Gettin' the man's foot outta your baadassss!

 

Regie: Mario Van Peebles "Good things can not come to those who wait!" Ok, ich versuch das jetzt mal kurz zusammen zu fassen: Der Regisseur Mario Van Peeples hat einen Film gemacht, über den Filmdreh eines Films, den sein Vater in den Siebzigern gedreht hat, worin der Vater die Hauptrolle gespielt, und Mario die Figur seines Vaters als Kind dargestellt hat. In dem jetzigen Film spielt Mario seinen Vater, da der Film über den Filmdreh ist! Verstanden? Nein? Macht nichts! Eigentlich ist es ja auch einfacher. Der Film spielt in den Siebzigern, als der erste anerkannte schwarze Regisseur Melvin Van Peeples nach "Watermelon Man" entgegen der Wünsche des Studios, die eine Komödie verlangten, einen ganz und gar nicht komischen Film über das Leben eines ‚stolzen, schwarzen Motherfuckers' machte. Nicht komisch? Kein Geld! Das Studio zog sich zurück, sein Agent wurde wahnsinnig und er drehte den Film mit Filmleuten aus dem Pornogeschäft, der Band von dem Freund seiner Sekretärin, mit einem Fleischräuscherer, mit einem Hippie als Produzenten, mit sich in der Hauptrolle, mit seinen Kinder und mit einem minimalen Budget, dass von Tag zu Tag kleiner wurde, gemäß dem Motto: "Nothing revolutionary comes from the studios, it comes from the independents". Er nahm alles und jedem, der für kein Geld zu haben war. Alles ging schief, Darsteller sagten ab, die Crew landete im Gefängnis, die Ausrüstung wurde beschlagnahmt, es gab keinen Abnehmer, eine geladene Waffe landet in der Requisitenbox, seine Geldgeber drohten ihn umzubringen, nur zwei Kinos in den gesamten Vereinigten Staaten wollen seinen Film zeigen ... Doch Melvin ging über Leichen, wurde fast blind auf einem Auge, opferte seine Crew und seine Familie. Er lies sogar seinen zwölfjährigen Sohn eine Sexszene drehen. Und alles nur, weil er endlich einen Film im Kino haben wollte, aus dem die schwarze Bevölkerung mit erhoben Kopf aus dem Kinosaal kommen konnte. Nennt mich verrückt, aber es hat geklappt, und was noch verrückter ist, dies ist eine wahre Geschichte und der Film "Sweet Sweetback's Baadassss Song" von Melvin Van Peeples wurde 1971 der erfolgreichste Independent-Film in den USA. Und genau diese Geschichte hat jetzt sein Sohn Mario Van Peeples, mit sich in der Hauptrolle als sein Vater verfilmt. Abgesehen von der interessanten Story, hat der Film noch einiges mehr zu bieten: tolle Musik, übereinstimmend mit dem Editing, experimentelle Szenen, wie bei der Drehbuchentwicklung, als der Hauptdarsteller vor einem Spiegel steht und seine Gedanken darin plötzlich sichtbar werden und er sich darin bewegen kann. Kommentare von den Beteiligten werden eingespielt und er endet mit kurzen Statements, der Originalcrew, durch die man sich sogar den Abspann anschaut. Der Titel hält, was er verspricht. ‚Abso-fucking-lutly' (Zitat aus Film) anschauen!

 

Gesehen von Kathrin Metzner

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