Filmtipps

  • Die kleinen Dinge

    Es sind die Details, die kleinen Dinge am Set, welche die Arbeit erleichtern, das Teamgefühl stärken. Erfahrene Produzenten wissen das und legen auch auf die Kleinigkeiten Wert, die vielleicht nicht direkt im Bild zu sehen sind – indirekt aber dafür umso mehr die Qualität des Produktes heben. Schließlich organisieren und leiten sie den Dreh nicht nur, manchmal sind auch Vater, Mutter und der gute Geist des Teams.

    Beginnen wir mit dem Naheliegendsten: Der Verpflegung. Während der Drehzeit befindet sich ein Filmteam im Ausnahmezustand. Seine Mitglieder kommen so gut wie nicht zum Einkaufen, die Läden haben nach Drehschluss meist geschlossen, man ist also auf Ihre Verpflegung angewiesen.

     

    Verpflegung am Set

     

    Gutes Essen zu allen Mahlzeiten, welche auch auf individuelle Ernährungswünsche (Vegetarisch) eingeht, trägt deutlich zur Zufriedenheit des Teams bei.

     

    Für die Nebenverpflegung (belegte Brötchen, Kuchen, Getränke) keine Billigprodukte, sondern hochwertige Waren günstig einkaufen (Gewerbe-Großmärkte).

     

    Verpflegung in Restaurants in unmittelbarer Nähe des Drehorts, mit denen man z.B.  für 3 oder 4 Auswahlgerichte feste Preise aushandelt, wird meist als willkommene Alternative zum Catering am Set empfunden. Sinnvoll: Vorherige klare Ansage, dass neben dem Essen nur ein alkoholfreies Getränk pro Teammitglied übernommen wird.

     

    Um Zeit zu sparen, sollte ein Blatt auf dem die Auswahlgerichte gelistet sind, bereits Vormittags am Drehort herumgereicht werden, auf dem jeder seinen Wunsch einträgt. Dann kann man die Liste mit Vorlaufzeit dem Restaurant übergeben, damit alle Gerichte möglichst schon fertig sind, wenn das Team eintrifft.

     

    Lassen sich an Motiven keine Restaurants erreichen, ist es wichtig für das mobile Catering vernünftige Essgelegenheiten einzurichten. Niemand isst gerne mit dem Pappteller auf den Knien. Bierbänke und Tische sind sehr zu empfehlen. Für Buffets kann man leichte Alu-Tapeziertische verwenden. Die wiegen fast nichts und sind schnell auf-, und abgebaut. Bei Sonnenhitze sind auch diese Pavillons aus dem Gartencenter sehr gute Schattenspender.

     

    Die Widrigkeiten am Drehort sind oft vielfältig. Meistens kennt nur die Produktion vorab das Motiv und kann etwa in der Dispo auf mögliche Besonderheiten (rutschiges, feuchtes Gelände, kalte Räume etc.) hinweisen. Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, wenn die Set-Aufnahmeleitung dem Team auch bei diesen Gegebenheiten hilft.

     

    Nützliche Helfer

     

    Bei nächtlichen Dreharbeiten im Sommer an stehenden Gewässern wirken die Filmscheinwerfer wie Magnete auf sämtliche Insekten, vor allem natürlich auf Mücken. Kluge Aufnahmeleiter verteilen an das Team Insektenschutz-Mittel zum Einreiben.

     

    Dreharbeiten unter Sonnenhitze auf offener Fläche ohne rettenden Schatten kann man mit Sonnenschutz-Mittel besser überstehen.

     

    Bei Dreharbeiten in kälteren Jahreszeiten sind Heizstrahler und noch mehr warme Getränke sehr wichtig. Aufwärmräume oder mehrere Wohnmobile mit Standheizung können auch bei bitterer Kälte weiterhelfen.

    So banal es auch klingt, auch die Frage von Toiletten sollte für jedes Motiv vorab geklärt und organisiert sein. Finden sich vor Ort keine Lösungen, so lassen sich mobile Toiletten anmieten.

    Die Organisation eines Drehs ist stets auf präzise Vorhersagen des lokalen Wetters angewiesen. Infos darüber können auch in der Dispo sinnvoll sein, damit sich das Team sinnvoll kleidet. An Regentagen sind ein paar zusätzliche Schirme oder Regenkleidung hilfreich.

    So ein Filmteam ist meistens bunt zusammengewürfelt. Einige kennen sich, die meisten begegnen sich jedoch zum ersten Mal und müssen während der kommenden Drehzeit oft auf engstem Raum, manchmal unter erschwerten Bedingungen und zugleich sehr stark als Team zusammenarbeiten. Man darf auch nicht vergessen, dass einige Teammitglieder auch ihre persönlichen Konflikte mit in die Arbeit hineintragen.

     

    Teamgeist

    • Kurz vor Drehbeginn kann ein kleines „Warm-Up“ helfen, dass sich das Team kennenlernt. Wichtig für alle Festivitäten ist ein sinnvolles Timing. Besser vor freien Tagen einplanen und nicht vor Drehtagen. Falls das Fest länger dauert, hat das Team sonst vielleicht zu wenig Schlaf bekommen, so etwas kann einen Drehtag stark beeinträchtigen.
    • Die Produktion kann z. B. aus den Lohnsteuerkarten der Mitarbeiter erkennen, wer während der Drehzeit Geburtstag hat. Eine kleine Überraschungstorte am Drehort ist eine freundliche Geste, die von allen positiv bewertet wird.
    • Nach der Hälfte der Drehzeit kann ein kleines „Bergfest“ bei der Motivation eines vielleicht schon stark beanspruchten Teams helfen. Ebenso wichtig ist das Abschlussfest, welches man sinnvollerweise ein paar Tage hinter den Drehschluss legt.
    • Eine etwas seltsame Angewohnheit mancher Teams, die so genannte Schnapsklappe, geschlagen, immer wenn sich bestimmte Klappennummern wiederholen (z. B. 3-3-3), sollte nicht kategorisch abgelehnt, aber auch nicht allzu intensiv „begangen“ werden. Schnapsklappe auf die Regie bedeutet, der/die Regisseur/-in gibt eine Runde Sekt aus. Es hat schon Filmteams gegeben, die mehrmals täglich Schnapsklappen auf Produktion, Ausstattung, Kostüm, den Nikolaus... schlugen, dazu Sekt aus Plastikbechern tranken und folglich den Dreh in einer Art Dämmerzustand abgewickelt haben.
  • Fehlermeldung "Ungenügender Arbeitsspeicher"

    Nun hat man nach langen Mühen endlich seinen Film in FinalCut Pro fertig geschnitten, hat die Mischung vielleicht in einem professionellen Tonbearbeitungsprogramm wie ProTools bearbeitet und gemischt, hat den Mix gebounced und wieder in das Final Cut importiert und möchte nun endlich sein Master erstellen. 

    Normalerweise geht das auch recht einfach, man exportiert einfach das Werk vom in (Taste i) bis zum Out Point (Taste o) und gibt den Befehl Ablage exportieren- als Quicktime Film exportieren (oder falls in einem anderem Format als dem originären Aufnahmeformat) per Quicktime Konvertierung.

     

    Echtes Problem oder Geduldsfrage? 

    Soweit so gut. Und tatsächlich fängt FinatCut Pro auch an, den Film heraus zu rechnen und eigentlich könnte alles gut sein. Doch dann kommt er, der Moment wo das Rendern nach 40 Minuten bei etwa 30 % abbricht und gerne auch FinalCut Pro unerwartet beendet wird. Ein einmaliges Ungeschick denkt man sich und versucht es gleich wieder. 

    Das gleiche Spiel nur diesmal wird angezeigt dass der Arbeitsspeicher nicht reicht. Was nun? Ist der Arbeitsspeicher, der so klaglos so viele Filme gerendert hat plötzlich zu klein geworden? Ist die Datei, die doch eigentlich nur einen 10-Minüter beinhaltet plötzlich so groß?

    Beinahe jeder Cutter eines Schnittsystems, so er es selber auch wartet und keinen hilfreichen EDV-Spezialisten mal eben rufen kann kann so seine Leidensgeschichten erzählen von Filmen, die man einfach nicht in der gewünschten Weise bearbeiten oder herausrechnen konnte. Da fließt sehr viel Zeit in den Abfluss der kreativen Verzweiflung...

     

    Welche Schritte sind zu tun?

    Schritte die den MAC allgemein betreffen 

    1. Man prüft den tatsächlich verbauten Arbeitsspeicher im Rechner, denn der kann durch aus auch kaputt gehen. Also- Apfel-Symbol oben links, Über diesen Rechner und schon weiß man, die 7 GB (in unserem Fall) sind tatsächlich noch da. Final Cut verlangt Minimum 4 GB Arbeitsspeicher, mehr davon ist sehr sinnvoll, parallel geöffnete Programme schlucken davon natürlich auch gerne Leistung, die also als Erstes schließen. 
    2. Eine zweite Überprüfung, die nicht direkt das Schnittprogramm, sondern den MAC Rechner betrifft, ist das reparieren von Zugriffsrechten. Man findet unter Programme/Dienstprogramme das so genannte Festplattendienstprogramm. In der linken Spalte wählt man dann mit Mausklick die Festplatte aus, welche geprüft bzw. bei welcher die Zugriffsrechte repariert werden sollen und lässt den Vorgang mit Klick auf "Zugriffsrechte des Volumes reparieren" ablaufen. Das kann etwas dauern, lohnt aber.

