Drum

 

Drum

 

Moshidi Motshegwa als Nxumalos Ehefrau "Drum" erzählt die authentische Geschichte des afrikanischen Journalisten Henry Nxumalo, der vom Sportreporter des Johannesburger Magazins "Drum" zum kritischen Apartheids- Gegner wurde und unter Lebensgefahr in Gefängnissen und Arbeitsfarmen des Buren-Regimes recherchierte. Zusammen mit dem deutschen Fotografen Jürgen Schadeberg riskierte er sein Leben, um Missstände im Südafrika der 1950er Jahre aufzudecken. Die dem Film zugrunde liegende Geschichte ist bewegend und tragisch, Nxumalo wird zuletzt von einem Auftragskiller ermordet. Der Film hinterließ einen zwiespältigen Eindruck. Weder spürt man, dass es ein Film von heute ist,- stilistisch nicht historisch betrachtet, noch ist die emotionale Bewegung der Bedeutung der Geschichte angemessen. Was in der realen Situation der 50er Jahre in Südafrika brisant, gefährlich, menschenverachtend war, muss einem Publikum und insbesondere einer jungen MTV- und Klingelton-Generation auch emotional vermittelt werden. Vielleicht liegt es an der coolen Musik, die in regelmäßigen Abständen für beschwingte Stimmung sorgt. Hier wäre es wünschenswert gewesen, die Musik hätte sich emotional stärker eingemischt, kommentiert, hätte den Zuschauer mehr geleitet. Dann stolpert man über diverse Klischees, die selbst, wenn sie real sind, etwas differenzierter in einem Film erzählt werden könnten. So wird praktisch ständig in dem Film gesoffen, die ganze Zeitungsredaktion steht permanent unter Alkohol. Natürlich war und ist Alkohol auch ein Ort der Flucht vor trister Realität, doch das Motiv wird überstrapaziert. Einerseits ist die Geschichte stark, andererseits bringt der Film sie uns nur bedingt nahe. Zu Anfang sind die Figuren teilweise etwas überinszeniert, aber nach dem ersten Viertel des Filmes bieten die Darsteller sehr gute Leistungen. Zwei der Darsteller sind als Gäste in München: Moshidi Motshegwa als Nxumalos Ehefrau und Bonnie Mbuli als seine Geliebte. Wenn Nxumalo auf der Gefangenenfarm zur Arbeit gezwungen wird und wir ihn inmitten von Häftlingen sehen, die sich vermutlich nichts anderes haben zuschulde kommen lassen, als keine weiße Hautfarbe zu haben, bewegt einen der Gedanke, weniger die filmische Umsetzung. Der Film nutzt nicht die Chance, seine Zuschauer mitzureißen, aufzuwühlen, zu ähnlicher Wut gegen das Apartheids-Regime anzurühren. Es ist die dem Film zugrunde liegende historische Geschichte, die uns am stärksten ergreift, vielleicht hat sich der Regisseur Zola Maseko zu sehr auf die historische Kraft des legendären Journalisten verlassen.

 

Gesehen von Mathias Allary

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