DER FANTASTISCHE MR. FOX

 

DER FANTASTISCHE MR. FOX

Daten

DER FANTASTISCHE MR. FOX

88 min. USA 2009

REGIE: Wes Anderson
DREHBUCH: Wes Anderson, Noah Baumbach
KAMERA: Tristan Oliver
SCHNITT: Andrew Weisblum
MUSIK: Alexandre Desplat

SPRECHER: Original: George Clooney, Meryl Streep, Jason Schwartzman, Bill Murray, Willem Dafoe; Deutsche Synchronisation: Christian Berkel, Andrea Sawatzki, Reiner Schöne, Joachim Tennstedt, Michael Pan

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Regie: Wes Anderson Kinostart: 13. Mai 2010 Die Technik schreitet unaufhaltsam voran. Im Film werden schon Schauspieler durch animierte Figuren ersetzt und im Computer entstehen unglaubliche, neue Welten, bei denen uns Zuschauern die Münder offen stehen sollen. Allerdings bewiesen schon im Jahre 1993 Henry Selick und Tim Burton mit ihrem Kultfilm „A Nightmare before Christmas", dass altbewährte Handwerkskunst im Film an Charme einfach nicht zu überbieten ist.
Die perfekten und aalglatten Charaktere von Pixar und Co. mögen für Animationsfetischisten vielleicht nie da gewesene Höhepunkte bieten, allerdings fehlt diesen Figuren einfach die Seele.
Regisseur Wes Anderson, der sich mit „Der Fantastische Mr. Fox" an seinen ersten (Stop-Motion-) Animationsfilm wagt, geht sogar noch einen Schritt weiter, bzw. zurück. Die Bewegungen seiner Figuren sind ein wenig grober als bei modernen Stop-Motion-Filmen. Außerdem verzichtete man auf viele nachträgliche Computereffekte wie z.B. bei Coraline. Man sollte nur das auf der Leinwand sehen, was man auch selbst in Handarbeit gefertigt hatte. Mr. Fox (George Clooney/Christian Berkel) lebt mit seiner Frau Mrs. Fox (Meryl Streep/Andrea Sawatzki), seinem Sohn Ash und seinem Neffen Kristoffersen in einem großen Baum, der in der Nähe der Farmen der drei Bauern Boggis, Bunce und Bean steht. Es ist ein beschauliches Leben für die Familie, aber in Mr. Fox kommen mit der Zeit, animalische Instinkte durch, die sein Leben und das seiner ganzen Familie in Gefahr bringen. Eines Tages beschließt er sein Dasein als Zeitungskolumnist für einen Moment zu vergessen und seine alte Berufung als Hühnerdieb wieder aufzunehmen indem er die drei fiesen Bauern bestiehlt. Es läuft auch anfangs alles wie geschmiert und Mr. Fox kommt mit fetter Beute nach Hause, allerdings finden Boggis, Bunce und Bean, die Raubzüge des listigen Tieres kein bisschen komisch und beschließen kurzerhand den Vierbeiner aus dem Weg zu räumen. Für die Familie Fox beginnt nun ein Kampf ums Überleben, dem sich schon bald auch die restlichen Tiere des nahegelegenen Waldes stellen müssen. Bald kämpft man mit vereinten Kräften gegen die drei skrupellosen Bauern, die immer schwerere Geschütze auffahren um dem Hühnerdieb den Garaus zu machen. Roald Dahls († 1990) Originalgeschichte des fantastischen Mr. Fox wäre für einen abendfüllenden Spielfilm doch ein wenig kurz gewesen. So mussten Wes Anderson und sein Drehbuchautor Noah Baumbach viele neue Ideen in den Film mit einbringen, z.B. wurden die namenlosen Kinder von Mr. Fox und Mrs. Fox auf einen Sohn namens Ash reduziert, der dafür mit eigener Persönlichkeit und einem Anteil an der Geschichte ausgestattet wurde. Als echten Kinderfilm kann man den Fantastischen Mr. Fox eigentlich nicht bezeichnen. Nicht, dass Kinder an diesem Werk keine Freude haben würden, aber der Humor des Films richtet sich doch eher an Erwachsene. Und witzig ist der Film auf jeden Fall. Erwartet man ein beschauliches Märchen im Stile alter Disney-Klassiker, mit einem gelegentlichen Schmunzler und einer netten Gesangseinlage zwischendurch, wird man schon nach kurzer Zeit eines Besseren belehrt. Genialer Wortwitz, simpler, aber herrlicher Slapstick, oder gelungene Situationskomik, hier wird dem Zuschauer alles geboten, um das Zwerchfell mal ordentlich zu bearbeiten. Wenn sich die Protagonisten in ihren maßgeschneiderten Anzügen ihre 'Banditenhüte' aufsetzen, die fiesen Farmer einen neuen noch gemeineren Plan aushecken oder Mr. Fox einen seiner zynischen Kommentar ablässt, sollte kein Auge trocken bleiben. Wie beinahe jeder Animationsfilm wurde auch Mr. Fox mit sehr viel Liebe zum Detail gemacht und seine Kulissen und meist pelzigen Figuren sind ein echter Augenschmaus. Wer in Genuss des Originaltons kommt, darf sich über die Stimmen von George Clooney (Mr. Fox), Bill Murray (Badger der Dachs), Willem Defoe (die Ratte) und einigen anderen Hollywoodstars freuen, aber auch die deutsche Synchro kann sich sehen, oder besser hören lassen. Allen voran überzeugt Christian Berkel [Inglourious Basterds (2009), Der Untergang (2004)] als Mr. Fox, aber auch Andrea Sawatzki, Reiner Schöne (Ratte), Joachim Tennstedt (Badger), Michael Pan (Kylie) und die vielen Anderen machen ihre Sache wirklich gut. Ein rundum gelungenes Animationsfilm-Debüt von Wes Anderson. Ein Riesenspaß!

 

Gesehen von Mark Zaschka

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