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Man trifft ihn an nahezu jedem Spielfilmset an, jenen lichtdichten schwarzen Stoff...

 

Molton kann ganz viel und bleibt dabei stets sehr bescheiden. Der Name kommt aus dem Französischen (Molleton) und bedeutet "Weich". Eigentlich ist es einfach nur ein weicher Baumwollstoff, dessen Besonderheit es ist, auf beiden Seiten aufgerauht zu sein. Zudem ist der Stoff recht dicht, sodass bei ausreichender Dicke kein Licht hindurch fällt. Mehr oder weniger sorgfältig zusammengelegt und oft in Umzugskartons gelagert, wartet er auf mögliche Einsätze an Filmsets.

 

Vom Material her gibt es Molton in unterschiedlichen Stärken und Maßen, sie werden nach Gewicht unterschieden, Bühnenmolton etwa wiegt 300g/m². Übrigens gibt es Molton auch in Weiß oder für Keying-Zwecke in Grün oder Blau. Geht es nicht nur um die lichtschluckenden, sondern auch um schallschluckende Eigenschaften, verwendet man sogenannten Calmuc mit 500g/m² Gewicht. Wenn es nicht absolut Lichtdicht sein muss, kann man auch sogenannten Dekomolton nehmen, der hat dann 160-190g/m² Gewicht. Es gibt es ihn in Schwarz, Weiss und verschiedenen Farben.

 

 

Es gibt Molton ganz normal und Feuerhemmend. Insbesondere dort, wo öffentliche Veranstaltungen stattfinden, auf Theaterbühnen oder bei Konzerten, wo oft große Mengen Molton zum Einsatz kommen, ist flammhemmender Stoff gefragt. Dies regeln die DIN 4102 B1 und die EN13773-c1.

 

Verdunkler

Molton hilft dem Bild und dem Ton. Der bekannteste Einsatz von schwarzem Molton ist sicher die "abgehängte Nacht," also ein Innendreh der Nacht darstellen soll, aber tagsüber bei Licht gedreht wird. Hierfür hängt man den schwarzen Mollton vor die Fenster, meistens von Außen, damit man die Verklebung mit Gaffer-Tape nicht sieht. Schwieriger wird es, wenn man nicht nur Nacht simulieren möchte, sondern auch den Lichteinfall einer nächtlichen Lichtquelle von Außen.

 

 

Will man Mond,- oder Laternenlicht simulieren, muss man mit Molton verkleidete große Kästen vor die Fenster bauen in denen man entsprechende Scheinwerfer für seitlich einfallendes Licht platzieren kann. Das ist wichtig, damit man von den Innenräumen aus draußen durch das Fenster zwar Schwarz für Nacht sieht, von dort aber zugleich etwas Licht hineinfallen kann.

 

 

Oft genug muss man aber auch, obwohl man Tagszenen dreht, das reale Tageslicht aussperren, weil dieses sich mit dem Sonnenstand dauernd ändern würde, und mit leistungsstarken Scheinwerfern künstliches Sonnenlicht setzen, welches den ganzen Drehtag über nicht die Position ändert. Auch dafür wird Molton gebraucht, um das echte Sonnenlicht abzudunkeln.

 

Schallschlucker

Gerade leerstehende Räume können durch die Schallreflektionen von Boden und Wänden für die Tonleute zum Albtraum werden. Hier kann es helfen, den Boden, falls dieser nicht im Bild ist, mit Molton auszulegen und ggf. eine oder mehrere Wände mit Molton abzuhängen. Die damit erzielbare Wirkung ist verblüffend. Wer das jemals angehört hat, wie ein Raum plötzlich viel weniger hallig wird, wenn man ihn mit Molton auslegt, weiß wie wertvoll dieser Stoff für Filmtonleute sein kann. Für akustische Maßnahmen empfielt sich besonders dicker, schwerer Molton.

 

Auf jeden Fall gehört Molton eigentlich in jeden Licht-LKW und kann für relativ kleines Geld an Filmsets sehr viel bewirken. Man sollte ihn nach einem absolvierten Dreh gründlich draußen ausschütteln und ggf. ab und an, schonend in der Waschmaschine waschen. Aber Vorsicht,- bei flammresistentem Molton kann es sein, dass dieser nicht gewaschen werden darf,- bitte unbedingt den Hersteller befragen.

 

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