Goodbye, Lenin

 

Regie: Wolfgang Becker / Wettbewerb / 11.02.2003 Ostberlin, Ende der 80er Jahre - Alex lebt mit seiner Schwester und seiner Mutter zusammen in einer Plattenbausiedlung. Nach der Flucht des Vaters in den Westen wendet sich Alex Mutter einer neuen Liebe zu, der Liebe zum sozialistischen Vaterland. Obwohl Alex ein besonders enges Verhältnis zu seiner Mutter hat, kann er ihre Vorliebe für den Sozialismus nicht teilen. Bei einer Demonstration erleidet sie einen Herzinfarkt und fällt für 8 Monate ins Koma. Den Mauerfall 1989 und den Siegeszug des Kapitalismus erlebt sie nicht mit. Als sie schließlich aus dem Koma erwacht, existiert die Welt die sie bisher kannte nicht mehr. Da ihr Gesundheitszustand weiterhin bedenklich ist und Alex sie nicht mit der Realität konfrontieren möchte, fängt er an ihr in den eigenen vier Wänden das Fortbestehen des Sozialismus vorzutäuschen. Alles soll so sein, wie zu dem Zeitpunkt als sie die Wohnung verlassen hat. Doch dies gestaltet sich nicht so einfach wie Alex annimmt, denn die altbekannten Lebensmittel und vertrauten Fernsehsendungen gibt es nicht mehr. So sieht sich Alex gezwungen Lebensmittel umzufüllen, Nachbar zu mobilisieren, alte Klamotten aufzutreiben. Das Ganze entwickelt sich immer mehr zu einem Selbstläufer, der droht aus dem Ruder zu laufen und schließlich Alex Erfindertum deutlich herausfordert. "Goodbye, Lenin" ist ein äußerst gelungener Film mit viel Liebe zum Detail, bewegender Musik und ergreifenden Bildern. Immer wieder finden Dokumente der Zeitgeschichte Einzug in die fiktive Handlung, durch die man unweigerlich an einer kleinen Zeitreise teilnimmt. Sehr amüsant aber auch rührend sind Alex Versuche (überzeugend gespielt von Daniel Brühl) den Sozialismus für seine Mutter aufrecht zu erhalten. Nicht entgehen lassen!

 

Gesehen von Birgit Bagdahn

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