The Hired Hand

 

Retrospektive, Regie: Peter Fonda Auf dem Weg zur kalifornischen Küste, nach sieben langen Jahren, in denen Harry und Arch gemeinsam das Land durchritten, entschließt sich der müde gewordene Harry zurückzukehren. Er findet sich an einem verlassenen, öden Fleck in Mexiko wieder. Ein Dorf, durch das er vor drei Jahren schon einmal geritten war. Er fasst den Entschluss, sein Umherziehen zu beenden, um zurückzugehen zu Farm, Frau und Kind. Erschöpft vom Reisen und es Leid ewig im Dreck zu schlafen, will er sich nun auf den sieben Jahre langen Weg machen, seine neue - alte Sehnsucht zu stillen. Arch, der sich ihm anschließt, kann es verstehen und so reiten sie gemeinsam - ein letztes Mal. Bei Hannah, Harrys Frau eingetroffen, erbitten sie sich als "Hired Hand" arbeiten zu dürfen und bleiben. In der Rolle eines einfachen Arbeiters und nicht als wieder gefundener Ehemann beginnt Harry neues Vertrauen in Hannah zu wecken. Er verspricht ihr für immer zu bleiben und sie nicht mehr zu verlassen. Doch nachdem Arch das neu wachsende Familienglück verlässt, gerät er in die Hände eines Mannes, der noch eine Rechnung mit Harry zu begleichen hat. Ein Bote droht, Arch alle Finger abzuschneiden, wenn er sich nicht stellt. Kaum heimgefunden, sieht sich Harry nun zerrissen zwischen seiner Familie und der alten bestehenden Freundschaft zu Arch. In einer größeren Schuld fort zu gehen statt zu bleiben, reitet Harry los seinen langen Weggefährten zur Seite zu stehen. Prophezeit von Hannah, er werde niemals bei ihr bleiben, macht er sich auf den Weg ins mexikanische Dörfchen. In einem Showdown ohne große Inszenierung, verliert er dabei sein Leben. Am Ende befreit, kehrt Arch zurück zur Farm, mit einem reiterlosen Pferd im Schlepptau. "The Hired Hand" ist ein Beispiel, für eine großartige Weise einen Western zu erzählen. Der Film besticht durch seine unheimlich, kraftvolle Art der Bilder. Wasser, Sand, Wind und Wolken treiben zusammen mit Reitern und Pferden, auf ihrem Weg, irgendwohin. Lange, langsame Überblendungen aus manchmal sechs Einstellungen und Bildern, führen zu einem unglaublich wirkenden Sehereignis. Zerstrahlte Reflexionen im Wasser bilden Hintergründe für die Nahaufnahmen der gezeichneten Gesichter, ruhloser Outlaws. Akribische Montagen vermitteln den Anschein, als ritten sie direkt durch die Wolken. "The Hired Hand" spielt mit den Eindrücken, die man gewinnt, wenn man sich traut etwas genauer hin zu schauen. Aber auch inhaltlich wirkt "The Hired Hand", das Regiedebüt Peter Fondas, befreiend und revolutionär, was die Klischees dieses Genres als auch die Rolle Vera Blooms angeht, deren Frauengestalt im Film einen ungewöhnlich immensen Angelpunkt bildet. Zusätzlich zur hervorragenden Bildmontage Frank Mazzolas (Fonda plante ursprünglich die Szenen einfach aneinander zu schneiden), muss Langhornes eindringliche aber schlichte Art der musikalischen Untermalung erwähnt werden. Warum "The Hired Hand" vom damaligen Publikum nicht in entsprechenden Maßen gewürdigt wurde, liegt wohl tatsächlich daran, dass Fonda in seinem Western komplett auf Lederjacke und Motorrad verzichtete! Heute jedoch wissen wir es besser. "The Hired Hand", für meine Begriffe absolut sehenswert.

 

Gesehen von Stefan Banas

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