     

    Schritte, die FinalCut betreffen 

    1. Weitere Entlastung bringt, wenn man in den Sequenzeinstellungen die Waveform Anzeige und die Clip-Bildanzeige abschaltet und nur die Namen der Clips anzeigen lässt. 
    2. Man überlegt, welche Bestandteile von FinalCut Pro den Arbeitsspeicher belasten könnten. Da gibt es durchaus einige Verdächtige, beispielsweise PlugIns bei den Video,- oder Audioeffekten. Es soll Editoren geben, die da sogar Testversionen schlummern haben. Befreit man FinalCut Pro von den nicht zwingen notwendigen Plugins könnte das Problem gelöst sein. 
    3. Gibt es vielleicht Bild,- oder Tonmaterial was korrupt ist oder vielleicht welches die Kapazität des Programms sehr fordert. Hier kommen wir gleich zu den nächsten Verdächtigen: Fotos. Werden Standbilder in einen Film eingeschnitten und man importiert die mit der originären Auflösung etwa aus seiner DSLR Kamera, beschneidet im FinalCut evtl. sogar noch den Ausschnitt, weil das Bild-Seitenverhältnis im Film ein anderes ist, dann überlädt man das Programm mit extrem anspruchsvollen Aufgaben, die viel zu große Foto-Datei muss verkleinert und ein Ausschnitt gerendert werden. Also- alle eingeschnittenen Fotos noch mal anpacken und vor dem Importieren in FC Pro in einem Bildbearbeitungsprogramm zunächst ins richtige Bild-Seitenverhältnis zuschneiden (freistellen bei Photoshop) und dann in exakt der Bildgröße umrechnen, die auch das Video hat. Dann speichern und neu ins FC Pro importieren und das alte Foto im Schnitt mit dem Befehl "ersetzen" in der Timeline austauschen. 
    4. Wenn all diese Maßnahmen nicht helfen, kann man auch das ganze Programm zurücksetzen. Wenn FinalCut sehr träge ist oder länger den farbigen Warte-Ball anzeigt kann es Sinn machen, die Voreinstellungen zu löschen. Dies stellt quasi wieder ein frisches FinalCut her, löscht aber auch alle Einstellungen die man sich eingerichtet hat. Hier beschrieben der Weg für die Version FinalCutPro 6, bei anderen Versionen kann es Unterschiede in der Vorgehensweise geben.  Dazu muss man genau 4 Dateien in zwei unterschiedlichen Ordnern löschen, es versteht sich von selbst, dass man das FinalCut selbst natürlich nicht geöffnet haben darf.  Gelöscht (oder für ängstlichere Menschen umbenannt) werden:  Im Ordner Benutzer/Benutzername/Library/Preferences: "com.apple.FinalCutPro.plist"  Im Ordner Benutzer/Benutzername/Library/Preferences/Final Cut Pro User Data: Final Cut Pro 6.0 Prefs + Final Cut Pro Obj Cache + Final Cut Pro Prof Cache  Diese müssen entweder umbenannt oder in den Papierkorb geschoben werden und den anschließend entleeren. Beim nächsten Programmstart werden diese Dateien von FinalCut einfach neu erstellt.

     

    Die verschiedenen Maßnahmen sollte man in der Reihenfolge wie angegeben durchführen und nach den beiden ersten MAC Maßnahmen, erst einmal testen, ob FCP wieder problemlos rendert. Falls nicht, dann mit den ersten drei FCP Maßnahmen fortfahren, zuletzt, wenn auch diese nicht geholfen haben kann man die vierte und letzte Maßnahme ausprobieren. Viel Erfolg!

     

     

     

  • Das Risiko des Filmens

    Wer sich auf das Abenteuer des Produzierens einlässt, sollte über die Naivität und die Fähigkeit des Hoffens, zugleich aber auch über genügend Erfahrung verfügen, die möglichen Risiken einschätzen zu können. Das Produzieren von Filmen ist nicht immer von Erfolg gekrönt. Die Komplexität eines aufwändigen Projektes, menschliche Faktoren und unvorhersehbare Zufälle können ein hoffnungsfroh begonnenes Vorhaben zu einem Desaster werden lassen.

     

    Dabei stellt das Überschreiten des Budgets eine der häufigsten Naturkatastrophen im Filmbusiness dar. Je nach Größe der Produktionsfirma können die Überziehungen mehr oder weniger gut verkraftet werden. Wenn Martin Scorsese bei „Gangs of New York“ mal eben 20 Millionen Dollar mehr verbraucht, werden auch in den USA Studiobosse und Investoren (darunter auch deutsches Fonds-Kapital) nervös. Doch der Film wurde fertiggestellt und war der Abschlussfilm der Berlinale 2003. Doch die Filmgeschichte ist reich an Beispielen, bei denen es nicht so gut ausging.

     

    Nicht fertiggestellte Produktionsdesaster

    Don Quixote

    Spektakulärstes Beispiel der letzten Zeit war das komplett mit europäischem Kapital finanzierte Epos „The Man who killed Don Quixote“ von Terry Gilliam ("12 Monkeys", "Münchhausen", "Brazil"). Das Budget von 32 Millionen Dollar, ein erstklassiger Cast (Jean Rochefort, Johnny Depp) und höchste Hollywood-Ansprüche des Regisseurs sollten die europäische Koproduktion auf höchstes Niveau hieven. Tatsächlich aber waren bereits die Drehvorbereitungen in Spanien mangelhaft und vom ersten Drehtag an schwebten dunkle Wolken über dem Projekt. Ob es der Flugverkehr war, der Originalton unmöglich machte, untrainierte Pferde, die durchgingen oder Komparsen, mit denen niemand geprobt hatte, jeder Drehtag übertraf den vorangegangenen noch an Schwierigkeiten. Platzregen verwandelte das Wüstenset in eine Schlammlandschaft und spülte die Filmausrüstung mit sich. Schließlich erkrankte Hauptdarsteller Jean Rochefort (Der Mann der Friseuse) und konnte nicht mehr weiterdrehen, der Todesstoß für das Vorhaben.

     

    Nick Knatterton

    Doch auch hierzulande gibt es Filme, die mit großem PR-Aufwand durch die Medien gingen und die auf Grund widriger Umstände nicht oder vorerst nicht fertiggestellt wurden. Da wäre etwa die Verfilmung von "Nick Knatterton" mit Niki List als Regisseur. Die 8 Millionen Euro schwere, hochgeförderte Produktion (Filmstiftung NW: 1 Million Euro). wurde von Helkon-Pictures produziert und prominent besetzt. Jens Schäfer, Jeanette Hain, Kordula Kohlschmitt, Axel Milberg und Wolfram Berger sollten die Krimi-Comicfigur der 50er Jahre ins Kino transportieren. Der Film wurde abgedreht, doch dann verunglückte der Produzent, Werner König, im November 2000 während der Motivsuche für den Film „The Extremists“ über risikofreudige Skifahrer in der Nähe des Wintersportorts Verbier tödlich. Der „Motor des Projektes“ fällt auf tragische Weise aus, von dem Film hört man nichts mehr. Die Mutterfirma, Helkon Media AG, die wie manch andere im New Media Hipe zu viele Risiken mit Aktionärskapital eingegangen ist, wird zahlungsunfähig. Am 1. 10. 2002 wird am Münchner Amtsgericht das Insolvenzverfahren eröffnet, das gedrehte Knatterton Material wird vorerst Konkursmasse.

     

    Zürich Transit

    Ein in Vergessenheit geratenes Projekt war "Zürich Transit" in den sechziger Jahren, eine ambitionierte Max-Frisch-Verfilmung des Romans „Sein Name sei Gantenbein“. Die Atlas-Film produzierte, die Besetzung war erstklassig (Ernst Schröder, Richard Münch, Agnes Fink) und mit dem Regisseur Erwin Leiser schien das Vorhaben auf dem besten Wege. Doch bereits nach einer Woche Dreh erkrankte Leiser schwer und konnte nicht mehr weiterdrehen. Ein Nachfolger wird in Bernhard Wicki gefunden, doch auch der erkrankte nach einer Woche schwer und konnte nicht mehr weiterdrehen. Es scheint, als liege ein Fluch der Pharaonen über dem Projekt, so wird die Produktion schließlich zum Versicherungsfall. So existiert lediglich eine etwa fünfminütige Szene von dem Film im Filmarchiv Düsseldorf.

     

    Der Atem Gottes

    So hieß eine Produktion der Kölner Cat Features GmbH, Tochter einer Firma die sich anfänglich mit Mitternachtsfilmen unbekleideter Menschen für die TV-Privatsender beschäftigte. Bei dem ambitionierten Kinofilmprojekt war nur hochkarätiger internationaler Cast eingebunden. Ob Donald Sutherland oder Klaus Maria Brandauer, alles was gut und teuer war, sollte mitspielen. Den Produzenten gelang es, beachtliche Fördergelder an Land zu ziehen, die sie durch großzügige Reisen und Marketingmaßnahmen rasch dezimierten. Mit den Zusagen hatten es die Darsteller wohl nicht so ernst gemeint und für den eigentlichen Drehbeginn war dann schließlich gar kein Geld mehr vorhanden. Der Film wurde nie gedreht, die Firma dicht gemacht.

     

    Napoleon

    Es sollte 1970 Stanley Kubriks größter Film werden, präzise vorbereitet, sein jahrzehntelanger Traum. Kubrik hatte das Projekt zusammen mit Producer Jan Harlan sehr weit vorangetrieben. Tausende Komparsen standen in Rumänien bereit, die unzähligen Uniformen waren bereits aus Papier, diverse Requisiten gefertigt worden. Da trat etwas ein, was in den hart umkämpften Kinomärkten der Welt schon so manchen Produzenten ruiniert hat: Ein anderer Film ähnlichen Napoleon-Sujets kam in die Kinos: „Waterloo“ (R: Sergei Bondarchuk), ebenfalls hochkarätig besetzt. Die Themenübereinstimmung hat Kubrik in keiner Weise beeindruckt, doch da „Waterloo“ an der Kinokasse durchfiel und nicht mal ein Zehntel seiner Herstellungskosten einspielte, zogen sich die Finanziers von Kubrik zurück und der Film wurde nie gedreht.

