Zoomania

Daten

108 Min., USA 2016

REGIE: Byron Howard, Rich Moore, Jared Bush
DREHBUCH: Jared Bush, Phil Johnston
PRODUZENTEN: Clark Spencer, John Lasseter
SCHNITT: Fabienne Rawley
MUSIK: John Powell, Michael Giacchino
KÜNSTLERISCHE LEITUNG: Matthias Lechner

SPRECHER: Josefine Preuß, Florian Halm, Rüdiger Hoffmann, Frederick Lau, Ralph Ruthe, Davis Schulz, etc.

Foto: Walt Disney Studios

 

Regie: Byron Howard, Rich Moore, Jared Bush
Kinostart: 3. März 2016

 

In Zoomania kann jeder alles werden! Doch geht ein Hase als Polizistin und ein Fuchs an ihrer Seite nicht doch zu weit?...

 

Inhalt:

Judy Hopps ist eine typische Häsin vom Lande mit über 200 Geschwistern und Karotten anbauenden Eltern. Hier wird jeder Hase Karottenbauer und eigentlich haben sich Judys Eltern auch für sie dieses sichere Leben gewünscht. Doch Judy hat einen anderen Plan und ist fest entschlossen, Polizistin in der Metropole Zoomania zu werden. Dort kann nämlich jeder alles sein. Dieses Ziel kann sie auch umsetzen, doch die Ankunft im neuen Job ist sehr ernüchternd. Sie wird als Politesse zum Strafzettel schreiben angewiesen.

 

Doch mit viel Hartnäckigkeit schafft sie es schließlich doch, sich einen scheinbar unbedeutenden, kleinen Fall aus einer Entführungsreihe, bekommt 48 Stunden ihn zu lösen und gerät in eine Kriminalgeschichte, die weit größer ist, als anfänglich angenommen...

 

Kritik:

Wie immer bei Disney Animationsfilmen sind auch bei Zoomania die Animationen sehr genau, sorgfältig und bis ins kleinste Detail perfekt. Für die Mähne des Bürgermeisters wurde beispielsweise die gleiche Software verwendet, die für "Die Eiskönigin" entwickelt wurde. Bei Großaufnahme sieht man bei allen (haarigen) Tieren jedes einzelne Haar. Das gibt dem ganzen das gewisse Extra, was die Filme (für Animationsfilme) unglaublich realistisch macht.  Auch gibt es wieder viele Einzelheiten, wie verschieden große Türen, die Hamsterwelt und, und, und, die typisch für Disney sind und so sehr viel Freude am Suchen und Finden macht.

 

Die erzählte Story ist nicht sonderlich überraschend, sondern folgt wieder der klassischen Heldengeschichte und man kommt relativ schnell dahinter, wer hier der "Böse" ist. Da die ganze Geschichte aber sehr ulkig erzählt wird und es immer was zu lachen gibt, wird sie trotzdem nicht langweillig und ist (vor allem für Kinder) noch spannend. Erwachsene können sich besonders über die vielen Referenzen auf andere Filme und Serien (z.B. der Pate, Breaking Bad) freuen. Auch ist der Film (was Disney gerade in den letzten Filmen gerne mal macht) gerne mal selbstironisch und nimmt das eigene Genre auf den Korn.

 

Neben der oberflächlichen Story arbeitet der Film jedoch auch mit dem Thema Rassismus und Vorurteilen und weiß geschickt Kindern von einem Thema zu erzählen, was in der USA, aber auch in Deutschland, noch aktuell ist. Diese kindgerechte Aufarbeitung passt nicht nur zur Geschichte, sondern erzählt auch unkompliziert, wie man mit anderen umgehen sollte - ein großer Pluspunkt für den Film.

 

Natürlich gibt es in jedem guten Kinderfilm ein Lied von einer mal mehr, mal weniger bekannten Sängerin, das für Stimmung sorgt und gleichzeitig ordentlich die Verkaufszahlen des Soundtracks pusht. Bei "Zoomania" ist das "Try Everything" von Shakira. Alle Shakira- und Gute-Laune-Song-Fans werden sicherlich viel Freude an dem Song haben. In der "Kinderfilm-Song-Konkurrenz" liegt das Lied eher durchschnittlich und hat nicht so viel Power wie beispielsweise "Everything is awesome" vom Lego Movie.

 

Die deutschen Synchronstimmen sind gut besetzt, Josefine Preuß als Judy Hopps und Florian Halm als Nick Wilde überzeugen als lustiges Team. Nach "Die Hebamme II" ist es nett, Josefine Preuß wieder in einem Kinderfilm zu sehen/hören. Außerdem werden durch Rüdiger Hoffmann (als Faultier Flash) und Frederick Lau (als Yax) lustige Akzente gesetzt, die allein für sich schon herrlich sind.

 

Auch das 3D wurde in diesem Film sehr gut umgesetzt. Ich hatte weder Augen- noch Kopfschmerzen und kein verschwommenes Bild bei schnellen Bewegungen. Allerdings hatte man nach dem Tragen der besseren, aber schwereren Brillen, Abdrücke auf der Nase und Brillenträger hatten nach wie vor der ungemütlichen Schwere von zwei Brillen auf der Nase - Trotzdem: das beste 3D-Erlebnis bisher.

 

Die Kinder im Kino haben sehr gelacht, an manchen Stellen haben die Erwachsenen sogar noch mehr lachen können. Insgesamt eine solide Leistung, die nicht zu meinem Lieblings-Disneyfilm werden wird, in der technischen Umsetzung jedoch alle übertrifft. Eine tolle Geschichte, viele lustige Momente und die Liebe zum Detail machen "Zoomania" definitiv zu einem Film, den man sich auf alle Fälle anschauen sollte.

 

Gesehen von Theresa Koehnsen.