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Seit 1949 existiert DER dänische Exportschlager schlechthin: LEGO. Die bunten Plastiksteine mit den ikonischen, von jedem Fuß gefürchteten Noppen fanden ab den 1950ern ihren Weg in die weltweiten Kinderzimmer und ermöglichten, wie wohl kein Spielzeug zuvor, die Erschaffung und Veränderung eigener Welten.

Diese Stärken machten den LEGO-Stein prädestiniert für kreative Projekte, darunter Stop-Motion. Erste solcher LEGO-Filme gab es bereits in den 1960er Jahren als deutsche Werbeclips, die vor Kinofilmen ausgestrahlt wurden. 1973 drehten die damals jeweils 10- und 12-jährigen Cousins Lars C. Hassing und Henrik Hassing auf Super 8 den ersten Amateur-Brickfilm: En rejse til månen (dt.: Eine Reise zum Mond). Der sechs-minütige Kurzfilm zeigt, wie Menschen (die noch mit den Klötzchen gebaut werden mussten – die berühmten Mini-Figuren kamen erst später) in einer Stadt per Bus zum Raumshuttle gebracht werden, gen Mond fliegen und schließlich wieder auf der Erde landen. Der Film erreichte sogar die LEGO-Chefetage und brachte den Kindern Tickets für das LEGO-Land, einen Fabrikbesuch und Sets ein.

Mit dem Aufkommen neuer und leistungsfähiger Amateurkameras erfuhr der Brickfilm dann ab den 1980ern einen Boost und wurde aufwändiger. Beispielsweise durch den, zwischen 1985 und 1989 entstandenen Kurzfilm „The Magic Portal“ des Australiers Lindsay Fleay. Dem Projekt war LEGO jedoch nicht wohlgesonnen und verklagte den Filmemacher. Nachdem LEGO sich schließlich aus dem Verfahren zurückzog, konnte der Film einige Jahre später veröffentlicht werden. 1985 drehte der US-Amerikaner Marc Leidy den Brickfilm "Lift-Off!", der durch seine Kamerarbeit neue Standards für die filmische Umsetzung der Brickfilme setzte. Leidy wurde einige Jahre später Teil des Entwicklerteams hinter dem LEGO-Videospiel "LEGO Alpha Team" (2001).

 

Der Weg in die Popkultur

Auch der Konzern selbst begann, eigene Brickanimation zur Bewerbung der LEGO Sport Champions Reihe zu erstellen. Weltweite Aufmerksamkeit erlangte das Genre schließlich durch das Musikvideo der UK-Dance-Gruppe Ether Real für deren Song Zap, in welchem unter anderem Francis Ford Coppolas „Apocalypse Now“ (1979) mit den Klemmbausteinen nachgespielt wird. Der Geruch von Anwaltspost lag daraufhin für den Filmemacher Daniel Betteridge am Morgen in der Luft, denn LEGO war auch hier nicht begeistert.

 

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Durch das Aufkommen des Internets wurde dann die Verbreitung wie auch Demokratisierung des Herstellungsprozesses durch technische Fortschritte von Brickfilmen noch einfacher, die Amateuren erste Schritte im Animations- und Filmbereich ermöglichten und schließlich komplexere, längere und auch höherwertige Filme mit sich zogen, die mitunter auf Filmfestivals liefen oder im Falle von Parodien & Hommagen teilweise auch offiziellen DVD- und Blu-ray-Releases beigefügt waren. So ist beispielsweise eine LEGO-Version des Camelot Song als Bonusmaterial auf der Deluxe-DVD des Monty Python Klassikers „Die Ritter der Kokosnuss“ (1975) zu finden. Neben Nominierungen auf offiziellen Festivals, etwa Sundance, kamen auch erste eigene LEGO-Filmfestivals auf.

Auch LEGO selbst erkannte Anfang der 2000er schließlich, dass die Hobbyfilmemacher den genoppten Grundstein für ein neues Feld gelegt hatten, in dem der Konzern ohne eigenes Zutun zum Platzhirsch wurde, der seine Markenposition noch weiter ausbauen konnte. Daraufhin stoppte der Klötzchenherrsteller weitestgehend seine juristischen Offensiven und startete eine auf einen neuen Markt. Mit LEGO Studios brachten die Dänen bis 2003 eine Reihe von – teilweise auf Film-IPs basierenden – Sets heraus, die speziell für eine einfachere Umsetzung von Brickfilmen entworfen wurden. Zudem startete die Firma eigene Wettbewerbe, etwa den LEGO Star Wars Movie Making Contest, was die Popularität der Filmart weiter förderte.

 

„Everything Is Awesome“

Offizielle Animationsfilme wie Chris Miller & Phil Lords „The LEGO Movie” (2014) wurden zu Hits, die simultan LEGOs Eigenmarken und IPs befeuerten. Die Filme sind dabei in dem Stil der klassischen Brickfilme gehalten, etwa durch Bewegungsunschärfen, die Einhaltung der typischen Laufanimation in 4 Bildern und einen realistisch-detailreichen Minaturlook – dabei ist der Film vollständig in CGI entstanden. Ebendieser Stil baute auf der Popularität der Brickfilme auf, hebte die Animationen auf eine authentische Weise von anderen Animationsfilmen ab (woran bspw. der „Play Mobil“-Film scheiterte) und trug so auch zu dem Kinoerfolg und der Etablierung von LEGO im Filmbereich bei.

Viele Brickfilme basieren dabei nicht in Gänze auf reinen LEGO-Sets, sondern werden mit Sets anderer Hersteller, zum Beispiel Kobi, sowie Fremdmaterialien ergänzt. Auch unterstützende Software, die mitunter speziell für Stop-Motion entwickelt wurde, kommt im modernen Brickfilm zum Einsatz, darunter Free Stop Motion Animator, Boats oder Dragonframe. Wie Stop-Motion funktioniert, könnt ihr hier nachlesen. So könntet ihr schon bald auch eigene LEGO-Filme umsetzen, die andere Klötzchen staunen lassen.

 

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