     

    Fertiggestellte Produktionsdesaster

    Cleopatra

    Zu den fertiggestellten Filmkatastrophen gehörte auch „Cleopatra“ (MGM) in den sechziger Jahren. Zuerst wurden die altägyptischen Studiobauten in England von einem Orkan davon gepustet, dann wurde Hauptdarstellerin Liz Taylor so schwer krank, dass ihr Leben nur durch einen Kehlkopfschnitt gerettet werden konnte. Lange nach ihrer Genesung wurde dann in Rom am Film weitergedreht.

     

    Münchhausen

    Auch ein anderes Gilliam-Epos, der "Münchhausen"-Film, stürzte seinen Produzenten Thomas Schühly ("Der Name der Rose", "Der Totmacher") ins Unglück. Wegen übergroßer Hitze konnte in Cinecitta in Rom nicht tagsüber gedreht werden. Umzug der Crewnach Almeria in Spanien. Die Kostüme bleiben am Flughafen Rom liegen, der Dreh verzögert sich weiter. Schwere organisatorische Fehler, etwa die Verwendung realer Kanonen statt Attrappen, verlängerten die Drehtage wegen aufwändiger Transportlogistik der tonnenschweren Originale ins Unendliche. Der Completion-Bond „Film Finances“ entsandte eigene Producer, um das explodierende Budget unter Kontrolle zu bringen. Ein vorläufiger Drehschluss wurde für den 7. November 1987 angesetzt, danach der Dreh abgebrochen und aufwändige Restszenen vereinfacht oder einfach gestrichen. Sean Connery, der die Rolle des Mondkönigs spielen sollte,  wurde durch den damals preisgünstigeren Robin Williams ersetzt. Am 23. November 1987 wurde mit einem „verbilligten“ Drehbuch weitergedreht.

     

    Fitzcarraldo

    1982 wäre "Fitzcarraldo" für Werner Herzog beinahe ein Desaster geworden. Der authentische Landtransport eines großen Schiffes per Manpower statt Filmtrick ließ die Kosten explodieren. Das Werk wurde dennoch fertiggestellt und kam erfolgreich in die Kinos.

     

    Heaven's Gate - Das Tor zum Himmel

    "Heaven's Gate" oder "Das Tor zum Himmel" wurde von Michael Camino mit einem Wahnsinns-Budget verfilmt und war ein solcher Flop, das die Firma MGM bankrott ging. Das amerikanische Kinopublikum hatte wohl kein Interesse an ihrer wahren Vorgeschichte, die Sache mit den Indianern.

     

    Die Dunkelziffer

    Fast alle Dienstleister und Mitarbeiter in der Filmbranche wissen von Produktionen zu berichten, bei denen Gagen und Rechnungen schlicht und einfach nicht mehr bezahlt wurden. Sie kennen Filme, die nie fertiggestellt wurden oder trotz Endfertigung nie ein Mensch zu sehen bekommen hat. Dennoch findet man nur wenige Veröffentlichungen zu dem Thema. Niemand möchte gerne an seine Fehlschläge erinnert, in seiner Kompetenz in Frage gestellt werden. Fest steht, dass jeder Film Risiken und Unwägbarkeiten in sich birgt und dass solide Planung und Risikobegrenzung allemal besser sind, als Glücksrittertum und blinder Glaube. Selbst wenn die Produktion fertiggestellt werden konnte, kann der Kinoeinsatz mangels Zuschauerinteresse noch zum Desaster werden.

     

    Ein Hoffnungsschimmer für jene Filme, die an ihrer mangelnden Qualität gescheitert sind, zeigen die Videotheken auf. Speziell in den USA zeigt sich, dass der „Kuriositätsfaktor“ dazu führt, dass auch Filme, die im Kino absolut abgestürzt sind, zu heimlichen Rennern werden können. Während man sich nicht wagt im Kino als „schlecht“ identifizierte Werke anzuschauen, und womöglich dabei gesehen zu werden, eröffnet die Videothek die Chance sich jeden noch so schlechten Film heimlich und unerkannt anzuschauen.

     

    Die Aufzählung in diesem Kapitel ist unvollständig und sollte kontinuierlich erweitert werden. Sachdienliche Hinweise bitte per Mail ans Movie-College.

     

  • Der richtige Verleih

    Dafür, dass der deutschsprachige Kinomarkt doch recht begrenzt ist, gibt es erstaunlich viele kommerzielle Verleiher. Es ist allerdings wenig sinnvoll, diese alle anzuschreiben, um sie für Ihr Projekt zu gewinnen zu versuchen.

     

    Viele Verleiher haben eine ganz bestimmte Ausrichtung. Manche verleihen nur amerikanische Blockbuster, andere haben Nischen entdeckt und zeigen vornehmlich Special-Interest-Filme. Einige verleihen nur ältere Filme und nehmen gar keine neuen Titel mehr auf. Häufig sind die Verleihfirmen auch nur Outlets von großen Produktionsfirmen und garantieren damit die Aufführung der Eigenproduktionen. Sie sollten deshalb auf der Suche nach einem Verleih unbedingt einen Abgleich zwischen dem Verleihprogramm und Ihrem eigenen Projekt vornehmen. Wenn Ihr Film in einen solchen Rahmen passt, dann hat es auch Sinn, mit dem Verleih Kontakt aufzunehmen.

     

    Hier die Internetseiten/-adressen:

     

    Advanced Film-Verleih
    Keltenring 11
    82041 Oberhaching
    Tel.: (089) 613 805-0
     
    Ludgeristr. 16-18
    47057 Duisburg
    Tel.: (0203) 378 78 78

     

    Arsenal Filmverleih GmbH

    Hintere Grabenstr.20
    72070 Tubingen
    Tel.: 07071-92960
    Fax: 07071-929611 
    E-mail: info@arsenalfilm.de

     

    Arthaus Filmverleih GmbH

    Schwere-Reiter Str. 35, Geb. 14
    80797 München
    Tel.: (089) 307 96 6

     

    AV-Film GmbH Verleih & Vertrieb Filmverleih

    Gewerbegebiet West V 
    85375 Neufahrn/München 
    Tel.: 08165- 5536 
    Fax: 08165-62184 E-Mail:

     

    Basis Film

    Körnerstr.59 
    12169 Berlin 
    Tel.: 030-7935161 
    Fax: 0307911551 
    E-Mail: info@basisfilm.de

     

    Beaufilm Verleih und Vertriebs GmbH

    Hauptstr. 155/V 
    10827 Berlin 
    Tel.: 030-78719743 
    Fax: 030-7879744 
    E-Mail: molto@moltomenz.de

     

    Buena Vista

    Kronstadter Str. 9
    81677 München
    Tel.: (089) 993 40-0

     

    Central Film Vertriebs GmbH Filmverleih

    Kleisstr. 9 - 12 
    10787 Berlin 
    Tel.: 030-21492-0
    Fax: 030-21492-215 
    E-Mail: info@centralfilm.de

     

    Columbia Tristar Film GmbH

    Kemperplatz 1
    10785 Berlin
    Tel.: (030) 25 75-5800

     

    Constantin Filmverleih

    Kaiserstr. 39 
    80801 München 
    Tel.: 089-38609-0 
    Fax: 089-38609-242 
    E-Mail: margot.neschitsch@constantin-film.de

     

    Concorde Filmverleih

    Rosenheimer Str. 143b
    81671 München
    Tel.: (089) 450 610-0
    E-mail: info@concorde-film.de

     

    Delphi Filmverleih GmbH & Co. KG

    Kurfürstendamm 225
    10719 Berlin
    Tel.: (030) 885 974-0

     

    Edition Salzgeber

    Friedrichstraße 122
    10117 Berlin
    Tel.: (030) 285 290 90

     

    endfilm Filmverleih

    Am Vogelherd 4 
    93090 Bach 
    Tel.: 09482-3377 
    Fax: 09482-3378 
    E-Mail: christian.meinke@mfa-film.de

     

    Filmverlag der Autoren GmbH & Co. Vertriebs KG

    Karl-Tauchnitz-Str. 10 
    04107 Leipzig 
    Tel.: 0341-355960
    Fax: 0341-35596999 
    E-Mail: info@kinowelt.de

     

    Filmwelt Verleihagentur GmbH

    Herzogstrasse 60 
    80803 München 
    Tel: 089-277752-0 
    Fax: 089-277752-11
    E-Mail: info@filmweltverleih.de

     

    flax film

    Tel. 0221-3400884 
    Fax 0221-9466876

     

    Highlight Film und Home Entertainment GmbH

    Feilitzschstrasse 6
    80802 München
    Tel.: 089/8956170
    Fax: 089/89561730

     

    Kairost-Filmverleih

    Geismarlandstr. 19 
    37083 Göttingen
    E-Mail: kairosfilm@aol.com

     

    Kool Filmdistribution

    Belfortstraße 37 
    79098 Freiburg 
    Tel. 0761 / 2 67 63 Fax
    0761 / 40 75 92 
    E-Mail: infokool@aol.com

     

    Kuchenreuther Film GmbH

    Sonnenstraße 22 
    80331 München 
    Tel.: 089-596717 
    Fax: 089-596286 
    E-Mail: kuchenreuther.film@t-online.de

     

    DER KURZFILMVERLEIH

    Friedensallee 7 
    22765 Hamburg 
    Tel. 040 3910 63 18 
    Fax: 040 3910 6320 
    E-Mail: verleih@shortfilm.com

     

    MaxFilm Verleih und Vertriebs GmbH

    Liebigstr. 37 
    80538 München 
    Tel.: 089-21031025 
    Fax: 089-21031027 
    E-Mail: theo.hinz@t-online.de

     

    mec Film (middle eastern cinemas)

    Meppener Str. 9 
    48155 Münster 
    Tel. 0251-663346 
    Fax 0251-6744596 
    info@mecfilm.de

     

    Neue Visionen Filmverleih GmbH

    Schliemannstr. 5 D-10437 Berlin
    Tel.: 030/44 00 88 44 
    Fax: 030/44 00 88 45 
    info@neuevisionen.de

     

