
Weshalb Kunsträuber im Kino schon immer eine wichtige Rolle eingenommen haben. Also dreiste Diebe Ende 2025 einfach mit Hilfe eines mobilen Krans wertvolle Juwelen aus dem Pariser Louvre geraubt haben, fühlte man sich schlagartig an so viele Kinofilme erinnert, in denen Einbrecher mehr oder weniger erfolgreich Schmuck und sinstige Kunstwerke geraubt haben. Derartige Filme bieten den Drehbuchautor*Innen schon immer sehr vielfältige Möglichkeiten zur Spannungserzeugung. Schließlich geht es in den Filmen um einiges, nicht nur ein begehrtes Objekt (Gemälde, Skulptur, Krone, Diamant, Gold), sondern auch um einen ein zumindest von den Dieben für unfehlbar erachteten Plan, ein für die Umsetzung notwendiges Team, und natürlich die riskante Durchführung die so gut wie nie wie geplant verläuft. Nahezu immer führen Verrat, Fehler, Zeitdruck, falsche Raubgegenstände etc. zu Problemen und Konflikten. Das sind einfach jede Menge wunderbare Momente zur Spannungserzeugung.
Dabei gibt es eine Reihe von typischen Motiven und Szenen welche fast allen diesen Filmen gemeinsam sind. Einerseits gibt es da natürlich einen gut gesicherten Ort, wie ein Museum, eine Privatvilla oder Ähnliches, welcher durch allerlei Sicherheitsmaßnahmen wie Wachleute, Schließanlagen, Alarmanlagen, Laserlichtschranken und spezielle Panzerglasvitrinen geschützt wird.
Und dann ist da natürlich das unbezahlbar teure, wertvolle Kunstwerk oder Schmuckstück. Meistens geht es in den Filmen natürlich um allzu menschliche Dinge, um Beziehungen, Betrug, Dummheit, Rache und mehr. Im Gegensatz zu klassischen Krimis arbeiten die Diebe vorzugsweise gewaltfrei. Ihre Fähigkeiten liegen eher im präzisen Planen, technischen Kenntnissen, Timing, Akrobatik etc. Gerne auch gepaart mit einem guten Schuss Humor. Dementsprechend gibt es auch die Varianten des genialen Raubzugs oder des chaotischen Scheiterns, häufig auch als Komödie.
Zu den bekanntesten Filmen des Genres gehört sicherlich die "Pink Panther" Reihe mit Inspector Cluseau (alias Peter Sellers) die fast ein wenig Slapstick-Nähe hatte oder auch "Über den Dächern von Nizza" mit Grace Kelly und Cary Grant.

Rund um gestohlenen Schmuck und Gemälde gibt es noch viele Geschichten zu erzählen. Was ist eigentlich mit all den Millionären, die Kunstwerke im Auftrag rauben ließen und nun in ihren Privaträumen oder Tresoren aufbewahren? Was ist mit alle den privaten oder auch staatlichen Sammlungen, in denen sich Raubkunst aus der Nazi-Zeit befindet und die bit heute nicht zurückgegeben wurde? Was ist mit Fälschungen, die im Auftrag angefertigt und dann gegen die Originale ausgetauscht wurden? Die Reihe der möglichen Geschichten ist lang und doch sind die Kunstwerke selbst eigentlich nur der Aufhänger, um immer neue Geschichten über Charaktere, ihr Wünsche und Ängste, ihre Gier und vieles mehr zu zu erzählen.
Filmliste
- "Rififi" (Regie: Jules Dassin, F. 1955)
- "Über den Dächern von Nizza" (Alfred Hitchcock, USA 1955)
- "The Pink Panther" (Regie: Blake Edwards, USA 1963)
- "Ein Schuß im Dunkeln" (Fortsetzung von "Pink Panther") (Regie: Blake Edwards, USA 1964)
- "Topkapi" (Regie: Jules Dassin, F,It, 1964), Topkapi Museum Istanbul
- "How to Steal a Million" (Regie: William Wyler, USA1966) mit Audrey Hepburn, welche die Enttarnung ihres Vaters, der als Kunstfälscher aktiv ist, zu verhindern
- "Inspektor Clouseau" (Regie: Bud Yorkin, USA 1968)
- "The Italian Job" (Regie: Peter Collinson, GB 1969)
- "Der rosarote Panther kehrt zurück" (Regie: Blake Edwards, USA 1975)
- "Inspektor Clouseau, der „beste“ Mann bei Interpol" (Regie: Blake Edwards, USA 1976)
- "Inspektor Clouseau – Der irre Flic mit dem heißen Blick" (Regie: Blake Edwards, USA 1978)
- "A Fish Called Wanda" (Regie: Charles Crichton, GB 1989)
- "Reservoir Dogs" (Regie: Quentin Tarantino, USA 1992)
- "Snatch" (Regie: Guy Ritchie, GB 2000)

