• "Kleinigkeiten"

    SetEssen 1000Mit kleinen Dingen kann man die Zufriedenheit von Team und Schauspielern enorm steigern...

  • FCP Arbeitsspeicher

    Fehlermeldung "Ungenügender Arbeitsspeicher"

    Nun hat man nach langen Mühen endlich seinen Film in FinalCut Pro fertig geschnitten, hat die Mischung vielleicht in einem professionellen Tonbearbeitungsprogramm wie ProTools bearbeitet und gemischt, hat den Mix gebounced und wieder in das Final Cut importiert und möchte nun endlich sein Master erstellen. 

    Normalerweise geht das auch recht einfach, man exportiert einfach das Werk vom in (Taste i) bis zum Out Point (Taste o) und gibt den Befehl Ablage exportieren- als Quicktime Film exportieren (oder falls in einem anderem Format als dem originären Aufnahmeformat) per Quicktime Konvertierung.

     

    Echtes Problem oder Geduldsfrage? 

    Soweit so gut. Und tatsächlich fängt FinatCut Pro auch an, den Film heraus zu rechnen und eigentlich könnte alles gut sein. Doch dann kommt er, der Moment wo das Rendern nach 40 Minuten bei etwa 30 % abbricht und gerne auch FinalCut Pro unerwartet beendet wird. Ein einmaliges Ungeschick denkt man sich und versucht es gleich wieder. 

    Das gleiche Spiel nur diesmal wird angezeigt dass der Arbeitsspeicher nicht reicht. Was nun? Ist der Arbeitsspeicher, der so klaglos so viele Filme gerendert hat plötzlich zu klein geworden? Ist die Datei, die doch eigentlich nur einen 10-Minüter beinhaltet plötzlich so groß?

    Beinahe jeder Cutter eines Schnittsystems, so er es selber auch wartet und keinen hilfreichen EDV-Spezialisten mal eben rufen kann kann so seine Leidensgeschichten erzählen von Filmen, die man einfach nicht in der gewünschten Weise bearbeiten oder herausrechnen konnte. Da fließt sehr viel Zeit in den Abfluss der kreativen Verzweiflung...

     

    Welche Schritte sind zu tun?

    Schritte die den MAC allgemein betreffen 

    1. Man prüft den tatsächlich verbauten Arbeitsspeicher im Rechner, denn der kann durch aus auch kaputt gehen. Also- Apfel-Symbol oben links, Über diesen Rechner und schon weiß man, die 7 GB (in unserem Fall) sind tatsächlich noch da. Final Cut verlangt Minimum 4 GB Arbeitsspeicher, mehr davon ist sehr sinnvoll, parallel geöffnete Programme schlucken davon natürlich auch gerne Leistung, die also als Erstes schließen. 
    2. Eine zweite Überprüfung, die nicht direkt das Schnittprogramm, sondern den MAC Rechner betrifft, ist das reparieren von Zugriffsrechten. Man findet unter Programme/Dienstprogramme das so genannte Festplattendienstprogramm. In der linken Spalte wählt man dann mit Mausklick die Festplatte aus, welche geprüft bzw. bei welcher die Zugriffsrechte repariert werden sollen und lässt den Vorgang mit Klick auf "Zugriffsrechte des Volumes reparieren" ablaufen. Das kann etwas dauern, lohnt aber.

     