    Nighthawks Pictures GmbH & Co. KG

    Mangerstrasse 24/25 
    14467 Potsdam 
    Tel.: 0331-2337982 
    Fax: 03312337961 
    E-Mail: info@nighthawks-pictures.com

    Ott Film GmbH

    Kantstrasse 54
    D-10627 Berlin 
    Tel.: +49-30-3290 9413 
    Fax: +49-30-3290 9419 
    E-Mail: c.ott@c-ott.de

     

    Pandora Film GmbH & Ca. Verleih KG

    Nelssestr. 5 
    63739 Aschaffenburg 
    Tel.: 06021-13876 
    Fax: 06021-13803 
    E-Mail: verleih@pandora-film.com

     

    Pegasos Film Filmverleih und Produktion

    Ebertplatz 21 
    50668 Köln 
    Tel.: 0221-9726616 
    Fax: 0221-9726617 
    E-Mail: pegasos@pegasosfilm.de

     

    Piffl Medien GmbH

    Boxhagener Straße 18 
    10245 Berlin 
    Tel. 030 / 29 36 16 - 0 
    Fax 030 / 29 36 16 - 22 
    E-Mail: info@pifflmedien.de

     

    Prokino Filmverleih GmbH

    Widenmayerstraße 38 
    80538 München 
    Tel.: 089-210114-0 
    Fax: 089-210114-11 
    E-Mail: zentrale@prokino.de

     

    Progress Film-Verleih GmbH

    Burgstraße 27 
    10178 Berlin 
    Tel.: 030-240030 
    Fax: 030-24003499 
    E-Mail: verleih@progress-film.de

    Rapid Eye Movies

    Ebertplatz 21 
    50668 Köln 
    Tel.: 0221-9726160 
    Fax: 0221-7391337 
    E-Mail: presse@rapideyemovies.de

     

    Real Fiction Filmverleih

    Maybachstr. 111 
    506070 Köln 
    Tel.: 0221-9522111 
    Fax: 0221-9522113 
    E-Mail: info@realfictionfilme.de

     

    Salzgeber & Co. Medien GmbH

    Friedrichstraße 122 
    10117 Berlin 
    Tel.: +49 30 285 290 90 
    Fax: +49 30 285 290 99 
    Mail: info@salzgeber.de

     

    Schwarz Weiss Filmverleih

    Dieter Hertel 
    Goebenstr. 30 
    53113 Bonn 
    Tel. 0228-219179 
    Fax 0228-221522 
    E-Mail: info@schwarzweiss-filmverleih.de

     

    Scotia International Filmverleih GmbH

    Possartstr. 14 
    81679 München 
    Tel.: 089-4130900 
    Fax: 089-4706320 
    E-Mail: thau@scotiafilm.de

     

    Solo Film Verleih GmbH

    Hackenstr. 5 
    80331 München 
    Tel.: 089-2060320 
    Fax: 089-206032111 
    E-Mail: mail@solo-film.de

     

    Splendid Film GmbH

    Alsdorfer Straße 1-3 
    50933 Köln 
    Tel.: 0221-95423232 
    Fax: 0221-9542328 
    E-Mail: info@splendid-film.de

     

    Stardust Filmverleih

    Evelyne Koplenig
    Dreimühlenstr. 4 
    80469 München
    Tel.: 089 45235566-5 
    Fax: 089 45235566-9
    E-Mail: info@stardust-filmverleih.de

     

    Tobis Film GmbH & CO. KG

    Pacelliallee 47 
    14195 Berlin
    E-Mail: info@tobis.de

     

    Transit-Film GmbH

    Dachauer Straße 35 
    80335 München 
    Tel: 089-599 885 0 
    Fax: 089-599 885 20
    E-Mail: loy.arnold@transitfilm.de

     

    Twentieth Century Fox of Germany GmbH

    Darmstädter Landstraße 114
    60598 Franfurt am Main
    Tel.: +49 (0)69 - 60 902 - 0
    Fax: +49 (0)69 - 60 902 - 102

     

    United International Pictures

    Hahnstr. 31 - 35 
    60528 Frankfurt/M 
    Tel.: 069-6698190 
    E-Mail: info@uip.de

     

    Universum Film GmbH & Co. KG

    Neumarkter Str. 28 
    81673 München 
    Tel.: 089 4136-9600 
    Fax: 089 4136-9871
    E-Mail: info@universumfilm.de

     

    Ventura Film

    Boxhagener Str. 18 
    10245 Berlin 
    Tel.: 030-2836530 
    Fax: 0302836533 
    E-Mail: ventura.film@snafu.de

     

    Wand 5 e.V.

    Friedrichstr. 23 A 
    70174 Stuttgart 
    Tel.: 0711-99339815 
    Fax: 0711-9933980 
    E-Mail: wanda@wand5.de

     

    Warner Bros. Film GmbH

    Jarrestr. 4
    22303 Hamburg
    Tel.: (040) 22 650-0
    Fax: 040-22650259 
    E-Mail: volker.modenbach@warnerbros.com

     

    Wfilm Production&Distribution

    Siegburger Str. 163 
    50679 Köln
    Tel.: +49 (0) 221 - 222 1980 
    Fax: +49 (0) 221 - 222 1981 
    mail@wfilm.com

     

    X Verleih AG

    Bülowstr. 90 
    10783 Berlin 
    Tel.: 030-26933600 
    Fax: 030-26933700 
    E-Mail: info@x-verleih.de

     

  • Sie sind keine Videocams, dennoch kann man mit ihnen drehen. Die zehn wichtigsten Tipps und Tricks

  • Kinderkarren1 500Kinderfilm ist eigentlich ein wunderbares Genre. Nicht wenige Regisseure/Regisseurinnen haben mit Kinderfilmen große Erfolge feiern können...

  • Tuchfühlung

    Drehzeit – für einige Wochen oder Monate werden sehr viele Menschen, die sich vielleicht vorher nicht kannten, und die alle ihre ureigene Biographie mitbringen, sehr intensiv zusammenarbeiten und ein kleines Stück Lebenszeit miteinander verbringen. Kommt es zu schwerwiegenden Störungen in diesem Mikrokosmos, der sich Team nennt, sind Produktionsleiter und Produzent gefordert, mit Menschenkenntnis, Sachverstand und Feingefühl Schaden vom Filmprojekt abzuwenden.

     

    Alleskönner

     

    Auch wenn Sie sich nicht auf Ton, Bild, Schnitt, Licht oder Kamera spezialisieren wollen und diese Themen Sie wenig interessieren: Als Produzent sollten Sie versuchen, Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten zu vertiefen. Ihr Wissen benötigen Sie nicht nur in direkt kreativen Aufgaben, sondern auch in der Organisation. Es hilft Ihnen einzuschätzen, wie Zeitaufwand, Kosten und Qualität zusammenhängen aber auch dabei, die Ursachen für mögliche Fehler konkret herausfinden zu können.

     

    Sie müssen lernen, Ihre eigene und die Arbeit des ganzen Teams von der Beobachtung am Drehort, ganz besonders aber von den Filmmustern her beurteilen zu können. Sie haben nicht die Zeit, bis zum fertig geschnittenen Film zu warten, um zu wissen, was gut, was schlecht gemacht wurde. Wenn das Material abgedreht ist, interessiert sich niemand für Ihre logischen Erklärungen, warum bestimmte Bestandteile des Filmes nicht so gut gelungen sind.

     

    Suboptimale Ergebnisse

    Selten wird es gelingen, in allen Arbeitsbereichen die absolut besten Mitarbeiter zu verpflichten. Und Sie werden auch damit leben müssen, wenn beim Dreh Teilbereiche nicht absolut optimal ausfallen. Womit Sie aber nicht leben sollten, sind eindeutige Unfähigkeiten, welche sogar die Dreharbeiten oder die Verwendbarkeit des gedrehten Materials in Frage stellen:

     

    • Scheuen Sie sich nicht, so schwer es auch fällt, Teammitglieder auszuwechseln, wenn diese die hochwertige Arbeit des ganzen Teams durch Nachlässigkeit oder Unfähigkeit gefährden.

     

    Wir hatten in einer Produktion einmal einen Kameraassistenten, der die Entfernung von der Kamera (Bildebene) bis zu den Schauspielern nicht mit dem üblichen Maßband maß, sondern seine Arme in die Luft streckte und mit „geschultem Auge“ schätzte. All dies mit einer Mimik unantastbarer Professionalität. Auf Nachfragen meinte er, er wisse, was er tue und verbat sich jede Einmischung. Die ersten Unschärfen in den Filmmustern schob er den Optiken zu. Wir ließen sie überprüfen, sie waren in Ordnung. Vermutlich sei die Kamera, genauer deren Auflagemaß, nicht in Ordnung. Wir wechselten die Kamera. Die neue Kamera änderte an gelegentlichen Unschärfen trotzdem nichts. Sie können sich denken, was bzw. wen wir als nächstes auswechselten... Von da an waren sämtliche Aufnahmen gestochen scharf.

     

    Dunkle Aura

    • Es kann auch vorkommen, dass Mitarbeiter sich in einer persönlichen Krise befinden und durch extrem negative Kommentare und Äußerungen ein ganzes Team in Lähmung versetzen können. Damit sind nicht Situationen gemeint, in denen jemand etwa einen Trauerfall zu beklagen hat. Das kann im wirklichen Leben und bei Dreharbeiten immer auftreten. Ein Filmteam kann damit umgehen und auch für die Betroffenen ist die Arbeit am Projekt unter Umständen hilfreich, den Schmerz zu überwinden.

     

    Eine Regieassistentin brachte, aus welchen persönlichen Gründen auch immer, in den Vorbereitungen zu einem Spielfilmprojekt durch Äußerungen wie „Das kann man nicht schaffen...“ und „Den Dreh muss man doch abbrechen...“ eine so negative Grundstimmung auf, dass auch andere Mitarbeiter an dem Projekt zu zweifeln begannen. Dass die Regieassistentin auch in ihren Vorbereitungen auf der Stelle trat, versteht sich von selbst. Der Drehbeginn schien unter diesen Umständen gefährdet. Man trennte sich im gegenseitigem Einvernehmen. Die neue Regieassistentin machte ihren Job vorbildlich und die Dreharbeiten verliefen einwandfrei.

