• 3D

    3D Brillentraeger 1000Seit es technische Abbildungen gibt, träumen die Menschen von dreidimensionalen Abbildungen...

  • Ältestes Kino schließt

    Filmprojektor 5 500Das älteste Kino Europas, das "Gabriel" in München soll in diesem Jahr für immer die Türen schließen.

  • Autokino

    Zwischen den Laken

    Pärchen im ersten Autokino

    Pärchen im ersten Autokino

    Am 6. Juni 1933 wurde das erste Autokino weltweit eröffnet. Das Camden-Drive-In im Staat New Jersey. Sein Erfinder, Richard Holingshead erwarb ein Patent auf seine Idee. Holingshead hatte lange experimentiert, mit einem Kodak-Projektor auf dem Dach seines Autos und Bettlaken zwischen den Bäumen im heimischen Garten. Dabei ist er auf diverse Probleme gestoßen: Wie verhindert man, dass die vorderen Autos den hinteren die Sicht versperren? Er testete die richtigen Abstände der Fahrzeuge voneinander, entwickelte kleine Rampen für die Vorderräder um eine leichte Neigung jedes Fahrzeugs zu erzielen.

     

    Während die Kinos jener Zeit noch aufwändige, Theatern ähnelnde teure Paläste waren, die eher in Stadtzentren eingerichtet wurden, ließen sich Autokinos auch in ländlichen Gegenden relativ preiswert verwirklichen. Die ersten Jahre hörte man den Ton von Außenlautsprechern. 1941 entwickelt RCA Lautsprecher, die man ins Auto einhängt, ein Verfahren, welches sich ab 1946 in allen Autokinos durchgesetzt hat.

     

    Die goldenen Zeiten

    Die 50ties waren die große Zeit der Autokinos. Man entwickelte bewegliche Standheizungen damit die Open-Air Kinos das ganze Jahr über spielen konnten. 1953 werden in zwei Kinos 3-D Filme angeboten. Bis 1958 wächst in den USA die Zahl von 1000 auf 4000 Open-Air Kinos. Zur gleichen Zeit schließen 5000 konventionelle Kinos in den USA. Man fuhr in Papas Chevy oder Cadillac ins Kino, vorzugsweise mit offenem Verdeck (with the top down) und fühlte sich auf wundersame Weise fast wie eine Figur aus einem James Dean-Film.

     

    Autokino Leinwand

    Leinwand des Autokinos Aschheim, bei München. Hohe Bäume verdecken die Sicht auf die Leinwand für Zaungäste

    Was machte den Erfolg der Open-Airs aus? Ganz bestimmt spielte der Autokult jener Jahre eine gewisse Rolle. In jenen Jahren träumte man davon, vom Arzt über die Bank und die Behörden irgendwann alles am Autoschalter erledigen zu können. Das preiswerte Vergnügen für die ganze Familie, Haustiere eingeschlossen, die Freiheit beim Kinoschauen zu essen, oder zu rauchen kamen hinzu. Vor allem aber verdankten die "Ozoner", wie man die Open Airs liebevoll nennt, ihren Erfolg der Prüderie Amerikas. In einem Land, wo man auch heute nicht in der Öffentlichkeit küsst, (wo die Polizeistreife, wenn ein Pärchen etwas länger im Auto sitzt, hält und fragt, ob alles in Ordnung sei), bot die Privatsphäre des eigenen Autos im Open-Air Kino mehr Möglichkeiten der Annäherung. Besonders beliebt waren die trashigen Horrorfilme dieser Zeit. Double Feature Horror Shows garantierten zahllose Momente in denen die Freundin bei ihrem starken Begleiter Schutz suchen musste.

     

     

     

    Themenpark Ozoner

    Autokino Leinwand

    Blick auf die Leinwand

    Neben den PKW- Positionen gibt es auch spezielle Parkplätze für die Pickups, die Mini-Vans, die sonst den anderen die Sicht auf die Leinwand versperren würden. Je nach US-Bundesland geht die Saison heute etwa von April bis Oktober. 500 bis 1000 Autos finden auf so einem Gelände Platz, das größte im Bundesstaat New York kann 1200 Autos aufnehmen. Die Preisgestaltung variiert. Manche berechnen pauschal das Fahrzeug (carload admission-price) und dann können so viele Personen wie hineinpassen zuschauen, bei anderen kostet jeder Zuschauer 1 bis 5 Dollar, Kinder haben meistens geringen oder freien Eintritt. Die geburtenstarken Jahrgänge in den USA brachten auch die Familien in die Autokinos. Spielplätze und Miniatureisenbahnen werden für die Kinder eingerichtet. Kinder konnten im Schlafanzug schauen und Sommerabende waren an der Luft viel angenehmer als im stickigen Kino.

     

    Viele "Ozoner" bieten ein ausgiebiges Rahmenprogramm, von Restaurants, Talent-Shows über Pony-Karussels bis zu Minigolf reichte die Bandbreite der Attraktionen. Werbedias, die so genannten "Intermission Stills" sind auch heute noch häufig Grafiken im Stil der 50er, 60er Jahre, forderten in der obligaten Pause in der Mitte des Filmes zum Kauf von Erfrischungen auf. Popcorn, Schokosterne und Colabecher waren Pflicht. Pommes Frites, Fried Chicken, Barbecue Sandwichs, Hamburger, Pizza oder Ice-Cream konnten bei einigen Kinos sogar vom Wagen aus bestellt und an eingehängten Tischen verzehrt werden.

     

    Kultig

    Die Ausstattung dieser Kinos ist eine Frage des Stils. Selbst wenn man modernisiert, so bleibt der Look so weit wie möglich erhalten. Beliebt waren die Lautsprecher an Säulen, die jeweils zwei Fahrzeuge beschallen konnten. Nach der Vorstellung wurde stets der freundliche Hinweis projiziert, doch vor dem Wegfahren die Mono- Lautsprecher wieder an die Säulen zu hängen. Auch heute noch werden Autokino-Lautsprecher vorzugsweise im Chrom oder Alu-Look der 60ties verkauft. Heute kommt der Ton oft kabellos über FM über das Autoradio, oft auch wahlweise synchronisiert oder in der Originalfassung. Doch zu Zeiten der eingehängten Lautsprecher hieß es nach dem Film grundsätzlich: "Please remember to replace the speaker on the post before you leave the theatre"

     

    Die Filme der 60er 70er zielten vor allem auf ein Teenager-Publikum. Beach- oder Highschool-Filme bestimmten das Programm der Leinwände, die kontinuierlich zurück gingen. Vor allem der Umstand dass irgendwann jeder einen Fernseher Zuhause stehen hatte, und die klassischen Kinos mit Klimaanlagen ausgestattet wurden, ließ die Zahl der Autokinos mehr und mehr sinken. Einige Kinofilme, wie "The last Picture Show" haben dem Autokino sogar ein Denkmal gesetzt.

     

    Heimspiele

    Das erste Autokino Europas steht in Deutschland und ist noch immer in Betrieb. Es wurde 1960 in Grafenbruch bei Frankfurt eröffnet. Vielleicht war es kein Zufall, dass dies ausgerechnet in der Nähe amerikanischer Kasernen geschah. Die Autokinos in Köln Porz und Essen wurden 1968 und 69 eröffnet und bieten 1100 Fahrzeugen Platz. Filmvorführer Heinz Schmidt, der in Köln Porz für die Technik verantwortlich ist, war von Anfang an dabei. Er begann als Servicefahrer mit rollenden Würstchen-Bonbon und Eiswagen. An den Ständern für die Lautsprecher gab es Kippschalter für den Platzservice. Wenn Zuschauer die betätigten, leuchtete ein grünes Lämpchen auf und die fahrbaren Snacks wurden direkt ans Auto geliefert.

