Gear 360 und Samsung Galaxy S6

Für die feinere Steuerung der Gear 360 braucht man die zugehörige App, die nur auf bestimmten Samsung-Handys läuft

 

Die kleine VR-Kamera und Handy gehören nahezu untrennbar zusammen, auch wenn man die Kamera durchaus auch ohne das Handy im Stand-Alone Betrieb verwenden kann. Nein, die Videos die aus der kleinen Kamera stammen, sind mitnichten schon miteinander verrechnet. Die kleine Kamera zeichnet immerhin mit 30 Megapixeln auf und kann dies in 3840 x 1920 tun, also nahezu 4K Qualität. Die maximale Datenrate sind 30 Mbit/Sekunde.

 

Das ist eine ganze Menge, schließlich sprechen wir nicht nur von einem Bild in 4K sondern von 25 oder gar 50 pro Sekunde. Spürbar wird dies, wenn man versucht, die so aufgezeichneten Aufnahmen im mitgelieferten Schnitt,- und Stitchprogramm Action Director (im Download mit einer der Kamera beiliegenden Samsung Registriernummer freizuschalten) miteinander zu verknüpfen.

 

Stitchprogramm mit im Paket

Import einer Datei aus der Gear 360 in den

Import einer Videodatei aus der Gear 360 in das "Action Director" Programm mit dem man stitchen und schneiden kann. Deutlich erkennbar die beiden Fischaugen-Videos der zwei Kameras in der Gear 360

 

Das Programm Gear 360 Action Director ist eine Sonderversion von CyberLinks Schnittprogramm. Dieses bietet nur rudimentäre Schnittfunktionen an, aber Schneiden kann man das Material auch auf anderen Schnittprogrammen, wenn die Videos der beiden 190 Grad Kameras erst einmal gestitcht sind. Außerdem gibt es sicherlich Anwender, die gar keine großen Eingriffe beim Stitchen wünschen und froh sind, wenn alles weitgehend automatisiert abläuft. Doch gerade in Zusammenhang mit der Tonseite stellen sich dann vielleicht doch einige Fragen, insbesondere wenn man diesen separat aufzeichnet.

 

Hohe Leistungsanforderungen für 30 Megapixel-VR Videos

Auf dem Notebook lässt sich zwar das Programm prima installieren und auch die Videodatei einwandfrei in das Programmfenster ziehen. Allerdings kann man den Film, der dort links im Galgen wie eine Balkenanzeige indiziert, gerendert wird, nach dem Rendern nicht abspielen. Nach einigem Fehlersuchen wird einem klar, was der Hersteller tunlichst verschweigt,- man braucht einen sehr leistungsstarken Rechner mit entsprechender Grafikkarte.

 

Import einer Datei aus der Gear 360 in den

Nur wenn der Rechner und die Grafikkarte sehr leistungsstark sind, kann das gestitchte Video auch im Programmfenster angeschaut werden.

 

Und siehe, auf dem leistungsstarken Rechner kann man das Video tatsächlich abspielen und auch in alle Richtungen mit der Maus drehen und verschieben. Das also verrichtet der Action Director recht ordentlich. Doch auch ein paar andere Dinge fallen nun auf. Seltsamerweise unterteilt die Kamera längere Aufnahmen in kleinere Clips.

 

Kleine Schwächen...

Probleme gibt es nur, wenn die Helligkeitsunterschiede zwischen den Motiven der beiden Kameras zu unterschiedlich ausfallen und diese automatisch sehr unterschiedlich belichten, dann kann das Programm diese nicht auskorrigieren. Manuell kann man kaum in die Funktionen der Kamera eingreifen. Objekte, die sich dicht an der Kamera befinden und zugleich nahe der vertikalen Nahtstelle der Aufnahmen sind, werden unter Umständen etwas beschnitten.

 

Am besten eignen sich größere Räume bzw. Objekte in Mindestabständen von etwa 2 Metern.

 

Renderrätsel

Lange Renderzeit im

Lange Renderzeit im "Action Director".

 

Übrigens ist die Exportfunktion in dem Programm grandios gut versteckt. Der Button "Produzieren", unten rechts im Programmfenster bleibt die ganze Zeit grau, erst wenn man den gestitchten Clip aus dem Hauptfenster in die Timeline unten hineinzieht, kann man den Clip exportieren. Klickt man den Button, werden verschiedene Exportformate (H264 und H265) in unterschiedlichen Auflösungen angeboten.

 

Datei auf die VR-Brille/Handy übertragen

Will man 360 Grad Videos mit der Gear VR Brille anschauen, so ist folgende Vorgehensweise sinnvoll: Man schließt sein Handy (S6/S7) an den Pc an, auf dem man das entsprechende Video gestitcht hat. Auf dem Handy gibt es einen Ordner Oculus. In diesem sollten sich zweit Unterordner befinden: "360Videos" und "360Photos". Falls sie noch nicht vorhanden sind, bitte mit der exakten Schreibweise anlegen.

 

In den Ordner "360Videos" verschiebt man nun das gestitchte Video. Übrigens falls Windows fragt, ob das Video konvertiert werden soll bitte mit nein, nur kopieren antworten. Fragt Windows ob Sie wirklich kopieren wollen, mutig sein und mit Ja antworten.

 

Qualitätsfragen

Es zeigt sich das, die Standard Codierung bei 2 K Auflösung der Kamera mit H264 und 1980 Pixel Auflösung bei 16 MBit nur ein recht unscharfes, schwammiges Bild abliefert. Also gleich noch einmal die Datei raus rechnen und auf eine 40 MBit Geschwindigkeit einstellen.

 

Je höherwertiger der Codec, desto länger die Renderzeit. Da kann ein 3 Minutiges Video auch gerne mal 25 Minuten Renderzeit beanspruchen. Dabei macht es natürlich keinen Sinn, höhere Auflösungen zu rendern, als die Auflösung der verwendeten Brille bzw. des verwendeten Handys. Unser Samsung S6 hat knapp 2500 Pixel anzubieten.

 

Mechanische Fragezeichen

Größte Sorge ist angebracht hinsichtlich der extrem miniaturisierten Stecker an den Handys. Man fragt sich bereits beim fabrikneuen Gerät, wie lange es wohl dauern wird, bis die kombinierte Lade,- und USB-Buchse den Geist aufgeben wird. Hier spürt man wohl am deutlichsten den Unterschied zu professionellen Kameras.

 

Rundes Paket

Ansonsten ist die Kamera ein hervorragendes Werkzeug um spannende VR Videos zu drehen und der Workflow mit dem "Action Director" absolut in Ordnung. Samsung hat hier viele Dinge richtig gemacht. Für die langen Renderzeiten kann Samsung nichts, die hohen Hardwareanforderungen gehören zu den großen Fragezeichen bei VR auf dem aktuellen Stand der Technik.

 

 

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