Monster

 

"Where there is life, there is hope! - They gotta tell you something!" Der Film beginnt märchenhaft: Es war einmal ein kleines Mädchen namens Aileen mit großen Träumen ... doch das war auch schon das einzige. Nur ein paar Einstellungen später wird das Märchen für das kleine Mädchen, wie auch für das Publikum zerstört. Man sieht es nicht, man kann es nur erahnen, durch die Bilder, die durch die Off-Stimme in unseren Gedanken entstehen. Der Film ist eine wahre Geschichte, basierend auf dem Leben von Aileen Wuornos, einer Autobahnprostituierten und Mörderin in den USA - das "Monster", wie sie genannt wurde. Eine Frau, deren Träume, deren erhoffte Zukunft nie in Erfüllung gehen werden, eine Frau, die durch die Umstände, in die sie gerät Schreckliches tut. Als Kind wurde sie vergewaltigt und statt von ihrem Vater Hilfe zu erfahren, nur als Lügnerin abgestempelt und geprügelt. Ein Leben als Prostituierte, und ein Mord aus Notwehr folgten und das Ende war, dass das eigentlich immer noch hoffnungsvolle kleine Mädchen in jedem Mann eine Bedrohung sah und ihn umbrachte, geradewegs mit dem Plan aus der Türe trat, dass der nächste, der anhält, sterben muss. Eigentlich hätte es anders werden können, als sie Selby, gespielt von Christina Ricci ("Sleepy Hollow"), das erste Mal trifft. Selby wurde von ihren Eltern nach Florida geschickt, in der Hoffnung, dass sie sich dort von ihrem ‚Lesbendasein' abwenden würde. In ihr findet Aileen Liebe, die sie von Männern nie erfahren hat. Selby wird für sie wie ein Fels in der Brandung. Nach der schockierenden Erfahrung der Vergewaltigung und des Mordes aus Notwehr, beschließt sie das Leben als Prostituierte zu beenden und einen richtigen Job zu bekommen, um für sich und Selby zu sorgen und Selbys Wünsche zu erfüllen. Sie bekommt keinen Job und muss auch auf Selbys Drängen hin wieder anschaffen gehen. Als sie in eine Situation gerät, die sie an die letzte Vergewaltigung erinnert, zieht sie aus Angst ihre Waffe und drückt ab. Durch dieses Ereignis und die naiven Wünsche von Selby ein Haus am Strand zu haben, nach ‚Fun World' zu fahren, beginnt sie jeden umzubringen, um an das benötigte Geld zu kommen und um sich für alles was ihr angetan wurde zu rächen. In ihrem Kopf entstehen schreckliche Bilder, die sie in jedem Freier zu erkennen scheint. Schließlich tötet sie sogar einen Mann, der ihr nur helfen wollte. Am Ende wird sie gefasst und von Selby aus Angst zur Mittäterschaft verurteilt zu werden, zu einem Geständnis gebracht, wodurch sie die Todesstrafe erhält. Charlize Theron hat für ihre Darstellung der Aileen Wuornos den Golden Globe bekommen und ist für den Oscar nominiert. Als sie als ‚weiblicher Mann' in den ersten Bildern des Filmes zu sehen war, habe ich gedacht, dass dies nie funktionieren würde, dass es zu übertrieben wäre. Doch sie hat es durchgezogen und obwohl ich ab und zu dachte: Das ist Charlize Theron, diese wunderschöne Frau aus Filmen wie "Gottes Werk und Teufels Beitrag" und "Sweet November", jetzt mollig, strähnige Haare, Zahnprothese, ungeschminkt(?), hat sie mich überzeugt. Sie kann mehr als nur schön sein. Den Oscar hätte sie auf jeden Fall verdient. Patty Jenkins hat mit ihrem Erstlingswerk einen schockierenden, doch eigentlich auch wundervollen Film geschaffen. Sie erspart den Zuschauern nichts, auch wenn es nicht immer alles gezeigt wird, so reicht doch die Untermalung mit perfekt eingesetzten Toneffekten oder durch die Erzählungen der Off-Stimme und der Zuschauer weiß genau, welche Bilder Patty Jenkins und ihr Team damit suggerieren wollten. Unbedingt sehenswert!

 

Gesehen von Kathrin Metzner

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