    Schritte, die FinalCut betreffen 

    1. Weitere Entlastung bringt, wenn man in den Sequenzeinstellungen die Waveform Anzeige und die Clip-Bildanzeige abschaltet und nur die Namen der Clips anzeigen lässt. 
    2. Man überlegt, welche Bestandteile von FinalCut Pro den Arbeitsspeicher belasten könnten. Da gibt es durchaus einige Verdächtige, beispielsweise PlugIns bei den Video,- oder Audioeffekten. Es soll Editoren geben, die da sogar Testversionen schlummern haben. Befreit man FinalCut Pro von den nicht zwingen notwendigen Plugins könnte das Problem gelöst sein. 
    3. Gibt es vielleicht Bild,- oder Tonmaterial was korrupt ist oder vielleicht welches die Kapazität des Programms sehr fordert. Hier kommen wir gleich zu den nächsten Verdächtigen: Fotos. Werden Standbilder in einen Film eingeschnitten und man importiert die mit der originären Auflösung etwa aus seiner DSLR Kamera, beschneidet im FinalCut evtl. sogar noch den Ausschnitt, weil das Bild-Seitenverhältnis im Film ein anderes ist, dann überlädt man das Programm mit extrem anspruchsvollen Aufgaben, die viel zu große Foto-Datei muss verkleinert und ein Ausschnitt gerendert werden. Also- alle eingeschnittenen Fotos noch mal anpacken und vor dem Importieren in FC Pro in einem Bildbearbeitungsprogramm zunächst ins richtige Bild-Seitenverhältnis zuschneiden (freistellen bei Photoshop) und dann in exakt der Bildgröße umrechnen, die auch das Video hat. Dann speichern und neu ins FC Pro importieren und das alte Foto im Schnitt mit dem Befehl "ersetzen" in der Timeline austauschen. 
    4. Wenn all diese Maßnahmen nicht helfen, kann man auch das ganze Programm zurücksetzen. Wenn FinalCut sehr träge ist oder länger den farbigen Warte-Ball anzeigt kann es Sinn machen, die Voreinstellungen zu löschen. Dies stellt quasi wieder ein frisches FinalCut her, löscht aber auch alle Einstellungen die man sich eingerichtet hat. Hier beschrieben der Weg für die Version FinalCutPro 6, bei anderen Versionen kann es Unterschiede in der Vorgehensweise geben. 

      Dazu muss man genau 4 Dateien in zwei unterschiedlichen Ordnern löschen, es versteht sich von selbst, dass man das FinalCut selbst natürlich nicht geöffnet haben darf. 

      Gelöscht (oder für ängstlichere Menschen umbenannt) werden: 

      Im Ordner Benutzer/Benutzername/Library/Preferences: "com.apple.FinalCutPro.plist" 

      Im Ordner Benutzer/Benutzername/Library/Preferences/Final Cut Pro User Data: Final Cut Pro 6.0 Prefs + Final Cut Pro Obj Cache + Final Cut Pro Prof Cache 

      Diese müssen entweder umbenannt oder in den Papierkorb geschoben werden und den anschließend entleeren. Beim nächsten Programmstart werden diese Dateien von FinalCut einfach neu erstellt.

     

    Die verschiedenen Maßnahmen sollte man in der Reihenfolge wie angegeben durchführen und nach den beiden ersten MAC Maßnahmen, erst einmal testen, ob FCP wieder problemlos rendert. Falls nicht, dann mit den ersten drei FCP Maßnahmen fortfahren, zuletzt, wenn auch diese nicht geholfen haben kann man die vierte und letzte Maßnahme ausprobieren. Viel Erfolg!

     

     

     

  • Filmdesaster

    Das Risiko des Filmens

    Wer sich auf das Abenteuer des Produzierens einlässt, sollte über die Naivität und die Fähigkeit des Hoffens, zugleich aber auch über genügend Erfahrung verfügen, die möglichen Risiken einschätzen zu können. Das Produzieren von Filmen ist nicht immer von Erfolg gekrönt. Die Komplexität eines aufwändigen Projektes, menschliche Faktoren und unvorhersehbare Zufälle können ein hoffnungsfroh begonnenes Vorhaben zu einem Desaster werden lassen.

     

    Dabei stellt das Überschreiten des Budgets eine der häufigsten Naturkatastrophen im Filmbusiness dar. Je nach Größe der Produktionsfirma können die Überziehungen mehr oder weniger gut verkraftet werden. Wenn Martin Scorsese bei „Gangs of New York“ mal eben 20 Millionen Dollar mehr verbraucht, werden auch in den USA Studiobosse und Investoren (darunter auch deutsches Fonds-Kapital) nervös. Doch der Film wurde fertiggestellt und war der Abschlussfilm der Berlinale 2003. Doch die Filmgeschichte ist reich an Beispielen, bei denen es nicht so gut ausging.