     

    In einem solchen Fall sollte der Produktionsleiter oder Produzent möglichst bald das Gespräch mit dem oder der Betreffenden suchen und versuchen herauszufinden, wie man helfen kann und wie man einen Weg aus der Krise findet. Manchmal muss man sich aber auch trennen.

     

    Spannungen

    • So wie bei Dreharbeiten häufig Freundschaften entstehen können, so sind auch Animositäten einzelner Mitarbeiter untereinander möglich. Spätestens wenn ein großer Teil der Energien in gegenseitige Beschimpfungen und Aggressionen gegeneinander investiert werden, sollten Sie die Notbremse ziehen und das Gespräch zwischen den Parteien suchen. Wenn Ihre mündliche (Zeugen) oder schriftliche Abmahnung keine Besserung erbringt, ist eine Trennung wie immer nicht auszuschließen.

     

    Diese Beispiele sind nicht gedacht, Sie zu erschrecken. Aber obwohl die Atmosphäre bei Dreharbeiten in aller Regel freundlich ist, so können auch hier  Problemsituationen entstehen. Siehe auch: Problememacher.

     

  • Lampenfieber ist zwar nicht gesundheitsschädigend wie normales Fieber, aber zeigt trotzdem seine Auswirkungen. Was kann man tun?

  • Filmteam

    Filmteams sind ein fragiles Gebilde.

    „Ich kann so nicht arbeiten!“

    Unzulänglichkeiten können überall auftreten und lassen sich im Gespräch durch Veränderungen, Einsicht, Motivation, Vorbild, Disziplin und Teamgeist meistens abstellen. Ansprechpartner (siehe Konflikte) können idealerweise Aufnahme- und Produktionsleiter, aber auch Regieassistenten sein.

     

    Davon aber soll hier nicht die Rede sein, sondern von Querulanten, Nörglern von Kritikastern, die Schwierigkeiten verursachen. Es gibt sie nämlich nicht nur am klassischen Arbeitsplatz, im Büro oder in Behörden, sondern auch am Filmset. Für so manchen sind Dreharbeiten schon zur persönlichen Hölle geworden. Produzenten, die unter seelischem Druck lebensgefährlich erkrankten, kamerapreisgekrönte Kameraleute, die nie wieder eine Kamera in die Hand nehmen wollten, Tonmeister, die jeden Abend zitternd und weinend nach Hause kamen, waren die Opfer. Was tun, wenn man als Produktionsfahrer mit dem achtsitzigen Kleinbus den arroganten Schauspieler vom Flughafen abholt und der sich weigert, „in diesen Viehtransporter“ einzusteigen?

     

    Innerer Drehschluss

    Set-Licht

    Holen Sie die Problememacher aus dem Schatten, machen Sie Konflikte öffentlich.
    Innerhalb eines Teams finden sich neben denen, die ihre Arbeit engagiert ausüben, stets einige Mitarbeiter/-innen, die einfach „schwierig“ sind. Sie verursachen Probleme, dort wo keine sind, sind bemüht, andere ebenfalls mit ihrer Unzufriedenheit zu infizieren und kosten viel Zeit und letztlich Geld. Denn so ein Team, bestehend aus vielen Einzelpersonen ist eine fragile Konstruktion auf Zeit. Ganz schnell kann sich aus Unzufriedenheit Feindseligkeit entwickeln und die Dreharbeit zum Spießrutenlauf werden. Bei vielen Teammitgliedern führt das zum „inneren Drehschluss“, zu schlechter Arbeitsatmosphäre und Antriebslosigkeit. Wenn die Stimmung erst einmal eisig ist, fehlt einfach die Motivation, die Energie ins Filmprojekt zu stecken. Sie finden Problememacher in allen Aufgabenbereichen. Selbst einige wenige Regisseure leben den Mythos der „ewigen Feindschaft zwischen Regie und Produktion“ mitten am Set aus.

     

    Es hilft bei der Vermeidung oder Lösung solcher psychosozialer Konfliktsituationen durchaus, die verschiedenen Problem-Charaktere zu kennen. Vor allem sollten Sie herausfinden, worin das Grundproblem des Störers besteht, welche Ziele er verfolgt und ihm klar signalisieren, dass er bei Ihnen damit nicht landen kann. Sie sollten rechtzeitig erkennen, wann jemand Sie zum Opfer machen will, stets gelassen reagieren und sich niemals auf das Niveau der Problemperson begeben.

     

    Das Who is Who der Problememacher

    Der Miesmacher

    Er verbreitet im Team vor allem schlechte Laune. Das Catering ist drittklassig, die Arbeitszeiten zu lang, das Hotel für das Team unmöglich und das Drehbuch ohnehin Mist. Man sollte Erschwernis-Zuschlag wegen des schlechten Hotels verlangen. Oder das Essensgeld auszahlen lassen, und jeder kann sich selbst mittags was zu Essen kaufen. Zudem entdeckt er an jeder Ecke Unwägbarkeiten und Probleme, die man eigentlich kaum lösen kann. Auch die Anschlüsse von Szene zu Szene, die können ja gar nicht funktionieren. Dabei hätte man wirklich etwas besseres verdient. Er zieht die Kollegen mit in einen tiefen Abgrund der Unzufriedenheit. Es dauert gar nicht lange, und ein Zustand der Lähmung verlangsamt diverse Arbeitsabläufe am Set. Die Regieassistentin sieht plötzlich keinen Weg, das Pensum in die Drehzeit hineinzuzwängen.

     

    Strategie

    Sie haben es nicht mit konkreten Problemen, sondern mit einer Lebenshaltung zu tun. Deshalb sollten Sie den Nörgler in seinem Grundgefühl ernst nehmen, aber keinesfalls in seinem Dauerleid bestätigen. Lassen Sie es nicht an sich herankommen, bleiben Sie höflich, aber bestimmt.

     

    Der Hinterlistige

    Er/Sie steht nicht wirklich im Vordergrund. Das tun andere durch ihre Leistungen und natürlich missfällt ihm das. Deshalb werden Gerüchte, Andeutungen und Lügen gezielt eingesetzt, um andere aufzuwiegeln. Man hat schließlich üble Geschichten gehört, wie X sich bei der letzten Produktion verhalten hat. Und die Produktion habe ja die letzten zwei Filme in den Sand gesetzt. Man müsste die Gagen vielleicht im voraus verlangen. Es freut ihn, wenn es gelingt, in anderen Neid zu schüren. Verdienen die vom Produktionsstab tatsächlich höhere Gagen? Warum müssen Maske, Licht und Kostüm zu so früher Stunde am Drehort sein, während die anderen zwei Stunden länger ausschlafen können?

     

    Er selbst ist heiter und gesprächig, hält sich ansonsten ganz im Hintergrund. Denn natürlich soll nach außen der Eindruck entstehen, er selbst habe mit dem Ärger gar nichts zu tun.

     

    Strategie

    Da es ja die anderen sind, die laut schimpfen oder einfach nur spürbar unzufrieden werden, fällt es schwer, den Urheber auszumachen. Doch dessen Angriffe sind massiv und Sie müssen ihm unbedingt direkt mitteilen, dass Sie um diese wissen. Machen Sie ihm deutlich, dass Sie wissen, welches Spiel er treibt. Bleiben Sie sachlich und bitten Sie ihn um ein Gespräch zu den kritisierten Punkten.

     

    Der Zweifler

    Alles muss sehr genau überlegt sein, Improvisation ist ihm ein Gräuel. Bevor nicht jeder Aspekt wirklich durchdacht ist, geschieht erst einmal gar nichts. Und bevor man an den Erfolg glaubt, sollte man erst einmal möglichst viele Bedenken äußern. Jede Veränderung, jeder Vorschlag wird aus Prinzip erst einmal angegriffen. Wozu neue Ideen diskutieren, das könnte nur Probleme machen?

     

    Strategie

    Argumente helfen nichts und auch den Charakter werden Sie in der Drehzeit nicht verändern können. Am besten Sie setzen ihn irgendwo ein, wo es nicht auf Zeit ankommt. Und lassen Sie ihn in dem Gefühl, der einzig vernünftige Geist in dem ganzen Team zu sein.

     

    Der Streitsüchtige

    Einschüchterung ist für ihn ein Genuss. Deshalb strebt er Positionen innerhalb des Teams an, die ihm erlauben, andere einzuschüchtern. Regie, Produzent, Hauptdarsteller fallen einem da zunächst ein. Regisseure etwa, die Praktikanten zusammenbrüllen, weil diese vergessen haben, aus welcher Teekanne sie am Nachmittag ihren Rooibush-Tee zu trinken pflegt, zählen zu dieser Spezies. Zu denen, die ihm dienen und ihn unterstützen, ist er zuckersüß, alle anderen sollen was erleben, schließlich sind sie gegen ihn. Auch wenn man weiß, dass tiefsitzende Minderwertigkeitsgefühle dahinter stecken, ist der Umgang mit ihm extrem unangenehm. Man möchte möglichst weit weg sein, fürchtet den barschen Umgangston und Schikanen.

    Strategie

    Ja, zugegeben, auch Ihnen macht das Verhalten Angst. Die dürfen Sie aber nicht zeigen, auch nicht ihren Ärger über das unsinnige Verhalten. Es nützt gar nichts auf Kollisionskurs zu gehen. Halten Sie fest an ihrer Meinung und meiden Sie die Konfrontation. Beim nächsten Dreh werden Sie gewiss einen freundlicheren Ersatz für ihn finden.