     

    In der Anfangszeit wussten viele Eltern nicht, was Autokinos sind, wenn Sie ihren Kindern das Auto geliehen haben. Es war die Zeit in der manche Eltern von Nachbarn wegen Kuppelei angezeigt wurden, wenn diese ihre Sprösslinge allein ins Jugendzimmer ließen. Heinz Schmidt kann sich an manche Szenen erinnern, wo besorgte Eltern vorbeikamen und nachschauten, was denn ein Autokino eigentlich sei. Erschreckt darüber, dass die jungen Leute da ja ganz allein zusammen im Auto saßen, forderten sie den Vorführer auf, doch sofort die Tochter über Lautsprecher ausrufen zu lassen. Doch der verwies souverän auf die Pause in der das Licht angeht und da, so Schmidt, waren die Mädels so schlau und haben sich im Imbiss- Bereich versteckt. Szenen wie diese ließen damals den Ausdruck Knutschkino entstehen.

     

    Bevor die amerikanischen Fast-Food-Ketten hierzulande eröffneten, waren die Autokinos die einzigen Bezugsquellen für Hamburger, ohne Zweifel ein weiterer Grund ihrer ursprünglichen Beliebtheit. Österreichs erstes Autokino eröffnete 1966.

     

    Autokino Einfahrt

    Einfahrt des Autokinos Aschheim, bei München

    Heute gibt es bedauerlicherweise immer weniger Autokinos. Frankfurt, Essen, Köln, Brandenburg, Dresden, München Aschheim sind einige der verbliebenen Outdoor-Spielstellen. Die Besucherzahlen sanken und die Erträge waren, trotz Nutzung der Flächen auch als Floh- oder Gebrauchtwagenmärkte kaum geeignet steigende Grundstücksmieten zu kompensieren. Das Autokino Nürnberg schloss 2002 weil der Pachtvertrag für das Gelände auslief, das in Hamburg schließt am 19. Juni 2003 für immer die Tore.

     

    Während die Leinwände in den Multiplexen schrumpfen, standen die Autokinos stets für große Projektionsflächen, bis zu 600qm haben die größeren Plätze. Und auch die Lichtleistung der Projektoren, die bis zu 7000 Watt aufweisen, kann selbst schlechte Wetterbedingungen vergessen lassen. Regen stört die Projektion überhaupt nicht, das Licht geht einfach durch die Tropfen durch. Etwas anders verhält es sich mit den Autoscheiben. Schon so mancher ließ einen Film lang die Scheibenwischer laufen und stand danach mit leerer Autobatterie da. Dabei hat Vorführer Schmidt einen genialen Tipp für Autoscheiben bei Regen: Einfach einen Apfel oder eine Kartoffel durchschneiden und damit die Scheibe einreiben. Das verändert die Oberflächenspannung und es bilden sich keine Tropfen auf dem Glas. Überhaupt wird in den meisten Autokinos praktisch das ganze Jahr hindurch gespielt, lediglich Heilig Abend, Silvester, Rosenmontag und Karfreitag bleibt die Projektionskabine geschlossen.

     

    Einen Film Open Air anzuschauen ist einfach eine größere Erfahrung als im klassischen Kino. Der romantische, der nostalgische Aspekt unterm Sternenhimmel Filme zu erleben ist nach wie vor unvergleichbar.

  • Compositing: Plates

    Im Compositing werden, ähnlich wie bei kreativer Fotobearbeitung, mehrere visuelle Elemente zusammengefügt. Für einen Schweizer Kinofilm musste Feuer in ein Fenster eingebaut werden

  • Cutter-innen

    Cutterin1 500Obwohl hinter diesem Job im besten Fall eine regieähnliche Tätigkeit stecken kann, wird er recht oft unterschätzt.

  • Dogma 95

    Paris 1995

    Von Trier und Vinterberg stellten im Mai 1995 während einer Konferenz aus Anlass des 100jährigen Jubiläums der Kinematografie mit viel Medienwirbel ihr Dogma-Manifest in Paris vor. Sie taten dies genau dort, wo 40 Jahre vorher François Truffaut gemeinsam mit anderen Kritikerkollegen der Filmzeitschrift "Cahiers du cinéma" das Autoren-Kino postulierte.
    Das in pseudo-religiösen Formeln aufgestellte Manifest zur Rettung des Films ist in die Jahre gekommen. Und auch die anfängliche Bewunderung ob soviel gestalterischer Keuschheit ist einer etwas realistischeren Einschätzung gewichen.

     

    Worum ging es?

    Die Rede war von den Wurzeln des Filmemachens, von der Verbannung allen modischen Effektes und technischer Spielerei. Pures Spiel der Darsteller, karge Handkamera, aufrichtiges Kino, so lauten die Grundformeln. Die Regisseure schwören, von ihrem persönlichen Geschmack Abstand zu nehmen, der Kunst zu entsagen. Als oberstes Ziel wollen sie ihre Akteure zur Wahrheit zwingen.

    Das Kino stirbt! DOGMA 95, das filmische Reinheitsgebot, der „Schwur der Keuschheit“ rettet das Kino! Der missionarische Eifer vor allem bei Lars von Trier zeigte sich bereits in den herumgereichten Formulierungen.

     

    Die Thesen

      1. Du sollst "on location" drehen. Weder Requisiten, noch Szenenbilder dürfen genutzt werden. Wenn eine bestimmte Ausstattung notwendig ist, so muss ein Drehort gefunden werden, an dem diese schon vorhanden ist.
      2. Du sollst den Ton nicht separat von den Bildern produzieren. Schauspieler darf man nur im O-Ton hören. Musik darf man nur verwenden, wenn sie am Drehort live während der Filmaufnahme gespielt wird.
      3. Du sollst nur mit der Handkamera drehen. Jede Bewegung oder Ruhestellung, die mit der Handkamera machbar ist, sei erlaubt. Schienen, Steadicam etc. sind verboten. Die Kamera soll dorthin gebracht werden, wo auch der Film stattfindet.
      4. Du sollst nur in Farbe filmen. Eine besondere Ausleuchtung ist verboten. Falls zu wenig Licht am Drehort ist, darf maximal eine Lampe an der Kamera befestigt werden.
      5. Du sollst den Film nicht optisch bearbeiten und keine Filter nutzen.
      6. Du sollst keine überdramatische Action in den Film einbauen. Künstliche Reize durch Schießereien oder Mordszenen sind untersagt.
      7. Du sollst weder zeitliche noch geographische Verfremdungen vornehmen. Also keine historischen Sujets, alles hier und jetzt.
      8. Genre-Filme werden nicht akzeptiert.
      9. Du sollst im Format Academy 35 mm drehen. Das entspricht 1:1,37, etwa dem heutigen TV Format.
      10. Du sollst nicht nennen deinen Namen! Der Regisseur soll weder im Vor- noch im Abspann erwähnt werden.

     

    Die Filme

    Wie realistisch waren und sind denn nun die Dogma 95 Filme wirklich? Wie sehr hielten sich die Regisseure an ihre Vorgaben?

     

    Das Fest(Thomas Vinterberg), Idioten(Lars von Trier), Mifune (Soren Kragh-Jacobsen) oder Italienisch für Anfänger strahlen zwar jede Menge Anarchie und Chaos aus, doch sind sie deshalb auch realistischer, filmischer, wahrhaftiger als andere Filme?

     

    Sicherlich bedeutet die Reduktion der Technik am Drehort im Idealfall eine stärkere Konzentration auf die Arbeit der Schauspieler. Und auch ein reduziertes, kleineres Team kann Vorteile haben. Diese Gedanken sind nicht neu, Regisseure wie Jonas Mekas oder John Cassevetes haben schon lange vor 1995 puristische Kameraführung erprobt.

