Die Reise der Pinguine

 

Die Reise der Pinguine

Daten

 

Die Reise der Pinguine

F 2005, 80 Min

REGIE: Luc Jacquet
DREHBUCH: Luc Jacquet
PRODUKTION: Niklas Bäumer, Anke Hartwig
KAMERA: Laurent Chalet, Jérôme Maison
SCHNITT: Sabine Emiliani
MUSIK: Emilie Simon

 

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Regie: Luc Jacquet

 

Filmstart: 13. Oktober 2005

 

"Die Reise der Pinguine" von Luc Jacquet ist eine einfache und poetische Beschreibung des Lebenszyklus der Kaiserpinguine in der Antarktis. Ein ganzes Jahr verbrachte das kleine Team im ewigen Eis, um die Pinguine bei ihrer schweren Reise zu begleiten. Im März macht sich die Karawane auf den Weg ins Inland, zu dem Ort, wo jeder von Ihnen geboren wurde. Dort angekommen beginnen sie mit dem "Liebestanz" - der eigentlichen Paarung. Im Mai legt das Weibchen ein Ei. Der Wettlauf mit der Zeit beginnt. Von da an muss sich das Paar mit der Futtersuche abwechseln. Das Weibchen kehrt als erste zum weitentfernten Ozean zurück. Dort ernährt es sich von Krebsen und muss sich vor Feinden wie dem Seeleopard in Acht nehmen. Wenn auf dieser Reise das Weibchen getötet wird, bedeutet das auch für das Küken den Tod, da es keine Nahrung bekommt. Wenn die Weibchen zurückkehren, müssen sie ihre Küken durch ihre Schreie erkennen und suchen. Ist dies geschafft, kann die Aufzucht beginnen. Der Film, der ursprünglich ein Dokumentarfilm werden sollte, wurde mit einer Handlung versehen und mit menschlichen Stimmen unterlegt. Die Reise wird aus der Perspektive eines Pinguinpaares und seines Kükens erzählt. Dadurch avanciert der Film zu einem anspruchsvollen Kinder- und Familienfilm. Gerade Kindern wird der Film zugänglich, da die Tiere menschliche Züge bekommen. Jedoch wird die Sprache auf eine poetisches Niveau gehoben, wodurch auch Erwachsene Interesse an diesem Film finden können. Für reine Naturfans kann es jedoch sein, dass die Stimmen oft zu sehr von der Reinheit der Bilder ablenken. Die Aufnahmen sind von beeindruckender Natur. Extreme Detailaufnahmen gewähren einen faszinierenden Einblick in diese Welt. Aufrecht wie die Menschen strahlen die Pinguine Erhabenheit aus. Sie wirken stolz in ihren schwarzen "Anzügen" und grazil, wenn sie im Wasser sind. Selbst wenn sie hinfallen, geschieht das mit elegantem Stil. Diese Situationen sind amüsant und drollig für den Zuschauer, obwohl es für den Pinguin eher um Leben oder Tod geht. Der Soundtrack stammt von Emilie Simon, einer jungen Sängerin aus Frankreich im Bereich "Electro/Groove". Zufälligerweise arbeitete sie an dem Song "Ice Girl" als man ihr die Komposition anbot. Die Musik vermittelt perfekt den Kontrast zwischen diesem liebenswürdigem Tier und seiner rauen und kalten Umgebung, die auf uns eine enorme Faszination ausübt. Die Musik wirkt unterstützend und verleiht den Bildern einen erzählerischen Flair.