     

    Nicht fertiggestellte Produktionsdesaster

    Don Quixote

    Spektakulärstes Beispiel der letzten Zeit war das komplett mit europäischem Kapital finanzierte Epos „The Man who killed Don Quixote“ von Terry Gilliam ("12 Monkeys", "Münchhausen", "Brazil"). Das Budget von 32 Millionen Dollar, ein erstklassiger Cast (Jean Rochefort, Johnny Depp) und höchste Hollywood-Ansprüche des Regisseurs sollten die europäische Koproduktion auf höchstes Niveau hieven. Tatsächlich aber waren bereits die Drehvorbereitungen in Spanien mangelhaft und vom ersten Drehtag an schwebten dunkle Wolken über dem Projekt. Ob es der Flugverkehr war, der Originalton unmöglich machte, untrainierte Pferde, die durchgingen oder Komparsen, mit denen niemand geprobt hatte, jeder Drehtag übertraf den vorangegangenen noch an Schwierigkeiten. Platzregen verwandelte das Wüstenset in eine Schlammlandschaft und spülte die Filmausrüstung mit sich. Schließlich erkrankte Hauptdarsteller Jean Rochefort (Der Mann der Friseuse) und konnte nicht mehr weiterdrehen, der Todesstoß für das Vorhaben.

     

    Nick Knatterton

    Doch auch hierzulande gibt es Filme, die mit großem PR-Aufwand durch die Medien gingen und die auf Grund widriger Umstände nicht oder vorerst nicht fertiggestellt wurden. Da wäre etwa die Verfilmung von "Nick Knatterton" mit Niki List als Regisseur. Die 8 Millionen Euro schwere, hochgeförderte Produktion (Filmstiftung NW: 1 Million Euro). wurde von Helkon-Pictures produziert und prominent besetzt. Jens Schäfer, Jeanette Hain, Kordula Kohlschmitt, Axel Milberg und Wolfram Berger sollten die Krimi-Comicfigur der 50er Jahre ins Kino transportieren. Der Film wurde abgedreht, doch dann verunglückte der Produzent, Werner König, im November 2000 während der Motivsuche für den Film „The Extremists“ über risikofreudige Skifahrer in der Nähe des Wintersportorts Verbier tödlich. Der „Motor des Projektes“ fällt auf tragische Weise aus, von dem Film hört man nichts mehr. Die Mutterfirma, Helkon Media AG, die wie manch andere im New Media Hipe zu viele Risiken mit Aktionärskapital eingegangen ist, wird zahlungsunfähig. Am 1. 10. 2002 wird am Münchner Amtsgericht das Insolvenzverfahren eröffnet, das gedrehte Knatterton Material wird vorerst Konkursmasse.

     

    Zürich Transit

    Ein in Vergessenheit geratenes Projekt war "Zürich Transit" in den sechziger Jahren, eine ambitionierte Max-Frisch-Verfilmung des Romans „Sein Name sei Gantenbein“. Die Atlas-Film produzierte, die Besetzung war erstklassig (Ernst Schröder, Richard Münch, Agnes Fink) und mit dem Regisseur Erwin Leiser schien das Vorhaben auf dem besten Wege. Doch bereits nach einer Woche Dreh erkrankte Leiser schwer und konnte nicht mehr weiterdrehen. Ein Nachfolger wird in Bernhard Wicki gefunden, doch auch der erkrankte nach einer Woche schwer und konnte nicht mehr weiterdrehen. Es scheint, als liege ein Fluch der Pharaonen über dem Projekt, so wird die Produktion schließlich zum Versicherungsfall. So existiert lediglich eine etwa fünfminütige Szene von dem Film im Filmarchiv Düsseldorf.

     

    Der Atem Gottes

    So hieß eine Produktion der Kölner Cat Features GmbH, Tochter einer Firma die sich anfänglich mit Mitternachtsfilmen unbekleideter Menschen für die TV-Privatsender beschäftigte. Bei dem ambitionierten Kinofilmprojekt war nur hochkarätiger internationaler Cast eingebunden. Ob Donald Sutherland oder Klaus Maria Brandauer, alles was gut und teuer war, sollte mitspielen. Den Produzenten gelang es, beachtliche Fördergelder an Land zu ziehen, die sie durch großzügige Reisen und Marketingmaßnahmen rasch dezimierten. Mit den Zusagen hatten es die Darsteller wohl nicht so ernst gemeint und für den eigentlichen Drehbeginn war dann schließlich gar kein Geld mehr vorhanden. Der Film wurde nie gedreht, die Firma dicht gemacht.