     

    Wenn Lars von Trier im Abspann seines Filmes nicht genannt wird, zugleich aber über sämtliche verfügbaren Medien und Wege bis hin zu diversen Webseiten seine Autorenschaft postuliert, so wird klar, welche Widersprüche die Arbeitspraxis und die Forderungen von Dogma 95 in sich tragen. Zahlreiche Regelbrüche hat Lars von Trier selbst, stets werbewirksam der Öffentlichkeit enthüllt. Ein paar hervorragende Filme sind unter dem Label Dogma entstanden. Ob sie die gleiche Qualität auch vom Stativ oder Dolly gedreht, erreicht hätten, bleibt das Geheimnis ihrer Urheber.

     

    Realität oder Gestaltung

    Wie vermeiden die Dogmatiker, dass die Handkamera nicht ebenfalls eine persönliche Auswahl, einen Ausschnitt der Realität trifft? Nur weil das Bild wackelt ist es doch dadurch nicht wirklicher? Vielleicht gaukelt es uns durch die Nähe zum Amateurhaften den dokumentarischen Look nur vor? Und wie ist es mit dem Augenblick, den der Kameramann auswählt, einem zeitlichen Ausschnitt, den er dem Zuschauer aufzwingt? Jede Art von Aufnahme ist bereits eine Gestaltung. Nur weil die Kamera extrem wackelig (wie etwa in Idioten) ihre Bild-, und Momentauswahl dem Zuschauer darbietet, ist sie nicht objektiver.

     

    Es gibt auch eine Wahrhaftigkeit des Filmschaffenden, der durch seine Gestaltung die Wirklichkeit abbildet. Lügen alle Regisseure, die ihre Filme ohne Handkamera und mit Lichtgestaltung drehen?

     

    Zum Aufwachen und Nachdenken über pures Effektkino war Dogma 95 auf jeden Fall sinnvoll. Als Grundlage, Filmsprache gestaltend zu entwickeln, scheint es aber weniger geeignet. Lars von Trier ist mit „Dancer in the Dark“ wohl zu einem ähnlichen Schluss gekommen.

     

  • Eislauf Filme

    Winter Eisflaeche 500Das Kino hat sich viele Male den Eisflächen, den Eisprinzessinnen und Prinzen, den Winterfantasien gewidmet...

  • Es geschah...Teil 2

    Der zweite Teil der Erinnerungen an die Dreharbeiten zum Krimi-Klassiker

  • Farbfernsehen

    Farbverfahren

    Farbfernsehen

    Farbige analoge Fernsehbilder sind eigentlich farbig überlagerte Schwarzweißbilder

    Auch wenn Fernsehen eine europäische Erfindung ist, die verschiedenen Farbfernsehsysteme Europas (PAL und SECAM) basieren weitgehend auf dem amerikanischen NTSC-Format, welches weltweit 1953 die ersten farbigen Fernsehsendungen ermöglichte. Auch wenn wir inzwischen weitgehend digital und in diversen Codecs Fernsehen anschauen, sind die Ursprünge des Fernsehens noch immer präsent.

     

    Eigentlich wäre es naheliegend gewesen, einfach die Informationen für ROT, GRÜN und BLAU abgekürzt RGB (die Bestandteile der additiven Farbmischung) zu übertragen. Doch die Signale sollten die Kompatibilität mit den älteren Schwarzweißgeräten sicherstellen, deshalb setzt sich das Farbbild aus folgenden Bestandteilen zusammen:

    • Das Helligkeitssignal (Luminanz), also das Schwarzweißbild.
    • Ein Farbdifferenzsignal (Chrominanzsignal) die Differenz von Rot minus Helligkeitssignal.
    • Ein zweites Farbifferenzsignal (Chrominanzsignal) die Differenz Blau minus Helligkeitssignal.

     

    Rechenkünste und Bandbreite

    So wird das Schwarzweiß-Bild von Farbinformationen überlagert, gewissermaßen coloriert. Dieses Verfahren nennt man auch YUV, damit ist gemeint, dass die Helligkeit aus der Summe von Rot, Grün und Blau besteht. Wenn wir also zusätzlich zur Helligkeitsinformation (Y), also dem Schwarzweißbild (Luminanz) noch die Farbinformationen übermitteln wollen, brauchen wir nicht wieder zusätzlich Rot, Grün und Blau zu übertragen. Es genügt, wenn wir zusätzlich die Differenz aus Helligkeit und Rot sowie die Differenz auf Helligkeit und Blau übertragen, daraus kann man den Wert für Grün errechnen. Auf diese Weise spart man Bandbreite beim Fernsehsignal.

     

    Was die Auflösung und Schärfe angeht, so wird diese weitgehend durch das Schwarzweißbild bestimmt, während die Farbinformation mit weit geringerer Auflösung übertragen wird. Das hängt einerseits damit zusammen, dass unser Auge für Farben weniger Empfindlich ist als für Helligkeitsunterschiede, andererseits mit dem Umstand, dass die Signalbandbreite nicht zu groß werden durfte.

     

    Wer früher VHS Kopien von VHS Kopien gezogen hat, konnte die Konsequenzen dieser schmalen Farbinformationen im Ergebnis betrachten - oft hing das Farbbild verschoben neben dem Schwarzweißbild, ein unschöner Bildfehler.

     

    NTSC

    Die Abkürzung NTSC bedeutet "National Television Standards Committee", wegen der entscheidenden Schwachstelle des Systems wird es aber auch gerne ironisch mit "Never The Same Colour" beschrieben. Kommt es nämlich auf dem Übertragunsweg zu Phasenverschiebungen im Signal (Das kann bei Antennenempfang durch zu dicht nebeneinander stehende Antennen, durch Häuserfassaden etc. vorkommen), kommt es zu Farbstichen. Wenn das Fernsehbild zu grün, rosa oder blau ist, kann man an den amerikanischen Fernsehern mit einem eigenen Regler (Hue) diesen Farbstich korrigieren.

    Im übrigen arbeitet das System mit 525 Zeilen, von denen 480 das sichtbare Bild ausmachen und 60 Halbbildern (exakt sind es 59,94 Halbbilder) in der Sekunde. Bei 3,58 MHz wird auf das Luminanzsignal die Farbinformation aufmoduliert. Es ist vor allem in USA, Canada, Taiwan und Japan verbreitet.

     

    PAL

    Testbild

    Testbild

    In Europa begann die Farbfernseh-Ära deutlich später Mitte der 60 er Jahre des letzten Jahrhunderts, dadurch konnten die Entwickler auch daran arbeiten, das Problem mit den Farbverschiebungen bei NTSC zu lösen. Walter Bruch, der Erfinder des PAL Verfahrens (Phase Alternating Line) kam auf die Idee, ähnlich wie es bei der symmetrischen Leitungsführung im Audiobereich geschieht, die Phasendrehung als Mittel der Auslöschung von Störungen zu nutzen.

    Die Farbinformation wird von Zeile zu Zeile jeweils um 180 Grad gedreht. Dieser Phasensprung führt dazu, dass jeweils der Mittelwert zweier Zeilen die Farbinformation bestimmt. Pal arbeitet mit 625 Zeilen und 50 Halbbildern, sichtbar sind davon 576 Zeilen. Bei 4,43 MHz wird auf das Luminanzsignal die Chrominanzinformation aufmoduliert.

     

    Wer nachrechnet, wird sich natürlich fragen, wie man aus 625 Zeilen jeweils halb so viele gerade wie ungerade Zeilen machen kann. Da haben die Techniker etwas getrickst,- die erste und die 625 te Zeile sind nur halb, stört aber nicht, sie sind ohnehin nicht zu sehen. Moderne PAL Fernseher können maximal 500 Zeilen darstellen, nur Studio-Fernsehmonitore haben einen Underscan-Modus, der mehr Zeilen darstellen kann.

