
Man trifft sie immer öfter an Filmsets an, worin unterscheiden sie sich, worauf sollte man unbedingt achten? Die LED Spots sind kompakter und leistungsstärker geworden, manche Probleme sind gelöst, andere sind nach wie vor zu spüren. Aber das versuchen die Hersteller mehr oder weniger geschickt zu verbergen, ein Grund mehr, sich das an dieser Stelle etwas genauer anzusehen.
Die meisten dieser Spots bestehen aus dicht nebeneinander angeordneten Leuchtdioden. Man verwendet die sogenannte COB-Technologie (Chip on Board) dabei werden mehrere kleine LED-Chips direkt auf einem Substrat montiert. Diese bilden gemeinsam eine möglichst kleine Fläche, die entsprechend viel Licht abstrahlt. Das Verfahren gewährleistet ein sehr gutes Wärmemanagement, bietet hohe Intensität und eine hervorragende Farbkonsistenz.
Übrigens hilft der aufsetzbare Reflektor enorm dabei, die Lichtausbeute zu erhöhen. Ohne Reflektor kann man in einem Meter Abstand oft nur Halb oder ein Drittel so viel Lux messen, das ist enorm. Scheinwerfer, die nur eine Farbtemperatur haben (Monolight), sind in der Regel leistungsstärker. Sobald man wie bei Bi-Color Spots mit zwei Arten von LEDs arbeitet, solche mit Daylight und solche mit Tungsten (Kunstlicht) Farbtemperatur, reduziert das die Lichtausbeute im Vergleich zu Spots mit nur einer Farbtemperatur. Noch schlechter fällt die Bilanz bei RGB Leuchten aus, die oft noch durch weitere Farbvarianten der subtraktiven Farbmischung ergänzt werden.
Ein wichtiges Qualitätskriterium bei LED Leuchten ist die Farbwiedergabe. Hier gelten Werte wie CRI ~95, TLCI ~94, und höher als Garanten für gute Hauttöne und allgemeine Farbwiedergabe.
Hitzköpfe

Nach wie vor haben LEDs bei höheren Leistungsstufen Probleme mit der Wärmeableitung. Manche dieser COBS haben eine Arbeitstemperatur, die unter 60 Grad liegt. Daher müssen sie mit Kühlkörpern und Wärmeleitpaste arbeiten, sonst gehen sie wegen zu viel Hitze kaputt. Heatpipes plus Lüfter sind bei nahezu allen leistungsstarken LED Scheinwerfen zu finden. Das interessanterweise klassische HMIs dieses Problem nicht haben, liegt daran, dass die Brenner aus Glas sind, während die LEDs aus Kunststoff hergestellt sind und sich dicht an dicht auf einer Platine befinden. Für Originalton ist das unter Umständen ein Problem, der Scheinwerfer sollte auf jeden Fall etwas weiter von den Schauspielern aufgestellt werden.
Manche Scheinwerfer erlauben es, den oder die Lüfter auch abzuschalten bzw. in mehreren Schritten in der Drehzahl herunterzuschalten, was sie leiser macht. So haben beispielsweise die Nanlite FS 300C im heruntergeregelten Smart Lüftermodus nur 24 dB(A) Geräuschentwicklung, das entspricht den Atemgeräuschen eines Menschen. Doch bevor man sich da zu früh freut, das Herunterschalten der Lüftung ist stets auch mit einem Reduzieren der Helligkeit verbunden. Es liegt in der Natur der Sache, dass schwächere LED Spots auch weniger Kühlung benötigen und deshalb auch meistens leiser arbeiten.
Weichmacher

