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Rotolight Anova Pro

Rotolight-Anova-Pro Scheinwerfer

 

Immer mehr gestalterische Faktoren lassen sich bei modernen Scheinwerfern elektronisch steuern. Vom stufenlosen Dimmen über die manuelle Einstellung der Farbtemperatur bis hin zur automatischen Erkennung der Farbtempertur des Umgebungslichts reichen die Möglichkeiten. Nun kommt noch eine weitere wichtige Charakteristik des Lichts hinzu, die sich per Tastendruck ändern lässt- die Härte oder Weichheit des Lichts.

Klassische Filmscheinwerfer sind meistens auf ihren Verwendungszweck hin in der Bauform optimiert. Will man weiches Licht, so sind die Scheinwerfer bzw. ihre Reflektoren eher großflächiger (Fluter, Flächen, Lichtwannen), will man hartes Licht, so sind diese eher kleiner, gebündelter (Stufenlinser, Spot). Man kann bei Open Face und vor allem Stufenlinsern in gewissen engen Grenzen durch Verschieben des Brenners bzw. Reflektors den Lichtkegel etwas zwischen weicher und härter variieren. Doch wenn man aus eigentlich härterem Licht weiches Licht machen möchte, benötigt man in der Regel Diffuser, also so genannte Frostfolien, die in Rahmen gespannt oder notfalls auch an den Scheinwerfertoren befestigt, das Licht weicher machen. Oder man verwendet Softboxen, Chimeras, welche als Vorsatz vor dem Scheinwerfer eine gleichmäßige weiche Abstrahlfläche bilden.

Das ist ein gewisser Aufwand, man benötigt mehr Platz um Frostrahmen vor den Scheinwerfern zu platzieren und vielleicht noch ein Grid, ein Raster um das weichere Licht trotzdem zu richten. Diesen Aufwand wollen neuartige Scheinwerfer vereinfachen, welche es zulassen, den Lichtcharakter per Elektronik zu verändern.

 

Rotolights SmartSoft

Rotolight SmartSoft 4000

SmartSoft Vorstz (Foto: Pressefoto Rotolight)

 

Insbesondere die Firma Rotolight hat sich mit den Möglichkeiten der Steuerung der Lichtart beschäftigt. Sie hat unter anderem über Crowdfunding die Entwicklung neuartiger Scheinwerfer neue Systeme entwickelt, mit denen man die Streuung bzw. Fokussierung eines Scheinwerfers digital steuern kann, genau so als wenn man Filterfolien oder Softboxen verwendet. Rotolight spricht bei seiner Entwicklung von einer SmartSoft Box. Das Verfahren nutzt ansteuerbare Lichtkristalle, die in einem Ruhezustand das Licht streuen und wenn man eine Spannung anlegt, immer transparenter werden. Auf diese Weise kann man stufenlos den Lichtcharakter aus Tastendruck verändern. Der Hersteller hat mit seinen Systemen den Markt der professionellen LED Scheinwerfer kräftig aufgemischt.

Die ersten Erfahrungen mit diese neuen Technologie hat das Unternehmen mit seinen Titan Cinamatic Scheinwerfern gesammelt, welche u.a. bei Kinofilmen wie "No Time to die" und "Batman" eingesetzt wurden. Der Hersteller hat mit seinen Titan-Scheinwerfern und der SmartSoft Box den Markt der professionellen LED Scheinwerfer kräftig aufgemischt. Es kann an Filmsets eine Menge Zeit sparen, wenn man sein Licht mit einem intuitiven, schnellen und reaktionsschnellen Touchscreen-Display einstellen kann. Insbeondere wenn die Scheinwerfer Außen, in größerer Höhe etc. angebracht sind, würden Veränderungen etwa bei den Filterfolien, eine Menge Zeit in Anspruch nehmen. Diese Veränderungen per Remote in Sekunden ausführen zu können, ist ein echter Game Changer.

Das spannende an dem System ist, dass es sich um Vorsätze handelt, die vor bereits bestehende Scheinwerfer montiert werden können, Sie haben entsprechend genormte Anschlüsse und so können auch bereits vorhandene Scheinwerfer des Herstellers auf die intelligende Steuerung der Softbox nachgerüstet werden. Für die kompakten Neo 3 und Aeos 2 wurden so Vorsätze entwickelt, die diese elektronische Verstellung der Diffusion möglich machen. Die für die Fernbedienung notwendige App gibt es sowohl für iOS- als auch auf Android. Mit ihr kann man unterschiedlichste Beleuchtungsmodi, Farbanpassung, Leistungsabgabe sowie diverse Lichteffekte (Feuer, Blitz, TV, Schuss, Paparazzi ) ansteuern. Wer bereits einen AEOS 2 Scheinwerfer besitzt, kann die kompakte Rotolight SmartSoft Box für rund 500,- Euro als Zubehör erwerben. Ein komplettes Scheinwerfer Set bestehend aus zwei AEOS 2 Scheinwerfern samt ansteuerbareren Diffusor-Kuppeln kostet knapp über 3000,- €.

 

Grenzen der Physik

Können wir nun alle anderen Scheinwerfertypen getrost einmotten und brauchen nur noch SmartSoft Geräte, wie es einige Kameraleute in Testimonials vollmundig verkünden? Nun ganz so simpel ist das Thema dann doch nicht. Diese Systeme bieten viele Vorteile, dennoch darf man nicht völlig vergessen, dass gerade bei der Lichtwirkung auch die Abstrahlfläche eine wesentliche Rolle spielt. Ein großer Frostrahmen vor einem Stufenlinser, oder breite großflächige Flächenleuchten haben einfach einen anderen Grad an Weichheit und kommen näher an echtes weiches Himmelslicht heran, als gesoftete kleinere Scheinwerfer. Doch für viele Einsatzbereiche, insbesondere das Ausleuchten von Personen können derartige SmartSoft Boxen viele Vorteile haben.

 

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