Sempre Vivu!

 

Sempre Vivu

Daten

 

Sempre Vivu!

F 2007

REGIE: Robin Renucci
DREHBUCH: Robin Renucci
KAMERA: Bruno Privat
SCHNITT: Lisa Pfeiffer
TON: Maxime Gavaudan
MUSIK: Pierre Gambini
DARSTELLER: René Jauneau, Angèle Massei, Laplace, Nathlie Grandhomme 

 

 

Regie: Robin Renucci

 

Der Patriarch ist tot, lang lebe der Patriarch. Zumindest ein bisschen länger. Einen Tag noch, dann könne er ja ruhig sterben, so Lellè, die greise Witwe. Heute ist ein schlechter Tag zu sterben, in der Tat. Es ist das eine Mal, wo Ange wirklich gebraucht wird, von Lellè, von seiner Familie, vom ganzen korsischen Dorf, dessen politische Geschicke er seit langen zu lenken beliebt. Heute nämlich kommt ein Minister aus Paris, um mit Ange den Vertrag zu unterzeichnen. Ein Theater soll gebaut werden, hier, mitten im korsischen Dorf, im Nirgendwo also. Das Dorf ist fast so tot wie Ange, die Lage ernst. Rinatu, einer der beiden Söhne, Ziegenhirte und radikaler Korse macht die Situation nicht besser. Er hasst seinen Vater, das Theater und seinen Bruder, der ein hohes Tier bei der Polizei und natürlich mit von der Partie ist. Darum will er die ganze Aktion auch am liebsten platzen lassen. Das wiederum erzürnt seine ohnehin schon entfremdete Tochter, eine treibende Kraft in der lokalen Theatertruppe. Um die Sache abzurunden, gibt es noch die jeweiligen Aktuellen und voraussichtlich Zukünftigen der Brüder, sowie ein Dorf voll eigenwilliger Korsen. Mitten in diesem Tollhaus kommentiert Anges Geist selbstgerecht die ausufernden Verwicklungen. Schon dem Filmplakat ist anzusehen, dass es sich bei "Sempre vivu!" nur um eine groteske Handeln kann. Und tatsächlich wird mit absurden Situation, Slapstick und deftigem Humor nicht gegeizt. Hinzu kommen die äußert schrägen Visionen des umhergeisternden Anges, Kabarettnummern ähnlich den Traumsequenzen in "Wer früher Stirbt ist länger tot". Trotz des karnevalesken Gestus lässt der Film auch Raum für nachdenklichere Momente, für Trauer, emotionale Konflikte und Liebe. Manchmal fragt man sich worauf der Film nun eigentlich hinaus will, oder ob nun nicht doch mal etwas geschehen sollte, um die verfahrene Situation voran zu bringen, aber solche Erwägung gehen sofort in allgemeinem Gelächter unter oder werden von einem Chanson hinweg gespült. "Sempre vivu!" ist ein Film für die ganze, kaputte Großfamilie.

 

Gesehen von Georg Göttlich

 

 

 

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