Der Vorleser

 

Der Vorleser

Daten

Der Vorleser

123 Min., USA/ D 2008

REGIE: Stephen Daldry
DREHBUCH: David Hare
KAMERA: Roger Deakins, Chris Menges
SCHNITT: Claire Simpson
MUSIK: Nico Muhly
KOSTÜME: Ann Roth

DARSTELLER: Kate Winslet, Ralph Fiennes, David Kross, Bruno Ganz

 

Regie: Stephen Daldry

 

Kinostart: 26. Februar 2009

 

Die Geschichte von Hanna und Michael beginnt in einer deutschen Kleinstadt in den 50er Jahren. Auf dem Rückweg von der Schule wird Michael schlecht und er muss sich übergeben. Hanna, die ca. 20 Jahre älter ist als Michael, hilft ihm auf und bringt in nach Hause. Nach dieser Begegnung geht Hanna Michael nicht mehr aus dem Kopf und so besucht er sie als er wieder gesund ist. Es entwickelt sich eine Liebesgeschichte, die einen Sommer hält. Nach der Schule läuft Michael immer direkt zu Hanna. Dort soll er ihr meistens erst etwas vorlesen, bevor sie mit ihm schläft. Doch nach einem Streit verschwindet Hanna und bricht damit Michael das Herz. Erst einige Jahre später, als Michael Jura studiert, sieht er Hanna wieder. Sie ist als eine frühere Aufseherin in Auschwitz angeklagt. Michael ist so schockiert von ihrer Vergangenheit, dass er sich dagegen entscheidet, sie zu besuchen.
Als er schon Vater ist entschließt er sich doch zu einer Kontaktaufnahme und schickt Hanna einen Kassettenrecorder und regelmäßig Kasseten, die er selbst mit den Texten aus Büchern besprochen hat. Denn auch wenn er Hanna nicht verstehen kann, kann er Sie nicht vergessen.
Kurz bevor Hanna entlassen werden soll, trifft Michael sie im Gefängnis. Nichts ist mehr wie früher. Hanna wünscht sich Nähe, doch Michael ist nicht mehr der Junge der er mal war. 1995 war der halbautobiorafische Roman von Bernhard Schlink erschienen . „The Reader" war das erste deutsche Buch, das es in der Bestsellerliste der „New York Times" auf Platz 1 schaffte. Eine gute Veraussetzung für eine internationale Verfilmung aber auch eine Herausforderung für den Regisseur Stephen Daldry und sein Team. Entstanden ist ein feinfühliges, erschütterndes und kluges Drama. Die Geschichte wird auf verschieden Zeitebenen erzählt. Die Ausstattung ist für jede Periode sorgfältig ausgewählt. Besonders die Wohnung von Hanna, in der Michael und Hanna die meiste gemeinsame Zeit verbringen, ist mit Liebe zum Detail ausgestattt und vereinfacht die Einfühlung in die widersprüchliche Hanna. Die Besetzung von Kate Winslet und David Kross mag beim ersten Hinsehen schwierig erscheinen, doch als Paar funktionieren sie hervorragend. Kate Winslet hat in diesem Film viel Mut zu Nacktheit bewiesen. Sie spielt die innerlich gebrochene Hanna mit zurückhaltender Mimik. Ralph Fiennes scheint eher willkürlich besetzt, denn der Unterschied zwischen ihm und David Kross ist einfach zu stark. Auffallend ist auch die Besetzung weiterer deutscher Schauspieler in diesem englischsprachigen Film. Nach speziellem Sprachtraining hat jedoch kaum einer der deutschen Schauspieler einen deutschen Akzent und die Darstellungen überzeugen. Die komplexen Gefühle der Nachkriegszeit sind mit viel Feingefühl von der Regie und den Schauspielern nachempfunden worden. Bernhard Schlink hat zu dem Verhältnis zu den Tätern einmal Folgendes gesagt „Wir wollen sie verurteilen, weil sie Täter sind, und verstehen, weil sie uns Nahe sind". Wenn dies der Kern von dem ist, was Schlink mit seinem Buch aussagen wollte, dann hat Stephen Daldry dieses Gefühl atmosphärisch stark in Bilder übersetzt.

 

Gesehen von Mareike Dobewall

 

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