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Eine ältere Aufnahme in Standard-Definition. Rechts die Person in ursprünglicher, normaler Auflösung, in der Mitte hat die KI von Premiere Pro beim Gesicht nachträglich mehr Details hinzugefügt

 

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Es ist atemberaubend, wie die Möglichkeiten der KI die Bildbearbeitung unserer Zeit verändern und vieles, was gerade noch in der Bearbeitung von Fotos beeindruckt hat, ist kurz danach auch für Videobearbeitung verfügbar. So viele Videos sind nicht in den aktuellen Auflösungen HD oder 4K vorhanden, oft genug war auch die Schärfe nicht so optimal. Doch was tun, wenn man dennoch auf vielleicht wichtiges Material zurückgreifen möchte?

Adobe hat mit VideoGigaGAN eine KI- gestützte Technik angekündigt, mit der man Videos beeindruckend nachschärfen kann. Man kennt das seit Jahrzehnten von Photoshop,- Fotos schärfer zu machen, kennt so seine Grenzen und ist meist mit Artefakten verbunden. Kanten werden angehoben, allerdings alle, auch die, die man nicht verstärkt wissen möchte.

Nun hat Adobe sein neues VideoGigaGAN (General Adversarial Networks) angekündigt, welches ermöglichen soll, die Schärfe in Videoaufnahmen in Premiere Pro nachträglich spürbar zu erhöhen, ohne dass negative Effekte zu sehen sind. Das klingt vielversprechend und wird immer mal wieder gebraucht. Nicht nur, wenn die Schärfe bei Aufnahmen nicht ganz perfekt saß, sondern auch und vor allem, wenn man Material etwa mit niedrigerer Auflösung, upscalen möchte.

Das trifft natürlich auf jede Menge ältere Videos zu, die in Standard Definition (576 Zeilen und entsprechend 720 in der Horizontalen) gedreht wurden und die in HD oder gar 4K recht weich bis matschig aussehen. Das Besondere an diesem Verfahren liegt darin, dass es gleichzeitig nachschärft und Details hinzufügt. Das bedeutet, dass das System per Bilderkennung analysiert, welche Elemente leicht unscharf sind und sie per KI hinzufügt. Das funktioniert bei Hautstrukturen, feine Haaren, kleinen Fältchen etc. erstaunlich gut.

 

Einstellungssache

Ähnlich wie bei anderen visuellen Anwendungen der generativen KI werden hier unter Umständen auch Strukturen hinzugefügt, die vielleicht nie da waren, es handelt sich also durchaus auch um Veränderungen, die man als Anwender*In genau beobachten muss. In der Forensik oder auch bei hochwertigen Restaurierungen von alten Filmen verbieten sich diese Verfahren möglicherweise, weil sie Veränderungen in das Ursprungsmaterial einbringen.

Derartige Bildergänzungen können, wie so viele Angebote der KI auch Fehler hinzufügen, doch die bisherigen Tests und Beispiele von Adobe sind vielversprechend.

Damit eröffnen sich, insbesondere in der Bearbeitung von älteren Videos niedriger Auflösung erstaunliche Möglichkeiten. Wenn das Verfahren Premiere Pro oder After Effects hinzugefügt wird, können technisch unzureichende Aufnahmen auf eine neue Qualitätsstufe gehoben werden. Darüber, was unter ethischen Gesichtspunkten davon zu halten ist, wenn die KI bei Gesichtern und Körpern Ergänzungen vornimmt, wird sicherlich an anderer Stelle noch diskutiert werden. Ein verantwortungsvoller Umgang mit der neuen Technologie wäre ein erster Schritt.

 

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