     

    Napoleon

    Es sollte 1970 Stanley Kubriks größter Film werden, präzise vorbereitet, sein jahrzehntelanger Traum. Kubrik hatte das Projekt zusammen mit Producer Jan Harlan sehr weit vorangetrieben. Tausende Komparsen standen in Rumänien bereit, die unzähligen Uniformen waren bereits aus Papier, diverse Requisiten gefertigt worden. Da trat etwas ein, was in den hart umkämpften Kinomärkten der Welt schon so manchen Produzenten ruiniert hat: Ein anderer Film ähnlichen Napoleon-Sujets kam in die Kinos: „Waterloo“ (R: Sergei Bondarchuk), ebenfalls hochkarätig besetzt. Die Themenübereinstimmung hat Kubrik in keiner Weise beeindruckt, doch da „Waterloo“ an der Kinokasse durchfiel und nicht mal ein Zehntel seiner Herstellungskosten einspielte, zogen sich die Finanziers von Kubrik zurück und der Film wurde nie gedreht.

     

    Fertiggestellte Produktionsdesaster

    Cleopatra

    Zu den fertiggestellten Filmkatastrophen gehörte auch „Cleopatra“ (MGM) in den sechziger Jahren. Zuerst wurden die altägyptischen Studiobauten in England von einem Orkan davon gepustet, dann wurde Hauptdarstellerin Liz Taylor so schwer krank, dass ihr Leben nur durch einen Kehlkopfschnitt gerettet werden konnte. Lange nach ihrer Genesung wurde dann in Rom am Film weitergedreht.

     

    Münchhausen

    Auch ein anderes Gilliam-Epos, der "Münchhausen"-Film, stürzte seinen Produzenten Thomas Schühly ("Der Name der Rose", "Der Totmacher") ins Unglück. Wegen übergroßer Hitze konnte in Cinecitta in Rom nicht tagsüber gedreht werden. Umzug der Crewnach Almeria in Spanien. Die Kostüme bleiben am Flughafen Rom liegen, der Dreh verzögert sich weiter. Schwere organisatorische Fehler, etwa die Verwendung realer Kanonen statt Attrappen, verlängerten die Drehtage wegen aufwändiger Transportlogistik der tonnenschweren Originale ins Unendliche. Der Completion-Bond „Film Finances“ entsandte eigene Producer, um das explodierende Budget unter Kontrolle zu bringen. Ein vorläufiger Drehschluss wurde für den 7. November 1987 angesetzt, danach der Dreh abgebrochen und aufwändige Restszenen vereinfacht oder einfach gestrichen. Sean Connery, der die Rolle des Mondkönigs spielen sollte,  wurde durch den damals preisgünstigeren Robin Williams ersetzt. Am 23. November 1987 wurde mit einem „verbilligten“ Drehbuch weitergedreht.

     

    Fitzcarraldo

    1982 wäre "Fitzcarraldo" für Werner Herzog beinahe ein Desaster geworden. Der authentische Landtransport eines großen Schiffes per Manpower statt Filmtrick ließ die Kosten explodieren. Das Werk wurde dennoch fertiggestellt und kam erfolgreich in die Kinos.

     

    Heaven's Gate - Das Tor zum Himmel

    "Heaven's Gate" oder "Das Tor zum Himmel" wurde von Michael Camino mit einem Wahnsinns-Budget verfilmt und war ein solcher Flop, das die Firma MGM bankrott ging. Das amerikanische Kinopublikum hatte wohl kein Interesse an ihrer wahren Vorgeschichte, die Sache mit den Indianern.