     

    Der Selbstgerechte

    Er ist ein Profi, hat alles schon gemacht, in viel aufwändigeren Produktionen gearbeitet und durchschaut alle Fehler, die gemacht werden, längst. Eigentlich gebührt ihm die Führungsposition, aber man weiß ja, wie die aktuelle Produktionsleitung sich an ihren Job gemogelt hat. Wenn es nach ihm ginge, würde das alles besser laufen. Niemand ist so routiniert und fit wie er, über die inneren Verspannungen redet er nicht. Und die Fehler anderer fallen ihm sofort ins Auge, doch dafür hat er kein Verständnis, baut sie bestenfalls in seine bissigen Witze ein. Null Toleranz, nur keine Nachgiebigkeit. Auch im Benutzen anderer Teammitglieder, die ihn sogar bewundern, sowie im Gründen von Oppositionen. Vielleicht fällt ja auch jemand aus, macht schlapp, rausgemobbt. Dann springt er ein, als Rettungsengel quasi. Kritik kann er auf keinen Fall einstecken. Warum auch?

     

    Strategie

    Eine wirklich harte Nuss. Eine faire Auseinandersetzung ist praktisch unmöglich. Es hilft nicht, sich mit ihm anzufreunden, auch nicht, vor ihm Mauern zu errichten. Bleiben Sie sachlich und ruhig im Gespräch und zeigen Sie ihre Kompetenz und innere Stärke.

     

    Der Tausendsassa

    Ja, eigentlich hat er ja sonst als Kameramann gearbeitet, macht den Job hier als Beleuchter nur wegen der Kohle. Aber wenn er mit ansehen muss, was für einen Mist der Kameramann abliefert, kann ihm Angst und Bange werden. Zum Beispiel der Lichtaufbau der letzten Szene, das hätte man mit weniger Aufwand besser hingekriegt. So hat es doppelt so lang gedauert, und das ganze Team muss drunter leiden. Er ist eigentlich immer viel besser informiert und spricht auch gerne laut und im Vordergrund stehend darüber. Er muss geliebt werden und kompensiert Minderwertigkeitsgefühle durch Fachwissen.

     

    Strategie

    Lassen Sie sich nie auf Fachdiskussionen ein! Die sind sein Spezialgebiet, da können Sie nur verlieren. Zeigen Sie sich interessiert an seinen Meinungen, signalisieren Sie, dass sie ihn für kompetent halten. Zeigen Sie aber auch klar Ihr Vertrauen in die übrigen Teammitglieder, besonders jene, die er für inkompetent hält.

     

    Fazit

    Diese Hinweise sollen Ihnen helfen, Distanz zu gewinnen zu den kleinen und größeren Giftdosen, die von Problememachern im Team verteilt werden. Reagieren Sie stets frühzeitig, bevor schlechte Stimmungen sich hochschaukeln und machen Sie Konflikte öffentlich. Wenn Probleme vor dem ganzen Team besprochen werden, bleibt nicht viel Raum für Intrigen. Und seien Sie versichert, die Situationen, die Sie erleben, sind kein Einzelfall.

     

  • Projektionstechniken

    Man kennt das aus zahllosen, älteren Spielfilmen: Die Schauspieler fahren im Auto, wackeln ab und an hin und her und durch die Rückscheibe des Autos sieht man die Landschaft oder die Straßen irgendwie dahinsausen. Aber es wird einem klar: Diese Fahrt fand im Studio statt! Bevor Blue- oder Greenscreen-Verfahren auch den Film eroberten, waren Projektionstechniken für Kombinationen sehr verbreitet.

     

    Rückprojektion

    Rückprojektion war eine der Tricktechniken, mit denen bewegte Hintergründe mit Kulissen und Darstellern im Studio bei der Aufnahme kombiniert werden konnten. Das Prinzip ist einfach: Hinter den Darstellern befindet sich eine Leinwand, auf deren Rückseite bewegte Hintergründe von einem Projektor projiziert werden.

     

    Technische Voraussetzungen

    Kamera und Projektor müssen synchron laufen, sonst filmt die Kamera statt einzelner Projektionsbilder teilweise die dunklen Transportphasen des Projektors. Der Projektor muss sehr lichtstark sein, um das Bild hell genug zu machen, dass es gegenüber den durch Scheinwerfer beleuchteten Schauspielern noch ausreichend hell ist. Das Scheinwerferlicht sollte seitlich auf die Schauspieler fallen, damit es nicht auf die Leinwand im Hintergrund fällt. Das Studio muss recht groß sein, da die Entfernungen von Projektor zur Leinwand und von Leinwand zur Kamera wegen der gewünschten Schärfentiefe erheblich sind.

     

    Aufprojektion

    Fortschrittlicher ist dagegen die Aufprojektion. Hier werden Kamera und Projektor vor der Leinwand im rechten Winkel zueinander installiert. Über einen teildurchlässigen Spiegel am Schnittpunkt der optischen Achsen beider Geräte werden sowohl das Hintergrundbild auf die Leinwand geworfen, als auch die Darsteller mit dem Leinwandhintergrund zusammen von der Kamera aufgenommen. In unserer Abbildung ist dieser Spiegel als gelbes Rechteck zwischen Projektor und Kamera dargestellt. Die Leinwand muss bei diesem Verfahren aus speziellem hochreflektierendem Material mit sehr engem Abstrahlwinkel sein. Diese (Scotchlite) Leinwand wirft das Hintergrundbild am Stärksten senkrecht zurück, also dorthin, wo der Projektor und die Kamera angebracht sind. Steht man nicht genau in dieser Achse, kann man im Studio das Bild so gut wie gar nicht sehen. Und auch auf den Darstellern, die ja eigentlich von dem Projektionslicht getroffen werden, sieht man das Hintergrundbild nicht. Schließlich bestehen die Schauspieler ja nicht aus hochreflektierender Folie. Die Kamera jedoch bekommt so viel Licht von der Leinwand zurückgeworfen, dass selbst größere Leinwandflächen kein Problem darstellen.

     

    Diese axiale Anordnung hat auch den Effekt, dass man die Schatten der Darsteller (durch das Projektionslicht) auf dem Hintergrundbild (Leinwand) nicht sieht, weil sie diese selbst abdecken. Licht, welches seitlich auftrifft, wird von der Leinwand ignoriert. Dies hat den wichtigen Effekt, dass das Licht mit dem man die Schauspieler von den Seiten her ausleuchtet, das Hintergrundbild praktisch gar nicht stört. Insbesondere für preiswerte Kombinationstricks ist die Aufprojektion auch heute noch eine echte Alternative zu den aufwändigen und teuren Compositing-Verfahren.

     

  • Schokolade, die auch unter dem heißesten Scheinwerferlicht nicht zum Schmelzen zu bringen ist?

    Flaschen, die sich der Hauptdarsteller sorglos auf dem Kopf zerschlagen lässt und Holzmöbel, so leicht, dass ein dreijähriges Kind sie tragen kann.

    Der Fachhandel bietet so manches Hilfsmittel an, womit die Dreharbeiten leichter von der Hand gehen.

    Hilfsmittelchen:

    Kunsteiskugeln, Kunstschokolade,
    Eisschnee, Eiszapfen

    Bierschaumstabilisator, Schwimmende Blasen,  Kaltes kochendes Wasser, Rauch ohne Feuer in versch. Farben, Feuer ohne Rauch

    Wasserlachen, Feuerwerk, Gläser und Flaschen aus Zucker, Spinnweben

     

    Tipps & Tricks

    Es ist merkwürdig beim Film. Manche Effekte oder Hilfsmittel, die ein Requisiteur oder Ausstatter einfach nur im Laden gekauft hat, lösen beim Team große Bewunderung aus:

    Die Schachtel voller Mücken, Fliegen oder Spinnen (kann sich jeder im Zoofachhandel für ein paar Euro selbst besorgen). Auch die anderen oben genannten Hilfsmittel – sie sind zwar etwas teurer, erfordern aber auch kein besonderes Know-how. Eigentlich muss man nur wissen, wo man sie kaufen kann.

     

    Künstlicher Regen

    Straßenkreuzung mit künstlichem Regen

    Straßenkreuzung wird für Dreharbeiten mit künstlichem Regen bewässert

    Dafür sind andere, scheinbar banalere, vom Team kaum beachtete Dinge, wie künstlicher Regen, viel schwieriger zu handhaben und erfordern tatsächlich eine Menge Erfahrung:

    Die Regentropfen müssen größer sein als bei „echtem Regen“, damit die Kamera diese überhaupt aufzeichnen kann. Das Wasser darf nicht zu hoch sprühen (Rohre mit Löchern oder Feuerwehrspritzen), sonst fallen die Tropfen zu schnell.

     

    Außerdem muss man beim Wechsel der Einstellungsgröße (Totale/Nahe) den Regen wieder neu anpassen, damit im geschnittenen Film der Eindruck einer einheitlichen Regensituation entsteht. Ein gutes Gefühl für den Eindruck von Tiefe, das Vorhandensein von Regen nicht nur im Vordergrund, sondern auch im Hintergrund ist ebenso wichtig. Ganz nebenbei muss auch noch darauf geachtet werden, dass das Regenwasser nicht mit der Lichtanlage in Berührung kommt.

     

    Besonders beeindruckend sind natürlich die Tricks der Pyrotechniker. Um etwa bei simulierten Sprengungen den Eindruck herumfliegender Teilchen zu erzeugen, werden Korkkrümel und Stücke in die geplanten Sprenglöcher gestopft.

    Wird dann die Detonation bei laufender Kamera gezündet, fliegen die (harmlos leichten) Korkteile nur so  durch die Gegend und lassen sich im Film von splitterndem Metall oder Steinbrocken nicht unterscheiden.

  • Schnee macht was er will

    Kunstschnee, der selbst Detailaufnahmen standhält.

    Kunstschnee, der selbst Detailaufnahmen standhält.

    Wenn man nicht bei winterlichen Temperaturen gerade irgendwo in den Bergen dreht, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass für die geplanten Schneeaufnahmen das ersehnte Weiß ausbleibt.