Wo wir es gerade von Reduzieren der Helligkeit haben,- wenn man Schauspieler mit diesen Spots beleuchtet, ist das LED Array den allermeisten zu grell, zudem ist das Licht eigentlich zu hart um Gesichter schön auszuleuchten. Deshalb empfielt sich eine Softbox mit Grid, die macht das Licht einerseits weicher durch die weiße Diffusor-Bespannung und sie richtet das Licht durch das Grid (Raster) welches verhindert, dass das weiche Licht überall hin streut. Dank einer weitgehenden Normung der Zubehöranschlüsse auf den sogenannten Bowens-Standard kann man Softboxen verschiedenster Hersteller untereinander tauschen. Häufig sind diese in Oktagon Form hergestellt. Grundsätzlich sind Softboxen oder Chimeras Hilfmittel, welche die Vielseitigkeit der Scheinwerfer deutlich erhöhen. Das war schon bei Halogen,- und HMI Scheinwerferns so, - Fresnel-Scheinwerfer oder Stufenlinser, wie es auf Deutsch heißt, erzeugen hartes Licht, sie können aber durch Frostrahmen, oder besser noch durch Chimeras auch weiches Licht erzeugen.
Ach ja,- und leider reduzieren die Softboxen die Helligkeit, das ist aber reine Physik und passiert mit HMI Scheinwerfern genauso, wenn man da eine Softbox davor hängt. Da weiches Licht nicht sehr weit reicht, stellt man die Scheinwerfer samt Softbox näher an die Schauspieler, was das Problem mit der Hörbarkeit der Lüfter wieder etwas in den Vordergrund rückt. Und wenn man dann die Lüfter runterregelt, lässt die damit verbundene Reduzierung der Helligkeit (.s.o.) die Lichtmenge noch mehr schwinden. Da sehnt man sich dann doch nach den klassischen HMI Leuchten, die lautlos und leistungsstark ihre Arbeit ohne wenn und aber verrichten.

Merkmale
Worauf sollte man bei der Kaufentscheidung achten? Wichtige Stichworte sind Mobilität (Akku-Betrieb möglich?) Lautstärke (Lüfter und Kühlsystem) sowie die Farbwiedergabe. Wir fassen noch mal die wichtigsten Kriterien zusammen:
Lichtqualität
Man kann es drehen und wenden wie man möchte, LED Leuchten haben nun mal kein kontinuierliches Lichtspektrum, wie es etwa Halogen hatte und HMI noch immer bietet. Es kommt für eine möglichst natürliche Wiedergabe von Farben, insbesondere von Hauttönen darauf an, dass die LEDs möglichst gute Übergänge zwischen den Peaks der drei Farbgeber Rot, Grün und Blau herstellen können. Die Farbwiedergabeindexe geben darüber Auskunft. Hier gelten CRI / TLCI Werte von 96/97 als sehr gut und 95/94 als gut.
Was die Leistung angeht, so holen Monolights, die meist für Tageslicht-Farbtemperatur ausgelegt sind, etwas mehr aus der Energie heraus, andererseits sind die RGBW Leuchten variabler und können oft auch intensiv farbiges Licht erzeugen,- für manche Effekte (Disco, Party, Polizeiblaulicht) gar nicht so unwichtig.
Lautstärke
Ungünstig ist es, wenn man den Lüfter nur ein,- oder ausschalten kann. Besser sind mehrere Lüftermodi / Lüfterauswahl – idealerweise mit „Smart“ / „Low“ / „Off“-Optionen. Dabei ist ein möglichst niedriges Lüftergeräusch in dBA (z.B. im „Smart“-Modus) ausschlaggebend.
Konstruktionsbedingt ist hier passive Kühlung die eine gute Wärmeableitung garantiert, vorzuziehen, oft kann das besser durch Metallgehäuse gewährleistet werden als durch Kunststoffgehäuse. Dadurch ist weniger Lüfterinsatz notwendig.
Mobilität
Es ist spannend, dass man LED Scheinwerfer in gewissen Größen auch mit Akku betreiben kann. Das bedeutet nichts anderes, als dass am Scheinwerfer keine Kaltgerätebuchse für 240 Volt Wechselstrom verbaut ist sondern eine Gleichspannungsbuchse, bei professionellen Geräten meistens als 4 Pol XLR. Zu diesen Geräten wird dann ein externes Netzteil mitgeliefert, was sie sowohl für den Netzbetrieb als auch für den Akkubetrieb ausstattet. Und dieses Feauture, also das abgesetzte Netzteil, lassen sich die Hersteller teuer bezahlen. Zwischen der Studio,- (nur Netzbetrieb) und der Mobile,- (Akku und Netzbetrieb) Version liegen satte Preisunterschiede.
Während die früheren LED Scheinwerfer teilweise erschreckend groß waren für die Leistung, die sie lieferten, sind neuere Typen deutlich kompakter ausgefallen und versuchen das Temperaturmanagement auch Setfreundlicher zu gestalten. Trotzdem gibt es keinen Grund, funktionierende und oft ähnlich Stromeffiziente Fluoreszenzleuchten oder HMI Scheinwerfer zu verschrotten. Die machen tolles, oft schöneres Licht. Aber wer eine Neuanschaffung plant, sollte auf hochwertige LED Scheinwerfer setzen.