     

    Die Dunkelziffer

    Fast alle Dienstleister und Mitarbeiter in der Filmbranche wissen von Produktionen zu berichten, bei denen Gagen und Rechnungen schlicht und einfach nicht mehr bezahlt wurden. Sie kennen Filme, die nie fertiggestellt wurden oder trotz Endfertigung nie ein Mensch zu sehen bekommen hat. Dennoch findet man nur wenige Veröffentlichungen zu dem Thema. Niemand möchte gerne an seine Fehlschläge erinnert, in seiner Kompetenz in Frage gestellt werden. Fest steht, dass jeder Film Risiken und Unwägbarkeiten in sich birgt und dass solide Planung und Risikobegrenzung allemal besser sind, als Glücksrittertum und blinder Glaube. Selbst wenn die Produktion fertiggestellt werden konnte, kann der Kinoeinsatz mangels Zuschauerinteresse noch zum Desaster werden.

     

    Ein Hoffnungsschimmer für jene Filme, die an ihrer mangelnden Qualität gescheitert sind, zeigen die Videotheken auf. Speziell in den USA zeigt sich, dass der „Kuriositätsfaktor“ dazu führt, dass auch Filme, die im Kino absolut abgestürzt sind, zu heimlichen Rennern werden können. Während man sich nicht wagt im Kino als „schlecht“ identifizierte Werke anzuschauen, und womöglich dabei gesehen zu werden, eröffnet die Videothek die Chance sich jeden noch so schlechten Film heimlich und unerkannt anzuschauen.

     

    Die Aufzählung in diesem Kapitel ist unvollständig und sollte kontinuierlich erweitert werden. Sachdienliche Hinweise bitte per Mail ans Movie-College.

     

  • Filmverleiher

    Kinosaal 4 1000Wenn Filme in Kinos gestartet werden, dann stecken da in aller Regel Filmverleiher dahinter, welche die Vermarktung in den Kinos organisieren.

  • Handyfilme

    Sie sind keine Videocams, dennoch können sie erstaunliche Videos drehen. Die wichtigsten Tipps und Tricks

  • Kinderfilm

    Kinderkarren1 500Kinderfilm ist eigentlich ein wunderbares Genre. Nicht wenige Regisseure/Regisseurinnen haben mit Kinderfilmen große Erfolge feiern können...

  • Konflikte

    Dreharbeiten sind besondere Situationen, nicht selten sehr anstrengend. Was tun, wenn es Konflikte gibt?

  • Lampenfieber

    Lampenfieber ist zwar nicht gesundheitsschädigend wie normales Fieber, aber zeigt trotzdem seine Auswirkungen. Was kann man tun?

  • Problemmacher

    Filmteam Franta 1 1000Filmteams sind fragile Gebilde. Manchmal sind es Einzelne, die es zum Umkippen bringen...

  • Projektion

    Projektionstechniken

    Man kennt das aus zahllosen, älteren Spielfilmen: Die Schauspieler fahren im Auto, wackeln ab und an hin und her und durch die Rückscheibe des Autos sieht man die Landschaft oder die Straßen irgendwie dahinsausen. Aber es wird einem klar: Diese Fahrt fand im Studio statt! Bevor Blue- oder Greenscreen-Verfahren auch den Film eroberten, waren Projektionstechniken für Kombinationen sehr verbreitet.

     

    Rückprojektion

    Rückprojektion war eine der Tricktechniken, mit denen bewegte Hintergründe mit Kulissen und Darstellern im Studio bei der Aufnahme kombiniert werden konnten. Das Prinzip ist einfach: Hinter den Darstellern befindet sich eine Leinwand, auf deren Rückseite bewegte Hintergründe von einem Projektor projiziert werden.

     

    Technische Voraussetzungen

    Kamera und Projektor müssen synchron laufen, sonst filmt die Kamera statt einzelner Projektionsbilder teilweise die dunklen Transportphasen des Projektors. Der Projektor muss sehr lichtstark sein, um das Bild hell genug zu machen, dass es gegenüber den durch Scheinwerfer beleuchteten Schauspielern noch ausreichend hell ist. Das Scheinwerferlicht sollte seitlich auf die Schauspieler fallen, damit es nicht auf die Leinwand im Hintergrund fällt. Das Studio muss recht groß sein, da die Entfernungen von Projektor zur Leinwand und von Leinwand zur Kamera wegen der gewünschten Schärfentiefe erheblich sind.