     

    Oder aber der Schnee hält sich in keiner Weise an die Anschlüsse laut Drehbuch. Mal liegt er hoch, mal ist er fast weggeschmolzen, mal fallen keine oder zu kleine Schneeflocken. Selbst der kälteste Winter ist keine Garantie für sorglose Dreharbeiten. Dieses Schicksal haben nicht nur Filmschaffende zu tragen.

     

    Auch die Werbeindustrie, die für ihre Winterkampagnen das Foto-Shooting vorzugsweise bereits im August oder September ansetzt, ist auf entsprechende Hilfe angewiesen.

     

    Auf Nummer Sicher

    Der Schnee, der auf den Treppenstufen „taut“, hält jede Sonne aus.

    Der Schnee, der auf den Treppenstufen „taut“, hält jede Sonne aus.

    Für die perfekte Illusion und die Planungssicherheit bei Dreharbeiten muss ganz genau geplant werden, welche Einstellungen denn mit Eis und Schnee versehen werden sollen, wie gross der Bildausschnitt wird, und vor allem wie genau denn der Zuschauer den Schnee sehen wird. Je größer die Flächen, desto höher der Aufwand.

     

    Eiszapfen aus Plexiglas lassen sich sogar als Detail aufnehmen, so naturgetreu sind sie. Die guten Stücke sind aber nicht ganz billig, 100,- bis 150,- DM muss man als Stückpreis schon anlegen.
    Eis kann man aus Wachs und Paraffin herstellen.

     

     

    Schnee ist nicht gleich Schnee

    Beim Schnee wird es, je nach Bildausschnitt auch recht kostspielig.

     

    Es gibt chemischen (Schaum-)Schnee, Schnee aus feinem Papierschnitt (sehr fein gemahlene Zellulose), Schnee aus Styropor, Schnee aus Stärke, aus Kartoffelmehl, Schnee aus Silikon, Schnee als Schaumstoffmatten, Schnee aus Sprühdosen für Eisblumen an den Fensterscheiben, aber auch Schneemaschinen, die – sofern die Kälte ausreicht – aus Unmengen von Wasser veritablen Schnee erzeugen.

     

    Der Kunstschnee knirscht unter den Füßen und hinterlässt sogar richtige Schuhabdrücke. Im Bedarfsfall können sogar Schneebälle aus dem Material geformt werden.

     

    Realitätsnah

    Nur wer etwas näher an die weiße Pracht herankommt, entdeckt den Schwindel.

    Nur wer etwas näher an die weiße Pracht herankommt, entdeckt den Schwindel.

    Da die Kosten mit dem Realitätseindruck des Schnees steigen, kann man bei größeren Sets für den Hintergrund durchaus die billigste Variante wählen, und nur im Vordergrund und für den evtl. rieselnden Schnee die Luxus-Ausführung wählen.

     

    Denn im Vordergrund würde es auffallen, wenn die Schneeflocken statt vom Mantel des Hauptdarstellers abzufallen, wie magnetisch am Textil (statisch aufgeladen) haften bleiben. Deshalb nimmt man statt Kunststoff am Besten Schnee aus Seifenlauge, der mit speziellen Schneeerzeugern den Schnee zielgerichtet über dem Bildausschnitt positionieren. Je nach Situation kann zusätzlich auch eine Windmaschine helfen, die Illusion perfekt zu machen.

     

    Einzig die fehlenden Atemfahnen könnten da noch Hinweise auf die Schwindelei geben, doch das Kompensieren die Schauspieler durch ihr Spiel, die roten Wangen und das entsprechende Winter-Outfit. Zu kalt darf es für die Seifen-Schneeflocken auch nicht sein, sonst friert die Seifenlauge ein. Betrachten Sie doch einmal einen der zahllosen amerikanischen Weihnachtsfilme genauer und versuchen Sie, statt auf die Darsteller, auf die Flocken zu achten. Sie werden sehen: Es ist nicht alles Schnee, was fällt.

     

    Es ist übrigens auch schon vorgekommen, dass die Produktion, den Wetterprognosen folgend, viel investiert hat, um für den Winterdrehtag auch sicheren Schnee im Bild zu haben, und das künstliche Weiß wurde nach und nach von echten Schneeflocken zugedeckt...

     

  • Movie-College Empfehlungen zur Filmgeschichte

     

    Voller Zuschauersaal

    Filme auf großer Leinwand gemeinsam mit vielen anderen Menschen anzuschauen, bleibt auch in Zukunft eine besondere Erfahrung.

     

    Sollte der eine oder andere mal im Kino zu sehen sein, lohnt es sich die Wirkung auf Leinwand zu erleben...

     

    Diese Titel sind filmgeschichtlich (zumeist auch inhaltlich) absolut sehenswert und tauchen hin und wieder auch in Online-Streaming Diensten oder im Fernsehen auf. Die Liste ist sicherlich unvollständig, dennoch finden sich hier viele wichtige Titel, die es lohnt, anzusehen.

     

    Accatone Italien 1961 Pasolini
    Angst essen Seele auf Deutschland 1973 Rainer Werner Faßbinder
    Apocalypse Now USA 1979 Francis Ford Coppola
    Das Apartment USA 1960 Billy Wilder
    Asche und Diamant Polen 1958 Andrzej Waida
    Asphalt-Cowboy USA 1968 John Schlesinger
    Auf Liebe und Tod Frankreich 1983 François Truffaut
    Bei Anruf Mord USA 1954 Alfred Hitchcock
    Blade Runner USA 1982 Ridley Scott
    Der blaue Engel Deutschland 1930 Josef v. Sternberg
    Blick zurück im Zorn USA 1958 Tony Richardson
    Catch 22 USA 1970 Mike Nichols
    Chinatown USA 1974 Roman Polanski
    Denn sie wissen nicht, was sie tun USA 1955 Nicolas Ray
    Dr. Schiwago USA 1965 David Lean
    Der dritte Mann Großbritannien 1949 Carol Reed
    Der eiskalte Engel Frakreich 1967 Jean-Oierre Melville
    Das Fenster zum Hof USA 1954 Alfred Hitchcock
    Flucht in Ketten USA 1958 Stanley Kramer
    Die Frau Nebenan Frankreich 1981 François Truffaut
    Gefährliche Liebschaften GB, USA 1988 Stephen Frears
    Das Geheimnis der falschen Braut Frankreich 1969 François Truffaut
    Geraubte Küsse Frankreich 1968 François Truffaut
    Die Geschichte der Adele H. Frankreich 1975 François Truffaut
    Getaway USA 1972 Sam Packinpah
    Giganten USA 1956 George Stevens
    Harald and Maude USA 1971 Hal Ashby
    Intervista Italien 1986 Frederico Fellini
    Jenseits von Eden USA 1955 Elia Kazan
    Jules und Jim Frankreich 1962 François Truffaut
    Julia und die Geister Italien 1965 Frederico Fellini
    Die Katze F, I 1970 Pierre Granier Deferre
    Klute USA 1971 Alan Pakula
    La Ciocara Italien 1961 Vittorio de Sica
    La Dolce Vita F, I 1960 Frederico Fellini
    La Notte Italien 1960 Michelangelo Antonioni
    Die letzte Metro Frankreich 1980 François Truffaut
    Der letzte Tango in Paris F, I 1972 Bernardo Bertolucci
    Liebe auf der Flucht Frankreich 1978 François Truffaut
    Lieben Sie Brahms? F, USA 1961 Anatole Litvak
    Limelight USA 1952 Charles Chaplin
    Lohn der Angst Frankreich 1957 Henri-Georges Cluzot
    Lolita USA 1962 Stanley Kubrick 
    M - Eine Stadt sucht einen Mörder Deutschland 1931 Fritz Lang
    Manche mögens heiß (siehe: "Some like it hot")    
    Der Marathon-Mann USA 1976 John Schlesinger
    Marnie USA 1064 Alfred Hitchcock
    Das Messer im Wasser Polen 1962 Roman Polanski
    Die Nacht des Jägers USA 1955 Charles Laughton
    Odds against Tomorrow USA 1959 Robert Wise
    Orfeu Negro F, I, Bras 1959 Marcel Camus
    Paris gehört uns Frankreich 1960 Jacques Rivette
    Psycho USA 1960 Alfred Hitchcock
    Taxi-Driver USA 1975 Martin Scorsese
    Rashomon Japan 1950 Akira Kurosawa
    Rattennest USA 1955 Robert Aldrich
    Die Reifeprüfung USA 1967  Mike Nichols
    Rom offene Stadt I 1945 Roberto Rosselini
    Rocco und seine Brüder F, I 1960 Luchino Visconti
    Roma F, I 1971 Frederico Fellini
    Satyricon I 1969 Frederico Fellini
    Der Schatz der Sierra Madre USA 1947 John Huston
    Schießen Sie auf den Pianisten Frankreich 1950 François Truffaut
    Das Schloss im Spinnwebwald Japan 1957 Akira Kurosawa
    Das Schreckenshaus des Dr. Rasanoff Frankreich 1959 Georges Franju
    Die schrecklichen Kinder Frankreich 1949 Jean-Pierre Melville
    Sein oder nicht sein USA 1942 Ernst Lubitsch
    Sie küssten und sie schlugen ihn Frankreich 1959 François Truffaut
    Some like it hot USA 1959 Billy Wilder
    Spellbound USA 1945 Alfred Hitchcock
    Stalker UdSSR 1979 Andreji Tarkowskji
    Die süße Haut Frankreich 1964 François Truffaut
    Der Tag bricht an Frankreich 1937 Marcel Carné
    Teorema Italien 1968 Pier Paolo Pasolini
    Die Teuflischen Frankreich 1954 Henri-Georges Clouzot
    Tisch und Bett Frankreich 1970 Francois Truffaut
    The magnificant Ambersons USA 1941 Orson Welles
    Tod in Venedig Italien 1970 Luchino Visconti
    Über den Dächern von Nizza USA 1955 Alfred Hitchcock
    Die Unschuld F, I 1976 Luchino Visconti
    Das verbrecherische Leben des Archibaldo de la Curz Frankreich 1955 Luis Bunuel
    Vertigo USA 1958 Alfred Hitchcock
    Die Vögel USA 1963 Alfred Hitchcock
    Vom Winde verweht USA 1939 David Fleming
    Weekend Frankreich 1962 Jean-Luc Godard
    Das Wunder von Mailand Italien 1950 Vittorio de Sica
    Zabriskie Point USA 1969 Michelangelo Antonioni
    Der zerrissene Vorhang USA 1966 Alfred Hitchcock
    Zeugin der Anklage USA 1957 Billy Wilder
    Zum Beispiel Balthasar F, SW Robert Bresson
    Zwei Mädchen aus Wales und ihre Liebe zum Kontinent Frankreich 1971 Francois Truffaut

     

  • Auf’s Wetter lässt sich nicht warten!