 

Gesehen von Sonja Dressel

 

Die zweite Meinung:

 

In dem französischen Dokumentarfilm von Luc Jacquet dreht sich alles um die einzigartige Welt der Pinguine. In der lebensunfreundlichen Welt der Antarktis wird der Pinguin jedes Jahr aufs Neue mit seiner größten Herausforderung konfrontiert: Die Erhaltung seiner Rasse. Ein ganze Jahr lang und mit über 120 Stunden Material widmet der Film sich dem Zyklus des Kaiserpinguins bei seiner langen Reise durch die eisige Wüste der Antarktis und porträtiert dabei den Überlebenskampf der Pinguine auf dem kältesten Kontinent der Erde. Zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt zieht es die Pinguine ins Landesinnere, um sich dort - in sicherem Abstand zum Meer und somit auch den natürlichen Feinden - fortpflanzen zu können. Die Paare, die sich gefunden haben warten nun zusammen in der eisigen Kälte des anbahnenden Winters auf das frisch gelegte Ei, welches das Weibchen dann ihrem Partner anvertraut. Dieser schützt das empfindliche junge Leben vor der extremen Kälte indem er eine Bauchfalte über das Ei legt, während das Eibchen, welches zu diesem Zeitpunkt bereits ein großen Teil ihres Körpergewichts verloren hat, sich auf den Weg zum Meer macht, um dort Nahrung zu finden. Es ist beeindruckend auf welches exaktes Timing das frisch geborene Leben angewiesen ist, denn kurz nachdem es geschlüpft ist, muss die Mutter bereits wieder zurück sein, um ihr Neugeborenes mit Nahrung versorgen zu können. Nun ist es Zeit für den Vater, nach über zwei langen Monaten des Wartens, sich auf den langen Heimweg in Richtung Meer zu begeben. Das Leben der Pinguine erweist sich allein schon dadurch als sehr faszinierend, dass ihre Trägheit und der beinahe schon tollpatschige Gang an Land sich zu purer Eleganz und geschmeidigen Bewegungen umwandeln, sobald sie in die Welt des Elements Wasser eintauchen. Die Bilder des Films transportieren diese beiden Seiten der Pinguine, die kaum unterschiedlicher sein könnten, in einer sehr gelungen Art und Weise. Doch der Film legt sein Augenmerk auf einen ganz anderen außergewöhnlichen Sachverhalt. Die enge Bindung der Pinguinpaare während den Monaten, in denen Sie ihre Nachkommen zur Welt bringen. Um diese Tatsache deutlich hervorzuheben bedient sich der Regisseur Luc Jaquet einer Erzählperspektive, die sich zunächst als recht mutig und zugleich ungewöhnlich erweist: Der Zuschauer erfährt aus der Ich-Perspektive zweier Pinguine, anhand deren die Geschichte des Film erzählt wird, etwas über deren Gefühle und Gedanken. Die Pinguine erhalten durch die doch recht poetischen Sätze stark aufgesetzte menschliche Züge. Das dies einen einfacheren Zugang für die ganz jungen Zuschauer zu dem Thema ermöglicht steht außer Frage, doch für alle anderen können die Texte sehr leicht eher als störend empfunden werden, da viel vom dokumentarischen Flair des Filmes dadurch verloren geht. Dies ist sehr schade, da man als Zuschauer von den teilweise recht beeindruckenden Aufnahmen von dieser fremden und bizarren Welt abgelenkt wird und diese dann einen nicht ganz so nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Das der Film stark auf das ganz junge Publikum zugeschnitten ist, merkt man auch in den ständigen Satzwiederholungen im Film, die ganz klar dem jungen Zuschauer verdeutlichen sollen, wie lang z.B. die Wanderung zum Brutplatz für die Pinguine ist. Bei der Wahl der Musik gelang es Emilie Simon leider nicht für jeden Abschnitt das passende Gefühl zum Zuschauer zu transportieren und somit für die Bilder noch eine zusätzliche Ebene zu erschließen. Stimmig und zugleich harmonisch untermalt Sie jedoch die Szene, in der sich die beiden (Erzähler-) Pinguine finden und sich dann beinahe schon wie verliebt dem Balzritual hingeben. Fazit: Der Film bietet vor allem für die ganz jungen Zuschauer einen tiefen und sehr greifbaren Einblick in die Welt der Pinguine. Alle anderen seien gewarnt mit den falschen Erwartungen den Film zu besuchen, da dieser einen doch recht eigenen und vor allem kindgerechten Weg einschlägt, um die Welt der Pinguine einem näher zu bringen.

 

Gesehen von Alwin Binder

 

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