     

    Aufprojektion

    Fortschrittlicher ist dagegen die Aufprojektion. Hier werden Kamera und Projektor vor der Leinwand im rechten Winkel zueinander installiert. Über einen teildurchlässigen Spiegel am Schnittpunkt der optischen Achsen beider Geräte werden sowohl das Hintergrundbild auf die Leinwand geworfen, als auch die Darsteller mit dem Leinwandhintergrund zusammen von der Kamera aufgenommen. In unserer Abbildung ist dieser Spiegel als gelbes Rechteck zwischen Projektor und Kamera dargestellt. Die Leinwand muss bei diesem Verfahren aus speziellem hochreflektierendem Material mit sehr engem Abstrahlwinkel sein. Diese (Scotchlite) Leinwand wirft das Hintergrundbild am Stärksten senkrecht zurück, also dorthin, wo der Projektor und die Kamera angebracht sind. Steht man nicht genau in dieser Achse, kann man im Studio das Bild so gut wie gar nicht sehen. Und auch auf den Darstellern, die ja eigentlich von dem Projektionslicht getroffen werden, sieht man das Hintergrundbild nicht. Schließlich bestehen die Schauspieler ja nicht aus hochreflektierender Folie. Die Kamera jedoch bekommt so viel Licht von der Leinwand zurückgeworfen, dass selbst größere Leinwandflächen kein Problem darstellen.

     

    Diese axiale Anordnung hat auch den Effekt, dass man die Schatten der Darsteller (durch das Projektionslicht) auf dem Hintergrundbild (Leinwand) nicht sieht, weil sie diese selbst abdecken. Licht, welches seitlich auftrifft, wird von der Leinwand ignoriert. Dies hat den wichtigen Effekt, dass das Licht mit dem man die Schauspieler von den Seiten her ausleuchtet, das Hintergrundbild praktisch gar nicht stört. Insbesondere für preiswerte Kombinationstricks ist die Aufprojektion auch heute noch eine echte Alternative zu den aufwändigen und teuren Compositing-Verfahren.

     

  • Regen und Eis

    Schokolade, die auch unter dem heißesten Scheinwerferlicht nicht zum Schmelzen zu bringen ist?

    Flaschen, die sich der Hauptdarsteller sorglos auf dem Kopf zerschlagen lässt und Holzmöbel, so leicht, dass ein dreijähriges Kind sie tragen kann.

    Der Fachhandel bietet so manches Hilfsmittel an, womit die Dreharbeiten leichter von der Hand gehen.

    Hilfsmittelchen:

    Kunsteiskugeln, Kunstschokolade,
    Eisschnee, Eiszapfen

    Bierschaumstabilisator, Schwimmende Blasen,  Kaltes kochendes Wasser, Rauch ohne Feuer in versch. Farben, Feuer ohne Rauch

    Wasserlachen, Feuerwerk, Gläser und Flaschen aus Zucker, Spinnweben

     

    Tipps & Tricks

    Es ist merkwürdig beim Film. Manche Effekte oder Hilfsmittel, die ein Requisiteur oder Ausstatter einfach nur im Laden gekauft hat, lösen beim Team große Bewunderung aus:

    Die Schachtel voller Mücken, Fliegen oder Spinnen (kann sich jeder im Zoofachhandel für ein paar Euro selbst besorgen). Auch die anderen oben genannten Hilfsmittel – sie sind zwar etwas teurer, erfordern aber auch kein besonderes Know-how. Eigentlich muss man nur wissen, wo man sie kaufen kann.

     

    Künstlicher Regen

    Regenmachen 2000

    Straßenkreuzung wird für Dreharbeiten mit künstlichem Regen bewässert

     

    Dafür sind andere, scheinbar banalere, vom Team kaum beachtete Dinge, wie künstlicher Regen, viel schwieriger zu handhaben und erfordern tatsächlich eine Menge Erfahrung:

    Die Regentropfen müssen größer sein als bei „echtem Regen“, damit die Kamera diese überhaupt aufzeichnen kann. Das Wasser darf nicht zu hoch sprühen (Rohre mit Löchern oder Feuerwehrspritzen), sonst fallen die Tropfen zu schnell.

