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Wer eine Affinität zu Musik hat und zu seinen Filmen selbst den Soundtrack gestalten möchte, hat heute eine Vielzahl an Möglichkeiten, sich daran zu versuchen. Damit wird man sicher nicht automatisch zum begnadeten Komponisten, doch die Herstellung von eigener Filmmusik ist kein Ding der Unmöglichkeit, wenn man nicht völlig unbegabt ist. Wie bei Allem muss man sich intensiv damit beschäftigen, doch die Lernkurve ist dank vieler Tutorials etc. recht steil.

Was früher nur mit gigantischen Investitionen (Studio mieten, Musiker bezahlen) möglich war, kann man heute mit einem überschaubaren Budget hinbekommen. Das man eine Handvoll oder für einen Orchestersound gleich ganz viele Musiker ins Studio holt und eine aufs Notenblatt notierte Komposition einspielt, ist ein Luxus, den sich heute nur noch Wenige leisten. Die Mehrzahl heutiger Musikproduktionen entsteht entweder komplett oder zu großen Teilen aus Samples. Diese sind je nach Anbieter inzwischen extrem hochwertig. Wenn es beispielsweise eine Stradivari Geige sein soll,- kein Problem.

Was genau braucht es, um selber Musik mit Samples zu machen? Ein gutes Gefühl für Musik und Rhythmus setzen wir an dieser Stelle mal voraus, wenn man dieses Vorhaben angeht. Was also muss erworben werden, damit man loslegen kann? Nun natürlich erst einmal einen Computer, ob das ein MAC oder ein Windows Rechner ist, ist reine Religion und Budgetfrage, beide Systeme sind gleich gut geeignet. Der Rechner sollte schnell sein und mindestens 8 oder besser 16 GB Arbeitsspeicher haben. Sampling-Programme sind echte Resourcenfresser. Es kann damit sogar ein Notebook sein, damit ist das System sogar portabel. Die genauen Anforderungen ändern sich natürlich laufend und hängen von der verwendeten Software ab.

 

DAW

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Auf diesem Rechner sollte man eine DAW, eine Digital Audio Workstation installieren. Das ist im Prinzip die Basissoftware, welche die Tonbearbeitung erst möglich macht. Also ein Sequenzer oder ein Aufnahmeprogramm. Eine der ältesten DAWs ist beispielsweise ProTools, andere heißen Ableton, Cubase, Audition oder Logic Audio. In der Musikszene ist Ableton ziemlich verbreitet, wenn man sich also mit Musiker-Kolleg-innen austauschen möchte, könnte es von Vorteil sein, nachzufragen, womit diese arbeiten.

Will man sich weniger austauschen und einfach selbst die Sounds produzieren, dann ist es ziemlich egal, für welche DAW man sich entscheidet, auch hier gibt es natürlich große Preisunterschiede. Es gibt aber auch von den Großen Anbietern kostenlose Lite-Versionen, mit denen man viele Basisfunktionen bereits nutzen kann. Beispielsweise ProTools First, Ableton Live Lite, Studio One Prime oder Steinberg Cubase LE. Einfache Lösungen sind auch die Apple-Klassiker Garageband und Soundtrack, die allerdings nicht so flexibel sind und mit denen man doch recht schnell an Grenzen stößt.

 

Zusätzliche Geräte

Dann braucht man natürlich noch eine gute Abhöre, also Monitore (Lautsprecherboxen) oder zumindest einen guten Kopfhörer. In Profistudios kommen fast ausschließlich Aktivboxen zum Einsatz, bei denen die Verstärker in das Boxengehäuse integriert sind. Das hat Vorteile für die Wiedergabequalität. Billige Aktivboxen gibt es schon für ca. 200 Euro das Paar, es wird aber immer wieder berichtet, dass diese auch Eigenrauschen haben können. Bessere Abhören gibt es ab ca. 500,- Euro pro Paar.

Grundsätzlich unterscheidet man Softwareinstrumente, bei denen man mit Hilfe einer Tastatur oder anderer Eingabegeräte Klänge im Computer erzeugt, von der Arbeit mit Loops. Audio Loops das sind im Prinzip kleine Häppchen an vorgefertigter Musik, das kann ein einzelner Beat sein, ein paar Gitarren Riffs oder auch komplette Musikteppiche. Diese ordnet man in einem Sequencer-Programm in der Timeline in Spuren an und kann so seine Musik wie aus einem Baukasten zusammenstellen. Beide Vorgehensweisen kann man natürlich miteinander kombinieren. Also zu einem mit Loops erstellten Grundgerüst kann man mit seinem Softwareinstrument per Keyboard etc. Melodien hinzufügen, also einspielen.