    Schublade, aus der Zeitungsauschnitte quillen

    Die hohe Kunst der Spezialeffekte stellt die Zusammenführung verschiedenster Wetterbedingungen dar. Wind, Regen und besonders effektvoll auch Springflut werden immer wieder gerne als dramatische Momente in Spielfilmen verwendet.

     

    Natürlich setzt niemand seine Schauspieler und das Team realen Stürmen aus; es wäre zudem absurd, mit der Crew auf solch ein Wetter zu warten. Vielmehr sind die Trick- und Spezialeffekt-Leute gefragt.

     

    Im Wasserbad

    Besonders schwierig wird es, wenn das Meer ins Spiel kommt. Früher wurden Schiffe, die in Seenot gerieten, als Modelle nachgebaut und in großen, mit Wasser gefüllten Zinkwannen im Trickstudio den Wellen ausgesetzt. Windmaschinen und dramatische Lichteffekte verhalfen diesen Trickaufnahmen unzählige Male zu akzeptabler, aber nicht perfekter Qualität.

    Größte Schwachstelle dieser Lösung war stets die Größe der Wassertropfen. Die lassen sich nun mal nicht beliebig miniaturisieren und fallen einfach auf, wenn sie im Vergleich zum sinkenden Schiff noch beachtliche Größe erreichen. Damit kann man niemanden mehr in die Kinos locken.

     

    Im Vordergrund aber ist nach wie vor die klassische „Handarbeit“ gefragt. Sprinklerrohre lassen es von oben auf die Schauspieler regnen, Windmaschinen pusten ihnen den Sturmwind um die Ohren und kleinere Wellen bis etwa ein Meter Höhe durchnässen sie zusätzlich. Für die Schauspieler also durchaus sehr unangenehme Arbeitsbedingungen.

     

    In der Trickbearbeitung werden diese Aufnahmen dann mit realen oder künstlich generierten Sturmaufnahmen kombiniert und aufwändig bearbeitet. Dabei werden oft arbeitsteilig mehrere Spezialisten eingesetzt. Während der eine sich um die Wellen kümmert, arbeitet ein Anderer an den Schaumkronen, ein Dritter am Gewitter und ein Vierter vielleicht am Regen im Hintergrund.

     

    Instant Regen

    Die Sprinklerrohre sind handelsübliche Wasserrohre mit Gewinde (für Schlauchanschluss), die nachträglich an einem Ende zugelötet und mit zahlreichen nebeneinanderliegenden Bohrungen (wie Perlen an einer Kette) versehen sind. Die Größe der Bohrungen entscheidet darüber, ob die Wassertropfen groß genug sind, damit die Kamera sie auch tatsächlich wahrnehmen kann. Das ist nämlich gar nicht so einfach.

     

    Natürlich lassen sich mit diesen Sprinklerrohren nur relativ begrenzte Ausschnitte verregnen. Die Rohre werden in ein Gestell eingehängt, welches das Rohr über dem Bildausschnitt und natürlich in sicherer Entfernung zu Kamera und Scheinwerfern platziert. Oft verwendet man für Vordergrund und Hintergrund jeweils ein solches Gestell.

     

    Die Bohrungen werden so ausgerichtet, dass sie nach oben zeigen. Damit wird sichergestellt, dass das Wasser erst einen kleinen Bogen durch die Luft macht, dann sehen die Tropfen realistischer aus. Das Wasser kommt im Idealfall aus Hydranten oder Hauswasserleitungen. Es gibt aber auch Situationen, in denen es aus großen Kunststofftanks stammt. In diesem Fall lassen sich sintflutartige Regenfälle oder gar Stürme allerdings kaum simulieren.

    Für diese Fälle ist eher die Feuerwehr zuständig. Mit Spezialdüsen kann man auch schon mal eine Totale im künstlichen Regen drehen.

     

     

     

  • Es gibt einige Stichworte in Drehbüchern, bei deren Klang erfahrene Produzenten und deren Produktionsleiter Gänsehaut bekommen:

    Tiere

     

    Auch viele Schauspieler fürchten Szenen oder gar Filme, in denen sie neben Tieren spielen. Zu groß ist einfach die Attraktivität, da kann sich der erwachsene Schauspieler noch so sehr bemühen, die Aufmerksamkeit der Zuschauer wird auf jeden Fall beim tierischen oder dem jungen Spielpartner liegen.

     

    Regisseure und Produktionsleiter denken dreimal nach, bevor sie Szenen mit Kindern oder Tieren einplanen. Während bei Kindern vor allem die reduzierten Arbeitszeiten für Kinder (5 Std. am Drehort, davon maximal 3 Std. Drehzeit pro Tag) die Planung erschweren, liegt es bei Tieren an deren mangelndem Willen, Regieanweisungen zu folgen.

     

    Die „einfache“ Lösung

    Immer wieder sind Filmteams ganze Tage damit beschäftigt so banale Szenen, wie eine Katze die zum Darsteller A tapst und sich mal eben streicheln lässt zu drehen. Und immer wieder fallen die Planungsstäbe der Teams auf scheinbar simple Lösungen herein.

    Die Freundin der Maskenbildnerin hat genau so eine Katze wie gewünscht und die ist so zahm, dass sie sich von jedem streicheln lässt... Der Nachbar vom Aufnahmeleiter hat eine total süße Katze, die sogar kleine akrobatische Kunsttücke kann...

     

    Gemach, gemach! Eigenlösungen sind riskant

    • Team liegt lockend und mit allen Köstlichkeiten der Tierfutterindustrie ausgestattet am Set und versucht zum 76 ten Male die Katze dazu zu bringen, doch zum Darsteller im Bild zu tapsen, statt wahlweise zu ihrem „Frauchen“ oder dem Kameraassistenten, dessen Schuhe eine nicht nachvollziehbare Anziehung auf das Tier zu haben scheinen.
    • Außerdem rennt die Katze viel zu schnell, das passt dem Kameramann gar nicht. Der eilig herbeigeholte Tierarzt der dem Tier ein Beruhigungsmittel verabreicht (wie tierlieb!), bewirkt tatsächlich, dass das Tier langsamer zu ihrem Frauchen oder den Schuhen des Kameraassistenten tapst. Den Hauptdarsteller lässt das niedliche Tierchen nach wie vor unbeachtet links liegen.

     

    Variante II

    • Der große, bedrohliche Schäferhund, der den Einbrecher-Darsteller beim Einbruch in die Villa stellen soll ist das Haustier des Baubühnen-Mannes. Doch so sehr der „Einbrecher“ sich auch bemüht, ängstlich und erschreckt zu wirken, da der Schäferhund ihn ständig nur freundlich beschnuppert, gelingt die Szene einfach nicht.
    • Selbst Tiere, die „normalerweise“ auf alle Anordnungen ihrer Eigner reagieren, verändern vor der Kamera, insbesondere vor einem Filmteam, ihr Verhalten.
      (Von Menschen hört man ab und zu Ähnliches).

     

    Was kann man tun? – Nun bei Goldfischen oder Pferden, die am Zügel durchs Bild geführt werden sollen oder gar nur in der Box stehen, sind keine besonderen Probleme zu erwarten. Auch Spinnen, Goldhamster oder Meerschweinchen im Terrarium stellen das Team nicht vor unlösbare Probleme.

    Katze

    Nicht dressierte Tiere halten sich eher selten an Regieanweisungen

    Mit Profis arbeiten

    Tiere, insbesondere Katzen und Hunde, wenn sie denn unbedingt in Szenen vorkommen müssen, sollten sobald sie auch nur die geringste „Aufgabe“ zu bewältigen haben, ausschließlich dressierte Tiere sein.

     

    Es gibt diverse Tier-Service Firmen die eine große Bandbreite auch exotischer Tiere für alle Aufgabengebiete trainiert haben. Manchmal, wenn ein Tier innerhalb eines Filmes besonders viele unterschiedliche Aufgaben übernehmen muss, werden auch zwei ähnliche Tiere eingesetzt, die unterschiedliche Fähigkeiten andressiert bekommen haben.

     

    Wenn in einem Film Tierbabys eine wichtige Rolle spielen, kann es sein, dass wegen des raschen Wachstums mehrere ähnliche Tierbabys während der Drehzeit mitspielen.

    Mag sein, dass man den Hund des Baubühnen-Mannes kostenfrei bekommen kann, wohingegen das trainierte Tier schon mal 500,- Euro am Tag (inkl. Trainer) kosten kann. Bedenkt man aber, was so ein ruinierter Drehtag inklusive aller Teamgehälter kostet, ist dieses Geld nicht schlecht investiert.

     

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Workshops 2019

Viel Kreatives vor? Mit Movie-College Hands-On Workshops Filmlicht, Filmton/Location Sound, Kamera, Drehbuch u.v.a, kann man sein Knowhow spürbar verbessern und stärkere Filme machen.

 

26-10--2019 12:00 pm - 27-10--2019 16:00 pm

09-11--2019 12:00 pm - 10-11--2019 16:00 pm

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