Grüsse aus Dachau

 

Regie: Bernd Fischer / Perspektive Deutsches Kino / 11.02.2003

Die Dokumentation beginnt mit einer Postkartenlandschaft und trägt dazu den passenden Titel "Grüsse aus Dachau". Alles erscheint völlig normal, wäre da nicht der Name der Stadt und die Gedenkstelle des Konzentrationslagers Dachau. Doch wie gehen die Bewohner heute mit der Geschichte ihrer Stadt um?

Dieser Frage ist der Dachauer Regisseur Bernd Richter nachgegangen. Für die meisten der Bewohner ist die KZ-Gedenkstelle Alltag geworden. Den Rummel um ihre Stadt kennen sie bereits. Doch für einige existiert das Wort Alltag und Normalität in nur abgeschwächter Form. Max Mannheimer ist einer von ihnen, er hat das KZ überlebt und beschäftigt sich noch heute jeden Tag bei seinen Führungen durch das Konzentrationslager mit dem Thema.

Bernd Fischer zeichnet von seiner Heimatstadt ein liebevolles Porträt, dass sowohl die lustigen, aber auch die traurigen Seiten vereint. Aufgrund der Ehrlichkeit seiner Bilder gelingt ihm die Gradwanderung zwischen beidem sehr gut. Dachau ist keine Stadt wie jede andere, auch die Bewohner sind es nicht. Oder etwa doch?

 

Gesehen Birgit Bagdahn