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Die 8K VR Kamera bietet hohe Auflösung und viele professionelle Features. Was muss man für den Einsatz beachten? Die Insta360 Pro2 ist etwa so groß wie ein kleiner Handball und ganze 1,5 Kilogramm schwer. Das ist aber auch kein Wunder, bei all der Technik, die in ihr steckt. Da sind allein schon mal die sechs Kameras, die für ein hochwertiges Rundumbild sorgen. Im Gegensatz zur ersten Insta360 kann man nun zwei Antennen auf der Oberseite montieren, mit denen GPS empfangen und das Kontrollbild auf eine Empfangseinheit übertragen werden können.

 

Im Vergleich zur Insta Pro hat die Pro2 eine höhere Auflösung, eine Wifi und eine GPS Antenne sowie ein eingebautes GPS Modul. Die Reichweite der Wifi Verbindung hat sich verdoppelt. Eine USB2 und eine Miniklinkenbuchse erlauben den Anschluss externer 360 Grad Mikrofone, ein Schraubgewinde auf der Oberseite auch deren sichere Befestigung. Der auffälligste Unterschied sind sicher die sechs zusätzlichen Micro SD Kartenslots welche die höheren Datenraten aufnehmen können.

 

Das Gehäuse ist Kugelförmig und hat einen Durchmesser von 14,5 Zentimetern. Das ist für die gebotene Leistung recht kompakt und macht auch Sinn in Bezug auf die Abstände der einzelnen Objektive. Diese sollten, wenn man 3D aufnehmen möchte, dem Augenabstand entsprechen.

 

Speicher

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Man darf das nicht unterschätzen,- die verbauten sechs Kameras fordern mit ihren sechs einzelnen Mikro-SD Slots eine ganze Menge, schließlich wollen bis zu 120 MBit/Sekunde aufgezeichnet werden. Allerdings beziehen sich diese bis zu 120 MBit möglicherweise auf andere Frame-Rates oder gar Zeitlupe. Im Normalbetrieb sind ab Werk 30 Bilder pro Sekunde eingestellt. Dreht man aber, wie in Europa üblich, mit 25 Bildern in der Sekunde, so sind das etwa 16 % weniger Bilder, was theoretisch auch eine reduzierte Datenrate von etwa 100 MBit/Sekunde bedeuten würde.

 

Der Hersteller empfiehlt ausdrücklich die SanDisk Extreme Pro Karten mit folgenden Pflichtwerten: V30 (unbedingt), außerdem ist UHS II mit bis zu 100 MBit Schreibgeschwindigkeit besser geeignet als UHS I mit bis zu 90 MBIT Schreibgeschwindigkeit. Der Zusatz auf den Karten A1 oder A2 bezieht sich vor allem auf die Verwendung der karten in Smartphones. Hier wird die Menge an IN/Out Operationen definiert, A2 kann mehr davon bewältigen, A1 weniger.

 

Die Kartenslots befinden sich auf der Unterseite der Kamera in zwei Reihen zu jeweils drei Slots. Die Karten müssen unbedingt in exFat formatiert sein. Dies sollte aber nicht in einem Computer geschehen sondern unbedingt in der Kamera. Angeblich gibt es keine Limitierung der maximalen Speichergröße, es sollten also auch 128 oder 256 GB Karten verwendbar sein. Da die Karten durch wiederholte Aufnahmen stets etwas langsamer werden, wird empfohlen, sie vor jedem Dreh zu formatieren. Das zugehörige Menü erreicht man in den Kameraeinstellungen (Camera Settings) darin die Speicher-Optionen Auswählen (Storage) und darin wiederum Speicherplatz (Storage Space) Dort wird der verfügbare Speicher der Karte angezeigt. Durch kurzen Druck auf die "Power" Taste kann man die Formatierung auslösen.

 

Zu den sechs Micro-SD Karten kommt noch eine weitere Standard SD Karte hinzu, die ebenfalls die oben genannte Spezifikationen erfüllen muss. Auf diese werden in Echtzeit gestitchte Proxies (Aufnahmen in reduzierter Auflösung) der Videoaufnahmen aufgenommen, welche die Bildkontrolle und auch den späteren Schnitt vereinfachen.

Man kann übrigens wahlweise eine einzelne Mikro SD Karte formatieren oder alle sechs gleichzeitig. Natürlich sollte man vorher alle aufgenommenen Daten gesichert haben. Die Karten sollten durchnummeriert werden (hierfür liegen der Kamera Aufkleber bei) und nur in ausgeschaltetem Kamerazustand entnommen bzw. gewechselt werden.

 

Akkus

Die Lithium Ionen Akkus haben mit 5100 mAh eine Größe, die auch bei Flugreisen keine Probleme machen sollte. Da er immerhin sechs einzelne Kameras mit Strom versorgen muss, ist der Akku sicherlich wie so oft, ein nicht zu unterschätzender Faktor bei professionellen Drehs. Das Aufladen dauert etwa 2,5 Stunden, die verfügbare Arbeitszeit mit einem geladenen Akku liegt deutlich darunter. Laut Hersteller liegt diese bei etwa 50 Minuten.

Alternativ lässt sich die Kamera auch mit einem Netzteil mit Strom versorgen, doch das macht den ganzen Aufbau natürlich auch weniger flexibel.

Ein kleines Problem gibt es bei der Kamera offensichtlich mit dem Stromverbrauch. Denn auch im ausgeschalteten Zustand verbraucht die Kamera Akkuleistung. Das kann im Extremfall bedeuten, dass man einen voll geladenen Akku einsetzt und beim Dreh nach ein paar Wochen ist der Akku schlicht geleert. Deshalb macht es durchaus Sinn, den Akku bei längerer Nichtbenutzung aus der Kamera zu nehmen.

