Die kleinen praktischen Spots sind nach wie vor beliebt an Filmsets. Im Grunde genommen haben sie Mitte der 80er Jahre das Vorbild von Schaufenster,- Deckenspot,- und Dekorationsleuchten mit 12 Volt Halogenbrennern und Sammellinse auf die Filmbranche adaptiert.

 

Der Kameramann Dedo Weigert hatte die Idee, alternativ zu den damaligen relativ großen Lichteinheiten, kleine handliche Spots mit Toren und zentraler Stromversorgung aus einem Netzgerät (DT12-4 Power Supply) anzubieten. Dabei achtete er auch darauf, dass die verwendeten einfachen oder doppelten asphärischen Linsen möglichst optimale Lichtkegel ohne Farbsäume produzierten. 1990 erhielt Dedo Weigert hierfür sogar einen technischen Oscar.

 

Für die Leuchten wurden zumeist 12 Volt / 50 Watt oder 100 Watt Brenner verwendet. Ähnlich wie viele große Scheinwerfer, kann man auch bei den kleinen Spots den Brenner gegenüber dem Reflektor und der Linse verschieben, wodurch Bündelung bzw. Streuung des Lichts in einem gewissen Rahmen verändert werden können. Durch ihre kompakte Bauform kann man sie überall dort einsetzen, wo die anderen Scheinwerfer schlicht zu groß und zu schwer sind. Mit Hilfe von Saugfüßen, Magic Arms, Uniklemmen, oder an biegsamen Hälsen lassen sie sich sehr leicht positionieren.

 

Kleine Stolpersteine

Dedo Weigert taufte die kleinen Lampen nach sich selbst und packte einige Wünsche, die er selbst als Kameramann hatte, in die handlichen Filmleuchten. Dabei hat er damals Vieles richtig gemacht, nur ein paar Dinge hätten nicht sein müssen. Wie etwa die Verbindungskabel zwischen Leuchte und Netzgerät mit dreipoligen XLR Steckern auszustatten. Das war nicht so schlau, schließlich verwenden auch die Tonleute Mikrofonkabel mit dreipoligen XLR Steckern. Verwendet man irrtümlich diese, sind Schäden vorprogrammiert.

 

Die klassischen Netzteile besitzen Umschalter, welche die Spannung für die einzelne Leuchte herabsenken und damit die Lichtleistung reduzieren. Im Prinzip eine Dimmung, die allerdings nur in drei Stufen und nicht kontinuierlich erfolgt. Wie bei jeder Dimmung von Glüh,- oder Halogenlicht verändert sich dabei stets auch die Farbtemperatur, das Licht wird beim Herunterdimmen immer rötlicher. Die verschiedenen Stufen sind: Low: 3000 Kelvin, Medium 3200 Kelvin und High 3400 Kelvin Farbtemperatur.

 

 

Nicht immer Leise

Eigentlich sollten die kleinen Leuchten lautlos sein, schließlich besitzen sie keine Lüfter. Doch dem ist nicht immer so. Später wurden die zentralen Netzgeräte durch Kabeldimmer ersetzt, die leichter sind,- allerdings wenn man die Leistung herunter regelt, stets ein leises Surren von sich geben.

 

Man sollte sie also von den Mikrofonen möglichst weit weg halten. Leider machen auch die 12 Volt Brenner selber ein leises Geräusch, wenn sie herunter gedimmt werden. Man sollte deshalb, dem Ton zuliebe, darüber nachdenken, statt zu dimmen, lieber die Helligkeit per ND-Filterfolie zu reduzieren.

 

 

Systemgedanke

Natürlich ist das Dedolight-System mit den Jahren immer mehr gewachsen. Allerlei Zubehör, Filterhalter, Masken, Gobos, Schablonen für Effekte, Mini Softboxen und vieles mehr machten das System enorm vielseitig. Spezialklammern, Gelenkarme, Handgriffe und viele andere nützliche Hilfsmittel für die Arbeit an Filmsets eingeführt.

 

Insbesondere die HMI Tageslichtversion, die unter der Bezeichnung DLH200DT auf den Markt kam, erweiterte die Möglichkeiten. Denn die Lichtausbeute einer HMI ist etwa vier Mal so groß wie bei Halogenlicht und die 100 / 150 Watt HMI Versionen sind daher sehr leistungsstark.

 

Häufig werden Dedo-Lights recht nah bei den Schauspielern verwendet, wo sie wegen der geringen Größe, kaum stören. Auch wenn man das Licht nicht direkt verwendet, sondern bounced, kommt noch genügend Leistung an. Durch ihr geringes Gewicht kann man sie an leichten Gelenkarmen, an Polecats, selbst an der Kamera anbringen.

 

 

Wie sich das für ein zeitgemäßes System gehört, bietet Dedo Weigert inzwischen auch DLED Light an, also gebündeltes Licht aus einer einzelnen LED Lichtquelle. Da Dedo Weigert sehr kritisch ist, was die Lichtqualität von LEDs angeht, kann man davon ausgehen, dass eine von ihm vertriebene LED Leuchte, wie etwa die DLED2-D - 20W LED einen guten CRI Wert von über 80 aufweist.

 

Billig sind die kleinen Leuchten aus München nicht, eine einzelne klassische 12 Volt Halogenleuchte kostet rund 350,- Euro. Wer das Budget nicht hat kann sie jedoch mit etwas Glück gebraucht in den einschlägigen Börsen im Internet finden.

 

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