Ein Hologramm für den König

Daten

108 Min., USA, Deutschland 2016

REGIE: Tom Tykwer
PRODUKTION: Stefan Arndt, Gary Goetzman, Arcadiy Golubovich, Tom Hanks, Uwe Schott, Tom O'Hair
DREHBUCH: Tom Tykwer
KAMERA: Frank Griebe
SCHNITT: Alexander Berner
MUSIK: Johnny Klimek, Tom Tykwer

DARSTELLER:Tom Hanks, Tom Skerritt, Sarita Choudhury, Alexander Black, etc.

Foto: 20th Century Fox PresseService

 

Regie: Tom Tykwer
Kinostart: 28. April 2016

 

Alan Clay reist nach Saudi-Arabien, um dem König ein Hologramm zu verkaufen und scheint alles zu bekommen, nur nicht das...

Inhalt:

Der Vertreter Alan Clay hat eine letzte Chance, seinen Job zu retten. Er soll dem saudi-arabischen König für eine moderne Wirtschaftsmetropole, die in der Wüste errichtet werden soll, eine innovative Hologramm-Kommunikationstechnologie verkaufen. Doch der König erscheint nicht. Auch sonst sind in der Geisterstadt die meisten alles andere als kommunikationsfreudig. So vergehen die Tage in einem provisorischen Zelt. Während Alan wartet, freundet er sich nach und nach mit dem Fahrer Yousef an und lernt die hübsche Ärztin Zahra kennen. So lernt Alan einerseits eine ganz andere Kultur mit ihren Bräuchen und Eigenarten kennen - und gleichzeitig sich selbst von einer neuen Seite. So steht der Verkauf an den König bald gar nicht mehr im Vordergrund seiner Reise...

 

Kritik:

Tom Hanks ist fantastisch und tiefsinnig wie immer. Umgeben ist er von wengier bekannten Schauspielern mit ebenso viel Talent und Muse. Doch Hanks steht stets im Vordergrund und wird durch die anderen nur ergänzt.

 
Obwohl Tom Hanks normalerweise meist Charakterschauspieler in Blockbuster ist, ist es ihm gelungen, auch in einem ruhigen Film zu überzeugen, der nicht auf Größe und Story-Gewalt aus ist und somit auch nicht gleich flach wie ein Heilbutt wird. An Tom Hanks, beziehungsweise die Sichtweise seiner Rolle, Alan Clay, passt sich die gesamte Geschichte und Erzählweise an. Der Film ist eher von der langsamen Art. Der Zuschauer wartet, ganz wie Alan, darauf, dass etwas passiert. Die Erzählung schwankt regelmäßig von lustig zu traurig. Wie sich Alan auch fühlt. Überfordert in einem fremden Land, verzweifelt, weil das Leben daheim in der USA in Trümmern liegt, mit nur wenigen Lichtblicken in der heißen, hellen Wüste. Diese hält der Film sehr gut und eindrucksvoll fest. Die vielen Aufnahmen der Landschaft sind unglaublich ästhetisch und führen durch ein wunderschönes Land. (Eigentlich nicht Saudi-Arabien, sondern Marokko, trotzdem schön).
 
Interessant ist auch die Themen, die er nur nebenher behandelt: das Leben in einer Monarchie, wie sich westliche Menschen an die Regeln des Staates halten (Alkohol trinken zum Beispiel) und wie die Frau in einem technisch gesehen modernen Staat gesehen und behandelt wird. Durch die Ärztin wird man auch ein wenig beleuchtet, was frau tun kann, um ihre Freiheiten in der von Traditionen geprägten Gesellschaft zu erhalten.
 
Insgesamt ist der Film eher ein einfacher, aber wunderschöner Film von der leichten Anmut Saudi-Arabiens und der Entwicklung in technologischer und gesellschaftlicher Hinsicht. Tom Hanks überzeugt wie so oft und wird von seinen Co-Darsteller gut unterstützt. Ähnlich wie "Fischen in Jemen" zeigt er den Kulturclash, wenn jemand aus der westlichen Welt auf das Land und die Bräuche des Orients stößt. Fans dieses Films werden sich sicherlich auch an "Ein Hologramm für den König" erfreuen.

 

Gesehen von Theresa Koehnsen.