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SmallRig S60 4000

 

Manchmal, wenn es an Profi-Filmsets mal wieder schwierig war, Mikrofone zu verstecken, scherzten Tonleute gerne mal mit der Behauptung, es gäbe bald Mikrofone, die man vor dem Drehtag einfach herunterschluckt und dann werde der Ton perfekt übertragen. Mit seinen S60 Funkstrecken ist SmallRig dieser scherzhaft gemeinten Vision etwas näher gekommen.

Die Minaturisierung der Technik treibt SmallRig mit einem Knopfmikrofonsender nämlich auf die Spitze. Das Funkmikofon hat 2,6 Zentimeter Durchmesser und wiegt,- das ist kein Schreibfehler,- unter 8 Gramm.

Content-Creators dürfen sich freuen, es ist noch einfacher geworden, einen hochwertigen Ton in ihr Smartphone zu bekommen. Die neuen S60 sind Knopfmikrofone und Sender in einem und das in einem kleinen Gehäuse, was man problemlos seinen Protagonisten oder Interviewpartnern anstecken kann. Was das Ganze besonders spannend macht, ist die Tatsache, dass in diesem kleinen Gehäuse ja auch noch ein LiIon Akku steckt, der mit bis zu 11 Stunden auch richtig lange durchhält.

Möglich wurde diese Miniaturisierung durch eine neuartige Technik, LDS (Laser Direct Structuring) genannt, bei der die elektronischen Komponenten und Leiterbahnen mit dem Kunststoffmaterial verbunden werden.

Dazu gibt es einen kleinen Empfänger, der per USB an ein Smarthone gesteckt werden kann. Fürs Handy perfekt, aber für die Toneingänge von Kameras würde man geeignete Adapter und Stromversorgungen benötigen. Zusammen mit einem zweiten Knopfsender kommt das Ganze im Set in einem kleinen Case welches so groß ist wie die kleinen Behälter für In Ear Ohrhörer.

Befestigt wird der Sender per Magnet, hierfür stehen verschiedene Zubehörteile zur Verfügung, etwa eine kleine Scheibe, die man unter der Kleidung gegen das Mikrofon hält um es zu befestigen.

 

Innere Werte

Im S60 arbeitet ein digitaler Signalprozessor (DSP), mit dem man in 16-Bit bei 48 kHz und zuschaltbarer eingebauter Geräuschreduzierung arbeiten kann. Das Mikrofon besitzt eine Taste mit der man drei verschiedene Empfindlichkeiten (Gain) einstellen kann. Außerdem kann man über einen Doppelklick den Sender Stummschalten bzw. die Aufnahme starten oder stoppen.

Das Signal-Rauschverhältnis beträgt 74-DB und man kann auch in 24-Bit-aufzeichnen. Der Empfänger, kann das Signal je nach Gegebenheiten vin einer Entfernung von bis zu 300 Metern empfangen, wie bei diesen Funkstrecken üblich wird im 2,4-GHz-Bereich gesendet, der auch für andere drahtlose Technologien verwendet wird.

Das S60 Wireless Mikrofon gibt es in weiß oder schwarz für knapp 100,- €. Dafür erhält man im Set zwei Sender, die man parallel verwenden kann (also für 2 Personen), einen USB-C-Empfänger, ein Ladegecase, Fellaufsätze gegen Wind, einen Halsgurt, einen Ansteckclip, Klebepads und ein Ladekabel.

Das Prinzip hat Rode mit seinen Wireless Go vorgemacht, welche in der Sendeeinheit auch ein Mikrofon besitzen und die man einfach mit einem integrierten Clip an Hemden, Blusen oder Jacken direkt befestigen kann. Doch diese Sender sind vergleichsweise groß und zudem heftet man sich damit eine permanent im Bild sichtbare Werbefläche für den Hersteller mit an die Kleidung.

Über den Frequenzgang des S60 ist bislang nichts zu erfahren, aber es ist zu vermuten, dass ein separates Lavalier, welches mehr kostet als das ganze S60 Set selber, eine höhere Tonqualität bereitstellen würde. Dafür ist aber, anders als bei den Wireless Go oder auch den DJI Mic 2 kein Mikrofoneingang vorhanden. Doch das S60 ist ja auch nicht für Kinofilme etc. gedacht, wo man das letzte Quäntchen Qualität herausholen will.

Bildnachweis: Pressefotos SmallRig

 

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