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Apple Vision Pro with battery 4000

Apple Vision Pro, (Pressefoto Apple)

 

Apples Vorstellung eines eigenen AR Headsets auf seiner WWDC, hatte die Branche aufgeschreckt. Meta kündigte nur drei Tage vorher seine neue Meta Quest 3 Brille an und Lenovo hat sein ThinkReality VRX-Headset veröffentlicht. Das ist kein Zufall, denn Apples Ankündigung hatte das etwas in den Hintergrund getretene Thema VR und AR wieder mehr in den Vordergrund geholt. Im Januar 2024 kommt das lang erwartete Headset in den Handel.

Dass Apple sich mit AR beschäftigt, ist seit vielen Jahren bekannt, das Unternehmen hat sich seit 2017, als VR im Consumermarkt noch boomte für AR ausgesprochen und nicht in die Entwicklung reiner VR-Brillen investiert. So wurden von Apple verschiedene Firmen, die sich mit Baugruppen für VR/AR Brillen beschäftigten, wie etwa Akonia Holographics (Dünne hochtransparente Displaygläser) oder PrimeSense (Gesichtserkennungs-Sensoren), gekauft. Es wäre nicht das erste Mal, dass Apple Hardware auf den Markt bringt, die nicht neu ist, und es durch clevere Vermarktung schafft, das Marktsegment letztendlich zu dominieren.

Die weltweiten Verkaufszahlen für VR- und AR-Headsets sind von 2022 bis 2024 um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Und über die Hälfte der Menschen, die beispielsweise die Meta-Headsets gekauft haben, verwendeten diese nach nur sechs Monaten nicht mehr. Das hat einerseits mit den bisher zu klobigen Headsets, der Qualität und den vielen Restriktionen hinsichtlich der Plattformen mit Inhalten zu tun. Andererseits sind die User von Brillen auf Veranstaltungen, in Museen aber auch in Unternehmen zumeist hellauf begeistert von den Angeboten.

Dass Apple eine eigene Brille anbietet, könnte das zurückgegangene Interesse an VR/AR wiederbeleben und damit auch den Konkurrenten wie Meta neue Verkaufserfolge bescheren. Bedauerlich ist, dass Apple mit seiner Brille wie bei all seinen anderen Produkten in einem höheren Preissegment, nämlich bei 3500,- USD liegt. Natürlich werden hier die hochwertigsten Komponenten verbaut, doch der Preis platziert die Brille außerhalb des Consumer-Marktes.

 

Apple Vision Pro 4000

Apple Vision Pro, (Pressefoto Apple)

 

Die Auflösung des Mikro-OLED Displays im Lentikulardesign beträgt 23 Millionen Pixel, das ist höher als 4K pro Auge und der Fliegengittereffekt ist damit endgültig kein Thema mehr. Um das Bild möglichst optimal betrachten zu können hat Apple mit Zeiss zusammengearbeitet, damit User bei denen eine Sehkorrektur erforderlich ist, sich passende Linsen für ihre Sehstärke bestellen können. Das Display ist teiltransparent, sodass man von Außen die Augen der Benutzer*Innen sehen kann. Zur Anwendung kommen zwei leistungsstarke M2 Chips, sowie ein R1-Sensorprozessor  für Eye- und Hand-Tracking und ein separater, also wechselbarer Akku. Damit wird die Brille zu einem eigenständigen MAC Rechner mit dem man arbeiten und den man mit anderen MAC-Geräten verbinden kann. Ebenfalls wichtig,- die Brille ist kompakter und leichter um für die Träger*Innen keinesfalls aufdringlich oder unbequem zu sein.

Um dies zu erreichen, wird der Akku separat von der Brille mitgeführt und ist durch ein Kabel mit der Brille verbunden. Dieser Umstand zeigt, wie schwer sich selbst Apple tut, solch eine Brille leicht und elegant zu bauen. Auf vielen Fotos wird der externe Akku gerne weggelassen, er wirkt wie ein Eingeständnis, dass die Brille im Gegensatz zu anderen Apple Produkten nicht die maximale Stileleganz und Mobilität besitzt. Für Gamer, die sich mehr körperlich bewegen, ist solch ein per Kabel verbundener Akku, den man irgendwo in der Kleidung unterbringen muss, keine so praktische Sache. So ist der Akku sicherlich das am wenigsten stylische Element der ansonsten sehr hochwertigen Brille.

Apple platziert seine "Vision Pro" eher bei den Business-Anwendungen und den Kreativen und ist bemüht, die Brille möglichst cool und lässig wirken zu lassen. Sie wird als neues Arbeits,- und Freizeittool vermarktet und soll eben nicht einfach nur eine weitere Xtended Reality Brille, sondern ein vollwertiger MAC auf kleinstem Raum sein. Während die anderen Mixed Reality Brillen von ihrer Prozessorleistung lediglich die VR oder AR Anwendungen ermöglichen können, bietet Apples "Vision Pro" einen vollwertigen Computerchip mit eigenem Betriebssystem, der auch Multitasking für alle denkbaren  Anwendungen parallel anbieten kann. Die Navigation geht dank Augen,- und Handracking sehr intuitiv.

Mit dem Preis liegt die Brille sicherlich außerhalb des Gamer,- und Consumermarktes und wird eher Unternehmen und Institutionen ansprechen. Doch die neu erwachende öffentliche Aufmerksamkeit wird nicht nur Apples Neuentwicklung, sondern auch die neuen Brillen der Konkurrenz, (Meta Quest 3 soll ca. 500,- USD kosten, Sonys Playstation VR 2, etwa 550,- USD, die Lenovo liegt bei 1300,- USD) attraktiver machen.

Es wird erwartet, dass Apple es gelingen könnte, mehr App-Entwickler dazu zu bringen, Zeit und Geld zu investieren und die Einsatzmöglichkeiten für Headsets deutlich zu erweitern. Dafür wird eine eigene OS Plattform, VisionOS genannt, dienen, welche die Möglichkeiten dazu bietet. Denn nur wenn wirkliche Killer-Apps gänzlich neue, coole Anwendungen möglich machen, werden auch die hochpreisigen Apple Headsets an Attraktivität auch bei den Usern gewinnen.

Die Chancen stehen nicht schlecht, dass Apples Engagement dazu führen kann, zusätzliche Entwicklungen und Einsatzmöglichkeiten zu generieren. Lediglich der hohe Preis könnte diese Entwicklung ausbremsen.

 

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