Moon

 

von Duncan Jones

 

Kinostart: 15. Juli 2010

 

Wie einsam ist es im Weltall? Was wäre, wenn ich meinem eigenen Selbst begegnen würde? Und wie weit würde ein Konzern gehen um auch noch den letzten Penny zu sparen? Regisseur Duncan Jones nimmt den Zuschauer mit seinem Film 'Moon' auf eine melancholische Reise in die Tiefen des Alls und der menschlichen Seele. Ein Beweis dafür, dass man weder blutrünstige Außerirdische noch Laserkanonen braucht um einen spektakulären Science-Fiction-Film zu drehen.  Mit nur 5 Millionen Dollar, einer tollen Idee und einer Minimalstbesetzung wurde hier ein Indie-Sci-Fi-Spektakel auf die Beine gestellt, das Seinesgleichen sucht.

Sam Bell (Sam Rockwell) arbeitet für Lunar, dem größten Energielieferanten für Helium-3. Seit drei Jahren lebt und arbeitet er nun schon mutterseelenallein auf dem Mond Selene. Sein Job ist es, für den reibungslosen Abbau des Gases zu sorgen, und es zurück auf die Erde zu schicken um der globalen Energiekrise entgegenzusteuern. Den einzigen Kontakt zur Erde, stellen Video-Botschaften mit seiner Familie dar, die aber nur wenig befriedigend sind. Direktkontakt zur Erde gibt es nicht, so ist sein einziger Gesprächspartner lediglich Gerty (Stimme von Kevin Spacey) ein intelligenter Roboter, der ihm zur Unterstützung dienen soll.
Sams Vertrag ist mittlerweile schon beinahe erfüllt und er freut sich auf die Rückkehr zur Erde. Zwei Wochen vor seiner Abreise, merkt er jedoch, dass etwas nicht stimmt. Er halluziniert, bekommt Kopfschmerzen und erhält scheinbar manipulierte Videobotschaften von seiner Frau Tess (Dominique McElligott). Auf dem Weg zu einem Routinecheck kommt es dann zu einem lebensbedrohlichen Unfall bei dem er das Bewusstsein verliert.
Kurze Zeit später erwacht er in der Krankenstation der Mondbasis. Er weiß nicht, wie er dort hingekommen ist und kann sich an den Unfall nicht mehr erinnern. Um eine technische Störung zu beheben, verlässt er, trotz eines ausdrücklichen Verbotes seitens der Firma, die Basis. Er entdeckt die Unfallstelle und seltsamerweise auch einen Überlebenden, der gar nicht existieren dürfte. Einen Mann, der wie er aussieht und auch behauptet Sam Bell zu sein. Mit der Zeit wird klar, dass auf dieser Station nichts so ist wie es scheint...

Bei diesem Streifen wird man wirklich positiv überrascht. Ein Independent-Film, der beweißt, dass man kein astronomisch hohes Budget und riesiges Starensemble haben muss, um eine beeindruckende Geschichte auf die Leinwand zu zaubern. Manchmal ist es nur die Idee, die das Werk außergewöhnlich macht. Der Plot von Moon ist nämlich nicht nur überzeugend und ohne jedes Klischee, sondern auch sehr tiefgründig und mitreißend. Hier stehen nicht Action und bombastische Effekte im Vordergrund, sondern eine kleine, aber komplexe Geschichte, die es nicht schafft langweilig zu werden.
Sam Rockwell, dem Duncan Jones die Rolle des Sam Bell auf den Leib schneiderte, stand mit Moon vor einer echten Herausforderung. Nicht nur, weil er mehrere Rollen zugleich spielen musste, sondern, weil er quasi die einzige größere Besetzung des Films darstellt und somit beinahe immer im Bild ist. Jones ließ ihn die gesamte Bandbreite von Emotionen durchspielen, und das mit großem Erfolg. Rockwell kann in seiner Rolle wirklich überzeugen und nimmt den Zuschauer mit auf eine emotionale Achterbahnfahrt.
Die melancholische und einsame Atmosphäre des Films spiegelt sich auch in der Musik von Clint Mensell [The Fountain (2006), Smokin' Aces (2006)] wider. Die Spezialeffekte sind, wenn auch stellenweise recht spektakulär, im Großen und Ganzen eher klein gehalten und nicht so aufdringlich, wie bei manchem Genrekollegen. Man erinnert den Zuschauer nur hin und wieder daran, dass wir uns auf einem trostlosen Mond weit weg von der Erde befinden.

Regisseur Duncan Jones, der mit Moon ein tolles Kinofilm-Debüt abliefert,  ist laut eigener Aussage ein großer Fan der Science-Fiction-Filme der 70er und 80er Jahre. So manche Hommage an den ein oder anderen Klassiker (z.B. „Alien" 1979) von damals lässt sich auch im Film finden, wobei man nicht das Gefühl bekommt, das hier irgendwo geklaut wurde.

Moon wurde 2009 bereits mit unzähligen Preisen überhäuft und ist wohl einer der Überraschungshits des Jahres. Für Freunde des Genres ein absolutes Muss, aber auch echte Sci-Fi-Muffel werden hier phantastische Unterhaltung finden (ja, Freddi, du bist gemeint!).

Unbedingt anschauen!

von Natascha Stevenson und Mark Zaschka

 

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