     

    Neben dem in Europa überwiegend verbreiteten Standard PAL gibt es auch noch zwei Varianten, PAL N mit einer geringeren Bandbreite, sowie PAL M für 60 Hz Länder mit 60 Halbbildern in der Sekunde (Brasilien) bei 525 Zeilen.

     

    SECAM

    Dieses in Frankreich entwickelte Farbverfahren löste das Problem der Farbverschiebungen bei NTSC auf andere Weise als PAL. Hier werden zwei Trägerfrequenzen verwendet und die Farbinformation wird jeweils einzeln abwechselnd übertragen. Die zu übertragende Informationsmenge ist größer als bei PAL und wenn keine Farbe im Bild vorkommt, kann es, weil trotzdem die volle Farbamplitude übertragen wird, manchmal zu störenden Bildmustern kommen. Es gibt zwei inkompatible Varianten, das normale SECAM (Frankreich) sowie das Ost-SECAM (Osteuropa) auch MESECAM genannt.

     

  • Film-Datenbank Sex-Täter

    Welche Filme entstanden unter Beteiligung von Menschen, die sich sexueller Übergriffe schuldig gemacht haben? Kann man / muss man diese vermeiden?

  • Film-Kanon

    alterFIlmprojektor 500

  • Filme von Frauen

    Nachtdreh Frau 500Die BBC hat eine Umfrage unter Filmkritikern gestartet und die Hundert besten Filme von Regisseurinnen ermittelt

  • Filmgeschichte

    Wer Filmgeschichte schreiben will, muss sich zuerst auch mit ihr beschäftigen. Hier werden die Anfänge des Films erläutert.

  • Filmgeschichte

  • Filmgeschichte: Tonfilm 30er

     

    Alter Filmprojektor

    Alter Ernemann Tonfilmprojektor für 35 mm Film

     

    Das Wiedererstarken des deutschen Films nach den Schrecken des Ersten Weltkrieges dauerte nur bis zur Einführung des Tonfilms - übrigens eine deutschen Erfindung, die bereits 1921 von Hans Vogt, Joseph Masolle und Dr. Engl gemacht und dann lange Jahre von der Industrie verhindert wurde. Wichtige Gründe für den Widerstand waren: Stummfilme waren international erfolgreich (man musste lediglich die Zwischentitel für andere Sprachräume austauschen), Tonfilme hätten den Siegeszug etwa des deutschen, französischen oder sowjetischen Films jäh abgebrochen.

     

    Zudem weigerten sich die Kinobesitzer und die Filmstudios, in die notwendige Technik zu investieren. Nicht zuletzt hatten auch diverse Stummfilmstars ungeeignete Stimmen und wären damit nicht mehr einsetzbar gewesen. Einige Stars konnten auch in anderen Sprachen nicht arbeiten - Emil Jannnings und Pola Negri etwa hatten in den USA keine Chance. Als der Tonfilm 1929 dann mit dem „Jazz Singer“ endlich auf dem Markt etabliert wurde, zerbrach die europäische Filmindustrie in lauter kleine Industrien, die jede für sich in der eigenen Landessprache drehen mussten. Im gleichen Jahre wurde erstmals in den USA von der "Academy of Motion Picture Arts and Sciences" der Oscar verliehen.

     

    Letzte Stummfilme

    Obwohl die neue Technik schon im Einsatz war, kamen noch eine ganze Reihe von Stummfilmen heraus. So drehte etwa Alfred Hitchcock seinen letzten Stummfilm "The Manxman" 1929 oder Leo Mittler brachte seinen Film "Jenseits der Straße" 1929 heraus. Der russische Regisseur Michail Romm brachte seinen Stummfilm "Pyschka" sogar erst 1934 in die Kinos. Und der größte Nachzügler war Charlie Chaplin, der noch 1936 mit "Modern Times" einen Stummfilm herausbrachte.

     

    Low-Tech

    Die technischen Möglichkeiten waren äußerst begrenzt. Die Mikrofone hatten keine starke Richtwirkung. So wurden die Schauspieler gezwungen, stets in Richtung des Mikrofons zu spielen, welches oft im Motiv versteckt wurde, etwa hinter einem Blumenstrauß. Aufnahmen „on location“ waren so gut wie unmöglich, weil die Außengeräusche zu laut waren. Man behalf sich mit gemalten Hintersetzern oder Rückprojektion.

     

    Tonfilmoperetten

    Wie beim "Jazz Singer", einem teilweise vertonten, teilweise noch stummen Filmwerk, stand in einigen der frühen deutschen Filme die Musik im Vordergrund. Musikalische Komödien, von Kritikern wie dem Filmtheoretiker Siegfried Krakauer als Tonfilmoperetten beschimpfte Unterhaltungsstreifen kamen in Mode. Beispiele hierfür waren: "Der Kongress tanzt" (Regie: Erik Charell), "Ein blonder Traum" (Regie: Paul Martin, Drehbuch: Billy Wilder & Walter Reisch). Ansätze, das Sprachproblem zu lösen, waren bereits bei der Einführung des Tonfilms Untertitel, Mehrsprachversionen oder auch eingesprochene Übersetzungen.

     

    Sprachfassungen/Versionenfilme

    Die damalige Technik machte es erforderlich, dass beim Einsprechen von Übersetzungen, diese vor Ort bei den Dreharbeiten direkt eingesprochen wurden. Beliebter waren dagegen Mehrsprachversionen, bei denen während der Dreharbeiten verschiedene Fassungen entstanden. Vor allem zu Beginn der Tonfilmära waren die überwältigende Mehrheit der Produktionen mehrsprachig gedreht. Dazu drehte man mit besonders sprachbegabten Schauspielern, die beispielsweise deutsch, englisch und französisch sprachen und drehte jede Einstellung mehrmals in den jeweiligen Sprachen. So existieren etwa Stan-Laurel-und-Oliver-Hardy-Filme, in denen die Komödianten deutsch sprachen. Alternativ drehte man mit verschiedenen Schauspielern gleichzeitig, so genannte Versionenfilme. Der Film „Die Drei von der Tankstelle“ (Wilhelm Thiele, 1930) wurde in der deutschen Fassung von Willy Fritsch, Heinz Rühmann, Oskar Karlweis und Lilian Harvey gespielt. Für die französische Fassung spielten Henri Garat, René Lefèvre und George Peclet. Die weibliche Rolle spielte auch hier Lilian Harvey, die gutes Französisch sprach.

     

    Viele europäische Länder, wie etwa Frankreich, litten unter den hohen Lizenzzahlungen für das favorisierte amerikanische Tonsystem. Wirtschaftliche Probleme ließen in Frankreich einige Großproduktionen kollabieren - ein Umstand, den sich viele kleine Produktionen zunutze machten. Es entstehen realistischere, in den 30er Jahren auch pessimistische, sentimentale Filme (Beispiele: "L´atalante" (Regie: Jean Vigo, 1935), „Hafen im Nebel“, (Regie: Marcel Carné, 1938). Ab Mitte der 30er Jahre setzt sich die Sprachsynchronisation für die Herstellung von Fremdsprachenversionen durch.

     

    England in den 30ern

    Bereits mit "Nanuk, der Eskimo" hatte Flaherty im dokumentarischen Genre Zeichen gesetzt. Mitte der 30er Jahre präsentierte er „Die Männer von Aran“, den er zusammen mit Frances Flaherty realisierte. In England entstanden in den 30er Jahren eine Reihe von herausragenden Dokumentarfilmen, die, finanziert von der Regierung, zumeist den Arbeitsalltag von Menschen darstellten. Der Produzent und Filmemacher John Grierson produzierte mehr als 100 Filme, darunter auch den poetischen Klassiker „Nightmail“ (Basil Wright, 1936). Im Spielfilmbereich etablierte sich Alfred Hitchcock 1935 mit dem Film „Die 39 Stufen“ als Könner des Thrillers.