     

    Außerdem muss man beim Wechsel der Einstellungsgröße (Totale/Nahe) den Regen wieder neu anpassen, damit im geschnittenen Film der Eindruck einer einheitlichen Regensituation entsteht. Ein gutes Gefühl für den Eindruck von Tiefe, das Vorhandensein von Regen nicht nur im Vordergrund, sondern auch im Hintergrund ist ebenso wichtig. Ganz nebenbei muss auch noch darauf geachtet werden, dass das Regenwasser nicht mit der Lichtanlage in Berührung kommt.

     

    Besonders beeindruckend sind natürlich die Tricks der Pyrotechniker. Um etwa bei simulierten Sprengungen den Eindruck herumfliegender Teilchen zu erzeugen, werden Korkkrümel und Stücke in die geplanten Sprenglöcher gestopft.

    Wird dann die Detonation bei laufender Kamera gezündet, fliegen die (harmlos leichten) Korkteile nur so  durch die Gegend und lassen sich im Film von splitterndem Metall oder Steinbrocken nicht unterscheiden.

  • Schnee

    Kunstschnee auf Mauer 500

  • Sehenswert

    Movie-College Empfehlungen zur Filmgeschichte

     

    Voller Zuschauersaal

    Filme auf großer Leinwand gemeinsam mit vielen anderen Menschen anzuschauen, bleibt auch in Zukunft eine besondere Erfahrung.

     

    Sollte der eine oder andere mal im Kino zu sehen sein, lohnt es sich die Wirkung auf Leinwand zu erleben...

     

    Diese Titel sind filmgeschichtlich (zumeist auch inhaltlich) absolut sehenswert und tauchen hin und wieder auch in Online-Streaming Diensten oder im Fernsehen auf. Die Liste ist sicherlich unvollständig, dennoch finden sich hier viele wichtige Titel, die es lohnt, anzusehen.

     

