Moonlight Mile

 

Regie: Brat Silberling / Panorama-Special / Deutschlandpremiere 09.02.2003 Der Film "Moonlight Mile" - so in großen Lettern nach dem Abspann zu lesen - ist der großen Liebe gewidmet. Und zwar der, die von uns gegangen ist und der, die noch kommt. Es geht also um Verlieren und Finden, um Trauer und Glück. Die Handlung ist schnell erzählt: Junge verliert Mädchen, trauert mit ihren Eltern und wird deren Ziehsohn. Eltern sind dann recht enttäuscht, als sie erfahren, dass 1. der Junge mit ihrer Tochter zum Zeitpunkt ihrer Ermordung schon Schluss gemacht hatte und 2. der Junge eine Neue hat. Schlimm, schlimm, aber am Schluss kann dann Wahrheit und Offenheit alle Gemüter wieder erhellen. Brat Silberling wollte den Gegensatz von Trauer und Glück auf die Leinwand transportieren indem er -ganz in der Tradition der französischen Tragikomödie - Komik und Tragik miteinander zu verbinden suchte. Ich weiß nicht warum, aber daran scheitern US-amerikanische Hollywoodregisseure in erschreckender Regelmäßigkeit. Silberling gelingt es anfangs jedoch recht gut: Der Film eröffnet mit einer Beerdigungsfeier. Eine dickliche Trauertante beugt sich zu einem Hund und meint betroffen, dass selbst der Hund krank aussehe an diesem traurigen Tage, woraufhin der Hund Sie melancholisch anblickt und anfängt, in hohem Bogen zu kotzen. Hervorragend! Doch nun nimmt die erfrischende Situationskomik nach und räumt das Feld für Großaufnahmen der schluchzenden Hauptdarsteller. Und schon wird der Film so berechenbar wie die Außenpolitik der US-Regierung: Am Schluss wird ein jeder wissen, was er falsch gemacht hat und schon ist das Leben wieder lebenswert. Dies wäre ein guter Schlusssatz, ich möchte jedoch noch anmerken, dass ich es am Ende des Films, dem Hund der Anfangsszene gerne gleich getan hätte, konnte mich jedoch angesichts der Tatsache, dass der Hauptdarsteller des Films, Dustin Hoffmann, anwesend war, zurückhalten.

 

Gesehen von Daniel Vogelmann

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