     

    USA 30er Jahre

    Mit der Machtergreifung Hitlers 1933 wanderten zahlreiche deutschsprachige Regisseure nach Amerika aus, darunter William Dieterle, Edgar Ulmer, Ernst Lubitsch oder Fritz Lang. In den USA fand eine ungeheure Kommerzialisierung und Standardisierung statt. Filme wurden nach immergleichem Muster und ähnlichsten Drehbuchstrukturen verfilmt. Gefragte Regisseure drehten bis zu fünf Filme im Jahr, die Studiobosse schrieben die Rezeptur vor, Genres wurden gefestigt, wenn nicht gemauert.

     

    1935 wird auch der erste Farbfilm im Technicolor-Verfahren gedreht, einer Technik, die gleichzeitig auf drei Schwarzweißfilme aufnahm, die jeweils einen der drei Farbauszüge aufnahmen. Davon wurden im Kopierwerk Matritzen erstellt, die auf die Kopien die jeweiligen Farben im Druckverfahren aufdruckten. Noch heute nennt man deshalb Filmkopien im englischsprachigen Raum „print“.

     

    1937 kommt Chaplins „Moderne Zeiten“ heraus, sein letzter Film, bei dem er sich dem Tonfilm verweigert.  Besonders beliebt waren zu diesem Zeitpunkt die so genannten Screwball-Comedys - erwähnt sei stellvertretend „Leoparden küsst man nicht“ (Regie: Howard Hawks, 1938). Eine der wichtigsten Großproduktionen des Hollywoodkinos dieser Jahre: "Gone with the Wind" (Regie: Victor Fleming, 1939).

     

    Deutschland in der Zeit des Nationalsozialismus

    In Deutschland war die gesamte Filmproduktion den Begehrlichkeiten der Nationalsozialisten unterworfen. Filme wurden grundsätzlich gemeinsam mit dem Propagandaministerium abgestimmt. Das kreative Filmschaffen kam weitgehend zum Erliegen, viele Filmschaffende und Autoren wurden mit Berufsverbot belegt. So schrieb etwa Erich Kästner unter dem Pseudonym Berthold Bürger später das Drehbuch zu "Münchhausen". Die verschiedenen existierenden Wochenschauen wurden alle zu einer einzigen, vom Propagandaministerium zentral gesteuerten deutschen Wochenschau zusammengefasst.

     

    Eine bedeutende Rolle im Dokumentarfilm spielte etwa Leni Riefenstahl, die durch filmische Überhöhung und kunstvolle Kamera- und Schnitttechnik den Nationalsozialismus besonders effektvoll in Szene setzte. Nach dem Krieg behauptete sie stets, unpolitische Filme gemacht zu haben, auch wenn ihre Filmästhetik der nationalsozialistischen Diktatur mehr als nützte.

     

  • Filmmusik historisch

    Kleine Filmmusik-Geschichte

    Geschichte der Filmmusik

    Geschichte der Filmmusik

    32 Jahre lang war der Film stumm, bevor er sich Tonfilm nennen durfte, Musik jedoch war immer zu hören. Hier ein kurzer historischer Abriss von den Anfängen:

    Bereits die erste Vorstellung der Gebrüder Lumiére im Grand Café am 28.12.1895 mit kurzen dokumentarischen Filmenreview. Ankunft eines Zuges, Babys Frühstück u. a. wurde von einem Pianisten musikalisch begleitet.

     

    Auch Kinoorgeln, Stehgeiger und andere Solomusiker sorgten früh dafür, dass die Emotionen stimmten und auch die Kurbelgeräusche des Projektors übertönt wurden. Edison experimentierte auch mit Musikaufnahmen auf der von ihm erfundenen Tonwalze, später versuchte man sich mit der Schallplatte. Das größte Problem aber war, dass man weder mit Tonwalze noch mit Schallplatte den Ton synchron zum Film abspielen konnte.

     

    Historischer Zusammenhang zwischen Technik und Nutzung von Filmmusik

    Cue Sheets

    Cue Sheets

    Ohne Ton wirkten die schwarzweißen Filme leer, fast ein wenig gespenstisch, daher war es üblich, dem Stummfilm Ton (Musik) hinzuzufügen. Klavier, Kinoorgel, ja oft sogar riesige Orchester lieferten die Hintergrundmusik und passten sich dabei geschickt an die unterschiedlichen Aufführungsorte an.

    Bei einer Kinematographen-Vorstellung am 23.11.1897 im Schloss Windsor vor Königin Victoria spielte das Empire Orchestra. Dies nahm eine Entwicklung voraus, die in den 20er Jahren, vor allem in Amerika, ihren Höhepunkt hatte.

     

    Während der Film auf Jahrmärkten, in Penny Arcades und Nickelodeons zu einem Massenvergnügen, vor allem für die Armen, wurde, gab es unter der Paramount-Devise „Erlesene Filme für ein erlesenes Publikum“ eine konträre Entwicklung. – Filmpaläste entstehen, in denen Orchester mit sechzig Musikern zum üblichen Komfort gehören.

    Zu den Filmen lieferten die Produktionsgesellschaften so genannte „Cue Sheets“ (Stichwortlisten), an denen sich die Pianisten bzw. Dirigenten orientieren sollten.

    Sie enthielten ein Sortiment musikalischer „Grundstimmungen“ wie Freude, Heiterkeit, Angst, Trauer, Spannung und wurden zu den entsprechenden affektiven Situationen der Filme gespielt.

     

    Mit der rasch expandierenden Filmindustrie wuchs das Angebot an differenzierteren, aber immer noch stark typisierenden „Cue Sheets“. Diese bedienten sich auch bei der sinfonischen Musik und bei der Opernmusik.

    Man kompilierte Beethoven, Grieg, Liszt, Rossini, Verdi und Wagner, aber auch Dixie, Ragtime, Märsche und Hymnen.

     

    Aber auch unbekannte Komponisten lieferten musikalische Versatzstücke für die Begleitung von Stummfilmen. Parallel dazu begannen Anfang der 20er Jahre renommierte Komponisten damit, Stummfilmmusik sorgfältig auszukomponieren.

     

    1921 Paul Hindemith schrieb die Partitur zu Arnold Fancks: Im Kampf mit dem Berg

    1924 Erik Satie komponierte die Nusik zu René Clairs Entr'acte

    1925 Darìus Milhaud schrieb die Musik zu L'Inhumaine

    1926 Edmund Meisel die Partitur vom Panzerkreuzer Potemkin

    1927 Arthur Honegger – Napoleon, Gottfried Huppertz – Metropolis

     

    Solche Stummfilmpartituren steigerten das Ansehen der Stummfilmmusik, waren aber aus technischen Gründen nicht beliebig reproduzierbar. Besondere Probleme bereitete der notwendige Gleichlauf von Bild und Musik – die Lösungsversuche (z. B. ein unter das Filmbild einkopiertes Notenband) waren unvollkommen und beeinträchtigten die Bildwirkung.

     

    Der Tonfilm erst schuf die technischen Voraussetzungen für den freien, kreativen und vor allem reproduzierbaren Musikeinsatz zum Film. Obwohl der Lichtton bereits 1921 von Hans Vogt, Joseph Masolle und Dr. Engl erfunden wurde, gelang ihm der Durchbruch erst 1927 mit dem Film Jazz Singer von Alan Crosland.

     

    Von Filmmusik jedoch konnte in den ersten Jahren des Tonfilms kaum die Rede sein. Man setzte vielmehr auf Gesangsnummern und beliebte Stars, welche beim Publikum gut ankamen.

    Beispiele: Der Jazz-Sänger, Lichter von New York, der singende Narr, Broadway-Melodie, der Straßensänger, Ich küsse ihre Hand, Madame, Die drei von der Tankstelle, Der blaue Engel u. a.

