles gewesen sein". Aufallend ist die Farbe rot, die sich wie ein Faden durch den Film zieht. Hannas knallrot geschminkte Lippen geben ihrem Gesicht einen ganz eigenen Charm. Die rote Farbe ist ein gelungenes Stilmittel, dem Zuschauer Hannas Gefühlswelt näher zu bringen. Wer sich nach großer Hollywood-Kitsch-Romantik sehnt, sollte diesen Film vielleicht eher meiden. Alle anderen werden entzückt sein von einer Hauptdarstellerin, die gerade auf Grund ihrer Menschlichkeit und ihren kleinen Fehlern so sympathisch erscheint.  Liebesszenen stehen nicht im Vordergrund, werden auch nur im Halbdunkeln gezeigt. Der Film lebt vielmehr von seiner Nähe zur Realität. Ausdrucksstarke Blickwechsel und eine starke Mimik von Katharina Thalbach sagen in diesem Film oft mehr als Worte. Amüsant skurrile Dialoge  bringen den Zuschauer in ernsten Situationen zum Schmunzeln. "Der Mond und andere Liebhaber" ist die Geschichte einer Frau die beschließt, sich eben selbst auf die Suche nach dem Glück zu machen, wenn es nicht bereit ist, freiwillig zu ihr zu kommen.

 

Gesehen von Eva Leiblein

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