Apocalypto

Daten

Apocalypto

135 Min., USA 2006

REGIE: Mel Gibson
DREHBUCH: Mel Gibson, Farhad Sarfinia
KAMERA: Dean Sammler
SCHNITT: Kevin Stitt, John Wright
MUSIK: James Horner
DARSTELLER: Rudy Youngblood, Dalia Hernandez, Jonathan Brewer, u.a.

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Regie: Mel Gibson Kinostart: 14. Dezember 2006 Wäre Mel Gibson Koch, gäbe es in seiner Küche Camembert auf Steak Tartar. Kein anderer Regisseur vermag schleimige Pathetik mit roher Gewalt so darzustellen wie er und kein anderer schafft es, Stimmungen so zu mischen. Gibson, der auch schon in der "Passion Christi" nicht vor Explizitem zurückschreckte, betritt hier ähnliche Pfade und konstruiert ein Geschichtsepos mit gnadenloser Authentizität.

Ein Maya-Stamm im Dschungel in Mittelamerika. Leider verderben hier schon zu Beginn Jackass-angehauchte Witze (dessen Humor die Maya bestimmt geteilt hätten) die Stimmung. Als ein feindlicher Stamm das Dorf zerstört, versteckt der Protagonist seine Familie in einem Erdloch und wird kurz darauf mit dem Rest zur Geisel genommen. Als er durch einen glücklichen Zufall dem Opferungsritual entkommt, entflammt in ihm die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit seiner bla bla bla.

Spätestens hier fängt der Käse an zu schmelzen. Die Widmung am Ende des Films an Abel (Ja, der Bruder von Kain), zeigt Gibsons Motivation, einem Charakter kreativ auf den Grund zu gehen. Anstatt die Geschichte real nachzuvollziehen und ein geschichtlich wertvolles Werk für die Nachwelt zu hinterlassen, in dem der Zuschauer Einblicke in die menschliche Vergangenheit werfen kann, verfährt sich Gibson in einer Hollywood-typischen "Charakterstudie", die wohl durch profane Darstellung hervorstechen will, aber letztlich nur in einer Pfütze voll Schleim endet. Polarisierende Charaktere, böse und gut, haben bei "Star Wars" und "Sin City" funktioniert, hier sind sie langweilig. Auch wenn das Handwerk mehr als solide ist, bleibt leider nicht das Ende des Films dem Zuschauer im Gedächtnis, sondern die geschichtsnahe und brillante Darstellung der magischen, aber auch brutalen Maya-Kultur, die den Film letztendlich ein Stück aus dem Schleim zieht.

 

gesehen von Maximilian Haslberger

 

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