     

    Ansteigende Arbeitslosigkeit, Positionskämpfe zwischen den Parteien und die zur Macht drängende NSDAP waren Entwicklungen, die in Deutschland Filme und Filmmusik entstehen ließen, die in krassem Gegensatz zu den üppig ausgestatteten Revuefilmen standen.

    Beispiele: Niemandsland (Victor Trivas), Westfront 1918 (Georg Wilhelm Pabst), Dreigroschen-Oper Dreyfus (Richard Oswald) M (Fritz Lang) Kuhle Wampe (Slatan Dudow) u. a.

     

    Die Weltwirtschaftskriese bedingte ähnliche Entwicklungen in den übrigen Filmnationen. Die Tendenz, nicht mehr musikalische Versatzstücke zu kompilieren, sondern jeden Film mit einer neuen Musik auszustatten, hatte sich recht schnell durchgesetzt, und die neue Technik des Lichttons ermöglichte absolut synchrone Entsprechungen der Affekte von Handlung und Bild in der Musik.

     

  • Filmpiraten

    Piraten1 500

  • Filmtheorie

    TheorieBahn 1000Filmtheorie- Was geschieht mit den Bildern, den Tönen, den Eindrücken, wenn wir Filme rezipieren?

  • Filmzensur

    Wann gab es die erste Filmzensur? Heute sind ihre Methoden feiner und weniger erkennbar, doch sie hat nie aufgehört

  • Happy Birthday Federico

    Rimini Grandhotel 500Am 20. Januar 2020 wäre der große italienische Filmregisseur Federico Fellini 100 Jahre alt geworden. Was ihn ausmachte?

  • Kamerageschichte: Arri

    arriflex1 500Der Weg von einfachen Holzkameras zu Spiegelreflexsystemen wurde vor allem durch eine Firma geprägt: Arri. Sie wird im September 100 Jahre alt.

  • Kinogeschichte

    Kleine Kinogeschichte

    Es war eine seltsame Vermischung von Unterhaltung und Ingenieursgeist, welche dazu führte, dass Techniker, die bewegte Bilder aufnehmen und wiedergeben wollten und schlaue Entertainment-Veranstalter sich zusammentaten und unmittelbar zu Beginn des 20. Jahrhunderts erste Kinosäle errichteten.

     

    Chinese Theatre

    Chinese Theatre (Foto: Lucy Allary)

     

    Damit wurden die frühen Filmvorführungen recht schnell aus den improvisierten Zelten, Varietes und Theatern sehr schnell in eigens dafür konzipierte Häuser verlagert, die Leute, die das vorantrieben, waren Geschäftsleute, keine Künstler.

     

    Eines der ersten Kinos baute Adolph Zukor in New York (1904), eines der ersten deutschen Kinos baute in München 1907 Carl Gabriel, dessen Theater noch heute in der Dachauerstraße als „Neues Gabriel“ in Betrieb ist. Im gleichen Jahr baute Alfred Topp in Berlin das Kinematographen Theater Topp.

     

    Der überwiegende Teil der Filme war dokumentarisch, die Menschen gingen in die Kinos um sich anzuschauen, wie es in anderen Ländern aussah und was in der Welt so alles geschah.

    Schon bald wurden die Kinos größer und luxuriöser, sie orientierten sich an Opernhäusern, hatten Platz für über 1000 Zuschauer. Frühe Kinopaläste waren etwa das Filmtheater am Sendlinger Tor in München, das Ufa Filmtheater in Berlin, die Lichtburg in Essen und in Berlin oder der Ufa-Palast in Hamburg.

     

    Fernsehen bedroht die Kinos

    Kleines Kleinstadtkino in Malaysia

    Kleinstadtkino in Malaysia (Foto: Lucy Allary)

     

    Über viele Jahrzehnte waren die Kinos fester Bestandteil des Unterhaltungsprogramms, bis langsam durch die Verbreitung des Fernsehens, die Zuschauerzahlen abnahmen. Trotz großer technischer Anstrengungen durch Breitwand, Surround-Ton und frühe 3D Vorführungen, gingen die Zuschauerzahlen kontinuierlich zurück.

     

    Innovativ

    In den 70er Jahren entstanden in Deutschland erste Kinos, die nicht mehr dem Diktat der Verleiher folgten und Wochen,- und Monatelang die gleichen Filme abspielten, sondern gezielt und jenseits des Neuheiten-Kalküls eigene ungewöhnliche Programmierungen verfolgten,- die Programmkinos. Nicht selten gingen sie aus Uni-Kinoclubs hervor.

     

    Eine weitere Novität, die ebenfalls in den 70er Jahren in Deutschland entstand, waren kommunale Kinos, die unabhängig von der Kosten/Nutzenrechnung Film als kulturelles Gut betrachteten und mit lokaler Finanzierung durch die Kommunen Programm machten. Einige dieser Kinos, wie etwa das Filmmuseum München, die Black Box in Düsseldorf, das Kommunale Kino Frankfurt existieren noch heute.

     

    Nachdem nicht nur die Programmkinos in kleinen Sälen spielten, (gefürchtet die Enge etwa im Türkendolch oder im Studio Isabella in München), sondern auch die normalen kommerziellen Kinos immer kleiner wurden, im Gegenzug dazu aber das Fernsehen qualitativ immer besser wurde, fehlten die schlagenden Argumente, weshalb man Geld und Zeit investieren sollte um in garagengroßen Räumchen Filme anzusehen.

     

    Multiplexe

    Multiplex-Kino in Asien

    Multiplex-Kino in Asien (Foto: Lucy Allary)

     

    Mit den Multiplex-Kinos, die in den 90ern ihren Siegeszug antraten, wurde wieder auf große Kinosäle und Leinwände gesetzt, die kombiniert mit kleineren Sälen das geschickte Jonglieren mit den Filmkopien nach Zuschauerbedarf erlaubten. Der hemmungslos überteuerte Popcorn,- und Getränkeverkauf wurden in diesen Kinos, die sich den „Event“- Charakter auf die Fahnen geschrieben hatten, wichtige Einnahmequelle. Sitzt man dann drin in den riesigen Sälen, umgeben von Natchos knackenden Teenager-Monstern, sehnt man sich zurück nach den Zeiten, in denen die einzigen Töne von der Leinwand herüberklangen.

     

    Diesem Bedürfnis nach einem anderen Kino kommen aktuell Luxus-Kino nach, in denen die Zuschauer in breiten, gemütlichen Kinositzen mit Service am Platz wieder das Erlebnis Kino im Vordergrund sehen. Das darf nicht darüber hinweg täuschen, dass die Zahl der Kinos in Deutschland immer mehr abnimmt. Besonders die kleinen Kinos oder jene in kleinen Ortschaften kämpfen ums Überleben. Das haben die Investitionen in HD Beamer, 3 D Technik (vor gar nicht langer Zeit irrtümlich als Heilsbringer des Kinos gefeiert) oder neueste Tonverfahren wie Dolby Atmos, nicht einfacher gemacht.

     

  • Lumière-Zug in 4K

    Lumiere train 500Dank Artificial Intelligence und viel Retusche kann eine der ersten Filmszenen der Welt nun auch in 4K bei 60 Bildern pro Sekunde und mit Filmton angesehen werden...

  • Münchhausen Restaurierung

    Einst produziert, um von den NS Untaten abzulenken, wurde der Film nun behutsam digitalisiert und rekonstruiert. Uraufführung der Restaurierung war auf dem Filmfest.

  • Neorealismus

    Neorealismus Gasse 1000Im italienischen Kino gab es eine Phase, die aus der Not geboren, einige der genialsten Filme der Filmgeschichte hervorgebracht hat...

  • Prinzip Fotografie

    Wichtigste Grundlage für die Erfindung des analogen Films war die Fotografie. Am Anfang hielt man Lichtunterschiede auf kleinen Platten fest...

