Valhalla Rising

 

Valhalla Rising

 

Regie: Nicolas Winding Refn

 

Es ist nicht ganz nachvollziehbar, warum man für einen Film wie Valhalla Rising einen Schauspieler wie Mads Mikkelsen engagiert. Da hätte man ebenso gut einen Dolph Lundgren oder einen Van Damme nehmen können. Es ist natürlich interessant einen talentierten Schauspieler wie Mikkelsen in so einer primitiven und martialischen Rolle zu sehen, aber gleichzeitig auch irgendwie sinnlos. Nicht nur, dass er den ganzen Film über kein einziges Wort von sich gibt, auch sein Mimenspiel ist so leblos wie der größte Teil des Films. Einauge, ein stummer, einäugiger Krieger, der scheinbar in die Zukunft blicken kann, wird von einigen Wikingern als Sklave gehalten. Sein Heim ist ein grob gezimmerter Holzkäfig, in dem er, in Ketten gelegt, nur darauf wartet, dass man ihn herauslässt um gegen andere Männer auf Leben und Tod zu kämpfen. Sein Besitzer verdient viel Geld mit ihm, beschließt dennoch ihn bald zu verkaufen. Auf dem Weg zu seinem neuen Besitzer befreit sich Einauge, schlachtet seine Aufpasser ab und nimmt anschließend grausame Rache an seinen Peinigern. Nur einen kleinen Jungen lässt er am Leben, der ihm von da an folgt. Auf ihrem Weg treffen die beiden schließlich auf eine Gruppe Christen, die das heilige Land suchen wollen, und Einauge und sein junger Begleiter schließen sich der Gruppe an. Ihre Reise über das Meer bringt sie allerdings nicht zu ihrem eigentlichen Ziel, sondern in ein fremdes, scheinbar unbewohntes Land. Sie wissen nicht, wo sie gelandet sind, doch der Ort birgt fürchterliche Schrecken in sich, und Einauge sieht den Tod für sie alle voraus. Auf den ersten Blick könnte man meinen es mit einem neuen brachialen Macho-Epos im Stile von 300 oder auch Gladiator zu tun zu haben, doch dieser Film ist etwas sehr Eigentümliches. Die Geschichte beginnt sehr ruhig und langsam. Lange Landschaftsaufnahmen, schweigende Charaktere und ruhige Musik. Dann wird es einen kurzen Moment lang richtig brutal. Zerschmetterte Knochen, zerfetztes Fleisch und Ströme von Blut. Danach spricht man ein, zwei leise Sätze miteinander, und dann geht es wieder von vorne los. Landschaften, Schweigen, Musik, Gewalt, kurzer Dialog und wieder von vorne. Dieses Konzept wird nach 15 Minuten genauso beibehalten wie nach einer Stunde. Das macht diesen Film vor allem eines, nämlich anstrengend. Die extreme und sehr realistische Gewaltdarstellung dürfte zwar für manch zartbesaiteten Zuschauer ein Problem darstellen, allerdings ist sie wohl auch das Einzige was einen hin und wieder aus dem Halbschlaf reißt. Wer sich auf Valhalla Rising einlässt, braucht also vor allem Geduld, starke Nerven und ein Faible für wirklich eigentümliche Filme. Zu gekünstelt um wirklich authentisch zu wirken und zu eigensinnig inszeniert um den Zuschauer richtig gut zu unterhalten. Ein Film der die Zuschauer spalten dürfte. Philosophisch und hoch künstlerisch für die einen, anstrengend und nervtötend für die anderen.

 

Gesehen von Mark Zaschka

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