Passing Stones

 

Regie: Roger Majkowski, USA 2001

 

Der dreißig jährige Leon (Roger Majkowski) ist Zeitungsjunge und lebt immer noch bei seiner Mutter. Diese ist meistens etwas verwirrt und sein Bruder Anthony (Thomas Majkowski) dröhnt sich den halben Tag mit irgendwelchen Lösungsmittel voll. Leon hat's also nicht leicht und das einzige auf was er hoffen kann ist ein Wunder, darum betet er täglich zu Gott. Er glaubt sein bitten erhört als er einen, in polnisch verfassten, Brief in die Finger bekommt. Doch wer kann polnisch? Kein Problem, es gibt da ja noch einen Bruder. Nach erfolgreicher Übersetzungsarbeit von Greg (Tom Ellis) stellt sich der Brief als eine Art Schatzkarte heraus. Auf der Stelle machen die drei sich auf die Suche nach ihrem Glück. Unterwegs tauchen jede Menge skurieler Figuren auf und ein Sack voll Geld kommt auch noch mit ins Spiel... Zuallererst einmal ein paar Fakten über diesen Film: 3.500 $ Produktionskosten, zwölf Tage Drehzeit und aufgezeichnet auf einer hauseigenen Digital-Kamera. Und wenn man sich dann das Resultat ansieht, gebührt dem Macher Roger Majkowski schon aller Respekt, das kann sich sehen lassen. Sein Film ist skurril, verrückt, spannend, traurig, bewegend, krass, witzig, einfallsreich... die reinste Achterbahnfahrt. Den Kern der Geschichte bilden zwei Familien. Auf der einen Seite die drei Brüder Leon, Greg und Anthony und auf der anderen die verwaiste Familie des polnischen Briefverfassers. Da wäre die senile Mutter (im Film immer wieder liebevoll als "living Zombie" bezeichnet), die ältere Tochter Sheila (eigentlich die einzige "Normale") und die jüngere Schwester (eine von epileptischen Anfällen geplagte Drogensüchtig). Der Regisseur schafft es wirklich jeder Figur eine Macke zu verpassen und das macht sie dann auch so unberechenbarer und interessant. Die Charaktere werden glaubhaft Dargestellt und im laufe der Story finden jeder sein passendes Gegenstück. Doch eigentlich fragt man sich am Ende, was will uns dieser Film sagen, vielleicht das Familie wichtig ist, das Geld nicht alles ist oder einfach das doch jeder so seine Macken hat. Irgendwie etwas von allem und auf jeden Fall steckt eine Menge Wahrheit darin. Mit Sicherheit kann man sagen, ein Independent Film der diesen Namen zu Recht verdient hat.

 

Gesehen von Michael Metz

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30-11--2019 12:00 pm - 01-12--2019 16:00 pm