 

Objektive

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Der Kamera liegt ein Kunststoffband bei, welches die Objektive beim Transport oder der Aufbewahrung schützen soll. Wie bei allen Objektiven, sollte man die Berührung der Linsen vermeiden, Fingerabdrücke können sich einbrennen. Deshalb sollte man stets ausreichend Linsenreinigungstücher dabei haben, um die Objektive im Zweifel reinigen zu können.

Bei jeder VR Kamera fragt man sich, welches Objektiv weist eigentlich nach Vorne. Oft ist das gar nicht so einfach herauszufinden oder zu definieren. Bei der Insta360 pro 2 ist die die Kamera 1, das ist jenes Objektiv, welches sich links von dem Display und den Bedientasten befindet. Die Aufnahme, welche mit diesem Objektiv gemacht wird, ist theoretisch in dem VR- Video Vorne.

Die verbauten Objektive haben eine Lichtstärke von F 2,4 und einen Bildwinkel von 200 Grad.

 

Stativ & Co

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Das zentrale Gewinde auf der Unterseite der Kamera kann für unterschiedliche Größen verändert werden. Man kann also sowohl Stative mit 3/8 als auch mit 1/4 Zoll Gewinde verwenden. Weitere vier Gewindebohrungen auf der Unterseite erlauben zusätzliche Befestigungsoptionen.

Auch auf der Oberseite besitzt die Kamera ein 1/4 Zoll Gewinde. Hier kann beispielsweise ein Zoom H3 VR 360 Grad Audiorekorder befestigt werden. Dieser ist übrigens von seiner Form her so geschickt gebaut, dass er zwischen die Antennen der Insta360 Pro2 passt und im späteren VR Bild unsichtbar bleibt.

 

Falls man die Kamera bewegt, hilft die Gyro Stabilisierung. Hier werden mit einem 9 Wege Sensorsystem alle Bewegungen bei der Aufnahme präzise festgehalten und stehen später für eine nachträgliche Softwarestabilisierung zur Verfügung. Der Hersteller empfielt, die Kamera wenigstens einmal bei der Inbetriebname zu kalibrieren. Dazu stellt man die Kamera auf eine ebene Oberfläche, z.B. einen geraden Tisch oder ebenen Boden und wählt im Kameramenü Einstellungen den Menüpunkt Giro Stabilisierung. Während des Justiervorgangs darf die Kamera natürlich nicht bewegt und auch nicht von der Stromzufuhr (Akku, Netz etc.) getrennt werden.

 

Bildkontrolle und Fernsteuerung

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Man kann zur Insta360 Pro2 eine Fernbedienung und Kontrolleinheit namens Farsight erwerben, wobei diese interessanterweise gar kein eigenes Display besitzt, sondern ein Handy oder Tablet erforderlich ist um diese bedienen zu können. Bei dieser Fernbedienung wird ein dezidierter Sender mit der Kamera verbunden, wodurch die Reichweite deutlich erhöht wird. 300 Meter, und auf freier Fläche sogar bis zu 1 Kilometer Entfernung. Was man nicht ganz übersehen sollte, die Farsight hat keinen eigenen Akku, für den Empfänger braucht man also eine separate Power-Bank mit entsprechendem USB Kabel für die Stromversorgung.

 

Alternativ kann man aber auch jedes geeignete Handy oder tablet per Wifi mit der Insta Pro 2 verbinden. Hierfür sollte man sich im Play Store oder bei iphones im AppStore die Insta App "Insta360 Pro Camera control app" herunterladen und auf dem Handy/Tablet installieren.

 

Datenimport / Stitching

Insta Dateisystem 2000

Für die Verwendung am PC bietet Insta den Download des "Insta360 Pro STITCHER" an. Allerdings funktioniert die Verbindung vom dortigen Browser mit der Insta360 Pro2 über ein Netzwerkkabel nicht. Die Verbindung kann einfach nicht hergestellt werden. Dabei irritieren auch die unterschiedlichen Schreibweisen im Manual und in der Beschreibung im Programm selber, mal wird hinter Pro2 ein Backslash gesetzt und mal nicht.

 

Die Alternative ist zeitaufwändig,- jede Speicherkarte einzeln überspielen. Hierfür ist es wichtig, dass man sieben einzelne Ordner anlegt und diese genau so beschriftet, wie die Ordner auch auf den Speicherkarten benannt sind. In diese einzelnen Ordner muss man dann eine nach der anderen Karte hinein kopieren.

 

Importieren in Premiere Pro

Hier gibt es ein Video Tutorial dazu: https://www.youtube.com/watch?v=0w3OuV6R8wk

Angeblich kann man über das USB C Kabel auf der Unterseite der Kamera und der Aktivierung des Auslesemodus per Kameramenü auch die Karten einzeln erkennen und auslesen. Unser Versuch scheitert kläglich, es werden lediglich zwei Dateien angezeigt, eine davon informiert über Firmwareänderungen, die andere ist vermutlich die Firmware. Also Fehlanzeige.

 

Wiedergabe auf Virtual Reality Brillen

Für die Wiedergabe auf VR Brillen wiederum bieten Insta einen speziellen Player an, der die maximale Bildqualität gewährleistet: Insta360 Moment CrystalView 8K Player

 

 

Das englischsprachige Online Manual findet Ihr hier:

https://onlinemanual.insta360.com/pro2/en-us/video/postproduction/2

 

Workshops 2019

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