The Big Bad Swim

 

The Big Bad Swim

Daten

The Big Bad Swim

USA 2006

REGIE: Ishai Setton
DREHBUCH: Daniel Schechter
KAMERA: Josh Silfen
SCHNITT: Ian B. Wile
DARSTELLER: Paget Brewster, Jeff Branson, Jess Weixler, Avi Setton

 

American Independents Regie: Ishai Setton Wasserscheue Menschen nehmen an einem Schwimmkurs teil, lernen sich kennen und bauen Beziehungen zueinander auf. Der Film beginnt seicht, vielleicht flach. Hat man doch das Gefühl in einer dieser typischen amerikanischen „Menschen-die-wie-aus- dem-Katalog-aussehen- agieren-in-gleichmässig- ausgestrahlten-Räumen- und-erzählen-sich- Banalitäten"-Filme zu sitzen. Da gibt es die attraktive Blondine, die nachts per Perücke ihre Identität wechselt und in einem Nachtclub strippt, die immer frisch frisierte Brünette, die mit ihrem strahlenden Zahnarztlächeln ihre Schüler unterrichtet, den Naturburschen, der den Schwimmmeischter mit sexy Body mimt und noch allerlei andere Schönlinge, die den Film rahmen. Aber es will einem einfach nicht gelingen sich über diese Oberflächlichkeiten zu ärgern. Langsam wickelt einen der Film mit seinem stillen Humor, guten Pointen und glaubhaft gezeichneten Charakteren ein. Man kann das Geschehen nachvollziehen und lässt sich fallen in die Welt der leichten Gefühle. An keiner Stelle versucht der Film krampfhaft etwas zu erklären, warum die Blondine zum Beispiel strippt usw. In dieser hermetischen Welt funktionieren die Figuren einwandfrei und lassen, durch ihr - zugegebenermaßen - nur größtenteils subtiles Spiel, Tiefe durchschimmern, welches das Interesse des Zuschauer aufrechterhält. Aber es wird niemals schwer und bleibt nie ganz oberflächlich, wird manchmal traurig, manchmal lustig und immer unterhaltend. Es gibt keine großen Probleme und es gibt keine großen Lösungen, aber man hat ein Dauerlächeln im Gesicht, so dass man über leichte Unsicherheiten in der Bildkadrierung hinweg sehen kann. Der Film endet immanent zu seiner Erzählstruktur. Das latente Bedürfnis der Blondinen, Brünetten und sexy Bodies nach Beziehungen führt sie zueinander. Ihre angedeutete Beziehungsunfähigkeit jedoch lässt immer eine Ungewissheit. Ihre Beziehungen bleiben bis zum Ende in der Schwebe, während der Zuschauer sich vergnüglich aus seinem Sessel schwingt, um genüsslich, beflügelt von der ganzen Leichtigkeit des Seins, um die Ecke ein Schokoeis mit riesiger Sahnehaube zu verschlingen. Wasserscheue Menschen nehmen an einem Schwimmkurs teil, lernen sich kennen und bauen Beziehungen zu einander auf. Das ist alles und doch so viel mehr als manch andere aktuelle „Ein-Pärchen-läuft-durch-eine-französische-Metropole-und-versucht-uns-die-Welt-zu-erklären"-Machwerke.

 

gesehen von Johannes von Alten

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