  • Schneidetische

    Steenbeck Grundplatte 500Über viele Jahrzehnte kamen die besten Filmschneidetische der Welt für analogen Film aus Hamburg. Sie hießen Steenbeck und waren legendär

  • Science Fiction

    Warum fasziniert uns die Zukunft im Film so sehr und wie hat sich das Genre seit der Erfindung des Films enwickelt?

  • Sehenswert

    Movie-College Empfehlungen zur Filmgeschichte

     

    Voller Zuschauersaal

    Filme auf großer Leinwand gemeinsam mit vielen anderen Menschen anzuschauen, bleibt auch in Zukunft eine besondere Erfahrung.

     

    Sollte der eine oder andere mal im Kino zu sehen sein, lohnt es sich die Wirkung auf Leinwand zu erleben...

     

    Diese Titel sind filmgeschichtlich (zumeist auch inhaltlich) absolut sehenswert und tauchen hin und wieder auch in Online-Streaming Diensten oder im Fernsehen auf. Die Liste ist sicherlich unvollständig, dennoch finden sich hier viele wichtige Titel, die es lohnt, anzusehen.

     

    Accatone Italien 1961 Pasolini
    Angst essen Seele auf Deutschland 1973 Rainer Werner Faßbinder
    Apocalypse Now USA 1979 Francis Ford Coppola
    Das Apartment USA 1960 Billy Wilder
    Asche und Diamant Polen 1958 Andrzej Waida
    Asphalt-Cowboy USA 1968 John Schlesinger
    Auf Liebe und Tod Frankreich 1983 François Truffaut
    Bei Anruf Mord USA 1954 Alfred Hitchcock
    Blade Runner USA 1982 Ridley Scott
    Der blaue Engel Deutschland 1930 Josef v. Sternberg
    Blick zurück im Zorn USA 1958 Tony Richardson
    Catch 22 USA 1970 Mike Nichols
    Chinatown USA 1974 Roman Polanski
    Denn sie wissen nicht, was sie tun USA 1955 Nicolas Ray
    Dr. Schiwago USA 1965 David Lean
    Der dritte Mann Großbritannien 1949 Carol Reed
    Der eiskalte Engel Frakreich 1967 Jean-Oierre Melville
    Das Fenster zum Hof USA 1954 Alfred Hitchcock
    Flucht in Ketten USA 1958 Stanley Kramer
    Die Frau Nebenan Frankreich 1981 François Truffaut
    Gefährliche Liebschaften GB, USA 1988 Stephen Frears
    Das Geheimnis der falschen Braut Frankreich 1969 François Truffaut
    Geraubte Küsse Frankreich 1968 François Truffaut
    Die Geschichte der Adele H. Frankreich 1975 François Truffaut
    Getaway USA 1972 Sam Packinpah
    Giganten USA 1956 George Stevens
    Harald and Maude USA 1971 Hal Ashby
    Intervista Italien 1986 Frederico Fellini
    Jenseits von Eden USA 1955 Elia Kazan
    Jules und Jim Frankreich 1962 François Truffaut
    Julia und die Geister Italien 1965 Frederico Fellini
    Die Katze F, I 1970 Pierre Granier Deferre
    Klute USA 1971 Alan Pakula
    La Ciocara Italien 1961 Vittorio de Sica
    La Dolce Vita F, I 1960 Frederico Fellini
    La Notte Italien 1960 Michelangelo Antonioni
    Die letzte Metro Frankreich 1980 François Truffaut
    Der letzte Tango in Paris F, I 1972 Bernardo Bertolucci
    Liebe auf der Flucht Frankreich 1978 François Truffaut
    Lieben Sie Brahms? F, USA 1961 Anatole Litvak
    Limelight USA 1952 Charles Chaplin
    Lohn der Angst Frankreich 1957 Henri-Georges Cluzot
    Lolita USA 1962 Stanley Kubrick 
    M - Eine Stadt sucht einen Mörder Deutschland 1931 Fritz Lang
    Manche mögens heiß (siehe: "Some like it hot")    
    Der Marathon-Mann USA 1976 John Schlesinger
    Marnie USA 1064 Alfred Hitchcock
    Das Messer im Wasser Polen 1962 Roman Polanski
    Die Nacht des Jägers USA 1955 Charles Laughton
    Odds against Tomorrow USA 1959 Robert Wise
    Orfeu Negro F, I, Bras 1959 Marcel Camus
    Paris gehört uns Frankreich 1960 Jacques Rivette
    Psycho USA 1960 Alfred Hitchcock
    Taxi-Driver USA 1975 Martin Scorsese
    Rashomon Japan 1950 Akira Kurosawa
    Rattennest USA 1955 Robert Aldrich
    Die Reifeprüfung USA 1967  Mike Nichols
    Rom offene Stadt I 1945 Roberto Rosselini
    Rocco und seine Brüder F, I 1960 Luchino Visconti
    Roma F, I 1971 Frederico Fellini
    Satyricon I 1969 Frederico Fellini
    Der Schatz der Sierra Madre USA 1947 John Huston
    Schießen Sie auf den Pianisten Frankreich 1950 François Truffaut
    Das Schloss im Spinnwebwald Japan 1957 Akira Kurosawa
    Das Schreckenshaus des Dr. Rasanoff Frankreich 1959 Georges Franju
    Die schrecklichen Kinder Frankreich 1949 Jean-Pierre Melville
    Sein oder nicht sein USA 1942 Ernst Lubitsch
    Sie küssten und sie schlugen ihn Frankreich 1959 François Truffaut
    Some like it hot USA 1959 Billy Wilder
    Spellbound USA 1945 Alfred Hitchcock
    Stalker UdSSR 1979 Andreji Tarkowskji
    Die süße Haut Frankreich 1964 François Truffaut
    Der Tag bricht an Frankreich 1937 Marcel Carné
    Teorema Italien 1968 Pier Paolo Pasolini
    Die Teuflischen Frankreich 1954 Henri-Georges Clouzot
    Tisch und Bett Frankreich 1970 Francois Truffaut
    The magnificant Ambersons USA 1941 Orson Welles
    Tod in Venedig Italien 1970 Luchino Visconti
    Über den Dächern von Nizza USA 1955 Alfred Hitchcock
    Die Unschuld F, I 1976 Luchino Visconti
    Das verbrecherische Leben des Archibaldo de la Curz Frankreich 1955 Luis Bunuel
    Vertigo USA 1958 Alfred Hitchcock
    Die Vögel USA 1963 Alfred Hitchcock
    Vom Winde verweht USA 1939 David Fleming
    Weekend Frankreich 1962 Jean-Luc Godard
    Das Wunder von Mailand Italien 1950 Vittorio de Sica
    Zabriskie Point USA 1969 Michelangelo Antonioni
    Der zerrissene Vorhang USA 1966 Alfred Hitchcock
    Zeugin der Anklage USA 1957 Billy Wilder
    Zum Beispiel Balthasar F, SW Robert Bresson
    Zwei Mädchen aus Wales und ihre Liebe zum Kontinent Frankreich 1971 Francois Truffaut

     

  • Sex im Film

    Wie es begann, wie sich die Tabuzonen verschoben, wo die Grenzen lagen, und was es mit Menschen machte

  • Studiokameras

    Studiokameras 1 500Wer ausschließlich stationär arbeitet, ist mit einer Studiokamera vielleicht besser bedient als mit einer auf Mobilität optimierten Kamera. Ein Überblick.

  • Stummfilm

    StummfilmFilmtheorie 500Die ersten drei Jahrzehnte lang war der Film stumm, zumindest gab es keinen synchronen Ton zur Handlung...

  • Stummfilm 2

    Ab den Zwanziger Jahren änderte sich der Stummfilm dramatisch. Die traumatischen Folgen des ersten Weltkriegs hinterließen kreative Spuren...

