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Neugierige Kekse

Während hierzulande Polizei und Behörden bei Ermittlungen oft hilflos vor Datenschutzregelungen kapitulieren müssen, wodurch Straftäter entkommen, haben Social Media Unternehmen alle Schutzwälle längst eingerissen. Fast alle Webseiten fordern mehr oder weniger detailliert Genehmigungen für Cookies ein, welche unser Surfverhalten, unsere Interessen und Vorlieben präzise analysieren und weitgergeben. Wer dies verweigert, kann entweder gar nicht oder nur eingeschränkt auf die Inhalte zugreifen. Dass wir überhaupt um Einwilligung gefragt werden, verdanken wir gesetzgeberischen Vorschriften der Europäischen Union, die allerdings durch die Seitenanbieter und allzu nervige, nicht selten hunderte einzelne Auswahlklicks erfordernde Abfrageseiten adabsurdum geführt werden. Niemand hat Zeit und Nerv all diese Optionalen Cookies zu prüfen und abzuwählen. Die meisten wählen dann genervt schlicht "Alle Cookies zulassen" aus, um schnell an die gewünschten Inhalte zu gelangen.

Inzwischen arbeitet die EU an einer Neufassung, bei der geregelt werden soll, dass "Technisch notwendige Cookies" nicht mehr einzeln abgefragt werden, sondern automatisch erlaubt sind und dass andere Dinge, die man ablehnt, pauschal im Browser für alle Seiten abgelehnt werden können.

 

Langsame Gesetzgeber

Früher hätte es wenig Sinn ergeben, doch dank Künstlicher Intelligenz ist es für die Konzerne inzwischen einfach und höchst effizient, Bildinhalte der User auszuwerten. Komplexer ist es da offenbar mit Social Media, ständig werden neue Funktionen implementiert, die Gesetzgeber kommen gar nicht mehr hinterher oder heben sogar, wie in den USA, bestehende Schutzregelungen der User einfach auf. Und so platzieren die großen Anbieter ihre Einbrüche in die Privatsphären von uns allen vorzugsweise im Kleingedruckten ihrer Geschäftsbedingungen, welche niemand wirklich liest. Oder sie verknüpfen sie mit angebotenem zusätzlichen Speicherplatz in der firmeneigenen Cloud, vordergründig um bessere Services anbieten zu können. Kaum Jemand denkt darüber nach, wozu man da eigentlich noch so allem zustimmt.

Außer fleißige Journalisten die dann plötzlich darauf stoßen, dass etwa Facebook, Insta und Whatsapp (Alles Apps von Zuckerbergs "Meta") auf sämtliche Fotos, die man auf seinem Handy gespeichert hat, zugreifen und diese analysieren wollen. Also nicht etwa nur die Bilder, die man beispielsweise per Whatsapp versendet oder erhalten hat, sondern auf alle Bilder und seien sie noch so privat! Im Sommer 2025 testet Facebook eine solche Funktion bei einigen Usern auf Anfrage. Bei den bisherigen Testanfragen dieser ausgewählten Gruppe kann diese Funktion auch deaktiviert werden. Doch die Bemühungen sind offenbar da und sie werden ausgetestet.

 

Dunkle Clouds

Im Falle von Facebook nennt sich das dann "Cloud Processing", ob sich jeder der dieser neuen Funktion zustimmt, darüber im Klaren ist, dass das bedeutet, dass Bilder aus dem Foto-Ordner des Smartphones ungefragt in eine Facebook-Cloud wandern. Ja, ganz nett, dass daraus dann Rückblicke und Bildercollagen generiert werden, doch Facebook dürfte dann mit diesen Bildern, die es selbst vom Handyspeicher auswählt, die hauseigene KI trainieren, darf Gesichter, Metadaten wie Aufnahmedatum, Aufnahmeort, abgebildete Personen oder Objekte uneingeschränkt auswerten. Eigentlich perfekt, auch um Kundenprofile zu erstellen, oder? Noch befindet sich das Ganze in einer Testphase und nicht Jeder kommt damit in Berührung.

Veröffentlichungen in Social Media sind grundsätzlich mit einem Verlust der Nutzungsrechte an Bildern, Videos, Tönen  und Texten verbunden, man kennt das auch von YouTube Videos. Der nächste Schritt, auch generell auf alle einfach nur mit der Kamera gemachten Bilder und Videos des Smartphones zugreifen zu können, erinnert doch sehr an totalitäre Staatsfantasien.

Wie mühsam war das doch früher in analogen Zeiten: Einbrecher mussten gut gesicherte Türschlösser aufknacken, in Räumen alles durchwühlen bis sie private Fotoalben fanden, mussten diese im Taschenlampenlicht durchsuchen, Bilder abfotografieren um dann hoffentlich unerkannt entweichen zu können. Und falls sie doch erwischt wurden, wurden sie verhaftet, verurteilt und bestraft. Heute werden die digitalen Einbrecher nicht nur nicht bestraft, sondern sogar noch reicher und mächtiger...

 

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