 

Eingabegeräte / Controller

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Für bestimmte Abläufe und Eingaben ist ein Controler sinnvoll. Z.B. Novation Launch Pad. Damit man seine Musik auch selbst spielen kann, also nicht nur Loops in der Timeline platziert, ist ein Eingabegerät erforderlich, zum Beispiel ein Masterkeyboard, welches über USB oder Midi mit dem Computer verbunden ist. Diese sollte eine Anschlagdynamik besitzen. Manche Controler besitzen auch eigene Menütatsten und Regler, sodass man auch ohne Computermaus ganz klassisch wie mit einem Instrument direkt arbeiten kann. Das ist sehr intuitiv und macht Spaß.

 

Wandler

Außerdem benötigt man eine Soundkarte. Wobei das oft "Stand Alone" Geräte sind, wie etwa die Wandler von ProTools Focusrite oder Apogee. Zugegeben, Computer haben auch Soundkarten über die man Töne hören kann, doch die sind zumeist nicht allzu gut und haben signifikante Verzögerungen beim Abspiel (Latenz). Das kann ganz schön das eigene Timing beim Spielen irritieren. Wenn man seine Musik hören bzw. externe Instrumente in das System aufnehmen oder die Musik auf Abhörmonitore geben möchte, ist ein AD Wandler sinnvoll.

Früher waren das in Profisystemen eigene Wandlerkarten, heute oft externe Geräte die per USB angeschlossen werden. Die meisten externen Wandler haben noch immer USB2, vermutlich aus Gründen der Kompatibilität, doch man sollte da genauer hinschauen. Bitte USB 3 oder höhere Standards wählen, das bietet mehr Möglichkeiten für die Datenübertragung. Sinnvoll sind AD Wandler, die einen Kopfhöreranschluss sowie hochwertige Mikrofoneingänge und einen DI Instrumenteneingang besitzen.

 

Native Instruments

Der Anbieter von einer riesigen Auswahl an Sample-Sounds bietet auch eigene Sequencer-Software an, um diese zu kombinieren. Es gibt sogar eine recht gut funktionierende kostenlose Version, sicher mit dem Hintergedanken, dass man das Prinzip mag und mehr davon dann käuflich erwerben möchte. Das ganze nennet sich "Komplete Start" und kann hier heruntergeladen werden: https://www.native-instruments.com/de/products/komplete/bundles/komplete-start/

Und tatsächlich sind in dem Paket bereits 16 Instrumente enthalten, diverse Loops, Flächen und dazu noch diverse Effekte etc. Man kann also auf einfache Weise kostenfrei einsteigen in die Welt der gesampleten Musik. Viele der Sounds sind schon etwas älter, doch das tut ihrer Qualität keinen Abbruch und man kann definitiv die Qualität und die Arbeitsweise testen.

Das Prinzip ist recht alt, bereits frühe Workstations wie das Synclavier arbeiteten mit Samples von Musikinstrumenten. Doch die Sammlung und die Funktionalität von Native Instruments ist tatsächlich beeindruckend. Man muss sich aber darüber im Klaren sein, dass dafür viel Speicherplatz und auch ordentlich Rechenleistung benötigt wird. Belohnt wird man mit einer riesigen Sammlung an Sounds, die man einzeln oder auch in Paketen erwerben kann.

Spannend sind auch allerlei vorproduzierte Arrangements, Loops und Klanghüllen, da haben zahllose Profi-Musiker bereits viel Vorarbeit geleistet.

 

Samples

Wenn man seine DAW installiert hat und vielleicht kein umfangreiches Paket wie Native Instruments besitzt oder spezielle Sounds sucht, die darin nicht enthalten sind, benötigt man als nächstes natürlich Samples beziehungsweise ganze Sammlungen, so genannte Sample-Packs,.Kick Drums, Synth Shots usw. zu finden beispielsweise bei Splice, das ist eine Online Plattform für Samples. Man kann dort einzelne Samples runterladen und die zahlt man einzeln.

 

Plugins

Mit Plugins kann man die Möglichkeiten seiner DAW deutlich erweitern. Ein Plugin kann beispielsweise ein bestimmter Synthesizer Sound sein. Oder besonders raffinierte Filter, Hallmodule etc..

 

Hardware Instrumente

Externe Synthesizer sind etwas für erfahrene Musiker. Das sollte man sich für den Einstieg nicht geben. Wenn man es dennoch wagen möchte, so wäre beipsielsweise die Novation Cirquit Mono Station Synthi für den Anfang ein guter Einstieg.

 

Die Möglichkeiten sind jedenfalls fast unbegrenzt,- musikalische Grundkenntnisse oder zumindest ein gutes musikalisches Empfinden sind neben den technischen Voraussetzungen natürlich wichtig und mitverantwortlich für ein qualitätvolles Endergebnis.

 

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