  • Stuttgarter Schule

    Dolu Schadowstr 1000In den 60er Jahren begann in Stuttgart eine Dokumentarbewegung, welche aufregende, kritische neue Zeichen setzte...

  • Thema: Analoger Filmschnitt

    Grundplatte eines analogen Steenbeck SchneidetischesObwohl der analoge Schnitt längst Geschichte ist, wächst bei vielen die Faszination für die klassischen Methoden an Schneidetischen

    Analoger Film     Schneidetische    Perfoband     Nagra     Stellavox     A/B Verfahren       Startband       Negativschnitt

  • Thema: Filmgeschichte

    Projektor 2 Venedig 500Filmgeschichte klingt für Viele zunächst langweilig, doch wenn man genauer hinschaut, kann man sehr viel für heutige Filme lernen

  • Thema: Kamerasensoren

    Projektor 2 Venedig 500Sie sind der zentrale Baustein einer jeden Video,- und Fotokamera. Was können, wie funktionieren sie ? Basics, die man kennen sollte.

    RAW   Kamerasensoren    Dynamikumfang      Pixel Bildauflösung     CCD Sensoren    CMOS Sensoren   Rolling Shutter    4K Sensoren

  • Tongeschichte 1

    Alte Träume

    Tonwalze

    Edisons Phonograph mit Tonwalze

     

    Ganz gleich, ob wir Töne digital oder analog aufzeichnen, unser Wissen über die Erkenntnisse der Technik-Pioniere und ihre Erfindungen ist für die professionelle Anwendung modernster Verfahren auch heute wichtig.

    Schall, (aber auch das Licht,) welchen wir Menschen wahrnehmen, basiert auf Wellenformen. Unser Ohr ist so aufgebaut, dass es Unterschiede im Luftdruck der Atmosphäre als Schall empfangen kann. Schall ist stets auf ein Medium angewiesen, um transportiert zu werden. Wasser, feste Körper und natürlich die Luft fallen einem da als erstes ein. Wenn die Luft Schall transportiert, so wird der Luftdruck verdichtet oder entspannt je nach Wellenform.

     

    Die Versuche der ganzer Erfindergenerationen konzentrierten sich folgerichtig darauf, diese Wellenformen in irgendeiner Weise mechanisch oder elektrisch zu konservieren, sie aufzuzeichnen. Ende des 19ten Jahrhunderts arbeiteten Techniker und Erfinder intensiv daran, das Abbild und die Äußerungen der Menschen und ihrer Umwelt aufzuzeichnen. Vor allem der Gedanke, legendäre Musiker über deren Tod hinaus hören zu können, beflügelte die Entwickler. Experimente, etwa mit einer Stimmgabel, an deren Zinken man eine Nadel befestigte, und die man schwingend auf eine mit Ruß geschwärzte Glasplatte hielt, zeigten deutlich Schwingungslinien auf der Glasplatte.

     

    Die ersten Tonaufnahmen der Welt

    Eines der ersten funktionsfähigen Geräte zur Tonaufzeichnung war 1877 Edisons Phonograph. Ein Gerät zum Aufzeichnen und Abspielen von Tönen auf Tonwalzen mit einer Spieldauer bis zwei Minuten. Das Prinzip bestand aus einem Tontrichter um Schallwellen zu bündeln und zu verstärken, an dessen unteren Ende eine Membran befestigt war, auf der ein Metallstift saß. Im Prinzip ein Vorläufer des Mikrofons. An dem Stift vorbei bewegte sich während der Aufnahme eine mit Wachs (später Schellack) beschichtete, rotierende Walze. Je nach Amplitude (Größe der Schallwelle) ritzte der Stift unterschiedlich tiefe, fortlaufende Rillen in die Walze. (Tiefenschrift) Bei der Wiedergabe lief der Stift in der Rille entlang, versetzte die Membran in Schwingung, welche wiederum von dem Trichter verstärkt wurde. Edisons Phonograph war im Prinzip ein rein mechanisches Gerät, mit dem die Luftdruckunterschiede (also der Schallwellen) mechanisch in unterschiedliche Vertiefungen in der durch eine Nadel eingeritzten Aufnahmerille übersetzt wurden.

     

    Bis heute basieren alle Aufnahmesysteme auf der Umwandlung einer Wellenform in eine andere. Wichtige Grundlage dafür war auch das Telefon, erfunden 1875 durch Bell. Dieses System übersetze erstmals Schallwellen in elektrische Wellen und nach der Übertragung beim Telefonpartner wieder in Schallwellen. Größter Schwachpunkt in der Anfangszeit des Telefons war, dass die Leistung mit der Kabellänge zwischen den Telefonen rasch abnahm. Konsequenterweise konzentrierte sich die Forschung auf Möglichkeiten der Verstärkung, die Verstärkerröhre wurde Anfang des 20ten Jahrhunderts erfunden. Bis Ende der 40er Jahre wurden alle elektrischen Verstärker mit Röhrenschaltungen realisiert, bis 1948 John Bardeen, W. Brattain und William Shockley den Transistor erfanden.

     

    Das Bessere ist des Guten Feind

    Grammophon

    Grammophon

    Interessanterweise war Edisons Antrieb, später den Cinematographen (den Film) zu entwickeln, vor allem als Ergänzung seines Phonographen gedacht. Besonders die kurze Spielzeit, aber auch technische Schwächen, etwa die fehlende Reproduzierbarkeit (jede Walze war ein Original), führten rasch zur Entwicklung des Grammphons und der Schallplatte. Deren Erfindung wird dem in Hannover geborenen Emile Berliner zugeschrieben.

     

    Während Edisons Nadel unterschiedlich tiefe Rillen erzeugte, und dadurch die Modulation aufzeichnete, erfand Berliner die waagerechte Schwingung, die sogenannte "Seitenschrift". Sie erzeugte Wellenlinien mit unterschiedlicher Amplitude und Frequenz.

     

    1902 nahm Enrico Caruso in Mailand seine erste Schallplatte auf, die sich sensationell verkaufte. Berliners Firma war es auch, die das Markenlabel "His Master´s Voice" mit dem Hund vor dem Grammophontrichter kreierte, welches man noch heute auf den CDs der EMI sehen kann. Die Platten liefen mit 78 Umdrehungen pro Minute, klangen kratzig und dauerten nur drei bis vier Minuten. Erst als nach dem zweiten Weltkrieg statt Schellack Plastik verwendet wurde, konnte die Geschwindigkeit mit 33 Umdrehungen mehr als halbiert und die Spieldauer erhöht werden.

    weiter...

     

    Alte Schellack-Schallplatte

     

  • Tongeschichte2

    Nagra(17)Der Wunsch, Töne in besserer Qualität und vor allem auch editierbar aufzuzeichnen, führte zur magnetischen Tonaufzeichnung...

  • Troppa Grazia

    Die Jungfrau Maria erscheint einer Landvermesserin und bringt deren Leben und eine Großbaustelle ziemlich durcheinander...

  • VHS Abschied

    Kein Scherz, in diesen Tagen und nicht schon vor mehr als einem Jahrzehnt, wird der Abschied von VHS akut.

  • Videogeschichte 1

    Videogesch2b 500Kaum zu Glauben, aber die Frühzeit des Fernsehens war Live, erst in den Fünfzigerjahren wurde die Videoaufzeichnung erfunden...

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    BadewanneBei der Unmenge an Filmen, die jedes Jahr entstehen, stellt sich die Frage: Müssen Filme, überhaupt gut sein?

  • Western

    Pferde auf Weide Western 500Eines der ersten szenischen Genres seit Beginn der Filmgeschichte gehört zu den großen Klassikern des Kinos und hat ungebrochene Strahlkraft...

MC Weihnachten