    Accatone Italien 1961 Pasolini
    Angst essen Seele auf Deutschland 1973 Rainer Werner Faßbinder
    Apocalypse Now USA 1979 Francis Ford Coppola
    Das Apartment USA 1960 Billy Wilder
    Asche und Diamant Polen 1958 Andrzej Waida
    Asphalt-Cowboy USA 1968 John Schlesinger
    Auf Liebe und Tod Frankreich 1983 François Truffaut
    Bei Anruf Mord USA 1954 Alfred Hitchcock
    Blade Runner USA 1982 Ridley Scott
    Der blaue Engel Deutschland 1930 Josef v. Sternberg
    Blick zurück im Zorn USA 1958 Tony Richardson
    Catch 22 USA 1970 Mike Nichols
    Chinatown USA 1974 Roman Polanski
    Denn sie wissen nicht, was sie tun USA 1955 Nicolas Ray
    Dr. Schiwago USA 1965 David Lean
    Der dritte Mann Großbritannien 1949 Carol Reed
    Der eiskalte Engel Frakreich 1967 Jean-Oierre Melville
    Das Fenster zum Hof USA 1954 Alfred Hitchcock
    Flucht in Ketten USA 1958 Stanley Kramer
    Die Frau Nebenan Frankreich 1981 François Truffaut
    Gefährliche Liebschaften GB, USA 1988 Stephen Frears
    Das Geheimnis der falschen Braut Frankreich 1969 François Truffaut
    Geraubte Küsse Frankreich 1968 François Truffaut
    Die Geschichte der Adele H. Frankreich 1975 François Truffaut
    Getaway USA 1972 Sam Packinpah
    Giganten USA 1956 George Stevens
    Harald and Maude USA 1971 Hal Ashby
    Intervista Italien 1986 Frederico Fellini
    Jenseits von Eden USA 1955 Elia Kazan
    Jules und Jim Frankreich 1962 François Truffaut
    Julia und die Geister Italien 1965 Frederico Fellini
    Die Katze F, I 1970 Pierre Granier Deferre
    Klute USA 1971 Alan Pakula
    La Ciocara Italien 1961 Vittorio de Sica
    La Dolce Vita F, I 1960 Frederico Fellini
    La Notte Italien 1960 Michelangelo Antonioni
    Die letzte Metro Frankreich 1980 François Truffaut
    Der letzte Tango in Paris F, I 1972 Bernardo Bertolucci
    Liebe auf der Flucht Frankreich 1978 François Truffaut
    Lieben Sie Brahms? F, USA 1961 Anatole Litvak
    Limelight USA 1952 Charles Chaplin
    Lohn der Angst Frankreich 1957 Henri-Georges Cluzot
    Lolita USA 1962 Stanley Kubrick 
    M - Eine Stadt sucht einen Mörder Deutschland 1931 Fritz Lang
    Manche mögens heiß (siehe: "Some like it hot")    
    Der Marathon-Mann USA 1976 John Schlesinger
    Marnie USA 1064 Alfred Hitchcock
    Das Messer im Wasser Polen 1962 Roman Polanski
    Die Nacht des Jägers USA 1955 Charles Laughton
    Odds against Tomorrow USA 1959 Robert Wise
    Orfeu Negro F, I, Bras 1959 Marcel Camus
    Paris gehört uns Frankreich 1960 Jacques Rivette
    Psycho USA 1960 Alfred Hitchcock
    Taxi-Driver USA 1975 Martin Scorsese
    Rashomon Japan 1950 Akira Kurosawa
    Rattennest USA 1955 Robert Aldrich
    Die Reifeprüfung USA 1967  Mike Nichols
    Rom offene Stadt I 1945 Roberto Rosselini
    Rocco und seine Brüder F, I 1960 Luchino Visconti
    Roma F, I 1971 Frederico Fellini
    Satyricon I 1969 Frederico Fellini
    Der Schatz der Sierra Madre USA 1947 John Huston
    Schießen Sie auf den Pianisten Frankreich 1950 François Truffaut
    Das Schloss im Spinnwebwald Japan 1957 Akira Kurosawa
    Das Schreckenshaus des Dr. Rasanoff Frankreich 1959 Georges Franju
    Die schrecklichen Kinder Frankreich 1949 Jean-Pierre Melville
    Sein oder nicht sein USA 1942 Ernst Lubitsch
    Sie küssten und sie schlugen ihn Frankreich 1959 François Truffaut
    Some like it hot USA 1959 Billy Wilder
    Spellbound USA 1945 Alfred Hitchcock
    Stalker UdSSR 1979 Andreji Tarkowskji
    Die süße Haut Frankreich 1964 François Truffaut
    Der Tag bricht an Frankreich 1937 Marcel Carné
    Teorema Italien 1968 Pier Paolo Pasolini
    Die Teuflischen Frankreich 1954 Henri-Georges Clouzot
    Tisch und Bett Frankreich 1970 Francois Truffaut
    The magnificant Ambersons USA 1941 Orson Welles
    Tod in Venedig Italien 1970 Luchino Visconti
    Über den Dächern von Nizza USA 1955 Alfred Hitchcock
    Die Unschuld F, I 1976 Luchino Visconti
    Das verbrecherische Leben des Archibaldo de la Curz Frankreich 1955 Luis Bunuel
    Vertigo USA 1958 Alfred Hitchcock
    Die Vögel USA 1963 Alfred Hitchcock
    Vom Winde verweht USA 1939 David Fleming
    Weekend Frankreich 1962 Jean-Luc Godard
    Das Wunder von Mailand Italien 1950 Vittorio de Sica
    Zabriskie Point USA 1969 Michelangelo Antonioni
    Der zerrissene Vorhang USA 1966 Alfred Hitchcock
    Zeugin der Anklage USA 1957 Billy Wilder
    Zum Beispiel Balthasar F, SW Robert Bresson
    Zwei Mädchen aus Wales und ihre Liebe zum Kontinent Frankreich 1971 Francois Truffaut

     

  • Setpraxis

    Viele Fragen von Usern an die Redaktion wurden in den ersten Jahren des Movie-College direkt auf der Seite beantwortet.

  • Sturm

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  • Tiere am Filmset

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